Tochter ihrer Mutter

by Marilyn French | Literature & Fiction |
ISBN: 3499227924 Global Overview for this book
Registered by DEESSE of Erstein, Alsace France on 5/20/2008
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Journal Entry 1 by DEESSE from Erstein, Alsace France on Tuesday, May 20, 2008
Hab das Buch beim letzten Friseurbesuch aus der Büchertauschbörse mitgenommen. Ein ziemlich dicker Wälzer - mal sehen, wann ich dazu komme.

Vom back cover:
Mutter zu sein - welchen Preis müssen Frauen für diese Rolle zahlen? Und die Töchter - sind sie nicht oft die Opfer ihrer Mütter? Nicht alle Frauen sind Mütter - aber alle Töchter. Marylin French erzält in ihrem bewegenden Roman Schicksale von Müttern und Töchtern aus vier Generationen und ihren Versuch, mit sich selbst ins reine zu kommen und zu ihren Kindern eine neue Beziehung zu finden.

Über das Buch:
In Marylin Frenchs großem Roman geht es um die prägenden Erfahrungen von Frauen als Mütter und Töchter. Schicksale aus vier Generationen einer amerikanischen Familie werden erzählt. Das unzerreißbare Band zwischen Mutter und Tochter, die Urerfahrung dieser Bindung, ist das wiederkehrende Grundmotiv.
"Nichts muss bleiben, wie es ist, nur, weil es immer so gewesen ist. Viele Leserinnen werden es der Autorin danken, dass sie ihre Botschaft in eine schöne, spannende Geschichte verpackt hat." (Deutschlandfunk)

Journal Entry 2 by DEESSE from Erstein, Alsace France on Saturday, June 27, 2009
So, dank der Bergabbauchallenge (Juni-Aufgabe: Lies mindestens ein Buch mit 900 oder mehr Seiten) habe ich mich an das Buch rangewagt.

Ich bin gerade erst damit fertig geworden und meine Leseeindrücke sind noch recht frisch, allerdings eher vom dritten Teil. Das Buch hat mich anfangs nicht so recht fesseln können, obwohl die Schilderungen des Alltags der polnischen Einwandererfamilie recht eindrucksvoll waren - das Leben damals war schon sehr hart, vor allem auch für Frauen (wohl aber nicht nur in Amerika). Dass die Armut Frauen dazu zwang ihre Kinder für ein paar Jahre in ein Waisenhaus zu stecken - wo sie zu Amerikanern wurden -, die Schilderungen des Kochens, Wäschewaschens, Einkaufens, die Umzüge, die finanzielle Abhängigkeit von den jeweiligen Ehemännern, ungewollte Schwangerschaften und die darauf folgenden "Zwangshochzeiten", herzlose, Kinder prügelnde Väter...

Weiter fand ich es beeindruckend, dass sowohl Belle als auch Anastasia, als sie es finanziell "zu etwas gebracht hatten", dennoch in eine Art Leere fielen. Anastasia hat sich dann, dank ihrer Arbeit als erfolgreiche Fotografin, zum Glück wieder "aufgerappelt", obwohl sie auch ihre depressiven Phasen hatte. Die Passagen, als sie von ihrer Arbeit erzählt, strahlen auch die grösste Begeisterung aus. Dennoch schwingt immer das schlechte Gewissen mit, wenn sie ihre Kinder in der Obhut von Tagesmüttern, Nachbarinnen oder ihres zweiten Mannes, Toni, lassen musste, der als arbeitsloser Autor den "Hausmann" spielte.

Und die Beziehungen zu den Kindern... Auch in unserer Zeit (die 1980er Jahre) waren/sind viele Frauen mit Kindern von ihren Männern abhängig, nutzen Männer das Druckmittel Geld bzw. Unterhalt für ihre eigenen (!) Kinder. Das Beispiel von Anastasias Schwester Joy, anfangs (glücklich?) mit einem Soldaten verheiratet, wird radikal auf sich selbst gestellt, da sie ihre drei Kinder nicht beim Vater aufwachsen lassen will. Sogar ihre Schwiegermutter hilft, das Geld für die Collegeausbildung ihrer Enkel zusammenzusparen!

Ich frage mich, inwieweit der Roman autobiographische Züge aufweist. In den Fotonachweisen steht manchmal "author's collection", auf einigen Bildern sind auch Szenen zu sehen, die im Roman beschrieben werden. Allerdings hat Anastasia drei Kinder von zwei Männern, Arden und Billy von ihrem ersten Mann, ihrer Jugendliebe Brad, und dann noch den Nachkömmling Franny, die sie bekommen hat, weil ihr zweiter Mann, Toni, gerne noch ein eigenes Kind mit ihr haben wollte. Der dann, kurz vor Anastasias vierzigstem Geburtstag die Familie verlässt, um in Hollywood als Drehbuchautor Karriere zu machen - noch nicht mal wegen einer anderen Frau. Und Anastasia ist ihm eigentlich auch nie richtig böse...
Am Schluss lebt Anastasia dann mit einer Frau zusammen, die allerdings auf Anastasias Beziehung zu ihrer Mutter eifersüchtig ist. Auch Anastasias jüngste Tochter, Franny (anfangs noch in der Schule), möchte nicht, dass ihre Mutter mit Clara zusammenwohnt.
Selbst Arden, Anastasias älteste Tochter, inzwischen verheiratet mit drei Kindern, ist mit ihrem Leben in einer Kommune weitab jeglicher Zivilisation nicht zufrieden, da auch dort die "Hausarbeit" (Kochen, Kinder, Wäsche, ohne fliessendes Wasser und nur mit Klohäuschen) allein an den Frauen hängenbliebe, obwohl sie auch bei sog. "Männerarbeit" mithelfen würden. Und auch ihr Mann verändert sich (in ihren Augen zum Negativen), als er nach einem Jurastudium beschliesst, wieder in die Großstadt New York zu ziehen. Arden und die Kinder sollen mitkommen - der Mann hat's beschlossen.

Die Autorin, Marilyn French, lebt laut Angaben hinten im Buch, mit zwei erwachsenen Söhnen in New York.
"Ich wollte immer schon über das Leben meiner Mutter schreiben - und dabei untersuchen, warum Frauen Mütter werden und alles zu opfern bereit sind, um es zu bleiben." (Marilyn French)

Edit 09.04.12:
Das Buch kommt mit zur Bookcrossing Convention nach Dublin - für das Bookswap Game, das am Samstag geplant ist.

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