Der kleine Unterschied und seine großen Folgen. Frauen über sich. Beginn einer B

by Alice Schwarzer | Women's Fiction |
ISBN: 3100763017 Global Overview for this book
Registered by Amandil of Münster, Nordrhein-Westfalen Germany on 7/6/2007
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Journal Entry 1 by Amandil from Münster, Nordrhein-Westfalen Germany on Friday, July 06, 2007
Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen gehört zu den erfolgreichsten Büchern der deutschen Frauenbewegung und ist das bedeutendste und einflussreichste Werk von ALice Schwarzer. Bereits kurze Zeit nach seinem Erscheinen wurde es zum nationalen Bestseller und machte die Journalistin zur Identifikationsfigur der deutschen Frauenbewegung.

Entstehung: Dem Erscheinen des Buchs gingen zahlreiche Gespräche der Autorin mit Frauen unterschiedlichster Altersstufen, sozialer Schichten und sexueller Orientierung voran. Schwarzer bemühte sich laut Eigenaussage, möglichst durchschnittliche Frauen zum Sprechen zu bringen, um deren Alltagssituation zu porträtieren und somit den alltäglichen Geschlechterkonflikt aufzuzeigen.
Inhalt: Schwarzer beschreibt und analysiert in Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen 14 Frauenschicksale, die beispielhaft für die damalige deutsche Gesellschaft stehen sollen. So kommen berufstätige Frauen und Hausfrauen zu Wort, werden homosexuelle Frauen, Ehefrauen und Aktive der Frauenbewegung vorgestellt. Schwarzer kommt zu dem Schluss, dass die meisten Probleme der befragten Frauen in ihren Beziehungen zu Männern und der damit verbundenen Sexualität begründet seien. Aufgrund der Tabuisierung von privater Sexualität lägen in diesem Bereich häufig weibliche Selbstverleugnung und Frigidität verborgen, die Resultat der Unterdrückung von Frauen in einer männerdominierten Welt seien. Das Buch endet mit einer Auforderung an Frauen, sich zu wehren und sich selbst zu helfen.
Wirkung: Mit ihrer Arbeit und insbesondere mit ihrem Werk Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen gab Schwarzer den Startschuss für die Entwicklung einer neuen deutschen Frauenbewegung, die einem Großteil der Frauen ihre gesellschaftlich benachteiligte Situation erstmals bewusst machte. Ihr Buch fand nicht nur in Deutschland großen Anklang, sondern wurde in 13 Sprachen übersetzt. In der Folgezeit formierte sich eine starke, einflussreiche Emanzipationsbewegung, die sowohl für Chancengleichheit beider Geschlechter als auch für die Unabhängigkeit von Frauen auf privater und gesellschaftlicher Ebene plädierte.

Kurzbeschreibung
Frauen sprechen über sich. Karrierefrauen, Hausfrauen, Studentinnen, Prostituierte. Was sie sagen, bricht Tabus und entlarvt den Mythos von der ""befreiten Sexualität"". Parallel zur Taschenbuchausgabe des neuen Buchs von Alice Schwarzer, "Der große Unterschied", erscheint die Neuausgabe des ""Klassikers"" und internationalen Bestsellers. Mit einem Nachtrag über die Reaktionen der (männlichen) Öffentlichkeit und der betroffenenen Frauen auf dieses heftig diskutierte Buch, das die Autorin auf einen Schlag berühmt machte, sowie einem aktuellen Vorwort von Alice Schwarzer. (Amazon)

Das Buch wartet jetzt auf die "Buch der 1000 Bücher-Box".

Journal Entry 2 by Amandil from Münster, Nordrhein-Westfalen Germany on Thursday, January 31, 2008
Und nun, nach langem Warten durfte das Buch in die Box der 1000 Bücher und ist schon sehr gespannt, wo es landen wird und wer es lesen möchte..

Journal Entry 3 by wingCanchitawing from München, Bayern Germany on Saturday, February 09, 2008
Aus der Buch der 1000 Bücher Box gefischt.

Journal Entry 4 by wingCanchitawing from München, Bayern Germany on Saturday, November 29, 2008
Ein sehr interessantes Buch. Schon erschreckend die Situation der Frauen in den 70er Jahren in Deutschland. Ich muss sagen, ich habe mich nur sehr am Rand in diesen Frauenschicksalen wiedergefunden. Mir erscheint Partnerschaft und Sexualität hat sich in den letzten 35 Jahren sehr zum positiven entwickelt.

Was mir nicht gefallen hat ist, dass Alice Schwarzer sehr stark verallgemeinert. Aber in der damaligen Zeit musste man wohl stark polarisieren, um etwas zu erreichen.

Journal Entry 5 by WitchCookie from Oldenburg, Niedersachsen Germany on Wednesday, March 04, 2009
Heute angekommen. Vielen Dank dafür, Canchita!

Journal Entry 6 by WitchCookie from Oldenburg, Niedersachsen Germany on Sunday, May 03, 2009
Da ich mich für die Uni grade sehr mit der Frauenbewegung um 1900 beschäftige, war es jetzt mal ganz spannend zu lesen, was innerhalb einiger Jahrzehnte in Sachen Gleichberechtigung passiert ist. Natürlich verallgemeinert Frau Schwarzer ziemlich, aber mich haben einige Berichte doch ziemlich aufgewühlt. Gleichzeitig spiegelt es ziemlich den Geist der Frauenbewegung der 70er wider, was aus heutiger Sicht recht interessant ist ;o)

Journal Entry 7 by WitchCookie at per Post, An einen Bookcrosser -- Controlled Releases on Tuesday, August 04, 2009

Released 10 yrs ago (8/4/2009 UTC) at per Post, An einen Bookcrosser -- Controlled Releases

CONTROLLED RELEASE NOTES:

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Das Buch reist heute zu Tiamat-muc. Viel Spaß beim Lesen!

Gute Reise, liebes Buch!

Journal Entry 8 by Tiamat-muc from München, Bayern Germany on Friday, August 07, 2009
Angekommen - vielen Dank!


Ich bin so froh, erst in den 70ern geboren, bzw. in einer aufgeklärten Umgebung groß geworden zu sein. Wenn man sich die ganzen Erzählungen durchliest, in denen die Männer offenbar gar keine Ahnung haben, dass es Frauen auch "sexuell bereit" gibt, dass man aber etwas dafür tun muss, und dass die Frauen es sich nicht aussprechen trauen... Und dann noch die Kommentare der Ärzte und Psychologen - unglaublich traurig )c:
Aufgeklärte Frauen meinen heutzutage ja oft, über Alice Schwarzer schmunzeln zu dürfen, aber wenn man sich vor Augen führt, dass Frauen in der 70ern Entscheidungen, ihren Körper betreffend, teilweise nur mit Unterschrift ihres Mannes treffen durften, und auch heute noch genug Frauen existieren, die ihre Sexualität nicht ausleben können, weil sie sich nicht trauen, ihre Bedürfnisse auszusprechen, war und ist sie durchaus nötig. Und wenn ich so darüber nachdenke, sehe ich meine beste Freundin deswegen so selten, weil ihr aktueller Freund immer dabeisein will, Terror macht und tagelang abhaut, wenn er es nicht darf, und sie daher ihr Leben an ihm ausrichtet ("Kaffee nach der Arbeit? Kann ich nicht, da kommt mein Herr und Meister" - ungelogen!!!)

Journal Entry 9 by Tiamat-muc from München, Bayern Germany on Saturday, January 02, 2010



Geht nach dem Lesen als Ray auf die Reise...


Rayteilnehmer sind:

1. Annieselan
2. Wasserfall
3. Hopf
4. schneemi
5. mimi4711
6. Pebbletool
7. YogiSchoko
8. karneol
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Journal Entry 10 by Tiamat-muc at -- Per Post geschickt/ Persönlich weitergegeben --, Bayern Germany on Wednesday, January 06, 2010

Released 9 yrs ago (1/7/2010 UTC) at -- Per Post geschickt/ Persönlich weitergegeben --, Bayern Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Und weiter geht's..

Journal Entry 11 by Annieselan from Fulda, Hessen Germany on Friday, January 08, 2010
Heute bei mir angekommen - ich bin mal gespannt!

Journal Entry 12 by Annieselan from Fulda, Hessen Germany on Wednesday, January 20, 2010
So, ich habe eine Weile für das Buch gebraucht, entschuldigung. Das lässt sich meiner Meinung nach nicht einfach so daherlesen und ich musste es stückchenweise hinter mich bringen. Ich bin aber ziemlich zwiespältiger Meinung, auch gerade was Alice Schwarzer betrifft, jetzt nachdem ich es gelesen habe und ich habe mir eine Menge Gedanken über den JE gemacht. Hoffentlich schaffe ich es auch, sie alle unterzubringen.

Insgesamt war die Situation der Frauen in den 70ern wirklich erschreckend. Wie schnell wurden sie als frigide, dumm, unselbständi und sonstwas abgestempelt, durften nicht mal allein Entscheidungen fällen und ganz besonders hat mich der zynische Bericht über Vergewaltigungen (Frauen träumen doch von sowas!) schockiert.
Auf der anderen Seite war ich überrascht, wieviele von den Frauen, die Alice Schwarzer befragt hat, ihre ersten sexuellen Erfahrungen selbst bestimmt haben, also sich einen Mann dafür ausgesucht haben. Ich hätte nicht gedacht, dass meine Müttergeneration da doch schon soviel Freiheit und Selbstbewußtsein hatte.
Überrascht hat es mich auch, dass es auch in den 70er schon einen Vorstoss zum "Hausfrauengehalt" gab und wieviel eigentlich immer noch gleich geblieben ist.

Ich weiß, ich ecke jetzt mit meinem JE auch an, aber ich fand auch vieles in dem Buch absolut lächerlich und das möchte ich noch mal näher begründen:
Alice Schwarzer habe ich immer als die "Grande Dame" des Feminismus empfunden und ich bin ihr auch für vieles, was sie für uns Frauen erreicht hat sehr dankbar. Wenn ich aber "Der kleine Unterschied..." lese, muss ich einfach manches kritisieren, was ich als völligen Unfug empfinde.
Zum einen ist die Auswahl der Frauen nicht besonders repräsentativ. Irgendwie stammen sie alle aus ihrem Bekanntenkreis bzw. sind ihr von Bekannten empfohlen worden. So macht man meiner Meinung nach keine repräsentativen Umfragen, aber das ist noch mein kleinster Kritikpunkt. Was mich mehr stört, ist die ständige Verallgemeinerung. Was einer Frau passiert ist, ist nach Frau Schwarzers Meinung gleich ein Problem von allen Frauen. Das zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Fazit.

Die negative Grundhaltung Frau Schwarzers Kindern gegenüber trifft mich als Mutter (ja und zur Zeit auch Hausfrau!) besonders hart. Hier ist ein Abschnitt, der meiner Meinung nach das alles gut auf den Punkt bringt: Seite 26 oben "Renate A. macht einen selbständigen Eindruck... und kann sich auch sehr gut gegen die Kinder verteidigen, die - wie bei all meinen Gesprächen mit Müttern - in Abständen von Viertelstunden immer wieder auftauchen, Fragen haben und im Blick den Vorwurf, daß ihre Mutter sich so lange mit einer anderen Person als der ihren beschäftigt ist." Kinder im Allgemeinen sind neugierig und selbst wenn das Gespräch mit dem Vater geführt worden wäre, würden sie natürlich auftauchen und schauen, was da los ist. Schade, ich habe immer mehr das Gefühl, das man in Frau Schwarzers Augen als moderne Frau lieber keine Kinder haben sollte, da sich ja ihre grandiose Idee der gemeinschaftlichen Aufzucht, pardon, sozialen Mutterschaft bisher nicht durchgesetzt hat... sorry, Sarkasmus konnte ich mir jetzt nicht verkneifen. ;-)

Das die Frauen teilweise ein naives Lebensbild haben, ist ja nicht Frau Schwarzers Schuld. Wie z.B. im Bericht von Anne H., ab Seite 62,die mit ihrer ersten lesbischen Lebensgefährtin ja zwangsweise treu sein musste, weil es eben keine Gelegenheit gab, fremdzugehen. Oder auch im Bericht von Karen J.,ab Seite 117,die mit ihrem Verlobten Knaus-Ogino praktiziert, ihn den Kalender führen lässt (!!!) und dann sagt, er hätte es am kritischten Tag darauf ankommen lassen. Aber dass Frau Schwarzer diesen Vorfall dann am Ende so zusammenfasst "Erst macht er ihr gegen ihren Willen ein Kind..." finde ich lächerlich. Und auch das angeblich bei Annegret 0. (ab Seite 138)wie bei so vielen Frauen brachliegende schriftstellerische Talent, siehe ihren Text "Kneipengespräche" (ab S. 146)hätte ruhig weiter untentdeckt bleiben können.
Richtig abenteuerlich wird es dann mit der Entdeckung der Dr. Mathilde Vaerting (einer Professorin aus den 1920ern), die im Mittelmeerraum hochzivilisierte und barbarische Völker unter dem Matriarchat entdeckt haben will (obwohl sie Professorin für Pädagogik war) und bei denen laut Vaerting einfach alles umgekehrt war, die Männer waren kleiner als die Frauen, neigten zu Fettansatz, wurden von den Frauen aggressiv umworben und zogen die Kinder auf.
Ich habe mal ein wenig über Professor Vaerting recherchiert und ich denke, sie ist von Frau Schwarzer nur aufgenommen worden, weil sie zu ihrer Zeit mit ihrer These :"Die Differenzierung der Geschlechter (ist) kein Produkt verschiedener angeborener Anlagen, sondern ein reines Ergebnis ihrer Machtstellung." quasi eine Mutter des Feminismus war. Trotzdem empfinde ich es aber als sehr unprofessionell, dann einfach die These diese "umgekehrten" Matriarchats in ein Sachbuch aufzunehmen, obwohl diese auch 1975 schon längst überholt war.

Richtig spaßig fand ich dann wieder die angebliche "Zwangsheterosexualität", unter der wir alle leiden und die ja biologisch so gar nicht vorgesehen ist. Und die geforderte Abschaffung der Penetration fand ich auch absolut lächerlich....

Was mir in dem Buch völlig fehlt, sind die Angriffe auf die Frauen. Männer werden pausenlos als böses Geschlecht dargestellt, dass uns erniedrigt, ausnutzt usw. aber wo bitte sind denn die ganzen Frauen, die willig alles mit sich geschehen lassen oder einander angreifen, wenn mal jemand aus der Rolle fällt? Es gab in der Geschichte schon immer Frauen, die aufgefallen sind, die geherrscht haben und es trotz der Männerherrschaft geschafft haben, in Erinnerung zu bleiben. Ich denke, sie hatten nicht nur gegen die Männer zu kämpfen, sondern auch gegen ihre Geschlechtsgenossinnen. Männer sind nicht nur die bösen Unterdrücker und immerhin wurden ja auch die meisten Männer eine ganze Weile von ihren Müttern er- oder verzogen.
Ich kenne auch genug Beispiele, wo Frauen gern Verantwortung an Männer übergeben, ohne darüber nachzudenken, leider.

So, jetzt beende ich meinen JE und warte auf die Kritik. Vielen Dank, dass ich mitlesen durfte, Tiamat-muc. Es war ein sehr interessantes Buch, das man unbedingt mal gelesen haben musste. Auch wenn ich viel zu kritisieren hatte. O_o
Die Adresse von Wasserfall ist angefragt!


Journal Entry 13 by Annieselan at -- Per Post/Persönliche Weitergabe--, Hessen Germany on Friday, January 22, 2010

Released 9 yrs ago (1/22/2010 UTC) at -- Per Post/Persönliche Weitergabe--, Hessen Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

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Heute zur nächsten Leserin abgeschickt!

Journal Entry 14 by Wasserfall from Göppingen, Baden-Württemberg Germany on Tuesday, January 26, 2010
Heute angekommen. Bin wirklich gespannt auf das Buch.

Journal Entry 15 by Wasserfall from Göppingen, Baden-Württemberg Germany on Tuesday, April 13, 2010
Fazit: Gleichberechtigung haben wir dann, wenn nicht mehr darüber geredet werden muss. Und zum Glück ist das in meinem Leben so.

Aber in diesem Buch geht es um die Generation meiner Mutter - als ich mit ihr einige Passagen angesprochen habe hat sie doch große Augen gemacht... Sie hat sich in den 15 Jahren als reine Hausfrau und Mutter jedenfalls nie unterdrückt oder geschuhriegelt gefühlt - und als sie dann wieder arbeiten gegangen ist hat mein Vater zwar ab und zu schlecht gelaunt sein Essen in der Küche zusammen rumort - aber Streit gab es wegen solchen Dingen nie. Und ich denke, das wird auch in den meisten Fällen so gewesen sein...

Manches scheint übertrieben, aber vielleicht war gerade das nötig, um Veränderungen zu erreichen. Und die haben sich ja nun wirklich während der letzten 35 Jahre vollzogen.

Das Buch habe ich also einfach mal nicht gewertet und als historisches Dokument so stehen lassen.

Released 9 yrs ago (4/21/2010 UTC) at -- Per Post geschickt/ Persönlich weitergegeben --, Baden-Württemberg Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

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An Hopf abgeschickt.

Journal Entry 17 by Hopf from Köln, Nordrhein-Westfalen Germany on Monday, April 26, 2010
Heute gut bei mir angekommen. Vielen Dank schon mal dafür!

6.September 2010:
So ich musste mich auch langsam vorarbeiten. Ich lasse das Buch als Zeitdokument mal unkommentiert fand es an einigen Stellen aber erschreckend aktuell..

Das Buch reise heute noch weiter.

Journal Entry 18 by schneemi at Stuttgart, Baden-Württemberg Germany on Monday, September 13, 2010
Sorry für die späte Meldung.
Buch ist angekommen und hat mich schon eine zeitlang gefesselt.
Vielen Dank!

Journal Entry 19 by schneemi at Stuttgart, Baden-Württemberg Germany on Sunday, September 26, 2010
Und nun habe ich das Büchlein durch. Ich habe aber erst ab Seite 177 gelesen, weil mich solche Fallgeschichten nicht wirklich interessieren. Sie werden ja im Text auch ausreichend erwähnt.

Dennoch hat ich das Buch schier umgehauen. Frau Schwarzers Thesen, wie auch immer sie darauf gekommen ist (siehe oben), sind radikal.

Sie hat unbedingt damit recht, dass unsere Gesellschaft der Willkür der Männer ausgesetzt ist. Man überlege nur, dass erst als ein Mann entdeckte, dass man sich vor der Geburtshilfe vielleicht mal die Hände waschen sollte, die Kindbettfieberrate gesenkt werden konnte. Nach meinen Erfahrungen wussten das Hebammen seit Jahrhunderten. (Schon mal den Spruch "Holen Sie saubere Tücher und heißes Wasser" gehört?)
Aber sie waren Frauen und wurden nicht gehört.

Auch wenn wir uns heutzutage in unseren Beziehungen wohl fühlen und mehr oder weniger selbst verwirklichen können, bekommen wir weniger Gehalt als Männer und werden hoch offiziell verlacht, weil wir angeblich nicht Auto fahren können.

Also ich werde mehr davon lesen.

Buch darf weiterreisen. Vielen Dank!

Journal Entry 20 by wingmimi4711wing at Köln, Nordrhein-Westfalen Germany on Friday, October 01, 2010
ich schließe mich annieselans umfangreichem je an - besonders aus geschichtlichem interesse fand ich das buch sehr aufschlussreich.
besonders verblüffend fand ich ebenfalls die haltung kindern gegenüber (obwohl feministin, unterwerfe ich mich derzeit meinem männlichen säugling) und die scheinwissenschaftlichkeit. erstaunlich und auch besorgniserregend, dass dieses buch ein kracher der feministischen literatur geworden ist. zum glück gibt es heute besseres.
wir sind heute denke ich ein ordentliches stück in sachen gleichberechtigung gekommen, es gibt aber immernoch viel zu tun. deshalb: wichtiges buch, aber zum glück veraltet.

Journal Entry 21 by wingmimi4711wing at Köln, Nordrhein-Westfalen Germany on Saturday, January 14, 2012
Ich hatte vergessen, dass es ein ring/ray ist. liegt schon lange rum - heute adresse angefragt.

Journal Entry 22 by wingYogiSchokowing at Heidelberg, Baden-Württemberg Germany on Friday, January 27, 2012
Alice kam heute an. Bin ich mal gespannt drauf. Das Exemplar hat ja schon einige Jährchen auf dem Buckel.

Journal Entry 23 by wingYogiSchokowing at Heidelberg, Baden-Württemberg Germany on Friday, February 17, 2012
Das Buch ist schwierig zu bewerten, da es in einer ganz anderen Zeit geschrieben wurde, bekommt aber von mir trotzdem 8 Sterne, da es sicher ein Meilenstein auf dem Weg zur Gleichberechtigung der Frau war. Vieles wirkt heute natürlich übertrieben, aber wie meine Vorleserinnen schon teilweise sagten: Wahrscheinlich waren radikale Thesen notwendig, um etwas in Bewegung zu setzen.

Mich hat überrascht, dass der große Teil des Buches aus Fallgeschichten besteht. Diese können natürlich nicht als repräsentativ angesehen werden. Wenn ich allerdings andere Quellen aus dieser Zeit in Betracht ziehe, handelt es sich bei den Erzählungen der Frauen wohl kaum um Einzelschicksale. Der zweite Teil des Buches ist für meinen Geschmack etwas zu kurz. Verwundert hat mich auch die starke Gewichtung des Themas Sexualität. Ich hatte erwartet, mehr zur wirtschaftlichen Abhängigkeit der Frauen und zu ihren geringen bis kaum vorhandenen Aufstiegschancen im Berufsleben zu lesen. Aber sicher kann man sich heute schwer vorstellen, welche Probleme die Tabuisierung der Sexualität mit sich brachte und wie notwendig solche Thesen wie die von Alice Schwarzer waren, wenn sie heute auch zum Teil radikal und merkwürdig erscheinen. Quellenangaben hätten dem Buch sicher gut getan.

Es ist einerseits überraschend, wie viel sich in den letzten 30 bis 40 Jahren verändert hat, andererseits aber auch erschreckend, was nach so vielen Jahren Frauenbewegung noch zu tun ist. Man denke nur an das niedrige Gehalt, das gerade in typischen Frauenberufen oft gezahlt wird. Und noch immer übernehmen Frauen im Haushalt und bei der Kinderbetreuung oft den Hauptanteil. Und ganz schlimm: Statt weiteres Voranschreiten sind inzwischen wieder Rückschritte erkennbar. „Feminismus“ wird als unnötig angesehen. Der Begriff ist leider negativ besetzt.

Journal Entry 24 by wingYogiSchokowing at Heidelberg, Baden-Württemberg Germany on Friday, February 17, 2012

Released 7 yrs ago (2/17/2012 UTC) at Heidelberg, Baden-Württemberg Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Das Buch macht sich per Post auf den Weg zu karneol.

Journal Entry 25 by karneol at Fribourg, Fribourg / Freiburg Switzerland on Friday, February 24, 2012
Und angekommen, eigentlich schon vorgestern, aber dann kam es erst ungeöffnet in meine Tasche, obwohl ich total neugierig war, was eigentlich drin ist, denn meine derzeitige komplette Schussligkeit, liess mich längst vergessen, welche Bücher sich in letzter Zeit denn angekündigt hatten, und als ich es gestern endlich auspackte, landete es nach einer ersten Begutachtung direkt auf dem Regal bei den andern BC-Büchern und erst heute morgen kam mir aus unerfindlichen Gründen vor dem Abmarsch zur Arbeit noch der Gedanke, ich könnte was vergessen haben und siehe da, da stand ein noch unjournaliertes Buch auf dem Regal; also schnell BCID notiert und hier ist er nun endlich der JE :-) *lufthol*
Also um ein wenig den Bogen zum Thema des Buches zu schlagen: Entgegen dem verbreiteten Klischee bin ich offenbar nicht wirklich Multitasking-fähig. Wenn ich mich in meinem Alltag auf mehr als 4-5 Lebensbereiche fokussieren sollte, überfordert das die Brennweite meines Gehirns definitiv.... :-D

Und zum eigentlichen Thema: Ganz herzlichen Dank für dieses Buch, sowohl den zur-Verfügung-Stellenden, als natürlich ganz besonders auch an YogiSchoko (apropos: hat das was mit Schokojoghurt zu tun? -> AHA) für den Versand in die Schweiz! Auf dieses Buch bin ich ganz besonders neugierig, da ich schon viel davon gehört habe.

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16.09.2016:
Aufgrund einer Nachfrage kam das Buch bei meiner letzten Fahrt in die Schweiz mit zurück nach Nürnberg :-)

Auch mich hat das Buch ziemlich zwiespältig zurückgelassen.
Auf jeden Fall ist es als Zeitdokument unglaublich spannend! Der wissenschaftliche Anspruch macht es für mich leider fast schon lächerlich (und ich vermute mal, der sah auch vor inzwischen schon 50 Jahren auch nicht soooo extrem anders aus), ohne diesen Anspruch könnte ich es fast ernster nehmen.
Weiteres Beispiel dazu: Eine der befragten Frauen berichtet von ihrem ersten Mal sehr ausdrücklich als besonderem und sehr schönem Erlebnis. In ihrem Resumé kommt Schwarzer trotzdem ungerührt zum Schluss, dass für ALLE Frauen das erste Mal ein traumatisches Erlebnis gewesen sei. Sie berücksichtigt in ihren Schlussfolgerungen also nicht mal die von Anfang an schon nicht wirklich repräsentative Auswahl.
Auch der Fakt, dass viele der befragten Frauen berichteten, dass sie als Kinder lieber mit den Jungs gespielt haben, hat mich ein wenig grinsen lassen: Das ist etwas, was ich auch heute immer wieder von vielen höre, merkwürdig, denn ich bin mir sicher, dass ich die ersten 10 Jahre meines Lebens, die ich eigentlich eher als Junge denn als Mädchen verbracht habe, in meinem Umfeld sehr wenige Mädchen angetroffen hatte, die auch lieber mit den Jungen spielen wollten. Wo sind all die Mädchen hingekommen, die damals brav mit Puppen spielten? Heute behaupten alle, sie seien das nicht gewesen... :-D
Der Bericht von dem Jungen, der als Mädchen aufwuchs, hat sich in der Zwischenzeit ja als nicht ganz so rosig entpuppt. In dem Kommentar fand ich interessant, dass Frau Schwarzer die nötige ständige Hormonbehandlung nicht als Hinweis auf einen physisch-biologischen Unterschied wertet. Ich würde Hormone sehr wohl auch dazu rechnen, nicht nur die äusserlichen körperlichen Geschlechtsmerkmale.

Die einzelnen Berichte fand ich ansonsten sehr spannend und oft auch sehr beeindruckend! Ich war auch eher überrascht, wie viel damals schon möglich war, in Ausbildung, Beruf etc. Die Zustände in den Ehen dagegen und die Sexualität war umgekehrt erschreckend rückständiger als ich es erwartet hätte. Da hat sich eigentlich ziemlich viel getan.

Während die Beurteilung von Homo- und Transsexualität inzwischen wohl etwas überholt ist (Frau Schwarzer glaubt damals noch, das sei alles einzig und allein auf Erziehung zurückzuführen, in dem Sinne, dass es irgendwo prägende Erlebnisse gegeben haben muss), finde ich eine ihrer zentralen Wünsche oder Forderungen erstaunlich weitsichtig und auch einzig richtig: Hört auf mit Kategorien und Schubladen, es wäre schön, wenn wir uns zuerst als Menschen begreifen würden, mit unseren Fähigkeiten, Kenntnissen, Wünschen, Träume usw. und uns nicht erst mal als Mann/Frau, Hetero/Homo, Cis/Trans etc. definieren müssten. Das gäbe Raum für ganz neue zwischenmenschliche Begegnungen, denke ich durchaus auch.


Journal Entry 26 by karneol at By post, Surprise Rabck -- Controlled Releases on Saturday, September 17, 2016

Released 2 yrs ago (9/17/2016 UTC) at By post, Surprise Rabck -- Controlled Releases

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Reist mit einem Kollegen, da es eben vor ein paar Monaten mal so unverbindlich angefragt wurde... ;-)

Journal Entry 27 by buecherklee at Stuttgart, Baden-Württemberg Germany on Friday, September 23, 2016
Vielen lieben Dank! ♥ Ich freu mich sehr, dass das Buch noch aufgetaucht ist und bin schon gespannt, was mich erwartet :-)

Nachtrag vom 04.10.2016: Innerhalb kürzester Zeit war das Buch durchgelesen, wobei ich ehrlich gestehen muss, dass mir die Berichte der Frauen viel leichter von der Hand gingen, als der sich anschließende eher theoretische Teil. Zum einen bin ich froh, dass ich mir dieses Buch nicht selbst anschaffte oder zum Geburtstag schenken ließ, denn, so interessant es auch ist, ist es nicht unbedingt das, was ich mir erhofft hatte. Es ist sicherlich ein wichtiger Zeitzeuge und einige Zustände in Beziehungen, Ehen und zwischen den Geschlechtern haben sich bis heute nicht verändert oder kehren leider wieder zurück. Doch irgendwie bleibt mir Schwarzer zu sehr an der Oberfläche (Warum nur? Welchen Anspruch hatte ich denn nur???) und manche im Buch besprochenen Themen erscheinen mir als Frau die zum Beginn der 80er Jahre des 20.Jahrhundert geboren wurde, absurd, z.B., dass jemals davon ausgegangen wurde, ein Orgasmus könnte rein vaginal funktionieren...

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