Tinko

by Erwin Strittmatter | Literature & Fiction |
ISBN: 3746654009 Global Overview for this book
Registered by tinajaxie of Berlin (irgendwo/somewhere), Berlin Germany on 10/21/2009
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Journal Entry 1 by tinajaxie from Berlin (irgendwo/somewhere), Berlin Germany on Wednesday, October 21, 2009
Ein Buch meiner Kindheit/Jugendtage. Einige Jahre später musste ich es in der Uni lesen. Nun habe ich es zum dritten mal gelesen und über die Jahre haben mich einzelne Episoden immer wieder ein Stück begleitet und begeistert. Strittmatter schafft es in seiner unvergleichlich leichten und doch klaren Erzählweise, die Dinge aus der Sicht eines Kindes zu schildern, was es für einen Erwachsenen keinesfalls uninteressanter macht. Hervorragend getroffen sind auch die Beschreibungen der Charaktere, von denen man jeden zu kennen meint.
Eine klare Empfehlung, ein Stück Weltliteratur!

Journal Entry 2 by tinajaxie at FU - Universitätsbibliothek in Dahlem, Berlin Germany on Wednesday, October 21, 2009

Released 11 yrs ago (10/21/2009 UTC) at FU - Universitätsbibliothek in Dahlem, Berlin Germany

WILD RELEASE NOTES:

WILD RELEASE NOTES:

Ich leg's vor den Eingang der Bibliothek auf die Treppe. Viel Freude damit!

Journal Entry 3 by erinacea from Friedrichshain, Berlin Germany on Wednesday, October 21, 2009
Ich fass es nicht, ein wildes Bookcrossing-Buch! :D

Gefunden gegen 17:20 auf dem Trafo-Kasten an der Kreuzungsecke gegenüber den Delices Normandes. Ist also schon etwas gewandert... ;)

Als ich das Buch sah, dachte ich erst, jemand hätte es verloren und jemand anderes es dann gefunden und auf den Kasten gelegt. Ich hab es zwar gleich in die Hand genommen und von allen Seiten begutachtet, aber keine Bookcrossing-Markierungen gefunden und deshalb wieder zurückgelegt. Dann bin ich weitergegangen, aber nach wenigen Metern umgekehrt, um wenigstens mal reinzugucken, nur für den (doch recht) unwahrscheinlichen Fall, dass es doch registriert ist. (Erst viel später wurde mir klar, dass ich vor allem deshalb umgedreht bin, weil das Buch für ein unterwegs verloren gegangenes Exemplar etwas zu sauber, ordentlich und ungelesen aussah.)

Aufgeschlagen: "Dear reader..." (Ich: Oh, doch ein freies Buch, kann ich mitnehmen und später registrieren)
"... blablabla Bookcrossing blablabla" (Ich: !)

Ich hab immer behauptet, wenn ich ein BC-Buch in der Wildnis fände, würde ich mir die Nummer aufschreiben und es für den Nächsten liegen lassen. Nix da! Ich hab's eingesteckt, ohne weiter drüber nachzudenken und erst einige Meter weiter bin ich überhaupt auf die Idee gekommen, mir den Klappentext durchzulesen. :)
Den ganzen Weg zur U-Bahn hatte ich ein riesenbreites Grinsen im Gesicht.

Danke vielmals fürs Buch, klingt spannend und wird mit Sicherheit gelesen.

Kleiner Tipp: Freie Bücher sind besser als solche erkennbar, wenn vorne auf dem Cover ein (Post-It)-Zettel klebt, der darauf hinweist. So was wie "Freies Buch! Nimm mich mit! Mehr Infos innen." etc. würde schon helfen. Wenn du Fragen hast, kannst du mir ja ne PM schicken.

Mein erster Wildfund, Wahnsinn! Wow...

Journal Entry 4 by erinacea at Friedrichshain, Berlin Germany on Saturday, July 09, 2016
Wie oft bin ich um dieses Buch herumgeschlichen... Soweit ich mich erinnere, habe ich es relativ bald nach meinem Fund angefangen, bin aber nicht sehr weit gekommen. Und dann, ja dann kamen andere Bücher dazwischen, dann kam ich eine lange Zeit lang so gut wie gar nicht mehr zum Lesen. Und immer, wenn ich zwischendurch was zum Lesen suchte, nahm ich dieses Buch in die Hand und dachte, "Na?" Aber wieder und wieder war ein anderes Buch spannender. Und trotzdem konnte ich mich nie überwinden, dieses Buch ungelesen wegzugeben. Ich meine, mein erster Wildfund! Noch heute krieg ich Herzklopfen, wenn ich daran denke. (Ich habe später noch andere BC-Bücher gefunden, bei denen ich mich aber im Wesentlichen darauf beschränkte, die Nummer zu notieren um später einen Eintrag zu machen. Alles kein Vergleich!)

Jetzt endlich gelesen im Rahmen meiner Ein-Buch-pro-Woche-Challenge. Ich habe mich extra beeilt, es noch heute zu beenden, damit ich es morgen mit aufs Meetup nehmen kann. Damit hätte ich dann nämlich nicht nur meine älteste Buchschuld abgearbeitet, sondern gleich auch weitergereicht. (Das nächstälteste ungelesene Buch auf meiner Liste habe ich erst 15 Monate später erhalten.)

Auch diesmal hatte ich am Anfang Mühe. Ich hatte Schwierigkeiten, mir die Figuren vorzustellen und einige der Begriffe, die Tinko verwendet, um seine Umgebung zu beschreiben, stürzten mich in große Verwirrung, bis ich irgendwann beschloss, diese als Stilmerkmal eines Jungen zu betrachten, der teils lautmalerische Umschreibungen verwendet, um die Dinge zu beschreiben, die er sieht, wodurch ich sie auf einmal zu schätzen lernte. (Vielleicht handelt es sich aber auch um regional begrenzte umgangssprachliche Begriffe; ich habe keinen einzigen nachgeschlagen.)

Schade finde ich, dass man zu keinem Zeitpunkt erfährt, wie alt der Ich-Erzähler eigentlich ist. Anfangs musste ich sein vermutetes Alter mehrfach nach unten korrigieren, weil sein Wissen und Verhalten andernfalls unglaubwürdig gewesen wären. Mittlerweile gehe ich davon aus, dass er zu Beginn der Handlung um die 9 Jahre alt ist und am Ende 11 oder 12. Ich glaube, dass die Geschichte zwei Jahre umfasst, aber dadurch, dass die Jahreszeiten so ineinander fließen, ist selbst das schwer zu sagen. Immerhin wird im Laufe der Handlung klar, dass Märzbach irgendwo in Brandenburg nicht allzu weit von Berlin/Schöneberg entfernt liegt, wodurch ich immerhin eine geografische Einordnung vornehmen kann.

Der Klappentext suggeriert, dass Tinko (der eigentlich Martin heißt) sich darüber ärgert, dass sein aus dem Krieg heimkehrender Vater (der "Heimkehrer") ihn in die Schule statt aufs Feld schicken will. Das ganze ist sehr viel komplizierter: Tinko macht keineswegs gern Hausaufgaben, aber sie sind ihm immer noch lieber als auf dem Feld schuften zu müssen. Nein, das Problem ist, dass Tinko in den Streitigkeiten zwischen seinem konservativen Großvater und seinem kommunistischen Vater zerrieben wird. Er leidet darunter, es keinem recht machen zu können, und zieht es, als der Vater auszieht, vor, im Haus der Großeltern zu bleiben, die er erheblich länger kennt als den Vater.

An Tinkos Vater fand ich vor allem sympathisch, dass er, als Tinko sich weigert, ihn "Vater" zu nennen (und ihn stattdessen weiter als "Heimkehrer" bezeichnet), obwohl es ihn kränkt, nicht darauf beharrt, sondern dem Jungen die Zeit und die Freiheit lässt, diese Entscheidung selbst zu treffen. Dass Tinko sich so sehr gegen die Heirat des Heimkehrers mit Frau Clary (die Tinko sehr mag) sträubt und sich weigert, bei den beiden einzuziehen, ist schwerer zu verstehen, aber ich vermute, es hat ebenso viel mit den Sticheleien der Großeltern zu tun wie damit, dass er sich (erneut) von seinem Vater verlassen sieht. Dass Tinkos Vater angesichts von Tinkos Ablehnung (und eigentlich mehr aus Wut auf den Großvater) Tinko eine Ohrfeige verpasst, ist zwar menschlich und auch verständlich, zerrüttet die Beziehung aber zusätzlich. Umso ergreifender ist der Moment, als Tinko ihn schließlich doch als "Vater" anerkennt (und fortan auch in seinen eigenen Gedanken bei dieser Bezeichnung bleibt), obwohl (oder vielleicht weil) die Rührung und Erleichterung des Vaters nur in einer winzigen Geste zum Ausdruck kommt.

Der Großvater ist ein halsstarriger alter Sack, der seine eigene Bedeutung überschätzt ("Kraskebauer") und nicht hinnehmen will, dass sich die Zeiten geändert haben. Es schmerzt zu lesen, wie er immer wieder seinen Enkel und die (zunehmend geschwächte) Großmutter anherrscht, die harte Arbeit auf dem Feld schneller zu erledigen. Ich habe selbst keinerlei Erfahrung mit Feldarbeit, weiß aber, dass neben meinem Bruder und meiner Schwägerin auch die Kinder auf dem Hof der Großeltern mit Hand anlegen, wenn es ans Kartoffeln setzen, Holz sammeln oder ernten geht. Der Unterschied ist, dass der Hof sehr viel kleiner ist und die Kinder jederzeit spielen gehen können, wenn sie keine Lust mehr haben.
Vor allem in den Szenen, in denen der Großvater sich aus reinem Stolz auf seine eigene (nachlassende) Körperkraft weigert (okay, und politischer Unabhängigkeit, die zweifelsohne etwas wert ist), die Hilfe der Bauernhilfe anzunehmen, ging mir immer wieder durch den Kopf, dass Hochmut doch wohl zu recht als eine "Todsünde" angesehen wird.

Spoiler zum Ende, Sichtbarmachen durch Markieren:
Den Preis dafür muss schließlich der treue Bläker zahlen, das arme Pferd, das der Großvater aus Wut solange mit Tritten traktiert, bis es darüber krepiert. Das widerum versetzt den Großvater in eine Art Schockzustand, aus dem er sich nicht mehr erholt. Ich habe allerdings nicht verstanden, woran der Großvater zum Schluss gestorben ist. Er hat im Fieberwahn halluziniert und wild geredet, aber wann hat er sich das Fieber eingefangen? Da das tote Pferd erst am selben Tag vom Feld auf den Hof gebracht wird, kann nicht viel Zeit vergangen sein (auch wenn sich das schwer abschätzen lässt, da Tinko eine andere Episode einstreut). Aber selbst wenn der Großvater die ganze Nacht dort draußen gesessen hat... was ist da passiert?!
Überhaupt hatte ich eher damit gerechnet, dass die Großmutter in Folge der Schwächung durch die anstrengende Feldarbeit sterben würde als der zähe Brocken, der der Großvater schließlich war.


Eine große Rolle in diesem Buch spielt "die Freundschaft", die Tinkos Großvater mit dem reichen Großbauern "Kahlwicht-Kimpel" unterhält sowie Tinko mit dessen Sohn Fritz. Der Großvater hält sich für bauernschlau, aber dem Kahlwicht gelingt es immer wieder, ihn auszunehmen, ohne dass der Großvater je lange den Glauben an die Freundschaft verliert. Anfangs wird diese Beziehung in der Freundschaft der beiden Jungen gespiegelt. Kimpel-Fritz ist offensichtlich das, was ich als "schlechter Umgang" bezeichnen würde. Er spielt Streiche, in die er den sehr viel gutmütigeren Tinko hineinzieht und exerziert all die Methoden durch, um seinen Freund zu beeinflussen, die er sich bei seinem Vater abgeschaut hat: Schmeichelei, Drohungen, Versprechungen, Erpressung, ... Im Unterschied zu seinem Großvater kommt Tinko aber schließlich an einen Punkt, an der er nicht länger bereit ist, Fritz' Verhalten länger zu ertragen und die Freundschaft aufkündigt, woran auch alles Toben und Zureden des Großvaters nichts ändern können.
Tinko findet neue und bessere Freunde unter den Pionieren im Dorf, während Fritz zusehens an Ansehen verliert.

Interessant fand ich, dass zwar der Kahlwicht als durch und durch schlechter Mensch dargestellt wird (der aber aufgrund seines Geldes letztendlich trotzdem immer ungeschoren davon kommt), sein Sohn Fritz dagegen zu einer auch tragischen Figur gerät. Im Unterschied zu Tinko hatte er nie eine sorgende Mutter oder Großmutter, die als Gegenpol zum schlechten Einfluss seines Vaters hätte dienen können. Mit der Kimpelmummel (die Stiefmutter des Kahlwichts, von der es heißt, sie sei eine Hexe), die nur zu gern diese Aufgabe übernommen hätte, wollten weder Fritz noch sein Vater etwas zu tun haben. Zudem hatte der Junge noch das Pech, ausgerechnet der Sohn des mächtigen Großbauern zu sein, der nichts über seinen einzigen Sohn kommen ließ: Egal, was der Junge angestellt hatte, Schuld waren immer die anderen; war Schadensersatz zu leisten, auch egal, das nötige Geld war ja da. Als Raufbold anfangs von den anderen Kindern bewundert und gefürchtet, muss Kimpel-Fritz im Laufe der Handlung lernen, dass er der geschlossenen Gemeinschaft der Pioniere nichts entgegensetzen kann. Dass die anderen Kinder ihn ausgrenzen, liegt ebenso an seinem früheren Verhalten als auch dem schlechten Ruf seines Vaters. Spoiler Sichtbarmachen durch Markieren Dass Lehrer Kern Fritz' Verzweiflung und Einsamkeit am Ende des Buches erkennt, lässt einen Hoffnungsschimmer aufkeimen. Vielleicht ist es aber auch schon zu spät.

Noch einmal vielen Dank für dieses Buch! Es hat zwar lange gedauert, aber die Lektüre hat sich gelohnt und regt zum Nachdenken an. Ich hoffe sehr, dass dieses Buch noch viele weitere Leser findet.

Journal Entry 5 by erinacea at Friedrichshain, Berlin Germany on Sunday, July 10, 2016

Released 4 yrs ago (7/10/2016 UTC) at Friedrichshain, Berlin Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Kam mit zum Meetup in die "Turnhalle", wo ich es schnell aus den Augen verlor. Ich habe daher keine Ahnung, ob es dort einen neuen Leser fand (was ich stark hoffe) oder erstmal in eine OBCZ wandert.

Journal Entry 6 by wingPhysalis74wing at Wedding, Berlin Germany on Tuesday, July 19, 2016

Schon am 10.07. beim Berliner Juli MeetUp in FriedrichsHain mitgenommen bzw. übergeben bekommen. Aufgrund technischer Ausfälle kann ich heute erst den Eintrag schreiben.

Vielen Dank für den schönen Tag

Journal Entry 7 by wingPhysalis74wing at Restaurantschiff Van Loon in Kreuzberg, Berlin Germany on Monday, April 10, 2017

Released 3 yrs ago (4/10/2017 UTC) at Restaurantschiff Van Loon in Kreuzberg, Berlin Germany

WILD RELEASE NOTES:


Dies Buch wird hier am 10.04.2017 beim Berliner April MeetUp freigelassen um neue Leser zu finden.

Gute Weiterreise und den nächsten Lesern beste Unterhaltung






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Liebe/r Finder/in,

bitte mache einen Journaleintrag um mich wissen zu lassen, dass dieses Buch gefunden und das es bei dir ein gutes neues Zuhause gefunden hat. Solltest Du neu bei BookCrossing sein, und Du Lust hast dich hier anzumelden, würde ich mich freuen, wenn Du bei Empfehlungs-Mitglied Physalis74 einträgst (Du kannst natürlich auch ohne dich anzumelden, ganz anomym einen Eintrag über Deinen Fund machen). Ich hoffe Du findest gefallen an dem Buch. Du kannst einen weiteren Eintrag machen, wie es Dir gefallen hat sobald Du es gelesen hast.

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