Die lange Reise des Jakob Stern

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Journal Entry 1 by wingLirewing from Aachen, Nordrhein-Westfalen Germany on Friday, September 3, 2021
Deutschland, 1939: Als der 15-jährige Jakob Stern sich am Bahnhof von seinen Eltern verabschiedet, hofft er, dass sie bald nachkommen werden. Doch Jakob wird seine Familie nie mehr wiedersehen. Er flieht mit einem Kindertransport nach England. Monatelang leben Jakob und seine Freunde in Flüchtlingslagern. Als die Ausreise nach Amerika bevorsteht, keimt neue Hoffnung unter den Kindern auf. Jakob steht auf der Liste. Eine lange Odyssee beginnt ...

Bestseller-Autor Rainer M. Schröder erzählt berührend vom Schicksal jüdischer Kinder während der NS-Zeit


Released 1 mo ago (10/14/2021 UTC) at -- Per Post geschickt / Persönlich weitergegeben --, Nordrhein-Westfalen Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Für die BücherboXX am Gleis 17.



Journal Entry 3 by wingLilliannewing at Wilmersdorf, Berlin Germany on Saturday, October 16, 2021
Liebe Lire! Vielen Dank für die Überraschung, die mit dem Ringbuch heute bei mir angekommen ist. Dieses Buch habe ich schon gelesen, das Ringbuch ist bereits angelesen … und bei den anderen überlege ich, ob ich bei der Trilogie noch den fehlenden zweiten Band bestellen sollte ;-) Die Bücher melden sich entsprechend ...

Zum Autor
Rainer Maria Schröder wurde am 3. Januar 1951 in Rostock geboren und ist in Ost-Berlin aufgewachsen. Kurz vor dem Mauerbau floh die Familie in den Westen. Parallel zum Abitur machte Schröder eine Operngesangsausbildung in Düsseldorf. Nach zwei Jahren bei der Luftwaffe arbeitete er als Lokalreporter bei einer Düsseldorfer Tageszeitung und studierte danach Jura sowie Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften in Köln.
Schröder ist seit 1977 freischaffender Schriftsteller. Nach den ersten Erfolgen ließ er sich 1980 mit seiner Frau in Süd-Virginia nieder, wo das Paar eine Farm besitzt. Schröder machte zahlreiche Abenteuerreisen in vielen Teilen der Welt, von denen er auch in seinen Büchern berichtet.
Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, so unter anderem 1988 mit dem Friedrich Gerstäcker Preis. Er zählt er zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Schriftstellern von Jugendbüchern sowie historischen Gesellschaftsromanen. Er schreibt auch unter dem Pseudonym Ashley Carrington.
Rainer M. Schröder lebt heute mit seiner Frau in einem kleinen Ort an der Küste Floridas. Mehr auf seiner Website http://rainermschroeder.com/.

Mein Kommentar
Dieses Buch beginnt mit der gleichen Szene am Bahnhof, die auch Georges-Arthur Goldschmidt in seinem Roman "Ein Garten in Deutschland" beschreibt.
Jakob beginnt mit dem Abschied ein lange, beschwerliche Odyssee unter unbeschreiblichen Bedingungen. Im Zugabteil treffen sich acht Kinder und Jugendliche, die auf dem Weg nach England sind. Diese ersten Stunden sind entscheidend für Jakobs weiteren Weg. Manches Mal hält ihn der Gedanke an Erika, die in diesem Abteil mit ihrer Querflöte saß, aufrecht, um weiterleben zu können. Lukas, der Kleinste mit seinen abstehenden Ohren, wird ihn als großen Bruder adoptieren. Zusammen überleben sie die schlimmste Katastrophe ... Jakob, der die jüdischen Gesetze nicht beherrscht, findet im Laufe seiner Odyssee einen Freund, der ihm den Glauben an Gott in vielen Gesprächen näher bringt.

Hermon, ein Musiker und orthodoxer Jude, hat ein freundschaftliches Verhältnis mit Jakob geschlossen. Er ist derjenige, der Jakob über seinen Glauben aufklärt.
»Nein, nicht über dich mache ich mich lustig. Ich versuche dir nur vor Augen zu führen, wie haltlos die menschliche Forderung ist, Gott möge doch alles wieder schnell zum Guten richten, wenn wir den Karren in den Dreck gefahren haben. Wir Menschen sind es doch selber, die Kriege, Verfolgungen, Ausbeutung, Lug und Betrug, Armut und vieles andere Elend über unsere Mitmenschen bringen. Die einzigartige Freiheit, die Gott uns geschenkt hat, beinhaltet eben auch die Möglichkeit, sich gegen das Gute und für das Böse zu entscheiden. Andernfalls wären wir wirklich nicht sein Ebenbild, sondern nichts als Marionetten, willenlose Spielfiguren. Nicht Gott hat Hitler an die Macht gebracht, sondern Millionen Menschen haben ihn gewählt! Das Böse auf dieser Welt ist fast ausschließlich von Menschen geschaffen.« [Seite 287]

»Gott will nicht unsere zähneknirschende Gefolgschaft, weil wir der Meinung sind, keine andere Wahl zu haben, sondern er will unsere Liebe aus freien Stücken. ... Glauben ist ein tiefes Vertrauen, eine Fähigkeit, an Überzeugungen festzuhalten, die man für sich als wahr und richtig erkannt hat. Ein Vertrauen, das erst aufgrund eines erbrachten Beweises entsteht, ist kein Vertrauen, ... Die sichtbare und erklärbare Welt ist eben nicht die ganze Welt. Es gibt auch noch das nicht Beweisbare, das nicht in Formeln und Gesetzen Festlegbare und klar Definierbare. Gott ist per Definition jenseits aller menschlichen Vorstellungskraft.« [Seite 288]

»Gott ist aber kein Krämer, mit dem man schachern kann im Sinne von "Ich will aber auch schön fest an dich glauben und dich anbeten, aber dafür musst du mir das Leben so bequem richten, wie ich es mir wünsche!" Das wäre kein Glaube. Gott ist nun mal unfassbar anders und mehr als alles, was wir uns jemals vorstellen können. Und ich bete zu ihm, weil es mir ein Bedürfnis ist und weil Gott in jedem seiner Geschöpfe das Gegenüber ist. Ja, er ist mein und dein gegenüber, auch wenn er zu schweigen scheint!« [Seite 305f]

»Gott erkennen wir nur mit dem Glauben, mit der Sensucht unseres Herzens und unserer Seele, und das Gebet ist der Atem unserer Seele, die Stimme dieser tiefen Sehnsucht ... und natürlich auch die Stimme des Dankes. Und nun zum Lobpreis Gottes, den du angesprochen hast: Ist dir schon mal aufgefallen, dass jede Freude fast automatisch in Lob hinüberfließt?« [Seite 307]

»Glauben ohne regelmäßiges Beten ist wie ein Garten, den man zu wässern und zu pflegen vergisst. Alles, was gut werden und auch in Zeiten der Prüfung Bestand haben soll, bedarf nun mal der geduldigen, täglichen Wiederholung und der Ausdauer. Und dann ..« [Seite 307]
Er brach ab, weil er wieder zur Latrine musste ... die Gespräche werden in Australien weitergeführt, die er in der Krankenstation mit Flüssigkeitsverlust und Lungenentzündung verbringen muss. [Seite 326]

Was für ein Glaubensbekenntnis in dieser entsetzlichen Situation! Es ist nicht spurlos an Jakob vorbeigegangen. Ganz bewegend ist die Situation mit dem Gebetsriemen.

Erst im Epilog erfährt man, was aus Jakob und seinen Freunden wurde. Hier wird auch berichtet, wie die Familien sich wieder fanden oder welche Schicksale sie ereignet hat.

Ein sehr berührender Jugendroman, der sich historisch an die Kindertransporte im Licht der mitleidlosen Einwanderungspolitik befasst. Wenn man gelesen hat, was erwachsene Juden alles ertragen mussten, ist man mehr als entsetzt, wie es den Kindern und Jugendlichen gegangen ist. Unvorstellbar, welches Leid diese Kinder ertragen mussten.

Der Band hat am Ende Worterklärungen, die im Text mit einem * gekennzeichnet sind.Weiterhin gibt ein Quellenverzeichnis und Hinweise auf Material aus dem Internet.

Nachtrag: 17. Oktober 2021
Ich habe einen weiteren Jungen gefunden, der ebenfalls mit einem Kindertransport nach England und von da aus nach Australien verschifft wurde.
Walter Kaufmann, dem eine Filmmatinee am 31. Oktober in Berlin im Bundesplatz-Kino gewidmet ist. Muss wohl sein Roman "Stimmen im Sturm" mal recherchieren. Patschouli hat ihn wahrscheinlich bei einer Lesung im Café Sybille erlebt, wie sie in einem seiner Bücher festgehalten hatte.

Journal Entry 4 by wingLilliannewing at BücherboXX am Gleis 17 in Grunewald, Berlin Germany on Saturday, October 16, 2021

Released 1 mo ago (10/18/2021 UTC) at BücherboXX am Gleis 17 in Grunewald, Berlin Germany

WILD RELEASE NOTES:

Dieses Buch reist weiter ... to whom it may concern. Viel Freude damit!

Am 18. Oktober 1941, vor 80 Jahren, verließ der erste Berliner "Osttransport" mit mehr als 1.000 jüdischen Kindern, Frauen und Männern den Bahnhof Grunewald in Richtung Litzmannstadt (Łódż). Ab 1942 fuhren Deportationszüge auch vom Anhalter Bahnhof und vom Güterbahnhof Moabit ab. Ziele der Transporte waren Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager in Minsk, Kowno, Riga, Piaski, Warschau, Theresienstadt, Sobibor, Rasik und Auschwitz.


» … abgeholt!« Gedenken an den Beginn der nationalsozialistischen Deportationen von Juden aus Berlin vor 80 Jahren.

Die Veranstaltung ist corona-bedingt nicht-öffentlich. Sie ist anschließend auf Orte der Erinnerung einsehbar.
Hier ist das Video der Veranstaltung nachzusehen (50:47).

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