Mission Pflaumenbaum

by Jens Wonneberger | Literature & Fiction |
ISBN: 3990141945 Global Overview for this book
Registered by Charly83 of Schwerin, Mecklenburg-Vorpommern Germany on 10/17/2020
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Journal Entry 1 by Charly83 from Schwerin, Mecklenburg-Vorpommern Germany on Saturday, October 17, 2020
Ein Dorf, irgendwo im Osten Deutschlands, dreißig Jahre nach der Wende. Kramer, ein Bibliothekar Mitte fünfzig, ist soeben angekommen, um seine Tochter Justine zu besuchen. Seit Jahren ist das Verhältnis zwischen ihnen nicht das beste. Mit ihrem Mann hat Justine ein altes Haus gekauft, einen wunderschönen Obstgarten inklusive, wäre da nicht der abgestorbene Pflaumenbaum. Auf dem Weg zum Haus, dort, wo einmal die Bandweberei gestanden hat, lässt sich Kramer von einem alten Kauz, Rottmann, in ein Gespräch verwickeln, das ihn sogleich tief in die Dorfgeschichte hineinzieht. Rottmann klagt über alles und jeden, auch bei ihren weiteren Begegnungen, nicht selten mit Argumenten, die Kramer von den Pegida-Demonstrationen zu kennen glaubt. Dennoch beginnt er sich für das Leben des Alten und das Dorf zu interessieren. Beim Zuhören merkt er, wie wenig er von seiner Tochter und sie von ihm weiß. Durch Rottmann angeregt, fängt auch er an zu erzählen.

Journal Entry 2 by Charly83 at Schwerin, Mecklenburg-Vorpommern Germany on Sunday, October 25, 2020
Ich habe das Buch vor einer Weile ausgelesen, musste es aber erst einmal zur Seite legen, bevor ich den Eintrag schreibe, da mir nicht so ganz klar war, was der Autor mit dem Titel des Buches eigentlich aussagen wollte.

Mittlerweile sehe ich das ganze, meiner Meinung nach, etwas klarer. Das Buch handelt von dem Besuch eines Vaters am neuen Wohnort seiner Tochter, zu der er ein schwieriges Verhältnis hat. Ein alteingesessener Dörfler des Ortes zieht ihn zunächst ungewollt, dann aber immer mehr auf Akzeptanz stoßend, in die Geschichte des Dorfes und seiner Person hinein.
Das Buch kommt dabei ganz unaufgeregt daher. Man kann nicht unbedingt von einem Spannungsbogen oder sich ankündigende Umwälzungen oder Meinungsänderungen sprechen. Allein, die Geschichten des Alten erinnern den Vater an seine eigene Vergangenheit. Diese Erinnerungen führen zu einer leisen Annäherung bzw. diesen Wunsch an seine Tochter. Man merkt, dass sich im Laufe der Geschichte fast unmerklich etwas in ihrer Beziehung zueinander verschiebt. Der zwischendurch beiläufig angesprochene abgestorbene Pflaumenbaum wird damit so etwas wie ein Versprechen für die Zukunft.

Das ist nun meine Erkenntnis der Überlegungen der letzten Tage. Ich bin gespannt auf die Einträge der weiteren Ringmitglieder, wie sie es sehen.

Journal Entry 3 by heixly at Moers, Nordrhein-Westfalen Germany on Monday, November 09, 2020
Ist am Freitag angekommen und schon ausgelesen, hat ja ein handliches Format.

Ich habe das Buch gerne gelesen; habe die genauen Beobachtungen, die feinen Dialoge, die klugen Schwenks, die sensiblen Momente, den subtilen Humor, das unaufgeregte Erzählen, die poetische Sprachverdichtung ... das alles habe ich ... gemocht.
Da ist Jens Wonneberger ein sehr treffendes und feinfühliges Stimmungsbarometer ostdeutscher Befindlichkeiten gelungen, die gekenneichnet sind von Verlusten, Entfremdung, Hilflosigkeit aber auch von Weiterhoffen und Wertschätzung der kleinen Dinge.
Und dann?
Ja und dann?
Dann blieb nach dem Lesen ein Bedauern in mir, dass der Roman an dieser Stelle verharrt, sich nicht noch ein paar Schritte weiter wagt ins kollektive Unbewusste, in die Vater-Tochter-Beziehung, in Privates und Politisches ... es gäbe da wohl noch einiges zu erforschen im Osten ...

Journal Entry 4 by wingLilo37feewing at -- Irgendwo in Bayern, Bayern Germany on Saturday, December 12, 2020
Danke, vll. schaffe ich das Buch sogar noch vor Weihnachten!
Das Buch kam im Rahmen des Abos "Deutscher Buchpreis 2020".
https://www.bookcrossing.com/forum/14/570315

Journal Entry 5 by wingLilo37feewing at -- Irgendwo in Bayern, Bayern Germany on Wednesday, December 16, 2020
Das ist jetzt eines der Bücher, die unweigerlich auch in jedem Buchpreis-Abo aufschlagen und die ich als „belanglos“ bezeichnen würde. Klar, das Buch ist gut geschrieben, und auch klar, der Osten, seine Entwicklung vor und nach der Wende, seine Befindlichkeiten sind interessant. Aber dieses Buch plätschert für mich ohne erkennbaren Spannungsbogen dahin. Ich verstehe das schon, die Beziehung zwischen Vater und Tochter (und Schwiegersohn), die subtilen Veränderungen während der Tage, die Kramer dort verbringt, den Pflaumenbaum als Symbol einer kommenden Aufgabe, eben einer Mission: Abgestorbenes fällen? Oder sich um das Abgestorbene kümmern? Jahresringe betrachten? Oder doch lieber verfeuern?
Mich hat es trotzdem nicht allzusehr begeistert.

Journal Entry 6 by wingChaosHamburgwing at Hamburg - City, Hamburg Germany on Friday, December 25, 2020
Mein Februarbuch oder?
Na, so lange wird es nicht dauern ;)
Vielen Dank für die schöne Weihnachtskarte, die dem Buch beilag!

6 Tage später …
Belanglos fand ich es überhaupt nicht. Dieses schwierige Verhältnis zwischen Vater und Tochter.
Aber auch dies war wieder ein Abo-Buch, das ich nicht besonders gern gelesen habe. Allerdings kann das Buch ja nichts dafür, dass ICH lese um in andere Welten zu flüchten und nicht um Vergleiche zwischen (autobiografischen) literarischen Familienkonstellationen und meinen eigenen zu ziehen … Deshalb keine Sternewertung.

Journal Entry 7 by Xirxe at Hannover, Niedersachsen Germany on Saturday, January 16, 2021
Das nächste Buch des Deutschen-Buchpreis-Abos 2020 ist bei mir angekommen - vielen Dank auch für die schöne Karte und die aufmunternden Zeilen. Und das Getränk wird demnächst aufgebrüht 😊

9. März 2021
Kramer, der keinen Vornamen zu haben scheint (oder habe ich den überlesen?), besucht übers Wochenende seine verheiratete Tochter auf dem Land, zu der er kein besonders enges oder gutes Verhältnis hat. Auf dem Weg von der Bushaltestelle zu ihrem Haus trifft er einen alten Mann, der ihn ungefragt mit Informationen über das Dorf versorgt und dem er ihm Laufe des Wochenendes immer wieder begegnet. Das Zusammensein mit seiner Tochter und seinem Schwiegersohn gestaltet sich nicht unproblematisch, sodass Kramer sich fast schon nach der Gesellschaft des schrulligen Alten sehnt.
Tja, viel mehr passiert auch nicht an diesem Wochenende 😉 Es ist eine ruhige, gemächlich fortschreitende Geschichte, die mit unglaublich vielen Details erzählt wird. "Unterhalb des Giebels klebten die Reste alter Schwalbennester, und eine Taube versuchte gerade auf einem schmalen Sims Halt zu finden, wild schlug sie mit dem Flügel, er hörte das Schleifen der Federn auf dem Putz, das Kratzen ihrer Krallen auf dem Blech, immer wieder versucht das Tier auf der schmalen Kante Fuß zu fassen, doch vergeblich, endlich ließ es sich fallen und segelte knapp über seinem Kopf davon." Die Sätze wirken manchmal endlos und der Autor scheint von seiner Sprachkunst derart begeistert zu sein, dass er sie bedauerlicherweise auch Personen in den Mund legt, zu denen es überhaupt nicht passt. Beispielsweise wenn der schrullige alte Rottmann, der so gar nicht poetisch ist, plötzlich von der alten Gurtweberei erzählt: "..., am Tag war die Fabrik wie ein riesiges, stampfendes Tier, aber abends, wenn die Spätschicht am Werk war und im Innern die Lampen honiggelb leuchteten, war es ein Palast, ein goldener Kristallpalast, ganz leicht sah das Gebäude dann aus, es schien zu schweben wie ein Lampion aus Seidenpapier, und wenn die Fabrik tagsüber stampfte, so war es in der Dunkelheit ein Klirren, als begänne ein gigantischer Kronleuchter zu zittern."
So wie Rottmann all dem dem Neuen und Modernen skeptisch und teils sogar zornig entgegenblickt, so misstrauisch ist Kramer gegenüber seiner Tochter. Jedes Tun von ihrer Seite wird von ihm zuerst meist argwöhnisch beäugt im Glauben, es zeige ihre Abneigung gegen ihn; jedes Handeln von seiner Seite hingegen ist von Vorsicht geprägt, um nur keinen Unmut auszulösen. Andersherum scheint es nicht viel besser. Doch das Ende birgt Hoffnung (vielleicht auch für Rottmann?): Mission Pflaumenbaum.
Alles in allem: Schöner Stil, wenn auch nicht immer passend, mit einer mittelguten, etwas drögen Geschichte.

Journal Entry 8 by Xirxe at per Post, Bookring -- Controlled Releases on Friday, March 12, 2021

Released 2 mos ago (3/12/2021 UTC) at per Post, Bookring -- Controlled Releases

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Weiter geht die Reise ~ das Buch ist auf dem Weg zur naechsten Station. Viel Freude beim Lesen!

Journal Entry 9 by wingkasywing at Nußloch, Baden-Württemberg Germany on Saturday, March 20, 2021
Ist gut bei mir angekommen. Ich freue mich auf einen neuen Autor...

Journal Entry 10 by wingkasywing at Nußloch, Baden-Württemberg Germany on Sunday, April 04, 2021
Jens Wonneberger war für mich, bis zu diesem Buch, ein neur Autor. Ich mag seine Art zu schreiben, das Beschreiben von Personen, Episoden oder Handlungen fand ich sehr treffend in diesem Buch. Aber die Geschichte um Kramer und seine Tochter konnte mich nicht fesseln. Das Zusammensein (Anlaß der Resie) mit seiner Tochter und seinem Schwiegersohn war schon ziemlich steril und eine Annäherung konnte ich nicht herauslesen. Ich wollte die Beiden immer irgendwie schütteln....Auf seinen Spaziergängen trifft Kramer den schrulligen Alten Rottmann und hier entwickelt sich schon eine Sympathie, die Beiden etwas gibt und interessante Rückblicke in beider Leben zu läßt.

Reist am 5.4. weiter zu 3malglueck!

Journal Entry 11 by wing3malglueckwing at Lankwitz, Berlin Germany on Thursday, April 15, 2021
Das Buch ist am 13.4. bei mir eingetroffen. Vielen Dank fürs Zusenden!
So, zu Ende gelesen: und jetzt? Was soll mir das Buch sagen? Vater-Tochter-Scheidung - das gibt es überall. Wegfall von Beschäftigung, das gibt es auch in anderen Gebieten. Dieses Dorf kann für mich überall angesiedelt sein - es muss nicht im Osten der Bundesrepublik sein.
Das Buch zählt für Punkt 42 "Pflanze, Obst, Gemüse" der LeseChallenge 2021 von efell.

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