Der Schwarm

by Frank Schätzing | Literature & Fiction |
ISBN: 3596164532 Global Overview for this book
Registered by erinacea of Friedrichshain, Berlin Germany on 2/12/2011
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Journal Entry 1 by erinacea from Friedrichshain, Berlin Germany on Saturday, February 12, 2011
Dieses Buch war das einzige der Ende 2008 von meiner Schwägerin aussortierten Bücher, das sie mir ausdrücklich und mit "musst du unbedingt lesen" ans Herz gelegt hat.

Gelesen im Zuge der Assoziationschallenge: Delphin -> Fisch -> Fischschwarm.

Ich habe dunkle Erinnerungen daran, das Buch irgendwann mal in einer Buchhandlung in der Hand gehabt zu haben, aber beim Lesen kam mir keine einzige Textpassage bekannt vor; vielleicht verwechsle ich es also auch mit einem ähnlichen Buch von Crichton oder so.
Jedenfalls hatte ich zwar schon vom Titel gehört (den kennt so ziemlich jeder, den man fragt), aber nur sehr verschwommene Vorstellungen vom Inhalt: Dass es irgendwie um Fische geht und darum, dass sich das Meer gegen den Menschen auflehnt, und dass es vielleicht was mit Schwarmintelligenz zu tun hat. (Das letzte, weil ich mich zu erinnern meine, dass das Buch damals in diversen Artikeln zum Thema als Aufhänger diente, aber vielleicht irre ich mich da auch.)

Obwohl ich das Buch tatsächlich wirklich lesen wollte, hab ich mich aufgrund seiner Dicke (fast 1000 Seiten!) und des nicht eben leichten Themas nicht so recht rangetraut. Als Lightdancer damals im November die Assoziationschallenge vorschlug (zumal mit "Wasser" als Beispielschlagwort), dachte ich daher sofort an dieses Buch und dass so eine Challenge mir da doch den nötigen Schubser geben könnte. Ich hatte allerdings nicht damit gerechnet, dass es schon im Februar so weit sein würde. :)

Erleichtert wurde mir der Einstieg zudem dadurch, dass ich über Bookcrossing bereits Bekanntschaft mit Schätzing gemacht habe, wobei ich von Lautlos restlos begeistert war und Mordshunger mich eher nicht vom Hocker gehauen hat.

Den Schwarm fand ich nun wieder großartig. Spannend geschrieben, mit lebensechten Charakteren, und lückenlos recherchiert. (Naja, zumindest soweit ich das als Laie beurteilen kann. Jeweils ein Teil der biologisch-technisch-geographisch-klimatischen Details war mir bereits bekannt, und diese Fakten waren jeweils plausibel miteinander verzahnt.)

Handlungsbedingt gab es Anklänge sowohl von DinoPark als auch vom weißen Hai, allerdings fand ich den "Schwarm" wesentlich besser geschrieben, insbesondere im Bezug auf die handelnden Figuren, die mit ihren Eigenarten, ihrer persönlichen Geschichte, ihren Interessen, Wünschen, Ängsten und menschlichen Schwächen direkt aus dem Leben gegriffen schienen.

Den ganzen ersten Teil habe ich mich darüber geärgert, dass die Phänomene auf den verschiedenen Kontinenten nicht in Zusammenhang gesetzt werden, und die Leute einfach nicht zusammenarbeiten. Ich war daher heilfroh, als dann diese Task Force zusammengestellt wurde, wobei ich es schön fand, dass alle wesentlichen Charaktere und ihre Bedeutung, Denk- und Vorgehensweise im Rahmen der Ereignisse vorher detailliert vorgestellt worden waren.

Ich hatte beim Lesen stets genug Abstand, dass mich die vielen Todesfälle auch und gerade wichtiger und sympathischer Charaktere nicht persönlich berührt haben; ja, ich habe Schätzings Chuzpe angesichts der teils recht drastischen Schilderungen sogar bewundert. Dennoch fand ich es spannend zu verfolgen, wie so manche Figur durch Zufall, Geschick oder Hilfe von außen um Haaresbreite dem Tod von der Schippe sprang. Weder im Bezug auf Sterben noch aufs Überleben spürte ich jemals auch nur den Anflug von Unglauben. Kurz: Unter den gegebenen Voraussetzungen hätte alles genau so ablaufen können.

Die Auflösung des Mysteriums hat mich dann doch verblüfft, jedoch ohne irgendeine Form von Skepsis aufzulösen. Es passte wie die Faust aufs Auge, und war dennoch überraschend. Besser kann's eigentlich gar nicht gehen.

Mit der "Moral" (vermutlich der falsche Begriff) rennt Schätzing bei mir offene Türen ein. Ich halte den Menschen ohnehin schon nicht für die "Krone der Schöpfung". :P

Ein ausgezeichnetes Buch, das, ja, man "unbedingt lesen muss".

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