Die Abenteuer des Kapitäns Hatteras

by Jules Verne | Literature & Fiction |
ISBN: 3746400899 Global Overview for this book
Registered by erinacea of Friedrichshain, Berlin Germany on 2/24/2011
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Journal Entry 1 by erinacea from Friedrichshain, Berlin Germany on Thursday, February 24, 2011
Dieses Buch habe ich im Dezember 2007 beim Schrottwichteln "gewonnen". Immerhin, ich hatte Glück, dass es sich bei meinem Päckchen um etwas Sinnvolles handelte. Es gab auch allerhand Scheußlichkeiten. :P

Jetzt gelesen im Rahmen der Assoziationschallenge mittels der Assoziationskette Delphin -> Meer -> Schiff -> Kapitän.

Klappentext:
"Unter geheimnisvollen Begleitumständen verläßt im Jahr 1860 ein englisches Schiff den Hafen. Nicht einer der besonders sorgfältig ausgewählten Besatzung kennt das Ziel der Reise, und es sieht so aus, als wäre der Kapitän noch nicht an Bord, denn die Anweisungen für den Kurs scheinen vom Himmel zu fallen. [...]
Doch endlich lichtet sich das Geheimnis: Kapitän Hatteras führt das Schiff, und sein Plan ist es, als erster Mensch den Nordpol zu bezwingen. [...] Bald liegt das Schiff im Packeis fest, der Marsch über das Eis beginnt. Die Lebensmittel werden knapp, Skorbut bricht aus, Meuterei droht. Aber Kapitän Hatteras hält unerbittlich an seinem Vorhaben fest, trotz aller Gefahren, trotz aller Abenteuer, die bestanden werden müssen. Und er schafft es und erreicht den Pol."


Die Entstehungszeit dieses Romans (1866 erschienen) fällt in eine Phase, in der abenteuerliche Reiseberichte en vogue waren. Der Nordpol ist nur eines von vielen exotischen Zielen, die Verne seine Helden ansteuern lässt. Wie immer war Verne damit seiner Zeit voraus. Zwar hatte James Ross, auf den im Buch mehrfach Bezug genommen wird, den magnetischen Nordpol bereits 1831 entdeckt; tatsächlich wurde der Nordpol jedoch erstmals erst 60 Jahre nach Erscheinen dieses Romans durch den Polarforscher Roald Amundsen erreicht, ja, es entstand sogar ganze 6 Jahre, bevor dieser überhaupt geboren wurde. Im Großen und Ganzen fand ich Vernes Schilderung Hatteras' Arktis-Expedition plausibel, wenn auch der am Ziel gelegene Vulkan natürlich weit über das Ziel hinausschoss.
Genervt hat mich, dass ich mir vom Kurs des Schiffes trotz ständiger Positionsangaben kein Bild machen konnte, da ich meinen großen Atlas verlegt habe und meine Weltkarte für diese Belange einen viel zu kleinen Maßstab aufweist. Ich hätte es schön gefunden, wenn ich wenigstens Begriffe wie "Baffinbai", "Smith-Sund" oder "Melvillebucht" hätte einordnen können. Eine Karte der zum damaligen Zeitpunkt bekannten Gebiete wäre schön gewesen. Schade auch, dass ich den Anhang mit Erläuterungen der Schiffsbegriffe (Besansegel, Bugspriet, kalfatern) erst hinter der letzten Seite entdeckte.

Interessant fand ich, dass die Hauptfigur nicht nur exzentrisch ist, was für Vernes Romane nicht allzu ungewöhlich ist, sondern über lange Strecken regelrecht unsympathisch. (Phineas Fogg war da, glaube ich, allerdings ähnlich.) Meiner Meinung nach ist Hatteras nicht ganz dicht, so dass ich mich beim Lesen an das Begleitpersonal hielt. Besonders Dr. Clawbonny taugte als Identifikationsfigur.

Gut dargelegt fand ich die Gespräche und Auseinandersetzungen innerhalb der Mannschaft im wiederholten Abwägen zwischen Pflichterfüllung und Selbsterhaltung. Kapitän Hatteras ist alles andere als ein strahlender Held und mehr als einmal werden sich die Befürchtungen der Matrosen und Offiziere bewahrheiten. Verne gelingt es, in diesem Konflikt die Neutralität zu bewahren, und lässt die Handlung für sich sprechen.

Spannend wird das Buch allerdings erst mit Beginn des im Klappentext erwähnten Fußmarsches übers Eis, vielleicht weil die Gefahren abwechslungsreicher sind als zwischen Meer und Eisbergen.

Insgesamt ist dieser Roman eher im unteren Bereich von Vernes Wirkungsspektrum anzusiedeln: über lange Strecken schleppend erzählt, mit einer unsympathischen Hauptfigur, für deren Ziel ich mich zu keinem Zeitpunkt begeistern konnte. Durch die Schlittenepisode und Begegnungen mit Bären usw. kommt dieses Buch mit Ach und Krach auf 5 Punkte.

Journal Entry 2 by erinacea at Historischer Hafen, Märkisches Ufer in Mitte, Berlin Germany on Friday, February 25, 2011

Released 10 yrs ago (2/25/2011 UTC) at Historischer Hafen, Märkisches Ufer in Mitte, Berlin Germany

WILD RELEASE NOTES:

Am Historischen Hafen an eine Pforte zum Bootsteg gehängt. Passenderweise trieben sogar recht beachtliche Eisschollen in der Spree. :)

Ich stand eine Weile am Ufer und habe erst die Eisschollen bestaunt und dann die Möwen. Faszinierend an ersteren fand ich die Geräusche, wenn die Schollen aneinander vorbei schabten und sich über- oder untereinander schoben. Genau so, wenn auch wesentlich langsamer und mit mehr Wucht, stelle ich mir die Kontinentalverschiebung vor!
(Dadurch konnte ich mir übrigens auch einige der in diesem Buch geschilderten Szenen besser vorstellen.)

Bei den Vögeln war ich ursprünglich stehen geblieben, weil ich es lustig fand, wie die Enten über die Eisschollen watschelten. Einige hatten den Kopf eingezogen und die Federn aufgeplustert, um sich warm zu halten, aber den meisten schien die Kälte nichts auszumachen. Dann sah ich einen sehr schönen bunten Vogel inmitten der normalen Enten, den ich zunächst nicht einordnen konnte, aber von dem ich jetzt weiß, dass es sich um eine Mandarinente handelte. Ich betrachtete ihn eine Weile, um mir die Farbdetails einzuprägen, damit ich ihn später leichter nachschlagen konnte, als ein älteres Paar mit einem Sack Brotkrumen ankam und anfing, die Enten zu füttern. Das Fressen lockte auch Tauben und Möwen an, was den Mann dazu veranlasste, in regelmäßigen Abständen mit seiner Mütze durch die Luft zu wedeln und Sch-Laute auszustoßen, um sie zu vertreiben. Und ich muss sagen: Mit ihrem grazilen Körperbau und den im Flug ausgefächerten Schwanzfedern waren diese (Dünnschnabel-)Möwen ein erhebender und atemberaubender Anblick (ich glaube, ich hatte überhaupt noch nie einen fliegenden Vogel aus so großer Nähe gesehen), gepaart mit einem Anteil Unbehagen, der daraus resultierende, dass diese Vögel mit ihren langen, spitzen Schnäbeln keinen halben Meter vor, über und hinter meinem Kopf um mich herum flogen.

Wahnsinn! :D

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Journal Entry 3 by wingAnonymousFinderwing at Berlin (irgendwo/somewhere), Berlin Germany on Tuesday, July 29, 2014
Ich bin Uruguayerin und habe das Buch, nachdem ich es vor ein paar Jahren in Berlin gefunden habe, mit dorthin genommen. Es war eine ganze Weile in Montevideo, am anderen Ende der Welt also.
Jetzt habe ich es wieder hierher gebracht, weil es dort keiner verstanden hätte :)

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