Angeber haben mehr vom Leben

Registered by erinacea of Friedrichshain, Berlin Germany on 2/11/2009
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Journal Entry 1 by erinacea from Friedrichshain, Berlin Germany on Wednesday, February 11, 2009
Ein Weihnachtsgeschenk 2002 meiner Mutter. Früher kann's nicht gewesen sein, weil es erst dann erschienen ist und im Jahr darauf war Abitur. Kürzlich wiedergelesen.

Die Autoren postulieren die Handicap-Theorie, nach der deutlich sichtbare Nachteile im Überlebenskampf als teure und vor allem fälschungssichere Signale an Sexualpartner, Rivalen und Fressfeinde dienen. Der Gedankengang etwa einer Pfauenhenne wäre, "Wenn ein Pfau mit solch einem prächtigen (und weithin sichtbaren) Gefieder trotzdem nicht vom Fuchs verspeist wurde, dann muss er besonders kräftig/schnell/... sein und über ausgezeichnete Gene verfügen!" Andere Beispiele benennen etwa den auffälligen Schrecksprung der Gazelle beim Anblick des Löwen ("Gedanke" des Löwen: "Eine Gazelle, die selbst jetzt noch munter durch die Gegend springt, ist bestimmt viel zu schnell für mich und kostet mich nur Energie, ich suche mir lieber eine andere Mahlzeit.")
So weit, so gut. Alles durchaus nett und flüssig zu lesen.

Problematisch (und schwer nachvollziehbar) wird das ganze, wenn sie versuchen, das Handicap-Prinzip auf den Menschen zu übertragen. So wird etwa argumentiert, jede fürs Überleben "unnütze" Fähigkeit (Geige spielen, Sticken, Auswendiglernen aller Fußballergebnisse etc.) sei Verschwendung von Lebenszeit und damit ein teures Signal an die Umgebung, dass der/die solcherart Begabte es nicht nötig hat, Zeit ins Geldverdienen und den anderweitigen Kampf ums Dasein zu investieren. Nun ist es natürlich so, dass ein armer Bauer, der den ganzen Tag schuftet, weder die Zeit noch die Energie aufbringen wird, um sein Geigespiel zu perfektionieren - daher handelt es sich um ein fälschungssicheres Signal. Die Autoren unterscheiden sogar explizit das "Großmaul" (große Klappe, nichts dahinter) vom "Angeber" (Hervorheben der tatsächlich vorhandenen Qualitäten). In ursprünglich gehaltenen Gesellschaften erscheint mir das ganze auch noch als durchaus sinnvoll, so etwa in der Interpretation der kunstvollen Narben/Tätowierungen einiger Naturvölker als Zeichen der erhöhten Fähigkeit, Infektionen zu überstehen. Allerdings denke ich, dass das Grundprinzip des Handicap-Prinzips sich nicht so ohne weiteres auf moderne Gesellschaften übertragen lässt, die längst von Natur und Landwirtschaft entkoppelt sind. So wirken auch einige der Beispiele etwas bemüht. (Beispielsweise, dass Punks sich ihre soziale Zugehörigkeit durch weithin sichtbare Ausgrenzung aus der Mainstream-Gesellschaft erkaufen, oder dass Prominente absichtlich Geld verschleudern, um zu unterstreichen, wie reich sie sind.)

Auch sind solche Signale natürlich nicht absolut fälschungssicher. So sind heutzutage billige Imitate teurer Luxusartikel kaum noch vom Original zu unterscheiden, und in der Tierwelt habe ich erst kürzlich von den Winkerkrabben gelesen, denen nach Verlust ihrer (als Waffe dienenden) Winkerschere eine täuschend echt aussehende Attrappe wächst, die andere Krabben mit kleineren Scheren dazu veranlasst, einem Kampf auszuweichen.

Insgesamt durchaus interessant zu lesen, auch wenn ich einige Punkte kritisch sehe.

Released 12 yrs ago (2/12/2009 UTC) at Max-Planck-Institut (MPI) für molekulare Genetik in Dahlem, Berlin Germany

WILD RELEASE NOTES:

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Anlässlich Darwins 200. Geburtstag ausgewildert. Viel Spaß beim Lesen!

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erinacea

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Journal Entry 3 by podenca from Berlin (irgendwo/somewhere), Berlin Germany on Tuesday, February 24, 2009
Es war ausgesprochen kurzweilig und sehr sehr witzig. Ich werde es an einen Freund senden.

Journal Entry 4 by podenca from Berlin (irgendwo/somewhere), Berlin Germany on Wednesday, February 25, 2009
Das Buch ist seit heute auf dem Weg nach Lüneburg.

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