(Buch No. 3800) Kaff auch Mare Crisium

by Arno Schmidt | Literature & Fiction |
ISBN: Global Overview for this book
Registered by Nesti of Bielefeld, Nordrhein-Westfalen Germany on 5/24/2007
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Journal Entry 1 by Nesti from Bielefeld, Nordrhein-Westfalen Germany on Thursday, May 24, 2007
Erfahrene Wirklichkeit der Provinz und der Tagtraum von
einer Mondexpedition: dies ist das bisher intensivste Buch
Arno Schmidts. In seiner Technik verweist es bereits auf
das Opus maximum >Zettels Traum<.


Über dieses Buch

Der Titel deutet es bereits an: zwei Welten werden hier zueinander in Beziehung
gesetzt. KAFF, das ist das Heidenest Giffendorf, der irdische Alltag überhaupt -
MARE CRISIUM, die ferne Welt auf dem Mond, das Abenteuer. Der Erzähler Karl,
intellektuell ambitionierter Lagerbuchhalter in einer Textilfabrik, reflektiert beide
Welten; die der Wirklichkeit des Kaffs, das er für ein Wochenende besucht, und die
des Mondes, in die er sich als der US-Astronaut Charlie hineinphantasiert. Was Karl
über Kaff denkt und was er seiner rothaarigen Freundin Hertha über die Monderleb-
nisse Charlies erzählt, erscheint vor dem Auge des Lesers säuberlich in zwei
gegeneinander verschobenen Textebenen. Doch wie sich die beiden überlappen,
spiegeln sich die beiden Welten: der »freiwillig reduzierte Kulturzustand« des Dorfes,
und die erzwungene Beschränkung der Mondbesatzung, die sich, abgeschnitten vom
irdischen Nachschub, allmählich verschleißt.


Der Autor und sein Werk

Arno Schmidt, am 18. Januar 1914 in Hamburg geboren, lebte als freier Schriftstellerin
einem Dorf der Lüneburger Heide. Am 3. Juni 1979 in Celle gestorben. Sein Werk
umfaßt Romane und Erzählungen.

Arno Schmidt wurde mit 4 großen Literaturpreisen ausgezeichnet, darunter 1973 mit
dem Goethe-Preis der Stadt Frankfurt a. Main.



Leseprobe:


Denn wenn'u bedennx, daß Onngl Lutwich ... —

ich beweekte nur mehr lautlos die Lippm ; und s = kan-
dierte mit dem Kinn dem Kühlschrank zu : auch Sie
drohte nur mehr wort=los mit dem dicken Zeigefinger

:!).:» Ich haap'ass immer gern gemachd ; ich leug'n das
gaa nich. « ( Und, in gewalltijer Ehrlichkeit) : » Ich hädda
wohl heut = manchma noch Appetiet = zu. — Aber über
60 erleedicht man das woh besser inne Fanntasie, unn
midde Hant. — Ich weiß nich ; vielleichd probier'ich'ass
auch noch ma. — « ( Sie wehrte ärgerlich jeden Einwurf
ap ; a la > S=tör mich jetz nich < !)

: » Umm da noch ma auf zurück zu komm' : die Ver-
suchunk war auch für mich keine=kleine, Kardel. : Mit
Onnkl Lutwich waa schon mit 50 nich mehr viel los. Unn'n
Parrakleet an Schönheit &: Sauberkeit & so, könnt man
ihn, mit sein' dobbeltn Leistnbruch, auch nich grat nenn'n. «

Sie seufzte. — : » Zumahl, wenn er Ärpsn gegessn hadde ;
unn'ass bei jeedn driddn S=toß rummsde. — Oder
Linnsn Ts = ts : unn die aaß er noch so gern !. « (> Je seme
a tout vent < — wo hatt'ich das Motto schnell noch ge-
leesn? Vorm Großen LAROUSSE ? Oder bei Handel =
Mazetti, > Monografie der Gattung Taraxacum <; Potz
Achänen & Pappushaare. Aber ich mußte mich schon wie-
der auf SIE kon = zentrieren ) —

Kopf=schüttelnd : » Nain. : Das waa kain Genuß ! —

Die letztn 20 Jahre hat er meiß obm gesessn und gewixt,
und ich untn : iss'och kain Zus = tant. « / ( Also wieder
1 Haus mehr, in dem nur noch die Figuren einer Frau &
eines Mannes rumgelaufen waren.


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Für die Interpunktion übernehm ich keine Garantie. Mein Scanner
ist in der Hinsicht nicht der zuverlässigste.




Journal Entry 2 by winghank-chinaskiwing from Bielefeld, Nordrhein-Westfalen Germany on Sunday, June 03, 2007
Einkassiert! Eins der Bücher, die ich für Nesti zum RRT nach Essen mitnehmen sollte, wird jetzt aber erstmal einen längeren Zwischen=Stopp bei mir einlegen. Danke! :-)))

Journal Entry 3 by winghank-chinaskiwing at Bielefeld, Nordrhein-Westfalen Germany on Friday, February 10, 2012
Tja, auch wenn ich über den Fauxpas mit der Gangschaltung bei der Isetta mal hinwegsehe, liegen hier Licht und Schatten nahe beieinander und wenn ich nicht schon Schmidt-Fan gewesen wäre, wäre ich's durch dieses Buch wohl eher nicht geworden. Es finden sich immer mal wieder ausgesprochene Perlen, so z.B. die vielleicht schönste Beschreibung eines Theaterstücks, die ich je gelesen habe, andererseits kommt die Handlung nie so richtig aus dem Quark und es nervt die penetrante Selbstverliebtheit des Helden, die bei A.S. ja immer ein wenig mitschwingt, mir sonst aber nie so störend aufgefallen ist. Das Thema ist schmidttypisch die Suche nach dem privaten Glück im Angesicht des bevorstehenden Weltuntergangs. Der Ich-Erzähler und seine Lebensgefährtin, beide auf ihre Weise kriegstraumatisiert, verbringen einige Tage auf dem Lande bei "Tanndte Heete" und werden dabei mit der Frage konfrontiert, wie sie ihre Beziehung und überhaupt ihr Leben gestalten wollen. Parallel dazu läuft eine Nebenhandlung in der Phantasie des Erzählers: Nachdem die Erde durch einen Atomkrieg unbewohnbar gemacht wurde, haben Amerikaner und Russen jeweils eine kleine Kolonie Überlebender auf den Mond geschossen, die dort unter teils lächerlichen, teils dramatischen Umständen einer erhofften, aber wenig wahrscheinlichen späteren Rückkehr zur Erde entgegenvegetieren. Auch hier wieder: Einerseits faszinierend, wie Schmidt aufs Stichwort die Ebenen wechselt, mit ihnen spielt und sie ineinander verwebt, andererseits stören die häufigen Sprünge den Lesefluss, zumal beide Handlungsstränge eben eher durch Lähmung als durch Fortschritt gekennzeichnet sind. Den Gegenpol dazu bildet die bodenständige und höchst vitale Tante Heete, die heimliche Heldin des Buches, die auf ihre Art den unentschlossenen "jungen" Leuten kräftig in den Hintern tritt - und den Leser bei der Stange hält.

Released 8 yrs ago (3/4/2012 UTC) at Schötmar - Café del Sol in Bad Salzuflen, Nordrhein-Westfalen Germany

WILD RELEASE NOTES:

Kommt beim Bookcrosserfrühstück auf den Tisch.

Journal Entry 5 by Nesti at Bielefeld, Nordrhein-Westfalen Germany on Tuesday, May 01, 2012
Hat im Café del Sol, Schöttmar, irgendwie den Weg in meine Tasche gefunden.
Ist nun wieder zu Hause.

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