Das flüssige Land

by Raphaela Edelbauer | Literature & Fiction |
ISBN: 9783608964363 Global Overview for this book
Registered by wingbluezwuzlwing of Altdorf (Niederbayern), Bayern Germany on 10/28/2019
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Journal Entry 1 by wingbluezwuzlwing from Altdorf (Niederbayern), Bayern Germany on Monday, October 28, 2019
Aus dem Rückseitentext: "Ein Ort, der nicht gefunden werden will. Eine österreichische Gräfin, die über die Erinnerungen einer ganzen Gemeinde regiert. Ein Loch im Erdreich, das die Bewohner in die Tiefe zu reißen droht. In ihrem schwindelerregenden Debütroman geht Raphaela Edelbauer der verdrängten Geschichte auf den Grund."
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Das Buch stand auf der Shortlist zum deutschen Buchpreis 2019
voraussichtliche Reihenfolge im Abo:
- Lilo37fee
- Xirxe
- heixly
- Lilliane
- natur-m
- chawoso
- Charly82
- bassongirl
- Mimi4711

Journal Entry 2 by wingbluezwuzlwing at -- Per Post geschickt/ Persönlich weitergegeben --, Bayern Germany on Saturday, November 23, 2019

Released 4 mos ago (11/20/2019 UTC) at -- Per Post geschickt/ Persönlich weitergegeben --, Bayern Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Jetzt habe ich das ganze etwas sacken lassen, aber es ist mir immer noch ein Rätsel, wie dieses Buch auf die Shortlist geraten ist.
Originell ist nur der Schreibstil, der Wörter verschiedener Register bunt durcheinanderwirf, was den Lesefluß nicht gerade fördert, aber noch als Ausdruck der geistigen Verfassung der Ich-Erzahlerin hingenommen werden kann.
Der Text ist ein Wust an Motiven und Anspielungen - ein bisschen Kafka, ein bisschen Orwell; ein bisschen Rip van Winkle, ein bisschen König Laurin; ein bisschen Nazivergangenheitsvertuschung, ein bisschen Kleinstadtmief; ein bisschen Familiendrama, ein bisschen Verschwörungstheoriefutter etc. pp qq - alles schön vermanscht, aber alles bleibt in der Schwebe oder läuft ins Leere, nichts führt wirklich zu etwas, außer (bei mir) zu wachsender Ungeduld bei der Lektüre.
Zudem versteht es die Autorin hervorragend, mögliche Spannungsbögen zu brechen und so Spannung erst gar nicht aufkommen zu lassen.
Dazu die pseudo-wissenschaftlichen Einschübe aus der entstehenden Habilitationsschrift der Erzählerin, die das Loch unter dem Dorf in Richtung "Schwarzes Loch" schubsen - oder auch nicht.
Am Ende "entkommt" die Erzählerin, aber nichts ist geklärt, nichts beendet und eine Zukunftsperspektive gibt es auch nicht. Sollte das Ganze schlicht als die delirierenden Gedankengänge einer völlig überspannten und überforderten Person gemeint sein? Ich weiß es nicht - und es interessiert mich nach der zähen Lektüre auch längst nicht mehr.

Das Buch ist auf dem Weg zur nächsten Teilnehmerin.

[Eigentlich wollte ich das Buch ohne Schutzumschlag losschicken, aber die Buchdeckelfarbe ist eine Zumutung und ich möchte das Buch auch gar nicht zurück haben.]


Journal Entry 3 by wingLilo37feewing at -- Irgendwo in Bayern, Bayern Germany on Friday, December 06, 2019
So verschieden sind die Geschmäcker :-)

Die 35-jährige Physikerin Vera verliert ihre beiden Eltern bei einem Autounfall. Daraufhin macht sie sich auf in den Ort Groß-Einland, wo die Eltern begraben werden wollten. Groß-Einland ist aber nicht zu finden, erst durch Zufall kommt sie an diesen Ort. Sobald sie einmal drin ist, beginnt ein verwirrendes Existieren aus Zeit und Raum gefallen - Vera kommt nicht mehr los von diesem Ort, der von einer seltsamen Gräfin regiert wird und den ein immer größer werdendes Loch im Boden zu verschlingen droht.
Mir hat das Buch wesentlich besser gefallen als gedacht. Ich fand es erstaunlich gut und schlüssig zu lesen. Sprachlich ist kaum etwas daran auszusetzen, auch wenn es aus meiner Sicht die Auszüge aus Ruths Habilitationsschrift nicht gebraucht hätte.
Die Geschichte selbst scheint eine Parabel auf das kollektive Vergessen zu sein. Groß-Einland ist vordergründig idyllisch. Das alles verschlingende Loch, das natürlich viel mit dem Nationalsozialismus zu tun hat, wird dazu genutzt, einfach alles hineinzuwerfen. Das überzeugt zunächst nicht, da die Protagonisten schon viel zu lange weg sind vom Krieg, ihn selbst nicht erlebt haben, keine eigene Schuld tragen. Dann aber überzeugt es doch, wenn man das Wahlverhalten der Österreicher ansieht, den Umgang mit Geflüchteten usw. Da wird Groß-Einland dann schnell eine Parabel auf Österreich heute. Und die erscheint mir ausgesprochen gelungen. Groß-Einland schottet sich ab, Fremde dürfen nicht hinein, die Regierung ist nicht demokratisch und vieles mehr. Als Vera am Ende mit ihrem eigenen Auto den Ort verlässt, dringt aus dem Radio Andreas Gabalier an ihr Ohr. Er ist vermutlich für die Autorin wie auch für mich ein Sinnbild für Österreich heute. Aber das Radio lässt sich ausschalten, die Erinnerungen lassen sich ins Loch werfen. Man muss sich also nicht konfrontieren.
Insofern ist das Buch doch sehr geschickt angelegt und gefällt mir im Nachdenken mehr und mehr. Denn irgendwie ist die Idylle ja auch faszinierend. Das Essen ist so viel besser als das globalisierte Supermarktessen „draußen“, die Menschen haben ihren Platz, es ist für alles gesorgt. Der Stress der Habilitation entfällt für Vera. Es gibt zwar scheinbar keine Kinder und somit keine Zukunft, aber die Gegenwart läuft gut, bis auf das bedrohliche Loch.
Ich finde das Buch also gut. Es ist gut zu lesen, viel besser als man der Beschreibung nach meinen könnte. Und es gibt Stoff zum Nachdenken.

Journal Entry 4 by wingXirxewing at Hannover, Niedersachsen Germany on Saturday, December 14, 2019
Gut abgepasst, liebe Lilo37fee :-) Kaum aus dem Urlaub zurück, schon ist das nächste Buch der Ringrunde da. Vielen Dank fürs Schicken, spätestens an Weihnachten kommt es dran.

27. Dezember 2019
Als die promovierte Physikerin Ruth nach dem plötzlichen Tod ihrer Eltern sich auf der Suche nach deren früherem Leben macht, landet sie in Groß-Einland, wo die beiden aufgewachsen sind. Eine völlige Idylle, in der die Menschen praktisch unbemerkt vom Rest der Welt leben, da die Gemeinde nirgendwo verzeichnet und nur schwer zugänglich ist. Dennoch verlängert Ruth ihren Aufenthalt dort eher widerwillig und fühlt sich überraschenderweise jedoch nach kurzer Zeit heimisch. Schnell ist sie Teil der Dorfgemeinschaft und die über allem thronende Gräfin gibt ihr zudem eine gute Arbeitsstelle. Doch es liegt Unheil über dem Dorf - Gegenwärtiges und Vergangenes. Ein riesiges Loch in der Erde droht Alles zu verschlingen, auch die Untaten während der Zeit des Dritten Reiches. Während Ruth versucht das Dorf zu retten, forscht sie gleichzeitig nach, was damals geschah.
Was für eine verrückte Geschichte! In der Zusammenfassung mag sich dies nicht so lesen, doch es sind die Details des Ganzen, die einen ungläubig den Kopf schütteln, gleichzeitig aber gebannt weiterlesen lassen. Ein ganzer Ort versinkt mehr und mehr im Untergrund, aber das Leben geht sogar trotz Todesfällen weiter wie gewohnt. Es wirkt wie ein potemkinsches Dorf, das von einer mysteriösen Gräfin für die BewohnerInnen aufrecht erhalten wird. Sie selbst bestimmt über die gesamte Gemeinde, sogar der Bürgermeister hält bei Allem still.
Literarisch gebildeten LeserInnen fällt natürlich bald auf, dass es sich hier um eine Parabel handelt. Wie im wahren Leben werden unschöne Dinge hier zwar nicht unter den Teppich, dafür aber in das Loch gekehrt - insbesondere Geschehenes während des II. Weltkrieges. Es wird geschwiegen um des lieben Friedens willen, denn wer hat schon etwas davon, wenn man die alten Dinge wieder hervorholt? Die Wahrheit ist zwar bekannt, doch hören geschweige denn aussprechen will sie niemand. Der Mensch an sich ist zudem bequem, weshalb also aufbegehren gegen etwas was einen nicht betrifft, solange man selbst es gut hat? Auch gegen die Gräfin, die trotz Abschaffung der Aristokratie über die gesamte Gemeinde bestimmt (auch, was es im Supermarkt zu kaufen gibt), gibt es keinen Widerstand, denn sie kümmert sich ja um Alle.
Ruth ist die Einzige, die Fragen stellt und zweifelt, doch je mehr sie Teil der Gemeinde wird, umso schwieriger fällt es ihr, ihre Nachforschungen weiter zu betreiben. Als Lesende fühlt man mit ihr und ihren widerstrebenden Gefühlen, zwischen der Suche nach der Wahrheit und der Zuneigung zu den Menschen, die sie mit dieser Suche verletzt.
Die Autorin packt eine Menge in diese Geschichte und gegen Ende ist es mir fast ein bisschen zu viel. Während ich mich zu Beginn noch völlig von den teils abstrusen Gegebenheiten faszinieren und unterhalten ließ, wurden die Andeutungen auf Konkretes jedoch ständig stärker und zahlreicher (zumindest kam es mir so vor), so dass das Faszinierende zusehends abnahm. Schade drum!

Journal Entry 5 by wingXirxewing at Buchring, per Post geschickt -- Controlled Releases on Saturday, January 04, 2020

Released 2 mos ago (1/3/2020 UTC) at Buchring, per Post geschickt -- Controlled Releases

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Zwar habe ich von heixly noch nichts gehört, aber nun habe ich das Buch auf gut Glück mal losgeschickt, da ich nächste Woche nicht da bin. Ich hoffe, es kommt dennoch wohlbehalten an. Viel Freude beim Lesen!

Journal Entry 6 by heixly at Moers, Nordrhein-Westfalen Germany on Monday, January 13, 2020
Das Buch ist wohlbehalten in Moers angekommen.

10.02.2020: Gelesen! Ich lese ja immer die Leseproben zur Longlist des Deutschen Buchpreises und da, muss ich sagen, hat mir letztes Jahr der Ausschnitt von "Das flüssige Land" wirklichgut gefallen. Leider hat das Buch in der Qualität nicht wirklich durchgehalten. Die Metaphern vom Hohlraum unter der Kleinstadtidylle und vom Loch, in dem alles landet, was unerwünscht ist, die mit den kollektiven Vergnügungs- und Verdrängungsmechanismen korrespondieren, mochte ich sehr, auch das Skurrile, das Verrückte, das leicht surreale Erzählen ... aber so richtig zufrieden machte mich die Geschichte zum Schluss nicht, vielleicht war sie dann doch zu flüssig? Irgendwie versackte so Vieles, wurde nicht zu Ende gedacht und erzählt, ging im Codeinrausch unter ... ich fand das unbefriedigend und den letzten Satz so leer wie falsch "Nichts, was im Unklaren verblieben wäre." Eigentlich doch so ziemlich alles. Leider!

Journal Entry 7 by heixly at Moers, Nordrhein-Westfalen Germany on Friday, February 14, 2020

Released 1 mo ago (2/14/2020 UTC) at Moers, Nordrhein-Westfalen Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Auf dem Weg zur nächsten Ringteilnehmerin.

Journal Entry 8 by wingLilliannewing at Wilmersdorf, Berlin Germany on Tuesday, February 18, 2020
Mein 4. Abobuch ist eingetroffen. Hier ist Lilo37fees Beitrag im Forum zu finden. Noch ein Ringbuch, dann wird dieses gelesen. Bei so unterschiedlichen Einträgen bin ich ja wirklich gespannt, wie ich dieses Buch rezensiere.

Edita ergänzt am 28. Februar 2020:
Ich habe den Band beendet und bin etwas enttäuscht von dem Ende. Da hätte ich mir mehr erwartet. Da geht es mir wie heixly, die schreibt, dass alles im Ungewissen blieb. Ansonsten war das Lesen fast wie auf einer psychedelischen Reise in ein flüssiges Land. Ich spürte das Wandern der Ebenen und das Verschwimmen der Zeit. Alles höchst verdächtig ... aber auch sehr nachvollziehbar. Wundern konnte ich mich über die theoretische Physikerin, die sich so tief in ein Dorfleben hat ziehen lassen.

Aus der Jurybegründung ist mir ein Satz aufgefallen, der mich zu meiner Kategorie bringt, um bei efells Lesechallenge einen weiteren Punkt abzuhaken. Das ist unheimlich, das ist spannend, das ist aberwitzig und kaum zu fassen – eben einfach fantastische Literatur. ... im Sinne von so außergewöhnlicher Umsetzung, dass dies erst in der Zukunft möglich ist. Ich habe den Band in der Lesechallenge 2020 von efell unter dem Punkt GEGENSÄTZE Inhalt: Handlung in der Zukunft gelesen. Wenn man davon absieht, dass man den Roman als Metapher über Österreichs Weltlage sehen kann [wirklich guter Gedanke!], ist mir die Handlung des Romans so irreal, dass ich das für mich in die Zukunft verschiebe. "Ich mach mir die Welt, so wie sie mir gefällt ;-) Die Kategorie passt.

Lilofees Gedanke hat mich zu diesem Bild animiert.
Dieses Buch darf zur nächsten Abo-Leserin weiterreisen. Wir werden uns bei einem kleinen MeetUp am Bebelplatz zur Übergabe treffen. Viel Freude & gute Reise!

Journal Entry 10 by wingnatur_mwing at -- Per Post geschickt/ Persönlich weitergegeben --, Berlin Germany on Thursday, March 05, 2020
Durch eine persönliche Übergabe habe ich dieses Buch heute von Lilliane bekommen. Vielen Dank!

Glücklicherweise hat es einen Schutzumschlag, sonst hätte ich es wegen der Coverfarbe gleich weitergereicht.
Auf dem Rückweg in der Bahn habe ich schon mit dem Lesen begonnen. Mal sehen wie es weiter geht ...
7.3. Fertig.
Manchmal war mir die Lektüre zu wirr, im zeitlosen Universum weggedriftet oder im schwarzen (Lese-)Loch gefangen. Ich habe mich bis zum Ende durchgebissen, stellenweise war das weiterlesen schwer. Die Widersprüche waren konfus. Hier hat die Autorin eine verwirrende Gedankenwelt mit Erinnerungen, geschichtlichen Ereignissen und pantastischen Visionen vermengt und ein anstrengendes Werk verfasst.
Ich konnte mich für dieses Buch nicht begeistern.

Das Buch geht auf die Reise zu chawoso.

Released 3 wks ago (3/9/2020 UTC) at BookRing in -- Per Post geschickt/ Persönlich weitergegeben --, Brandenburg Germany

WILD RELEASE NOTES:

Das nächste ABO - Buch geht zur nächsten Leserin.
Vielen Dank und viel Freude beim Lesen!
Ich habe schon bei chawoso angefragt, leider ohne Antwort.
Langsam mache ich mir Sorgen wo das Buch abgeblieben ist?

Journal Entry 12 by wingchawosowing at Heusenstamm, Hessen Germany on Friday, March 27, 2020
Gestern gut gelandet. Danke fürs Schicken und die Frühlingsgrüße!
Muss noch etwas warten, ein Fremde Welten-Buch ist noch vorher dran und die Lesezeit aufgrund der aktuellen Umstände sehr begrenzt :-(

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