Die Infantin trägt den Scheitel links

by Helena Adler | Literature & Fiction |
ISBN: 9783990272428 Global Overview for this book
Registered by wingBooklover-IGBwing of Sankt Ingbert, Saarland Germany on 9/10/2020
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Journal Entry 1 by wingBooklover-IGBwing from Sankt Ingbert, Saarland Germany on Thursday, September 10, 2020
Klappentext:
Dass sie, die jüngste Tochter, das zarte Kind, den Bauernhof ihrer Eltern abfackelt, ist nicht nur ein Versehen, es ist auch Notwehr. Ein Akt der Selbstbehauptung gegen die Zumutungen des Heranwachsens unter dem Regime der Eltern, einer frömmelnden, bigotten Mutter und eines Vaters mit einem fatalen Hang zu Alkohol, Pyrotechnik und Esoterik. Von den älteren Zwillingsschwestern nicht zu reden, zwei Eisprinzessinnen, die einem bösen Märchen entsprungen sind und ihr, der Infantin in Stallstiefeln, übel mitspielen, wo sie nur können. Und natürlich fehlen auch Jäger, Pfarrer und Bürgermeister nicht in dieser Heuboden- und Heimatidylle, die in den schönsten Höllenfarben gemalt ist und in der es so handfest und herzhaft zugeht wie lange nicht. Dieses Buch ist ein Fanal, ein Feuerwerk nach dem Jüngsten Gericht unter dem Watschenbaum. Es erzählt von Dingen, als gingen sie auf keine Kuhhaut. Schrill, derb, ungeschminkt, rotzfrech und hart wie das Landleben nach dem Zeltfest und vor der Morgenmesse. Eine sehr ernste Angelegenheit, ein sehr großer Spaß!

Journal Entry 2 by wingBooklover-IGBwing at Sankt Ingbert, Saarland Germany on Thursday, October 1, 2020
Also den "großen Spaß" konnte ich nicht erkennen. Allerdings geht es mir mit Heimatromanen oft so, dass ich die Beschreibung der bäuerlichen Lebensumstände grässlich finde (dabei bin ich gar keine Großstadtpflanze).
So ging es mir auch von Beginn an, so richtig gut und schön erschien mir nichts. Manchmal hat mich das Buch auch tieftraurig gemacht und ich musste es zur Seite legen.
Die Liebe zur Mutter, die als übergroßes, manchmal furchteinflößendes Wesen dargestellt wird. Die Liebe zum Vater, der ein gewalttätiger Choleriker ist, der die Infantin aber von Herzen liebt und sie verwöhnt, soweit es ihm möglich ist. Die furchtbaren Zwillingsschwestern, deren Lebensziel es zu sein scheint, die Ich-Erzählerin zu quälen.
Zunächst wird auch eher episodenhaft erzählt und erst im Laufe des Lesens schält sich die durchgehende Erzählung von der Kindheit über die wilde Jugend bis zum ersten Schritt ins Erwachsenleben raus. Irgendwann hat es mich auch so gefesselt, dass ich unbedingt lesen und lesen und lesen musste.
Den Grund hierfür sehe ich vor allem in der bildgewaltigen Sprache. Es sind keine 200 Seiten, aber diese sind so vollgepackt mit Bildern und Emotionen wie andere Bücher auf 500 Seiten nicht aufweisen können. Die Autorin hat einen ganz eigenen Umgang mit Sprache und benutzt gerne Wörter, die eigentlich eine andere Bedeutung haben, um zu veranschaulichen, was sie meint. So wird beispielsweise die Mutter mal als Gottesanbeterin bezeichnet und damit ist nicht das Insekt gemeint. An vielen Stellen reichen wenige Wörter, um viele Eindrücke und Bilder beim Leser entstehen zu lassen. Wäre diese tolle Sprache nicht gewesen, wäre ich von der Lektüre enttäuscht, da ich etwas anderes (witzigeres) erwartet hatte.

Im Rahmen des deutschen Buchpreis-Abos 2020 wird das Buch nun zu folgenden Mitlesern reisen:
1) bluezwuzl
2) chawoso
3) Charly83
4) heixly
5) Lilo37fee
6) ChaosHamburg
7) Xirxe
8) kasy
9) 3malglueck

und danach zurück zu mir.
levander hat Interesse am Buch bekundet und soll es danach erhalten.

Journal Entry 3 by wingBooklover-IGBwing at by post, A Bookring -- Controlled Releases on Tuesday, October 13, 2020

Released 1 yr ago (10/13/2020 UTC) at by post, A Bookring -- Controlled Releases

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Der Ring ist gestartet und ich wünsche allen Mitleserinnen und Mitlesern gute Unterhaltung.

Journal Entry 4 by wingbluezwuzlwing at Altdorf (Niederbayern), Bayern Germany on Sunday, October 18, 2020
Danke fürs Schicken - das Buch ist trotz Dauerregen gut und trocken angekommen. Puh, der Klappentext klingt ja nicht sehr sympathisch. Ich bin gespannt!
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Aufwachsen auf dem Lande, Geisterbahn-Version.
Die Geschichte ist in Kapitel gegliedert, denen Gemälde-Titel vorangestellt sind. Die dazugehörigen Gemälde sind auch brav nochmal im Anhang aufgelistet (hach, wie ist man doch vielseitig gebildet!). Ein Zusammenhang zu den Kapitel-Inhalten erschließt sich mir - trotzdem ich die meisten der Werke kenne - allerdings nicht, außer vielleicht ansatzweise bei Hieronymus Bosch.
Der zwanghafte Wille zur sprachlichen Originalität verhindert, daß man den Personen nahe kommt und kann den Mangel an Originalität des Erzählten nur dürftig verschleiern. Eine Entwicklung der Personen kann ich auch nicht erkennen. Am Ende wird die Erzählerin von den bösen Schwestern "mit einem Trick" (welchen?) um den ihr (warum eigentlich?) bestimmten Hof gebracht. Nun kann sie anderswo ein neues Leben beginnen. Hoffentlich zieht das keinen Folgeband nach sich...
Wenn man schon zum 1034. Mal über die Schrecken einer Kindheit auf dem Lande lesen soll, sollte das Angebot schon etwas weniger dürftig ausfallen.

Journal Entry 5 by wingbluezwuzlwing at -- Per Post geschickt/ Persönlich weitergegeben --, Bayern Germany on Saturday, December 19, 2020

Released 1 yr ago (12/16/2020 UTC) at -- Per Post geschickt/ Persönlich weitergegeben --, Bayern Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Weiter gehts, zusammen mit "Annette" zur nächsten Station.


Journal Entry 6 by wingchawosowing at Heusenstamm, Hessen Germany on Thursday, December 31, 2020
Ist zwischen den Jahren mit weihnachtlicher Begleitung gut gelandet und wird schon gelesen. Die Kerzen haben auch schon Verwendung gefunden. Danke schön und einen guten Rutsch!

Ich kann mich dem, was booklover-IGB schreibt nur anschließen.

Auf Neudeutsch würde man das Ganze als einen "Coming of Age"-Roman bezeichnen. Was letztendlich wirklich überzeugt ist nicht unbedingt der Inhalt, sondern die Sprachgewalt, teilweise überbordend, der Sprachwitz, da spielt jemand mit der Sprache und man spürt die Freude daran. Dies ist heute nicht mehr sehr häufig und der eher düstere Inhalt tritt dahinter immer mehr zurück.

Ein zweites Element, das "anders" ist, sind die Kapitelüberschriften. Es handelt sich um Bilder, deren Inhalt teilweise hervorragend zu den Kapiteln passt. Und es ist vielleicht bezeichnend, dass einige Breughel-Bilder verwendet werden, die ja auch teilweise Wimmelbildern ähneln und oft im Detail erschreckende Einzelheiten zeigen. Dieser mikroskopische Blick findet sich im Buch in der Sprache, in der Zweideutigkeit an vielen Stellen wieder.

Sicher kein Preisträger-Buch, aber ein hoch interessantes lesenswertes Buch!

Journal Entry 7 by wingchawosowing at Heusenstamm, Hessen Germany on Friday, January 22, 2021

Released 1 yr ago (1/22/2021 UTC) at Heusenstamm, Hessen Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Macht sich auf den Weg zur nächsten Leserin.

Viel Freude beim Lesen und wieder Freilassen.
Lass wieder von Dir hören, liebes Buch!

Journal Entry 8 by Charly83 at Schwerin, Mecklenburg-Vorpommern Germany on Thursday, February 4, 2021
Das Buch ist wohlbehalten bei mir angekommen. Danke chawoso fürs Zusenden und auch den Rest :)

Journal Entry 9 by Charly83 at Schwerin, Mecklenburg-Vorpommern Germany on Sunday, February 14, 2021
Uff, ich habe es geschafft. Dieses Leseerlebnis war surreal.
Wenn ich den Inhalt von allen sprachlichen Umschreibungen isoliert betrachte, dann erkenne ich eine Kindheit und Jugend, die von schwierigen familiären Umständen, einer rauen Dorfkinderschar und einer ausbrechenden Jugendzeit erzählen.
Die sprachliche Vermittlung dessen ist jedoch sehr anstrengend. Die sprachlichen Bilder, die erzeugt werden, sind einerseits recht treffend, andererseits erscheinen sie mir beim Lesen stark konstruiert.
Leider habe ich erst am Ende bemerkt, dass die Kapitelüberschriften sich auf reale Bilder von Künstlern beziehen. Das hätte ich gern vorher gewusst, denn diese wurden sicher nicht zufällig gewählt und sollen einen Bezug zum Inhalt des Kapitels darstellen. In der nachträglichen Betrachtung kann ich diesen Bezug leider nur noch oberflächlich nachvollziehen.

Das Buch reist nun weiter zur nächsten Leserin.

Journal Entry 10 by heixly at Moers, Nordrhein-Westfalen Germany on Thursday, February 18, 2021
Dankeschön! Das Buch ist gut gelandet.

Dies ist ein merkwürdiges Buch, so duster, so bitterböse, so voller Grusel und bösem Geist. Ich konnte es lange in meinem Kopf gar nicht übereinander kriegen, dass das im Hier&Jetzt spielt, puh! Und ich musste immer weiter lesen wegen der starken Sprache, der unglaublich treffenden Bilder: "Wir essen schwarze Regensuppe zum Nachtmahl." oder "Der Raum duckt sich, macht sich klein, damit wir näher zusammenrücken." Und schwupps hat dich das Buch eingesperrt, ist die Beklemmung auf dich über gesprungen. Keine Ahnung, wo der Heidenspaß war, aber die Gewalt, die Ohnmacht und die Angst in der Ambivalenz zwischen Heimatidylle und Rachegedanken aller Mitspieler fand ich gut herausgearbeitet und das von Generation zu Generation immer weiter gegebene Trauma so deutlich und auch so hoffnungslos. Und wenn zum Schluss ein Kind geboren wird, dann bin ich so besorgt um dieses kleine Wesen.
PS: Sehr gerne würde ich etwas weniger Düsteres von der Autorin lesen.

Journal Entry 11 by wingLilo37feewing at -- Irgendwo in Bayern, Bayern Germany on Thursday, April 22, 2021
Ujujuj, das klingt schon wieder düster! Liegt es an Corona, dass die Bücher dieses Jahr alle so negativ sind? Danke schön fürs Schicken!

Journal Entry 12 by wingLilo37feewing at -- Irgendwo in Bayern, Bayern Germany on Thursday, April 29, 2021
Ich tue mich eigentlich gar nicht so schwer mit dem Buch, vielleicht, weil ich mir auch überhaupt nichts erwartet habe, ich wusste auch vorher gar nichts darüber.
Ich kenne die Gegend ganz gut, in der es spielt und auch den Menschenschlag, vielleicht tut auch das was zu meinem intuitiven Verständnis für diesen Text. Wörter aus dem Dialekt, einzelne Anspielungen (z.B. auf Bergnamen) sind mir vertraut.
Gleich die ersten zwei Sätze holten mich gut ab: „Nehmen sie ein Gemälde von Pieter Bruegel. Nun animieren Sie es.“ Genau das passiert in diesem Buch. Die Autorin kommt von der Malerei und ihre Schilderungen sind wie beschriebene Bilder. Die jeweils kapitelgebenden Gemälde habe ich, wenn es gerade möglich war, gegoogelt und das passte immer fantastisch. Die Ich-Erzählerin schildert die Bilder ihres Lebens, ihrer Kindheit und Jugend. Und die Bilder sind zwar grausam, das Mädchen selber aber behält seinen eigenen Kopf, seine Kraft und seine Subversivität. Mir gefällt das und ich finde es tatsächlich irgendwie witzig. Da passen alle drei einleitenden Motti ausgezeichnet, unter anderem «Lass mich ein Kind sein, sei es mit!» (Schiller).
Allerdings will ich nicht verschwiegen, dass ich mit der Kindheit mehr anfangen konnte, als mit der Jugend, in der dann alles mehr und mehr zerfällt.
Es ist nicht das, was ich normalerweise lese. Aber es gefällt mir trotzdem, ich kann größtenteils gut mitgehen und es ist ein sehr ungewöhnliches Buch - insofern passt es natürlich auf die Buchpreisliste. Für mich ist es auch von den bisher gelesenen das, das mir am besten gefällt.

Journal Entry 13 by wingChaosHamburgwing at Hamburg - City, Hamburg Germany on Sunday, June 6, 2021
Angekommen, einen Tag nach dem Nächsten, dass an die normale Adresse ging.
22.7.21
Nervig! An einer Stelle gg. Ende dachte ich, dass es besser wird, danach wurde es dann aber wieder nervig, wenn auch anders nervig.
Das Abo ist zum Bücherabgewöhnen.

Journal Entry 14 by wingXirxewing at Hannover, Niedersachsen Germany on Wednesday, July 28, 2021
Wie schön, das nächste Buch aus dem Deutschen Buchpreis Abo. Ein tolles Cover - wenn der Inhalt auch so ist ... 😉
Vielen Dank fürs Zusenden und für den Ring!

14. November 2021
Man sollte den ersten Satz des ersten Kapitels des Buches durchaus wörtlich nehmen:
"Nehmen Sie ein Gemälde von Pieter Bruegel. Nun animieren Sie es."
Wenn Du dazu noch weißt, dass die jeweiligen Kapitelüberschriften Gemäldetitel sind und Dir die Mühe machst, Dir vor dem Lesen diese Bilder anzuschauen (im Anhang sind die Maler mit ihren Gemälden genannt), hast Du so ungefähr eine Ahnung, was da auf Dich zukommt. Vielleicht aber auch nicht 😉
Helena Adler lässt eine junge Frau rückblickend ihre Kindheit und Jugend erzählen, allerdings, wie von Kindern mit einer überbordenden Phantasie nicht anders zu erwarten, maßlos und voller Übertreibungen. Doch damit nicht genug, gibt es anstatt Heidi-Idyll ein Inferno Danteschen Ausmaßes.
"Die Krallen der Mutter sind messerscharf. Gelb und schrecklich sind ihre hakenförmigen Klauen, am liebsten jagt sie kleine Angsthasen und Faultiere wie mich. Ihr spitzer Schnabel ist ein Hackebeil, damit kann sie Gelenke brechen und Knochen zerschmettern."
"Der Himmel donnert, grollt und erleuchtet die Nacht mit Blitzen. Bäume fallen um. Aus den nassen Lochmäulern der Viermagentiere tropft literweise Speichel. Gehörnte Geifergeschöpfe."
Daneben ist die Handlung kaum der Rede wert – Landleben eben. Kindheit und Jugend mit einem liebenden, aber saufendem, esoterischem Vater, einer hyperreligiösen depressiven Mutter, gehässigen älteren Zwillingsschwestern, die nichts als Arbeit kennenden Großeltern, dem Pfarrer und dem Bürgermeister. Spannung entsteht kaum, nur die Sprache, die im Fortgang der Geschichte etwas milder wird, ist durchaus bewundernswert. Doch dieses Übermaß an Allem, dieses Übertriebene und das Extreme nutzen sich auf Dauer ab, sodass selbst bei den weniger als 200 Seiten eine Art Gewöhnungseffekt eintritt, was durch die eher schlichte Handlung zu einer gewissen Eintönigkeit führt.
Vielleicht beim nächsten Mal: Etwas weniger extrem die Sprache, dafür ein Mehr an Handlung – das könnte richtig klasse werden!

Journal Entry 15 by wingXirxewing at per Post, Bookring -- Controlled Releases on Monday, November 22, 2021

Released 2 mos ago (11/22/2021 UTC) at per Post, Bookring -- Controlled Releases

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Endlich hat sich die Infantin auf die Reise gemacht. Viel Vergnügen mit ihr wünsche ich 😊

Journal Entry 16 by wingkasywing at Nußloch, Baden-Württemberg Germany on Friday, November 26, 2021
Noch vor dem Schnee hat mich die Infantin, wieder liebevoll verpackt, erreicht! Mein vorletztes Buch des Deutschen-Buchpreis-Abo 2020!

Journal Entry 17 by wingkasywing at Nußloch, Baden-Württemberg Germany on Tuesday, December 28, 2021
Nein, dass Buch hat mir nicht gefallen. Die Sprache ist mir zu derb, oft eine Aneinanderreihung von Adjektiven, die in mir eher Verwirrung auslösten.
Eigentlich eine interessante Idee Gemälde als Grundlage für die Beschreibung/Erzählung über das eigene Leben zu nehmen, aber auch dem konnte ich nicht so richtig folgen….Sorry, war nicht mein Buch! Trotzdem ganz herzlichen Dank für diesen Abo-bookring!

Journal Entry 18 by wing3malglueckwing at Lankwitz, Berlin Germany on Saturday, January 1, 2022
Das letzte Buch des Buchpreis-Abos 2020 ist eingetroffen. Vielen Dank fürs Zusenden sowie die schöne Bücher-Karte! Der Nachzügler wird sich gedulden müssen, es sind noch ein paar Ring-/Abo-Bücher vor ihm an der Reihe.
Merker: Buch zurück an Booklover-IGB oder weiter an Levander?

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