Frederikes Tag

by Cornelia Kurth | Children's Books |
ISBN: 3499209659 Global Overview for this book
Registered by DEESSE of Erstein, Alsace France on 2/7/2008
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Journal Entry 1 by DEESSE from Erstein, Alsace France on Thursday, February 07, 2008
Vom back cover:
Frederike berichtet vom täglichen Stress mit Vater und Stiefmutter. Von der Realschule, wo die türkische Schlägerin Emine sie schon mit erhobenen Fäusten erwartet. Von Hikmet, dem "Hühnchen", der ihr Intimfeind ist, aber doch so gut küssen kann. Hikmet ist es auch, der Maltes Tagebuch vor allen laut vorliest. Dass Frederike nicht eingreift, hat katastrophale Folgen...
Ein unverstellter Blick in Leben und Klassenzimmer der Ich-Erzählerin Frederike und ein immens spannendes, zündstoffgeladenes Stück Gegenwartsliteratur.

Journal Entry 2 by DEESSE from Erstein, Alsace France on Saturday, April 25, 2009
Es handelt von einer 15jährigen Realschülerin (Frederike, von ihrer Freundin Anika "Görtz" genannt - sie nennt Anika "der Alpin"?) und ihren "Alltagsproblemen".

Manchmal kamen mir die Probleme ziemlich banal vor und ich dachte oft: "Was für ein verwöhntes, unreifes, freches Gör" (sie raucht und trinkt auch heimlich), aber eigentlich ist sie doch ganz liebenswert und hat auch ihre guten Seiten - man nennt diese "Krankheit" eben einfach "Pubertät".
Mir als Erwachsener hat es die Augen geöffnet, dass anscheinend unwichtige Dinge (Kleidung, Pickel, wer mit wem gehen will oder warum die Freundinnen jetzt wichtiger sind als alles andere...) für Teenager doch sehr wichtig sind - und man sie nicht als unwichtig unter den Teppich kehren sollte.

Ihre auswendig gelernte Antwort auf Gewalt war sogar richtig witzig:
"'Tina, ich weiss, dass du jederzeit bereit bist, physische Gewalt einzusetzen. Ich dagegen bevorzuge die Gewalt der Worte und werde mich deshalb jetzt entfernen!' Wow, da blieb sie blöd stehen. (Ich muss zugeben, dass ich mir den ganzen Abend vorher überlebt hatte, was ich zu ihr sagen würde, wenn sie wegen Hikmet ankäme. Ich habe sogar den Fleischer gefragt, was das Fremdwort für 'körperlich' ist, und mir den Satz immer und immer wieder vorgesagt. Aber es kam gut, es hat sich gelohnt.)" (S. 29)

"Ich möchte von allen fort sein, ich möchte diesen ewigen Kämpfen um Macht, Sieg, um das beste Aussehen, um die geilste Jacke entkommen." (S. 32) Andererseits kann sie es doch nicht und macht sich über C&A-Kleidung und das Aussehen anderer lustig.

"Jetzt sitze ich in der Strassenbahn und bin deprimiert, genauer gesagt, ich fühle mich allein. Ich denke über mich nach und versuche, alles in den Griff zu bekommen: Was ich tue, denke, wie ich meine Freunde und mich selbst sehe. Und dann kommt mir alles so kalt und erbärmlich vor, so oberflächlich und geradezu unsympathisch.
Ich glaube ja nicht, dass ich unsympathisch bin, aber während die Strassenbahn G-Town verlässt, verlässt mich immer mehr das Gefühl, dass ich liebenswert bin. Ein blöder Teenie, mit nichts als blödem Teeniekram im Kopf, fährt jetzt nach Hause und könnte sich dort aufs Bett schmeissen und heulen über das nichtswürdige Dasein." (S.78)
Ekelhaft will sie nämlich eigentlich nicht sein:
"Vielleicht, wenn ich mein Zimmer aufräume und nett zum Fleischer [ihr Vater] und Mister Corny bin, vielleicht, wenn ich doch noch die Schularbeiten mache und morgen das Kaugummi von Verena nehme, das sie mir ergeben jeden Tag von neuem anbietet; vielleicht, wenn ich zu meiner Oma bete und nicht daran denke, dass sie mir leider kein Geld mehr schenken kann, und vielleicht, wenn ich am Wochenende bei Rita [ihre Mutter] ganz lieb mit Maria spiele, vielleicht bin ich dann nicht mehr so ekelhaft." (S.82)

Ihre Stiefmutter (genannt "Mister Corny") ist aber immer wieder ihr Rettungsanker, denn bei ihr kann sie alles loswerden: Sie ist es auch, die Frederikes "Tatort-Leben" am Schluss wieder in ein stinknormales Teenie-Leben verwandelt, als es ihr über den Kopf gewachsen ist:
"Das Leben ist zum Kotzen. Morgen werde ich wieder geweckt, und der ganze Scheiss geht von vorne los. Kein Tatort, alles reicht grad mal für 'ne Lästerstunde mit Petra. Womit habe ich das verdient. Ach - oder, mein Gott, strafst du mich etwa zu Recht?" (S.95)

Es hat mich ein bisschen gewundert, wie die damals 38-jährige Autorin es geschafft hat, sich in die 15-jährige Ich-Erzählerin hineinzuversetzen, vor allem auch sprachlich!

Das Buch kommt jetzt in unsere Klassenbibliothek.

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