Kassandra. Erzählung.

by Christa Wolf | Literature & Fiction | This book has not been rated.
ISBN: 3630614558 Global Overview for this book
Registered by Zibele of Bern, Bern / Berne Switzerland on 3/17/2005
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Journal Entry 1 by Zibele from Bern, Bern / Berne Switzerland on Thursday, March 17, 2005
Buch der 1000 Bücher
Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Kassandra
DE 1983 (BRD), 1983 (DDR) Form Erzählung Epoche Gegenwart
Anfang der 1980er Jahre schrieb Christa Wolf mit Kassandra einen Text, der zwei Themenkomplexe ihres Werkes zusammenfasst – die Bemühung um Frieden und um weibliche Emanzipation. In einer Zeit des Kalten Krieges, des atomaren Wettrüstens und der noch nicht erreichten Gleichstellung der Frau war Wolfs Erzählung über eine mythologische Frauengestalt von frappierender Aktualität. Anhand des Kassandra-Mythos zeigt die Autorin jahrtausendealte kriegsfördernde Mechanismen auf, etwa die feindliche Abgrenzung nach außen zur Sicherung der eigenen Ideologie. Krieg wird als Ergebnis patriarchaler Machtstrukturen beschrieben, zu deren Aufrechterhaltung die Unterdrückung der Frau unumgänglich ist.
Entstehung: 1982 war Wolf Gastdozentin an der Universität Frankfurt/Main. Ihre Poetik-Vorlesungen trugen den Titel Voraussetzungen einer Erzählung: Kassandra und rekonstruierten in einer Mischung aus Reisebericht, Arbeitstagebuch und Briefen den Entstehungsprozess der Erzählung, zu dem die Lektüre der Orestie des Aischylos auf einer Griechenlandreise den ersten Anstoß gegeben hatte. Wolf greift verschiedene Varianten des Kassandra-Mythos auf und entwickelt ein eigenes Bild der Figur: Kassandra wird zum Symbol für die »Stimmlosigkeit« der Frau.
Inhalt: In einem Erinnerungsmonolog der Hauptfigur entfaltet sich die Geschichte Kassandras: Der Tochter des trojanischen Königs Priamos wurde von Apoll die Sehergabe verliehen. Da sie sich aber der Liebeswerbung des Gottes verweigert, straft er sie mit dem Fluch, dass niemand ihren Prophezeiungen glaubt. So kann Kassandra, die für wahnsinnig gehalten wird, den Krieg ihres Volks mit den Griechen nicht verhindern. Geführt wird dieser Krieg um ein Phantom: Kassandras Bruder Paris ist es tatsächlich nicht gelungen, die Griechin Helena nach Troja zu bringen. Kassandra weigert sich, für die Strategien der Kriegsführung benutzt zu werden, und wird zur Fremden im eigenen Land. Schutz findet sie nur bei einer Gruppe von Frauen, die aus der Stadt geflüchtet vor deren Toren leben und die Göttin Kybele verehren – die matriarchale Lebensform wird zu einem utopischen Entwurf friedlichen Lebens. Von Agamemnon nach Griechenland verschleppt, wartet Kassandra schließlich vor dem Löwentor von Mykene auf ihre Hinrichtung. Sie ist sich selber treu geblieben, aber bezahlt ihre Haltung mit dem Tod.
Wirkung: Kassandra ist Wolfs erfolgreichstes Werk, die Erzählung rangierte monatelang auf den Bestsellerlisten, es entstanden mehrere Hörspielfassungen und Dramatisierungen. Die Poetik-Vorlesungen wurden im Osten erst veröffentlicht, nachdem Wolf mehrere Passagen gestrichen hatte – so z. B. eine Textstelle, in der ein einseitiges Abrüsten durch den Warschauer Pakt erwogen wird. Trotz dieser Streichungen fand der Text in der DDR viele Kritiker, wurde aber zu einem Basistext der Friedens- und Frauenbewegung.
1996 führte die Autorin die Themen der Erzählung in ihrem Roman Medea. Stimmen fort: Frühe Quellen berücksichtigend, arbeitete sie heraus, wie Medea von der männlich dominierten Geschichtsschreibung zur Kindesmörderin stilisiert wurde. Erneut wird das Weibliche als Angst machendes und deshalb zu unterdrückendes Element gezeigt, die feindliche Abgrenzung gegen alles Fremde als eine den Frieden unmöglich machende Tendenz. A. K. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung
Erzählung von Christa Wolf, erschienen 1983. - Der Text adaptiert die von Aischylos in seiner Orestie erzählte Geschichte der trojanischen Königstochter Kassandra. Sie hatte von Apoll die Sehergabe erhalten, war dann aber von ihm gestraft worden, als sie sich seiner Liebe verweigerte: Niemand sollte je ihren Prophezeiungen Glauben schenken. Vergebens warnte Kassandra die Trojer vor dem Krieg mit den Griechen. Nach dem Untergang ihres Volkes wird sie von Agamemnon als Sklavin nach Griechenland verschleppt. Hier setzt Christa Wolfs Erzählung ein. Kassandra, vor dem Löwentor von Mykene stehend, weiß um ihren bevorstehenden Tod und um das Schicksal des triumphierenden Agamemnon, der einem Anschlag seiner Frau...

Journal Entry 2 by Zibele at Monbijoustrasse in Bern, Bern / Berne Switzerland on Saturday, October 18, 2008

Released 11 yrs ago (10/18/2008 UTC) at Monbijoustrasse in Bern, Bern / Berne Switzerland

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