Der Junge im gestreiften Pyjama [Audio-CDs]

by John Boyne | Audiobooks |
ISBN: 9783866103634 Global Overview for this book
Registered by winglinguistkriswing of Remscheid, Nordrhein-Westfalen Germany on 3/8/2009
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Journal Entry 1 by winglinguistkriswing from Remscheid, Nordrhein-Westfalen Germany on Sunday, March 8, 2009
Klappentext:

Normalerweise geben wir an dieser Stelle ein paar Hinweise auf den Inhalt, aber bei diesem Hörbuch ist es -so glauben wir- besser, wenn man nicht vorher weiß, worum es geht. Wer zu hören beginnt, begibt sich auf eine Reise mit einem neunjährigen Jungen namens Bruno. Diese Reise endet vor einem Zaun.

Gelesen von Ulrich Matthes.
Ungekürzte Lesung.
Gesamltlaufzeit 313 Minuten.

Journal Entry 2 by winglinguistkriswing from Remscheid, Nordrhein-Westfalen Germany on Saturday, April 11, 2009
Jetzt muss ich wirklich überlegen, ob und wieviel ich hier spoilern darf, nachdem der Klappentext sich schon so bedeckt hält. Aber ach, ich glaube, in Wahrheit ist jedem, der die letzten 75 Jahre nicht unter Holocaustleugnern verbracht hat, schon nach der ersten CD recht klar, dass es sich bei Bruno um den Sohn eines Nazi-Kommandanten handeln muss, und bei dessen neuen Einsatzort um ein Konzentrationslager.
Also, ein "Kriegaufarbeitungsbuch" für Kinder. Das ist natürlich edel und wichtig und heikel und so, da sollte man doch nicht so kritisch sein? Ach, ich finde schon doch. Jedenfalls entbindet ein heikles Thema einen nicht von einer gründlichen Recherche (auch dann nicht, wenn es eh nur um Deutsche geht, von denen ja alle Leute eh schon mehr wissen, als ihnen lieb ist >:p). Jedenfalls gibt es da schon ein paar Stellen, die mir das Aussetzen des Unglaubens gehörig erschweren (und ich fange jetzt nicht damit an, dass jemand überhaupt unmittelbar am KZ-Zaun wohnt oder dass man da wirklich durchklettern kann, denn das gehört ja zur Prämisse des Buches, so unwahrscheinlich die schon einmal sein mag):


-Ich halte es für völlig unglaubwürdig, dass ein neunjähriger SS-Sohn nicht wissen müsste, wer "der Führer" ist. Völlig abgesehen davon, dass ein deutschsprachiges Kind sicher nicht auf den Gedanken kommen würde, ihn "Furor" oder irgendetwas zu nennen, schließlich ist Führer ja wohl ein geläufiges und verständliches (und zu der Zeit sicher allgegenwärtiges) deutsches Wort.
-Auf Deutsch haben Köche und Köchinnen Namen. Niemand würde sie einfach "Koch" nennen oder rufen. (Auf Englisch sieht das natürlich ganz anders aus, aber wenn in einem Haushalt in Berlin von "Koch" (nicht "dem Koch"!) die Rede ist, dann geht es vermutlich eher um den Arzt Robert als um den Mensch, der das Essen macht.)
-Isobell klingt kaum nach einem plausiblen Vornamen für Gretels Freundin, oder überhaupt für ein kleines Mädchen in Berlin (dafür ist Gretel dann wieder so ein absoluter Klischeename, der alles herausreißt, oder wie?).
-Als ob SS-Angehörige sich "einfach so" fahnenflüchtige Väter leisten könnten. Parteibuch für alle Familienmitglieder wird schon Pflicht gewesen sein, wenn man eine Militärkarriere angestrebt hat.
-Ich finde es höchst zweifelhaft, dass 1943 vom "ersten Weltkrieg" geredet wird. Zu dem Zeitpunkt hätte es wohl "der große Krieg" geheißen.
-Bruno ist einfach viel zu naiv für einen Neunjährigen. Wenn er groß genug ist, um sich selber eine Schaukel zu bauen, die es erfordert, dass er wiederholt auf einen Baum steigt und die physikalischen Grundregeln des Schaukelbaus beherrscht, dann kann man wohl von ihm erwarten, dass er das Wort Juden schon mal gehört hat (oder eben Führer oder Auschwitz, und auch weiß, das Erwachsene mal ab und an ein Bier trinken (oder sollte es sich bei dem rätselhaften "schäumenden Getränk" gar um Schampus handeln?). Die Umschreibungen, die Brunos Naivität und Unschuld andeuten sollen, nerven mich jedenfalls nur und sind so ungefähr das unglaubwürdigste am ganzen Buch. Ich weiß nicht, wieviel Zeit Boyne mit Kindern verbringt, aber anstatt wie ein Neunjähriger klingt sein junger Held manchmal verdächtig nach einem übernaiven Psychiater. Der Verfremdungseffekt ist jedenfalls reichlich misslungen. Oder sollte Boyne sich nicht trauen zu sagen, der Roman spiele in Auschwitz, weil dann mangels Kommandantenvilla (geschweige denn nettem Kommandanten!) die ganze Story hinfällig wäre? So gruselig kann eine alternative Realität doch nicht sein, das ist schließlich längst nichts neues mehr.
Überdies weiß ich nicht mal, welchem Zweck Brunos Naivität dienen soll: ist der Leser/Hörer genauso naiv und unwissend wie er, wird er die Geschichte nicht verstehen (speziell das sehr "offen" gehaltene Ende); hat man aber schon von Juden, KZs und Endlösung gehört, dann ist die Verschleierung sinnlos. Kindgerechter wird dadurch sicherlich auch nichts, denn dann stehen nur die Eltern in der Pflicht, zu erklären, was mit Pavel und Schmuel und Bruno passiert sein dürfte.

Alles in allem: eine nette Idee, aber so haarsträubend schlampig und mit nervtötender Pseudonaivität ausgeführt, dass mir der Lese- bzw. Hörgenuss gründlich verdorben war. Man merkt, dass Boyne (laut Wikipedia-Artikel) nur zweieinhalb Tage daran geschrieben haben soll. Es ist mir ein völliges Rätsel, wie es dieses qualitativ mangelhafte Machwerk so erfolgreich sein konnte (in Spanien angeblich meistverkauftes Buch des Jahres, wiederum laut Wikipedia) -- aber es scheint, als sei die Idee, ein KZ-Buch für Kinder zu schreiben, so ein Reißer, dass man sich keine Mühe mehr geben muss?! Besonders grantig bin ich über das Ende, speziell die abgeschmackten letzten zwei, drei Sätze. Wieder mal ein klarer Fall von "gut gemeint ist das Gegenteil von gut".
Ich empfehle jederzeit lieber das gute alten Tagebuch der Anne Frank.

Journal Entry 3 by winglinguistkriswing from Remscheid, Nordrhein-Westfalen Germany on Saturday, April 11, 2009
Wandert in die Hörbuchbox.

Journal Entry 4 by winglinguistkriswing from Remscheid, Nordrhein-Westfalen Germany on Sunday, June 7, 2009
Hah! Soeben habe ich mit meiner vernichtenden Kritik meiner Mitbewohnerin die 8 Euro fürs Kino gespart: diesen Unfug schaut sie sich lieber doch nicht an.

Journal Entry 5 by TNext from Graz, Steiermark Austria on Saturday, September 26, 2009
Danke an Linguistkris für die gründlich Analyse!
Ich unterschreibe sie voll und ganz. Was noch mich noch zusätzlich genervt hat, ist der unglaublich altkluge und besserwisserische Ton, in dem die Geschichte gehalten ist - und das von einem Ich-Erzähler, der nicht einmal "Führer" richtig aussprechen kann, sondern über vier CDs hinweg darauf beharrt, "Furor" zu sagen. Sind das wirklich so böse Worte, dass nicht einmal als Gretel Bruno darauf hinweist, dass es nicht "Auschwisch" heißt, tatsächlich "Auschwitz" ausspricht? Muss sich der Text so mühsam drumherum mogeln? Obwohl jeder sowieso weiß, was gemeint ist?

Einen Bewertungspunkt gibt es trotdem, denn zumindest muss man Ullrich Matthes zu Gute halten, dass er als Sprecher das Bestmögliche aus dem Text herausholt.

Journal Entry 6 by anathema-device from Graz, Steiermark Austria on Monday, November 2, 2009
Aus der Hörbuchbox gefischt und versuchsweise hineingehört, vor Grausen aber vorerst pausiert.
Wenigstens bin ich jetzt froh, daß ich weder fürs Buch noch für den Film selber Geld ausgegeben habe, sonst hätte ich mich jetzt echt geärgert.
Vielleicht schaff ich's trotzdem noch, weiterzuhören, immerhin habe ich dann wenigstens eine Grundlage und Argumente für mein Unwollen (vgl. Stephen King). ;)
Wandert anschließend wieder zurück in die Hörbuchbox.

P.S. Den zweiten Stern gibt es für den (ungewollten) NaNoWriMo-Ansporn. Sowas schaff ich allemal! *g*

Journal Entry 7 by rosenblatt at Gmunden, Oberösterreich Austria on Friday, January 28, 2011
Erstens einmal möchte ich mich entschuldigen, dass die Box so lange bei mir war. Sie wird demnächst weitergeschickt. Zweitens möchte ich betonen, dass es sehr wichtig ist diese Zeit nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Aber ich empfehle da auch Bücher wie Anne Frank oder "Wir Kinder von Bergen-Belsen".
Ich hatte schon einiges über das Buch gehört, hauptsächlich lobendes. Wenn ich ganz ehrlich bin, es ist mir furchtbar auf die Nerven gegangen, trotz der guten Absicht Kindern diese Zeit nahezubringen. Diese Umschreibungen, wie der Furor, Auswisch, das schäumende Getränke und ähnliches. Ich kann auch nicht verstehen, wie ein neunjähriger Junge einerseits einen sehr starken Gerechtigkeitssinn haben kann und andererseits so wenig von seiner Umgebung mitkriegt. Sicher, als Kind kriegt lebt man in seiner eigen Welt, aber die ganze Geschichte war für mich sehr konstruiert Ich brauchte mehrere Anläufe um dieses Buch fertig zu hören.

Journal Entry 8 by winglinguistkriswing at Solingen, Nordrhein-Westfalen Germany on Friday, February 3, 2012
Mitsamt dem Rest der Box wieder heil bei mir angekommen. :)

Journal Entry 9 by winglinguistkriswing at Solingen, Nordrhein-Westfalen Germany on Wednesday, December 12, 2012
Wandert in Halalilodris Klonbox.

Journal Entry 10 by AprilCat at Bad Oeynhausen, Nordrhein-Westfalen Germany on Wednesday, February 20, 2013
angefangen zu hören (habe mir vorher die Inhaltsangabe nicht durchgelesen) aber als mir klar wurde, das es um den zweiten Weltkrieg geht - schnell weggelegt- im Moment bin ich nicht in der Stimmung so ein Hörbuch zu hören. Bleibt in der Box.

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