Sehnsucht nach der grünen Insel. Geschichten aus Irland

by Holger Wolandt (Hrsg.) | Literature & Fiction |
ISBN: 342661054x Global Overview for this book
Registered by starfarer2000 of Hamburg - City, Hamburg Germany on 1/14/2005
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Journal Entry 1 by starfarer2000 from Hamburg - City, Hamburg Germany on Friday, January 14, 2005
Knaur-TB (2001).- "Geschichten voller Fabulierkunst und Lebensfreude mit einem gehörigen Schuss Tragik und Melancholie, unverwechselbar in ihrer Sprachmagie und Eigenwilligkeit:
Frank McCourt - Oliver
Nuala O'Faolain - Meine Eltern
Samule Beckett - Erste Liebe
Patrick McCabe - Der Schlächterbursche
Colum McCann - Ein Korb voller Tapeten
Seamus Heaney - Mooshof
Edna O'Brian - Die Connor-Mädchen
T.C. Boyle - Wir sind Nordländer
William Butler Yeats - Betrachtungen über Kindheit und Jugend
Ernest Hemingway - Yeats "nobel"
James Joyce - Eveline
Bernard MacLaverty - Zwischen zwei Ufern
Maeve Binchy - Taxifahrer sind unsichtbar
Colm Tóibín - Kindheit
Morag McDowell - Alles in Ordnung
Anthony Trollope - Die Macdermots von Ballycloran
Hermann von Pücler-Muskau - Reisebriefe aus Irland
Anne Devlin - Das Nennen der Namen
Robert McLiam Wilson - Fountain Street
Robert McLiam Wilson - Stock und Steine
Olaf Kanter - Irische Impressionen
Hugo Hamilton - Geflüster
Heinrich Böll - Das neunte Kind der Mrs. D."

Das Buch wandert in die Irische Bookbox 4 von erdlinde.


Released 15 yrs ago (1/21/2005 UTC) at BookBox in -- Per Post geschickt/ Persönlich weitergegeben --, Hamburg Germany

WILD RELEASE NOTES:

RELEASE NOTES:

Ist schon vor einiger Zeit in die Box gewandert, hatte den Eintrag vergessen.

Journal Entry 3 by DEESSE from Erstein, Alsace France on Wednesday, February 01, 2006
Das nette cover und die Mischung von vielen kürzeren Erzählungen haben mich "angelacht". Von Nuala O'Faolain und Maeve Binchy (zwei der Autorinnen) hab' ich schon mal was gelesen, was mir recht gut gefallen hat.
Mal sehen, wann ich dazu komme es zu lesen. Dankeschön!

Journal Entry 4 by DEESSE from Erstein, Alsace France on Tuesday, May 19, 2009
Das war ja wirklich eine bunte Mischung! Ich habe es nicht bereut!
Ich habe das Buch im Rahmen der "Bergabbauchallenge" (Mai-Thema, ein Buch mit "grün" im Titel, von einem "grünen" Autor oder mit einem grünen Cover) gelesen - es war das einzige mit "grün" im Titel und stand schon sehr lange bei mir herum.

Das erste Mal schmunzeln musste ich bei einem Satz aus Samuel Becketts "Erste Liebe" (es geht um ein Lied):
"Es fällt mir nur wieder ein, dass darin Zitronen vorkamen, oder Orangen, ich weiss nicht mehr, welche Früchte, und für mich ist es eine Leistung, behalten zu haben, dass Zitronen oder Orangen darin vorkamen, denn von anderen Liedern, die ich in meinem Leben gehört habe, und ich habe wer weiss wie viele gehört, denn es ist praktisch unmöglich, sagen wir, zu leben, selbst so wie ich lebte, ohne singen zu hören, wenn man nicht taub ist, habe ich nicht das geringste behalten, kein Wort, keinen Ton, oder so wenige Worte, so wenige Töne, dass, dass was, dass nichts, dieser Satz hat lange genug gedauert." (S. 53) (Finde ich auch!)

Ernest Hemingway beschreibt in "Yeats 'nobel'" Yeats folgendermassen:
"Yeats schrieb auch Theaterstücke, unterhielt sich mit Feen und wurde im Freistaat Irland zum Senator gewählt. Sein Haar hängt in glattem Bogen auf einer Seite seines keltischen Gesichts, und er macht keine Anstalten, sich wie ein Geschäftsmann zu kleiden. Er ist sehr schüchtern, spricht meistens nur flüsternd, und in ebendiesem Flüsterton hielt er hier und in den Staaten Vorträge." (S.151)

Neben recht "altmodischen" Reisebeschreibungen (die aber auch ihren Reiz haben), kommen auch moderne Autoren zu Wort. Beide Geschichten von Robert McLiam Wilson haben mich sehr berührt, die erste, "Fountain Street" vor allem wegen des abrupten Bruchs, der nach fünf Seiten zu lesen ist.
Man ahnt nichts, der Titel gibt auch nichts her, und die Geschichte plätschert so vor sich hin: Man begleitet eine gewisse frisch verliebte Rosemary Daye, die sich in der Mittagspause einen grünen Leinenrock kauft und sich auf das Treffen am Abend mit ihrem neuen Liebhaber freut - und dann kommt das "dicke Ende": "Er sagte ihr lauter kitschige Sachen, dass sein Bett viel zu gross sei ohne sie und dass er beim Anblick ihrer Hüften das Gefühl gehabt hätte, jetzt könne er in Frieden sterben. Das war vielleicht nicht viel, aber es genügte ihr. (...) Sie steuerte den kleinen Sandwichshop an, in den sie immer ging. An der Tür blieb sie stehen und liess einen gutaussehenden, leicht verlotterten jungen Mann im grünen Anzug vorbei. (Er) lächelte (...) kokett und hielt ihr mit halbwegs galanter Miene die Tür auf. Sie griente glücklich und schlüpfte unter seinem Arm hindurch. Sie drehte sich um, murmelte ein Dankeschön und hörte auf zu sein.
Eine der Vitrinen flog grösstenteils in ihre Richtung. Das Ding war schon zu Bruch gegangen, ehe es sie traf, doch die Granatsplitter und die Glasscherben waren immer noch gross genug, um sie auf der Stellle zu töten. Eine Glasplatte hatte ihr den linken Arm abgerissen, und ein verbogener Metallrost hatte ihr fast völlig den Kopf und das Gesicht zerschmettert. Der Stahlrahmen der grossen, dreiteiligen Vitrine zerschnitt ihre kürzlich noch gepriesenen Hüften oder rahmnte sie ein, und ein paar schwere Glaskrüge krachten ihr auf Brustkorb und Magen und zermalmten die wichtigsten Organe. (...) (S. 286f.)
Auch der Rest der Geschichte ist schwer verdaulich - sehr explizit beschrieben, dabei aber doch irgendwie mit einem Spritzer schwarzem Humor: "Der Wachmann verlor ein Auge ganz und auf dem anderen bloss das Augenlicht, (...) (S.291) oder folgende Stelle nach dem Eintreffen der Polizei:
"einige kletterten über die Trümmer, um nach Überlebenden zu suchen, ein besonders intelligenter Polizist drehte sich auf dem Absatz um und lief davon. (...) Die beiden Sanitäter, die sich für alte Haudegen hielten, gingen ziemlich beherzt hinein; binnen Sekunden standen sie da und kotzten." (S.292)
Die Geschichte zeigt meiner Meinung nach sehr deutlich die Sinnlosigkeit dieser irischen "troubles". Ein französischer Tourist kann das dann auch nicht verstehen: "(Er) wunderte sich sogar, wie so jemand, der gern möchte, dass die Briten die Iren in Ruhe lassen, diesem Wunsch dadurch Ausdruck verleiht, dass er irische Menschen tötet. Aber das war ein Franzose." (S.293)

Über "Die irische Identität" schreibt Robert McLiam Wilson in "Stock und Steine" (Biographischer Hinweis: "1964 in Belfast geboren, wo er auch lebt. Autor von vier Romanen und Mitautor eines Buchs über Armut: "The Dispossessed" (Die Entrechteten)":

"Wir sind eine ziemlich armselige Spezies. Selbst die begabtesten von uns, die klügsten und belesensten sind schwachsinnig. (...)Unsere Überzeugungen sind nicht selten ein wahnwitziger Absud aus Angst, Eigennutz, Vorurteilen und Ignoranz. (...) Der beste Beweis dafür, was wir doch immer noch für Affen sind, ist das, was wir sagen. Wir haben den Trieb zu generalisieren, (...) zu prognostizieren, zu diagnostizieren. Typisch männlich, sagen wir, typisch weiblich. Das ist das Problem bei den Reichen, erklären wir. Die Armen waren schon immer so. (...) Und ich denk bloss immer, so ein Scheiss.
Unsere wüstesten Banalitäten aber haben wir für Themen wie Rasse und Nationalität reserviert. So machen's die Franzosen, sagen wir. Woher wissen wir das? Kennen wir sie etwa alle persönlich? Haben wir einen von ihnen gefragt? Millionen Menschen werden einfach in ein paar Augenblicken gröbster Dummheit zusammengefasst und vom Tisch gewischt. (...)
Da der irische Konflikt ein Krieg ist, in dem sich die Iren gegenseitig ausrotten (er hat nichts mehr mit den Engländern zu tun), hat es seinen besonderen Reiz, Definitionen für den Begriff Irentum zu finden. Die verschiedenen Nationalitäten definieren sich in ersten Linie durch das, was sie nicht sind. (...) die Schotten keine Engländer, und die Kanadier sind ganz gewiss keine Amerikaner. Aber die Iren machen überdies auch noch interne Unterschiede. Manche Iren sind keine echten Iren. Manche Iren sind nicht mal annähernd Iren. Unterm heiss umkämpften Deckmantel des totalen Irentums töten Brüder ihre Brüder, und die Schwestern schauen zu und klatschen Beifall." (S.305)
Zum Abschluss (er überlegte sich, ob er einem frierenden Polizisten, der die Bauarbeiten einer Polizeistation überwachen musste, einen Kaffee vorbeibringen sollte):
"Polizisten sind in der Regel Protestanten, und ich selber bin von Hause aus katholisch. Dass ich Katholik bin, hätten sie nicht wissen können, aber sie wären misstrauisch gewesen. (Hierzulande können sich die grossen Hasser in Wahrheit überhaupt nicht gegenseitig auseinaderhalten. Wie beneiden wir jene, die Schwarze oder Weisse hassen - dieses sichtbare Anderssein, dieser einleuchtende Grund für die Ablehnung.) (...) Die Wochen vergingen, der Wind blies, und der Regen regnete. Ich habe keinen Kaffee verteilt." (S.306)

Gegen Ende kommen noch ein paar einer heiterere Geschichten, z.B. "Irische Impressionen" von Olaf Kanter (zwei Betrachtungen, einmal über Gaelic Football - nett und auch geschichtlich interessant! - und über Poitin - "sprich "Po-tschien", mit Betonung auf der zweiten Silbe." (S.311) oder ein Auszug aus Bölls bekanntem "Irischem Tagebuch".


Journal Entry 5 by DEESSE at Atrium in Freiburg im Breisgau, Baden-Württemberg Germany on Saturday, May 23, 2009

Released 11 yrs ago (5/23/2009 UTC) at Atrium in Freiburg im Breisgau, Baden-Württemberg Germany

WILD RELEASE NOTES:

WILD RELEASE NOTES:

Innen drin, Treppe runter, Irish Pub "Isle of Innisfree"
Vor dem Eingang (auf dem Kasten, in dem die Speisekarte hängt)

Journal Entry 6 by wingAnonymousFinderwing on Wednesday, June 03, 2009
geschrieben via www.bookcrossers.de

Ich habe das Buch bei einer Staedtetour am 23.05.2009 in Freiburg im Atrium, Irish Pub "Isle of Innisfree"
gefangen und habe es dann in meine Heimatstadt bei Schwaebisch Hall mitgenommen.
Das Buch interessiert mich, da ich einige Male auf der gruenen Insel war und ich bin schon fleissig am lesen.
Ich bin mir noch nicht sicher, wo ich das Buch freilasse - entweder kommt es nach Bayern an den Ammersee,
wo meine Tochter wohnt oder falls sie das nicht moechte, geht es auf eine weite Reise nach Stockholm. Dort
wohnt mein Sohn, der 2 Jahre in Irland studiert und gearbeitet hat - ich denk mal, ihn werden diese Geschichten
interessieren.
Da ich zum "aelteren Semester" zaehle, habe ich jetzt erst die Sache von bookcrossing erfahren und finde das eine
supertolle Idee!

CAUGHT IN IN FREIBURG BADEN-WUERRTEMBERG DEUTSCHLAND

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