Tohuwabohu / Feine Familie. Zwei Romane in einem Band.

by Tom Sharpe | Humor |
ISBN: 354822959x Global Overview for this book
Registered by wingNestiwing of Bielefeld, Nordrhein-Westfalen Germany on 12/16/2005
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Journal Entry 1 by wingNestiwing from Bielefeld, Nordrhein-Westfalen Germany on Friday, December 16, 2005
Tohuwabohu:


»Miss Hazelstone davon zu überzeugen, daß sie ihren schwarzen Koch nicht umgebracht habe, war eine Sache. Das Verschwinden von Zulu-Köchen war eine simple Routine-Angelegenheit. Der Mord an einem Weißen aber würde schlicht bekanntgegeben werden müssen. Es würde eine Untersuchung stattfinden. Fragen würden gestellt werden, und eins käme zum anderen, bis die ganze Geschichte von Miss Hazelstone und ihrem Zulu-Koch ans Tageslicht gekommen wäre.«

Nach Puppenmord und Trabbel für Henry seziert Tom Sharpe, der Meister des burlesken Wahnsinns, das südafrikanische Tohuwabohu rund um ein »Verbrechen aus Leidenschaft« - begangen von einer weißen Lady an ihrem Zulu-Koch.

»Ein Paradebeispiel Sharpescher Vergangenheitsbewältigung mittels bitterböser Ironie.«
Schweizer Illustrierte

DAS BUCH
In einem Land, wo das Verschwinden von Köchen simple Routine ist und die Polizei es wenig schätzt, sich zwischen Vertuschung und Aufklärung eines Verbrechens entscheiden zu müssen, kann es schon mal passieren, daß ein Zulu-Koch der Elefantenflinte seiner Miss zum Opfer fällt. Peanuts für die örtliche Polizei von Piemburg, bis besagte Miss namens Hazelstone darauf besteht, die Tat eigenhändig begangen zu haben. Doch richtig unübersichtlich wird der Fall erst, als in der Folge auch ein Weißer stirbt. Denn so ein Tod darf dann doch nicht einfach hingenommen werden. Das Vorgehen der diensthabenden Polizisten ist gekennzeichnet von schonungsloser Willkür. Weder vor stichprobenartigen Verhaftungen, Gewaltandrohungen, der Erschießung eines Dobermanns noch der Planung einer Hinrichtung machen sie halt. Das von ihnen angezettelte Tohuwabohu wird in der Widmung gebührend gewürdigt: »Allen Beamten der Polizei Südafrikas gewidmet, die ihr Leben der Erhaltung der westlichen Kultur in Südafrika weihen.« Ein Leckerbissen für alle Fans von bitterbösem Humor!

DER AUTOR
Tom Sharpe wurde 1928 in England geboren, studierte in Cambridge und lernte als Buchhalter, Sozialarbeiter und Fotograf Südafrika kennen. Nach seiner Ausweisung unterrichtete er als Hilfslehrer an einer Berufsschule in Cambridge. Seit dem Erfolg der Bestseller Puppenmord (UB 23847) und Trabbel für Henry (UB 23860) arbeitet er als freier Schriftsteller. Tom Sharpe ist verheiratet und hat drei Töchter.


Sehr bitterböse sogar und zum Schluß wirds sogar noch bösartig.
Trotzdem aüßerst köstlich zu lesen. Insbesondere wie der
Wachtmeister Els mit Hilfe einer 4-läufigen Elefantenbüchse
(giebs da nich bei Quake II nen extra-geheimen Cheat für?)
21 Kollegen inklusive Panzerwagen umnietet.

Zitat
"Was auch immer die Gründe des Kommandanten
sein mochten, und sie waren Wachtmeister Els unbe-
kannt, der Anblick seines einzigen Verbündeten, der
Fersengeld gab und ihn im Stich ließ, überzeugte ihn,
daß die Zeit gekommen sei, die Elefantenbüchse einzu-
setzen, wollte er nicht allein und verlassen in den Hän-
den der Desperados unten auf der Straße sterben. Er
sah im Gestrüpp am Abhang ihm gegenüber sich etwas
bewegen und beschloß, es mal mit einer Salve dorthin
zu probieren. Er brachte das riesige mehrläufige Ge-
wehr in der Schießscharte in Stellung, zielte auf die
Sträucher, hinter denen sich die Kriminalbeamten ver-
steckten, und drückte gefühlvoll auf den Abzug.

Die nachfolgende Detonation hatte eine Stärke und
etwas derart Erdbebenartiges an sich, daß Wachtmei-
ster Els, als er sich vom Boden des Bunkers wieder
hochrappelte, wohin der Rückstoß ihn geschleudert
hatte, total perplex war. Nicht daß er das noch nicht ge-
hört hatte, aber damals hatten ihn die Höflichkeitsbe-
zeigungen des Dobermanns leicht abgelenkt. Diesmal
konnte er die wahren Qualitäten der Büchse voll ausko-
sten.

Mit weißem Gesicht und einem Echo in den Trom-
melfellen, das recht erstaunlich war, peilte er durch die
Schießscharte und besah sich sein Werk mit einer Be-
friedigung, wie er sie noch nie empfunden hatte, nicht
einmal an dem Tag, ...."




Schade nur, daß später im Buch auch der Geier dran glauben mußte.
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Feine Familie:

Diesmal richtet Tom Sharpe, Autor von »Pup-
penmord«, »Trabbel für Henry«, »Tohuwabohu«
und »Mohrenwäsche«, seinen wüsten Witz
gegen einen englischen Lord und seine ebenso
weit zurückreichende wie unmögliche Familie.

Ein Rundumschlag gegen die (britische) Gesell-
schaft - und ein mörderischer Spaß für Leser
in aller Welt.


ÜBER DAS BUCH:
Lord Petrefact, eine an den Rollstuhl gefesselte, charakterlich aber durch-
aus ungefesselte Persönlichkeit, tut zwei Dinge: Er enterbt seine ihm ver-
haßten Zwillingssöhne, von denen der eine zu allem Überfluß sein Ge-
schlecht abgelegt hat, und beauftragt den weltfremden Professor für Pro-
letarische Geschichtsschreibung Waiden Yapp, den sozio-ökonomischen
Hintergrund seiner »feinen Familie« zu durchleuchten - einzig in der
Absicht, die zahlreichen, über die ganze Welt verstreuten, teuflisch ein-
flußreichen Petrefacts gründlich zu verärgern.

Tom Sharpes zwerchfellerschütternde Einfälle sind ebenso unbegrenzt
wie die Hindernisse, die sich Professor Yapp im Zuge seiner Recherchen
in den Weg stellen - sei es in Gestalt des höllischen synchronisierten Wellen-
bades, des Zwergs (oder vielmehr der Person restringierter Größe) Willy
oder seiner ebenso elementaren wie dümmlichen Gattin. Ein Rundum-
schlag gegen die (britische) Gesellschaft — und ein mörderischer Spaß für
Leser in aller Welt.


DER AUTOR:
Tom Sharpe wurde 1928 in England geboren, studierte in Cambridge,
lernte als Buchhalter, Sozialarbeiter und Fotograf Südafrika kennen, bis er
ausgewiesen wurde, und unterrichtete als Hilfslehrer an einer Berufsschule
in Cambridge, bis ihm der Erfolg seiner Bücher die Freiheit schenkte,
mit Frau und drei Töchtern als Schriftsteller zu leben.

Nur 1 Beispiel des feinen, unaufdringlichen & hintergründigen
Humor des Schriftstellers:

"»Verdammt«, sagte Willy und tastete auf der Erde herum. Aber das
Messer war verschwunden. Auf allen vieren krabbelte Willy auf die
Straße hinaus und hatte gerade die Schneide des Messers erwischt, als
ein Geräusch an sein Ohr drang. Von oben kam etwas die Straße
herunter, etwas Großes, Dunkles. Mühsam rappelte er sich auf und
versuchte verzweifelt, den Straßenrand zu erreichen. Zu spät. Einen
Augenblick später war Willy Coppett ein scheußlich zerfleischter
Zwerg.

Mr. Jipson brachte seinen Traktor zum Stehen. Er kletterte heraus,
um das verdammte Vieh, das ihm da in die Quere gekommen war, zu
entfernen. Er dachte an ein Schaf oder schlimmstenfalls eine Kuh,
aber ein kurzer Blick genügte, um festzustellen, daß er sich getäuscht
hatte. Kühe trugen keine Schuhe Größe siebenundzwanzig, und ein
vorne zugeknöpftes Schaf hatte er auch noch nie gesehen. Mr. Jipson
riß ein Streichholz an, und die Sekunde, bis Wind und Regen es wieder
ausbliesen, genügte, um ihn vor Entsetzen zu lähmen. Er hatte soeben
Buscotts einzigen und allseits beliebten Zwerg getötet. Hinsichtlich
der Identität gab es keinerlei Zweifel. Und auch daran, daß Willy tot
war, zweifelte Mr. Jipson keine Sekunde. Man konnte keinen kleinen
Mann mit einem großen Traktor bei hoher Geschwindigkeit überfah-
ren, ohne ihn zu töten. Um sich zu vergewissern, tastete er nach dem
Puls an Willys Handgelenk.

»Scheiße«, murmelte Mr. Jipson und dachte an die üblen juristi-
schen Konsequenzen des Unfalls, ganz zu schweigen von seinem
gesellschaftlichen Status. In Buscott hatte man zwar nichts gegen
blutige Sportarten, aber das Töten von Zwergen gehörte denn doch in
eine andere Kategorie."


Journal Entry 2 by Tali2 on Monday, January 23, 2006
Das Buch ist schon vor ein paar Tagen bei mir angekommen. Sorry, dass ich erst jetzt das Journal schreibe. Jedenfalls wird es (hoffentlich) bald gelesen. Danke Nesti!

September 08: Ja, der Humor des Autors ist schon einmalig... Allerdings hat mir "Puppenmord", das ich von ihm vorher schon gelesen habe besser gefallen, war irgendwie noch witziger aber weniger abstrus.

Habe nach einer Aufräumaktion beschlossen, das Buch der Bibliothek in Mainz-Kastel zu spenden. Mal sehen, wo es wieder auftauchen wird...

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