Aimee und Jaguar. Eine Liebesgeschichte, Berlin 1943.

by Erica Fischer | Biographies & Memoirs |
ISBN: 346202499x Global Overview for this book
Registered by wingLiandraawing of Nistertal, Rheinland-Pfalz Germany on 2/26/2008
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Journal Entry 1 by wingLiandraawing from Nistertal, Rheinland-Pfalz Germany on Tuesday, February 26, 2008
Buchrückentext:
Erica Fischer hat die Erinnerungen der 80jährigen Lilly Wust an deren Liebe zu Felice Schragenheim im Berlin von 1943 zu einem ungewöhnlichen Zeugnis werden lassen.


Journal Entry 2 by wingLiandraawing at Nistertal, Rheinland-Pfalz Germany on Tuesday, February 19, 2019
Ich habe das Buch im Rahmen der Bergabbau-Challenge für den Monat Februar gelesen: "HAUPTSTäDTE
Lies mindestens ein Buch, in dessen Titel eine Hauptstadt vorkommt oder dessen Handlung in einer Hauptstadt spielt."

Geschildert wird hier nicht nur die Liebesgeschichte, sondern besonders brisant ist, dass Felice Schragenheim eine Jüdin war, die sich in eine (mindestens Mitläuferin) des damaligen Regimes verliebte.
In dem Buch kommen neben Elisabeth Wust (genannt Lilly), ihren Erinnerungen und Tagebucheinträgen auch viele Zeitzeugen und Verwandte und Bekannte zu Wort. Was mir sehr gefallen hat und dieses Buch sehr mehrschichtig macht.
Das Buch ist sehr erschütternd und zeigt einem eindrücklich nicht nur das Alltagsleben im 2. Weltkrieg mit einer untergetauchten Jüdin, sondern auch die verzweifelten Versuche, die unternommen wurden, um Deutschland noch rechtzeitig zu verlassen und den Überlebenskampf in den damaligen KZs auf.
Gerade in der heutigen Zeit, in der schon viele damalige Zeitzeugen verstorben sind und die rechten Parteien in ganz Europa wieder mehr und mehr Zulauf bekommen, sind Bücher wie dieses enorm wichtig! Zumal sich die Propaganda damals und jetzt sehr ähneln. Durch Neid und Angst wird Fremdenfeindlichkeit geschürt.
Erschreckend war für mich, dass bis auf Länder wie Frankreich, die Niederlande und Belgien, die später sogar Juden ohne Ausweis und Geld aufnahmen (wo sie durch die spätere Besetzung durch die Deutschen leider auch nicht sicher waren) alle Länder, vor allem die USA/Australien und Großbritannien die Grenzen schon sehr bald dicht machten und die Menschen wissentlich in den sicheren Tod schickten. Hinter diesem Hintergrund ist auch die viel kritisierte Einwanderungspolitik Deutschlands der letzten Jahre zu erklären. Nicht nur, die die Autorin im Nachwort erwähnt, der Bosnienkrieg. Früher waren die Juden "an allem schuld", jetzt sind es die Moslems...
Zur Person Lilly Wust kann ich nur sagen und vermuten, was die Autorin selbst im Nachwort vermutet: ich bezweifel, dass Felice Schragenheim nach dem Krieg bei ihr geblieben wäre. Sie kommt mir als vollkommen unselbstständiges Hausmütterchen vor, die in erster Linie an sich dachte. Auch bei ihrem Besuch in Theresienstadt fällt ihr trotz Warnungen von allen Seiten nicht ein, dass sie Felice dadurch in Schwierigkeiten bringen könnte und sieht nur sich selbst. Felice hingegen, machte auf mich den Eindruck einer starken Frau, die genau weiß, was sie will und die von einer ständig ergebenen, verliebten, unselbstständigen Lily bald die Nase voll gehabt haben könnte.
Genau verstanden habe ich allerdings nicht, warum Lilly keinerlei Konsequenzen tragen musste, obwohl sie dabei erwischt wurde, eine Jüdin zu verstecken. Das Mutterkreuz in Bronze hat die Nazis damals auch bei anderen nicht vor der Deportation gerettet. Es gab Gerüchte, sie hätte Felice selbst verraten. Diese werden im Buch auch genannt. Ob ihr Hass auf ihr eigenes Volk und die verzweifelte Zuwendung zum Judentum durch ein schlechtes Gewissen hervorgerufen waren, werden wir niemals erfahren...
Fazit: ein wichtiges Buch, das mich sehr nachdenklich gemacht hat und mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird!

Edit 02.03.19: Kommt heute mit zum Treffen in Rennerod.

Journal Entry 3 by danielt7 at Rennerod, Rheinland-Pfalz Germany on Sunday, March 03, 2019
Gestern beim Treffen erhalten, danke. Wow, Liandraa, was für ein beeindruckendes Plädoyer!
Menschliche und reale Kriegsgeschichten finde ich sehr ergreifend, bin nur noch nicht sicher, ob mir diese nicht "zu weiblich" sein wird.

Journal Entry 4 by danielt7 at Wetzlar, Hessen Germany on Saturday, November 02, 2019
(schon vor einer Weile gelesen, aber noch nicht gejournalt)

Erotische Kriegsliteratur, eine ganz interessante Kombination, trotz des ernsten Hintergrunds. Die Autorin Erica Fischer hat ganze Arbeit geleistet, das Originalmaterial zu einer flüssig lesbaren Geschichte zu verarbeiten.
Ganz so hart mit Lilly ins Gericht möchte ich nicht gehen, es ist ja nicht so, dass sie gar nichts in die Hand nimmt - sie lässt sich scheiden, zwei Mal sogar, sie macht den waghalsigen Trip nach Theresienstadt, der zwar nichts bringt, aber doch zeigt, dass sie für Felice etwas auf sich nimmt.
Dennoch ist Felice natürlich die coolere Socke der beiden, sicher auch notgedrungen, sie weiß, dass es um Kopf und Kragen geht und sie ihr Untergrundnetzwerk ausbauen und zur Verbesserung ihrer Chancen auch andere Leute "benutzen" muss ("Aufbewarier"). Und ihre Gedichte sind ja wohl Spitzenklasse, während Lilly in Prosa jammert: Ihre Briefe an die gefangene Felice finde ich wenig einfühlsam, Lilly wirft ihr ja quasi vor, sie allein zu lassen, dabei blickt Felice am anderen Ende täglich dem Tod ins Gesicht. Andererseits - was soll sie schreiben? Richtig anmaßend, und da stimme ich der Autorin im Nachwort zu, ist, dass Lilly dann nach dem Krieg so tut, als sei sie selber Jüdin, nur um sich Mitleid und Vorteile zu verschaffen.

Noch zwei Punkte, die ich bei Schilderungen der Vergangenheit interessant fand: 1. Die Bedeutung von Sachen, wie man sie bei der Frage nach dem Verbleib des Pelzmantels und der akribisch geführten Liste der persönlichen Bedarfsgegenstände sieht, man hatte weniger Zeug und es war mehr wert, weil nicht alles billig aus China nachgekauft werden konnte und
2. (im gleichen Zusammenhang): Wenn man als junge Frau Geld brauchte, konnte man einfach in einer "Fabrik für Flaschenverschlüsse" arbeiten, aus meiner heutigen Sicht ist ein Flaschenverschluss gar kein richtiges Produkt, jedenfalls keins, das eine eigene Fabrik rechtfertigt, wo viele Leute arbeiten, das läuft irgendwo nebenher, denke ich.

Über die Beweggründe für Lillys zweite Ehe war ich entsetzt und gleichzeitig fasziniert - eine Frau hat kein Geld, ein Mann braucht eine billige Arbeitskraft im Laden und für den Haushalt - da wird geheiratet. "Früher war alles besser", schon klar!

Journal Entry 5 by danielt7 at Frankfurt am Main, Hessen Germany on Sunday, November 17, 2019

Released 3 wks ago (11/16/2019 UTC) at Frankfurt am Main, Hessen Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Gestern beim Treffen in Frankfurt gelassen.

Journal Entry 6 by wingkrimtangowing at Bücherschrank Leipziger Straße in Frankfurt am Main, Hessen Germany on Monday, November 18, 2019

Released 2 wks ago (11/18/2019 UTC) at Bücherschrank Leipziger Straße in Frankfurt am Main, Hessen Germany

WILD RELEASE NOTES:

Liebe Finderin, lieber Finder,
Herzlichen Glückwunsch, du hast ein freies Buch gefunden. Du kannst es lesen und/oder wieder aussetzen beziehungsweise an andere Interessierte weitergeben. Ganz toll wäre es, wenn du kurz erzählen könntest, wie es dem Buch bisher ergangen ist. Das ist immer anonym und kostenlos und auch ohne Anmeldung möglich!
Nun wünsche ich dir ganz viel Spaß beim Lesen!
Liebe Grüße,
krimtango

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