Die Wut, die bleibt

by Mareike Fallwickl | Literature & Fiction |
ISBN: Global Overview for this book
Registered by wingtrikwing of Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen Germany on 6/27/2022
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Journal Entry 1 by wingtrikwing from Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen Germany on Monday, June 27, 2022
Drei Frauen: Die eine entzieht sich dem, was das Leben einer Mutter zumutet. Die anderen beiden, die Tochter und die beste Freundin, müssen Wege finden, diese Lücke zu schließen. Ihre Schicksale verweben sich in diesem bewegenden und kämpferischen Roman darüber, was es heißt, in unserer Gesellschaft Frau zu sein.

Das Buch macht sich als Ring auf die Reise:
- RalfH
- levander
- Tshael
- heixly
- Mary-T

Released 2 mos ago (7/3/2022 UTC) at -- Per Post geschickt / Persönlich weitergegeben --, Nordrhein-Westfalen Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Der Ring macht sich auf die Reise zum ersten Leser.
Ich bin gespannt, wie dir (und den weiteren Leserinnen) das Buch gefällt.

Journal Entry 3 by wingRalfHwing at Aachen, Nordrhein-Westfalen Germany on Friday, July 8, 2022
Vielen Dank für die Zusendung des Ring-Buchs. Ich werde noch heute Nacht mit dem Lesen beginnen.

Journal Entry 4 by wingRalfHwing at Aachen, Nordrhein-Westfalen Germany on Sunday, August 14, 2022
Ui, das ist ein heftiger Roman!
Eigentlich hatte ich ein Sachbuch erwartet und war daher über die Romanform enttäusch, aber mit der Zeit wurde klar, dass die Fiktion nur verwendet wurde, um auf die Fragen hinzuarbeiten, die sich zumindest mir dann aufdrängten.
Da ist vor allem die Frage nach dem Warum!
Warum geben Helene und Sarah sich mit solchen Waschlappen ab? Warum lassen sie es sich gefallen, dass Johannes und Leon es sich dermaßen bequem machen? Warum drängt Sarah sich nach Helenes Tod in deren Mutterrolle und hält nicht nur Leon sondern viel stärker auch noch Johannes den Rücken frei? Für die Männer ist das doch total super! Nur: Warum ist sie dann auf die Männer sauer, wo sie sich doch selbst anbietet, wenn nicht gar anbiedert? Und auf all diese Fragen bietet der Roman auch Antworten, die für Frauen möglicherweise nicht angenehm sind.
Aber auch für Männer wird's unangenehm. Denn Helenes Tochter Lola geht durchaus einen anderen Weg. Und schießt dabei durchaus über's Ziel hinaus.
Man müßte der Autorin nur noch sagen, dass es "das System" nicht gibt, weil die Gesellschaft kein Block ist. Und Erwartungen kommen daher auch nicht vom System oder von der Gesellschaft - denn dazu gehören ja auch etliche Leute, die man gar nicht kennt - sondern Erwartungen kommen vom engsten Umfeld, z. B. von der eigenen Mutter!

Released 1 mo ago (8/14/2022 UTC) at -- Per Post geschickt / Persönlich weitergegeben --, Nordrhein-Westfalen Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Das Buch reist zu levander.

Journal Entry 6 by winglevanderwing at Bochum, Nordrhein-Westfalen Germany on Thursday, August 18, 2022
Soeben vom Postmann überreicht bekommen.
Natürlich kam gestern auch ein Buchring an.
Dann bin ich mal weg...in Büchern abgetaucht.

Journal Entry 7 by winglevanderwing at Bochum, Nordrhein-Westfalen Germany on Friday, August 26, 2022
Die Autorin hat einen besonderen Erzählstil, der mich unglaublich gut gefällt. Da tropfen negative Stimmungen von der Decke, da werden Worte geworfen, die von Sprachlosigkeit erzählen, es gibt Herzschläge, die in Ohren gurgeln, Anspannungen, die mit einem Knall aus dem Körper fahren und Rache, die ein Geschmack auf der Zunge ist. Das Buch ist gespickt mit Formulierungen wie diesen, bildhaft gemachten Empfindungen. Großartig, wie ich finde.

Der Roman ist das für mich erste gelesene Buch, das die Covid Pandemie thematisiert. Als das was sie außer der Erkrankung an sich ist: sie macht deutlich, wo es in unserer Gesellschaft hakt, weil genau da Krisen entstehen, sei es im Gesundheitssystem, dem Schulsystem oder eben der Mehrfachbelastung von Frauen.
Die Autorin schreibt über letzteres. In all seinen Facetten: Gleichberechtigung im Alltag und in unserem Gesellschaftssystem, Anforderungen, die von uns allen wie selbstverständlich (weil so groß geworden) an Frauen gestellt werden, zu oft ungestrafte Gewalt gegen Frauen, zu oft sexualisierte Gewalt, die nicht selten ebenfalls unbestraft bleibt.
Gerade sexualisierte Gewalt macht mich unendlich wütend, kann mich in wenigen Sekunden auf die Palme bringen, zur Wut, die bleibt. Weil ich schon zu viele Frauen/ Mädchen kennengelernt habe, die sexualisierte Gewalt erfahren haben und gesehen habe, wie es deren Leben nachhaltig kaputtmacht. Was wenige Minuten im Leben für Auswirkungen haben können. Und oft genug komme ich gedanklich zu Taten, die vergleichbar sind, die im Buch von Lola und ihren Freundinnen umgesetzt werden. Aber eben wirklich nur gedanklich, maximal habe ich meine Wut in eine Poolnudel gesteckt, die ich stellvertretend für einen ätzenden Mann minutenlang an eine Wand klatschte. Es war laut, es war aggressiv und es tat gut.

Nebeneffekt: das Buch verdeutlicht auch, warum es so wichtig ist unsere Sprache zu gendern. Zu viele Personen machen sich darüber lustig. Ja, es ist eine Umstellung, ja es ist anstrengend, aber lohnend.

Und wir waren schon mal viel weiter in Sachen Gleichberechtigung. Kennt ihr die Bücher über Schwester Fidelma von Peter Tremayne? Der Autor ist Historiker und setzt seinen Fidelmabüchern ein kurzes Vorwort zur Erklärung voran. Berichtet vom Rechtssystem der Brehons im Irland des 7. Jahrhunderts:
"Diese Gesetze weisen der Frau eine einzigartige Stellung zu. Sie geben ihnen mehr Rechte und größeren Schutz als irgendein anderes Gesetzeswerk. Frauen können sich gleichberechtigt mit den Männern um jedes Amt bewerben und jeden Beruf ergreifen. Sie können ihr Volk als Krieger in Schlachten befehligen, politische Führer sein, Friedensrichter, Dichter, Handwerker, Ärzte, Anwälte Richter, Druiden und Könige werden. Die Gesetze schützen Frauen vor sexuellen Belästigungen, vor Diskriminierung und vor Vergewaltigung. Sie können sich auf gleichem Rechtsfuß von ihren Ehemännern scheiden lassen und dabei einen Teil des Vermögens des Mannes als Abfindung verlangen. Sie können persönliches Eigentum erben und haben Anspruch auf Krankengeld, egal ob sie zu Hause lagen oder in einem Hospital (ja so etwas gibt es dort schon sehr lange)." (Quelle: https://www.mconis.de/projekte/failte/das-gesetz-des-brehon/)

Das Gesetz wurde bis in das frühe 17. Jahrhundert angewandt – bis Cromwell allem Irischen den Garaus machte und auch die Brehon Laws durch englisches Recht ersetzte.

Nun könnte man noch eine Diskussion über den Einfluss der Kirche auf unser aktuelles Rechts- und Gesellschaftssystem anschließen. Doch ich denke, dieser JE ist bereits lang genug und der Hinweis auf die Brehon-Rechtsprechung sei nur erwähnt, um zu zeigen: es ginge auch anders, es ging mal anders. Hat sich nur leider nicht durchgesetzt.

Wir haben uns zurückentwickelt und sind stagniert. Und in manchen Regionen mehr als in Mitteleuropa. Ich werfe mal "Afghanistan" und "USA" in den Raum. Und wenn wir nicht aufpassen, wen wir in den nächsten Jahren wählen, dauert es vielleicht nicht mehr lange und wir sind wieder zurück in den 1980ern, wo im Bundestag die Debatte darüber, ob Vergewaltigung in der Ehe strafbar sein soll, begleitet wurde vom Lachen anwesender Politiker. Erst seit 1997 wurde endlich einem Gesetzesentwurf zugestimmt:
„Abgegebene Stimmen: 644. Mit Ja haben gestimmt: 471. Mit Nein haben gestimmt: 138. Enthaltungen: 35. Damit ist der Gesetzentwurf angenommen.“
(Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/sexualstrafrecht-vergewaltigung-ehe-bundestag-100.html)

Spürt man meine Wut, die bleibt?
(rhetorische Frage)

Journal Entry 8 by winglevanderwing at Bochum, Nordrhein-Westfalen Germany on Friday, August 26, 2022
Nachtrag wenige Stunden später:
1. zu meiner Aussage:
"Gerade sexualisierte Gewalt macht mich unendlich wütend, kann mich in wenigen Sekunden auf die Palme bringen, zur Wut, die bleibt. Weil ich schon zu viele Frauen/ Mädchen kennengelernt habe, die sexualisierte Gewalt erfahren haben und gesehen habe, wie es deren Leben nachhaltig kaputtmacht."
Nicht nur Frauen und Mädchen, sondern auch zwei Männer sind mir begegnet, die sexualisierte Gewalt erlebt haben. Und dabei ploppt bei mir das Thema auf, das mich seit einigen Jahren immer wieder beschäftigt, nämlich der Umgang der katholischen Kirche mit Tätern aus den eigenen Reihen.

2. zu RalfHs Frage:
Statt zu fragen, warum Helene und Sarah ihre Partner nicht verlassen (was sie ja schlussendlich beide auf ihre Art getan haben), könnte sie auch lauten, warum sind Leon und Johannes zu ihren Partnerinnen so wie sie sind?
Beides lässt sich beantworten mit: weil sie so sozialisiert wurden. Wie ich auch und vermutlich die meisten meiner Generation.
Darum sollten junge Frauen wie Lola (über die Frage, ob Gewalt mit Gegengewalt bekämpft werden sollte lässt sich ebenfalls diskutieren, mir geht es hier um ihr Verständnis von sich selbst und ihrem Umfeld) uns erfreuen und wir sollten uns wachrütteln lassen von dem was sie zu sagen haben. So wie Sarah es tut.

Journal Entry 9 by winglevanderwing at Bochum, Nordrhein-Westfalen Germany on Friday, August 26, 2022

Released 1 mo ago (8/26/2022 UTC) at Bochum, Nordrhein-Westfalen Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

auf zur nächsten Station

Journal Entry 10 by Tshael at Lüneburg, Niedersachsen Germany on Tuesday, August 30, 2022
gut angekommen vielen Dank

Journal Entry 11 by Tshael at Lüneburg, Niedersachsen Germany on Tuesday, September 20, 2022
Ich bin mit dem Buch leider überhaupt nicht warm geworden und habe es abgebrochen.

Journal Entry 12 by heixly at Moers, Nordrhein-Westfalen Germany on Saturday, September 24, 2022
Gerade von der Postbotin überreicht bekommen. Es wird ja Herbst und die Einkuschle- und Lesezeit beginnt ;)

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