Achterbahn. Riding the Bullet

by Stephen King | Horror |
ISBN: 3548251218 Global Overview for this book
Registered by erinacea of Friedrichshain, Berlin Germany on 10/30/2009
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Journal Entry 1 by erinacea from Friedrichshain, Berlin Germany on Friday, October 30, 2009
Im April für (laut Etikett*) 2,50€ für Bookcrossing gekauft, nachdem ich es im Laden querlas. Ich hatte danach noch ein sehr interessantes Gespräch mit dem Inhaber und verließ letztendlich das Geschäft mit ca. 10 Büchern aus der Kramkiste.

Falls ich dazu komme, lese ich es morgen nochmal richtig (und trage die Rezension dann hier nach). Auf jeden Fall plane ich, es morgen anlassentsprechend auszuwildern.

*) Welches sich übrigens sehr schwer abknibbeln ließ... :/

Journal Entry 2 by erinacea from Friedrichshain, Berlin Germany on Saturday, October 31, 2009
Wie angekündigt, habe ich das Buch heute noch einmal richtig gelesen. Es handelt sich ja um eine Novelle (auch im klassischen Sinn der "unerhörten Begebenheit") und ist damit vergleichsweise kurz. Außerdem war heute auf Arbeit auch wenig los, so dass ich sogar Zeit fand, mir ausführliche Notizen zu machen...
Achtung! Der folgende Abschnitt enthält Spoiler! Lesen auf eigene Gefahr! Besonders fiese Spoiler werde ich weiß einfärben. Zum Sichtbarmachen einfach mit Maus oder Cursor markieren.

Worum es geht:
Alan Parker, 21, Student an der Universität Maine, erhält einen Anruf, dass seine Mutter einen Schlaganfall hatte und nun im Krankenhaus liegt. Da sein eigenes Auto zur Zeit defekt ist, macht er sich per Anhalter auf den Weg nach Lewiston. Er wird zunächst von einem alten Mann mitgenommen, dessen Wagen nach "Pisse" riecht und der einige unangenehme nervöse Ticks aufweist. Alan findet ihn etwas unheimlich und lehnt daher das Angebot, einen Umweg zum Krankenhaus zu machen, ab. Eine Entscheidung, die er später bereut.

Im Vorwort kokettiert King mit dem Gruselattribut, als der Erzähler seiner Sorge Ausdruck gibt, seine Erzählung wirke vielleicht wie eine Art Lagerfeuergruselgeschichte. Auch im weiteren Verlauf streut er ein paar Referenzen auf Horrorklassiker ein, was das Buch zu einem idealen Halloween-Kandidaten macht. Yay, go me! :D

An einer Stelle fordert der Alte Alan auf, sich beim "Herbstvollmond" etwas zu wünschen. Alans inniger Wunsch in diesem Moment ist der Gedanke, seine Ma würde wieder vollkommen gesund werden. Unmittelbar darauf fürchet er schon, damit eine Katastrophe heraufzubeschwören. Das "fiebrig-orangene Leuchten" des Mondes könne nichts Gutes verheißen... (Auch das ein klassischer Griff in die Horrortrickkiste, aus welcher ich selbst, soweit ich mich erinnere, fast nur Kings Kreationen kenne.) Mehr noch, Alan fühlt sich an die "Geschichte von der Affenklaue" erinnert, was mich schmunzeln ließ, weil ich die Geschichte sogar mal gelesen habe. (Ich kann mich allerdings nicht des Autors entsinnen. Ist das eine Selbstreferenz Kings? *grübel*)

Nachdem Alan vom Alten in Newport abgesetzt wurde, stolpert er in der Dunkelheit über einen kleinen Waldfriedhof, was ihn zunächst jedoch nicht weiter stört. Ein Grabstein fällt ihm besonders auf: "George Staub. 19. Januar 1977 - 12. Oktober 1998. Aus und vorbei." Letzteres ist ein typischer Aphorismus seiner Mutter, was Alan in Panik versetzt. Kurz nach dieser gruseligen Entdeckung nimmt ihn ein weiterer Fahrer mit, ein junger Mann, etwa in Alans Alter. Auch in diesem Auto riecht es unangenehm, auch wenn Alan den Geruch zunächst nicht einordnen kann. An dieser Stelle greift King zu einem simplen, aber effektiven Trick: Indem er den Geruch nach und nach konkretisiert, baut er zusätzliche Spannung auf.

Ein paar schöne Ausschnitte:
"Mir kam der vage Verdacht, daß er ein kleines Spielchen mit mir spielte. Ich wollte nicht, daß er mir anmerkte, daß ich wußte, daß er tot war. Und er wollte nicht, daß ich merkte, daß er wußte, daß ich wußte, daß er tot war. Und daher durfte ich mich nicht anmerken lassen, daß ich wußte, daß er wußte..." Um Haaresbreite schrammt King hier an einem Klischee vorbei, aber zu meinem großen Erstaunen funktioniert es ganz ausgezeichnet.

"Und ich begriff, daß er nicht nur tot war. Er war auch verrückt." Cool! :D


Der Titel bezieht sich auf eine Attraktion im Thrill Village. Als Alan mit 12 Jahren dort war, wollte er zunächst unbedingt mit der "Bullet" mitfahren, bekam es dann aber mit der Angst zu tun und kniff im letzten Moment. Staub dagegen fuhr 4x mit dem Ding und setzte dann auf der Rückfahrt nach Hause sein Auto gegen einen Baum.

Unheimlich ist nicht so sehr, dass Alan bei einem Toten mitfährt. Unheimlich ist, dass er zwischen sich selbst und seiner Ma entscheiden muss. In knappen Worten schildert King die innige, teils auch schwierige Beziehung zwischen Alan und seiner Mutter, die sich ihr Leben lang abgerackert hat, damit ihr Sohn aufs College gehen kann. "Ich dachte an all die Jahre, die wir miteinander verbracht hatten. Jean und Alan Parker gegen den Rest der Welt." und "Ich glaube nicht, daß man ein Leben bilanzieren, eine Familie erklären kann, und wir waren eine Familie, die kleinste, die es gibt, aber eine festgefügte kleine Familie aus zwei Mitgliedern, ein geteiltes Geheimnis. Ich hätte immer behauptet, daß ich für sie alles tun würde. Und genau das wurde jetzt von mir verlangt."

Das Ende ist absolut genial, vollkommen unerwartet und deshalb genial.

Und weil's so schön war, noch ein letztes Zitat: "Vielleicht fährt man mit der Achterbahn, wenn man an der Reihe ist, vielleicht reißt man aus. Es kommt wohl auf's Gleiche raus, denke ich. Es sollte vielleicht mehr dahinterstecken, aber das tut es nicht. Aus und vorbei."

Der Schreibstil ist prägnant und solide, in seiner Kürze viel besser als Kings gelegentliche Ausschweifungen in seinen Romanen. Zugleich hat er tatsächlich eine Geschichte zu erzählen, was in den Kurzgeschichten nicht immer der Fall ist. Gut fand ich auch die realistische Art und Weise, in der King die Beschreibungen von Alans Angst steigert, angefangen beim vagen Unbehagen bis hin zu versteinertem Entsetzen und sich überschlagender Panik.

Auch die Übersetzung (durch Hedda Pänke) ist gelungen, wenngleich ich etwa "gehikt" durch "getrampt" ersetzen würde und das "Telephon" mich furchtbar irritiert hat. Die Geschichte spielt 2000, da hieß das Ding schon lange Telefon!

Journal Entry 3 by erinacea at S 8 Richtung Grünau in -- Bahn/Bus/Schiff --, Berlin Germany on Saturday, October 31, 2009

Released 11 yrs ago (10/31/2009 UTC) at S 8 Richtung Grünau in -- Bahn/Bus/Schiff --, Berlin Germany

WILD RELEASE NOTES:

WILD RELEASE NOTES:

Gegen 16:03 Höhe Frankfurter Allee im letzten Abteil des letzten Waggons der S8 ausgesetzt. Ich bin Storkower Straße eingestiegen und war zunächst etwas ratlos, weil die Bahn voller war als ich erwartet hatte und ich zunächst nicht wusste, wo ich das Buch ablegen sollte. Da erspähte ich am Ende des Wagens ein leeres 4er-Abteil. (Die waren vermutlich gerade alle ausgestiegen, ansonsten wäre das ganze höchst unlogisch.) Ich schlängelte mich durch den Gang - war nicht weit - und pflanzte mich auf den Sitz. Danach wartete ich nur noch hibbelig auf die Einfahrt in den nächsten Bahnhof und beschäftigte mich in der Zwischenzeit damit, die Kleberückstände des Preisetiketts vom Cover zu kratzen.

Frankfurter Allee hatte ich noch einmal Glück: ein Mann stieg aus, was mir erlaubte, die Bahn unmittelbar nach Ablegen des Buches in einem gefühlten Hechtsprung zu verlassen anstatt an der Tür darauf zu warten, dass die Tür endlich aufgeht und ich flüchten kann. (Solche Release-Aktionen, obgleich harmlos, sind mir immer furchtbar peinlich.)

Und wozu das ganze? Na, weil das Buch jetzt sozusagen mit der "Achter"-Bahn fährt. *feix*

Heute morgen hatte ich noch schnell einen orangen Halloween-Klebzettel in Form eines Kürbisses gebastelt, wobei ich zugeben muss, dass ich nicht genau weiß, wie ein Kürbis ausschaut. Dennoch fand ich das Ergebnis recht beeindruckend und auch die ausgeschnittene Grimasse hob sich gut vom dunklen Coverhintergrund ab. Ich hätte das ganze zu gerne eingescannt und hier hochgeladen, aber dazu fehlte mir heute morgen leider die Zeit...

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erinacea

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