Leben am Rand

by Sarah Schulman | Gay & Lesbian | This book has not been rated.
ISBN: 3886194507 Global Overview for this book
Registered by BunK of Pinneberg, Schleswig-Holstein Germany on 6/3/2007
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Journal Entry 1 by BunK from Pinneberg, Schleswig-Holstein Germany on Sunday, June 03, 2007
Autorenporträt
Die New Yorker Schriftstellerin Sarah Schulman hat sich als moderne Literatin und Gegenwartskritikerin einen Namen gemacht.

Sie ist auch als Bühnenautorin und Journalistin tätig, engagierte sich bei "ACT-UP" in der Politik um HIV und Aids und war Mitgründerin der radikalen Aktionsgruppe "Lesbian Avengers".

Sarah Schulman hat sich mit ihren politisch wie literarisch Neuland betretenden Romanen ein eigenes Publikum erobert. --



Ein Roman über Leben, Lieben und Sterben im East Village., 14. Juli 1999




"People in Trouble" nennt Sarah Schulman ihren Roman, der unter dem Titel "Leben am Rand" im Frühjahr 1992 vom Hamburger Argument Verlag in seiner Ariadne-Reihe (die im Aschluß an den Focus-Verlag die Bekanntmachung jüngerer amerikanischen Autorinnen forciert in Angriff genommen hat),
in guter Übersetzung und bibliophiler Aufmachung (blauseidenes Leseband) herausgebracht wurde.

Schulman ist nicht nur Schriftstellerin, sondern auch ACT-UP (Aids Coalition to Unleash power)-Aktivistin und Mitbegründerin des NY Lesbian & Gay experimental Film Festival.

Daher ist vielleicht kein Zufall, daß "People in Trouble" auch Titel der amerikanischen Übersetzung von Wilhelm Reich's Studie "Menschen im Staat : die emotionale Pest der Menschheit" ist.

Kate, eine erfolgreiche Malerin, jedenfalls verwendet sich ein kunstsinniger Geschäftsmann für sie, verheiratet, verliebt sich in Molly, eine junge, quirlige Lesbe (oder Bi), mit der sie nächtens an den verzweifelten Sponti-Aktionen der Risikogruppe "Justice" teilnimmt.

Bekanntlich mögen es Hetero-Männer im allgemeinen nicht, wenn sich Frauen lieben, denn auch Rivalinnen sind eben GeschlechtsrivalInnen.

Pete, teils Bühnenbeleuchter, teils Lebensgefährte und Gatte, der das alles mehr toleriert als akzeptiert, tröstet sich einstweilen mit der Komparatistikstudention Shelly ("Derrida! igitt"), über die gleichgeschlechtliche Beziehung Kates hinweg.

Das Zyklotron des Romans verlagert sich daraufhin immer mehr von der Beziehungsgeschichte Pete-Kate auf die politische Szenerie, die bereits anfangs mit einer Beschreibung der Krawalle um den Thompson Square (einem New Yorker Pennerpark) einsetzt und in einer ironischen Schilderung der verzweifelten Aktionen der Schwulen und Lesben von "Justice" gipfelt.

Obwohl Wörter wie "Schwänze" und "Möse" hier noch häufiger sind als etwa bei Tama Janowitz oder Kathy Acker, bleibt letzlich doch der Gemeinschaftssinn für das Bewußtsein, das primär ein politisches ist, ihrer Charaktere, die sich emotionell und politisch engagieren (und auch Schulman's Arbeit als Romanautorin finanziell unterstützten), entscheidend.

So scheinen sich alle ihre Vestalinnen auch angesichts der realen Ohnmacht gegenüber HIV, Risikokapitalismus, Wohnungsnot und sexueller Abhängigkeit, ihren Glauben an die "alte love-G'schichte" bewahrt zu haben.

Anstelle von Beziehungskulissen tritt in diesem Aids-Roman das Subsidaritätsprinzip, um nicht zu sagen Barmherzigkeit. Vom literarischen Standpunkt, der noch immer der entscheidende ist, gibt "Leben am Rand" aber nur wenig her.

Die Erzählform ist konventionell, dritte Person Mitvergangenheit, Perspektivenwechsel, aber dennoch, wie der Verlag verkündet, keine "Versicherungsposa". An diesen "Geschichten die das Leben schrieb" ist noch viel vom journalistischen Handwerk bemerkbar.

Schulmans Beobachtungsgabe (etwa wenn Molly Kate darüber aufklärt wer von den Frauen in der Lesbenbar eine "butch" & welche "femme" ist, oder wenn Kate sich beim Anblick von Ledermännern an die Gruppe YMCA erinnert fühlt) ist feinsinnig und von subkulturellem Interesse. Angesichts des Todes zieht sie die Satire dem Zynismus vor.

Darin liegt der besondere Optimismus dieser Erzählungen, in denen es alles in allem doch recht vernünftig zugeht. Ein softes Buch (aber wer weiß schon was radikal wirklich ist), eine echte Bereicherung feministischer und "sapphischer" Lesekultur.

Journal Entry 2 by Haltestelle from Groß-Umstadt, Hessen Germany on Wednesday, August 01, 2007
Hat sich mit zu der Toten im Meer gesellt, vielen Dank!

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