Serpentinen

by Bov Bjerg | Literature & Fiction |
ISBN: 3843722870 Global Overview for this book
Registered by wingLilo37feewing of -- Irgendwo in Bayern, Bayern Germany on 7/21/2020
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Journal Entry 1 by wingLilo37feewing from -- Irgendwo in Bayern, Bayern Germany on Tuesday, July 21, 2020
Ein depressiver Mann fährt mit seinem etwa neunjährigen Sohn die Straßen seiner Kindheit ab, erinnert sich an Schläge, Selbstmorde, Unterdrückung, Lügen. Seinen eigenen Aufstieg sieht er skeptisch. Er konnte die Armseligkeit emotional nicht hinter sich lassen.
Der Junge ist ein erfrischendes Gegengewicht, doch kann er den Vater in seiner selbstzerstörerischen Tendenz kaum aufhalten. Ein seltsames, deprimierendes Buch, das Hoffnungsschimmer aufzeigt, aber wenige.
Die echte Hölle ist halt doch in jedem selbst, denn objektiv betrachtet ist dem Protagonisten alles geglückt, Beruf, Beziehung, Familie. Er ist als Professor doch privilegiert, ist beruflich frei und selbstbestimmt, darf forschen, verdient genug, hat ein Kind, das er liebt.
Doch die Herkunft hält ihn. Die Serpentinen der Straßen in die Vergangenheit symbolisieren das Hin und Her.

Das Buch reist im Buchpreis-Abo 2020:
1. ChaosHamburg (hat es schon vor dem Abo von mir bekommen, daher war es schon so früh unterwegs)
2. Xirxe
3. kasy
4. 3malglueck
5. Booklover-IGB
6. bluezwuzl
7. chawoso
8. Charly83
9. heixly

und zurück zu Lilo37fee.

Journal Entry 2 by wingChaosHamburgwing at Hamburg - City, Hamburg Germany on Friday, August 21, 2020
WAS? Ich hab gar keinen Eingangs-JE geschrieben? Sorry!!

Ich hab es jetzt gelesen und es war gut, dass du es mir extra geschickt hattest, sonst hätte ich es abgebrochen. Denn es macht keinen Spaß, das Buch zu lesen. Und ich lese nun mal hauptsächlich zum Spaß …
Das heißt aber nicht, dass das Buch nicht gut ist.
(An deine wunderbare Rezension komme ich natürlich nicht ran.)
Ich finde es zum Beispiel unglaublich, dass der Autor den Stil so konsequent durchhält. So vage bleibt und doch so viel sagt.
Wenn das Buch nicht größtenteils autobiografisch ist, dann reicht meine Vorstellungskraft nicht mal, mir vorzustellen, wie mensch sich so gut in eine andere Person reindenken kann …

Ich vergeb die Sterne ausschließlich für die Qualität des Buches, NICHT für den Unterhaltungswert (der ist bei Null).

Das Buch steht, soweit ich weiß, auf der Liste für den Preis der Frankfurter Buchmesse.

Gibt es weitere Leser:innen?

Journal Entry 3 by Xirxe at Hannover, Niedersachsen Germany on Sunday, October 18, 2020
Die ersten beiden Ring-Beiträge zum Deutschen Buchpreis sind bei mir eingetroffen - da werde ich die nächste Zeit wohl nichts Anderes tun als lesen 😉 Vielen Dank für's Zusenden!

4. Januar 2012
Der Ich-Erzähler des Buches scheint Alles erreicht zu haben: glückliche Ehe und ein gesundes Kind, erfolgreich und anerkannt im Beruf. Doch das Erlebte seiner Kindheit ist nicht vergessen: die Selbstmorde seines Vater, Großvaters und Urgroßvaters, die ihn fürchten lassen, selbst der Nächste zu sein. Die Misshandlungen durch Vater, Mutter und Stiefvater, die sich derart tief eingegraben haben, dass er immer wieder feststellen muss, dass er zu ähnlichen Verhaltensmustern neigt. Seine ärmliche Herkunft aus dem Schwäbischen die ihn glauben lässt, dass er selbst als anerkannter Teil der Hochschule, Professor und Koryphäe seines Fachs, seinen Kolleginnen und Kollegen bürgerlicher Herkunft nicht ebenbürtig sei. Als er mit seinem kleinen Sohn eine Reise in seine schwäbische Heimat unternimmt, brechen all die Erinnerungen, Verletzungen und Demütigungen mit enormer Kraft hervor und es ist klar: Um seinem Sohn ein guter Vater zu sein, muss er seine Vergangenheit hinter sich lassen.
Ein einfaches Lesevergnügen ist dieses Buch wahrlich nicht, denn der Erzählstil ist nicht gerade einladend. Den chronologischen Rahmen bildet die Reise des Ich-Erzählers mit seinem Sohn, währenddessen er immer wieder in kurzen Episoden aus der Vergangenheit schildert, sowohl von seiner Kindheit und Jugend wie auch seiner Zeit als Ehemann und Vater. Die Sätze sind meist kurz und knapp und klingen stakkatohaft, wie getrieben, wohl um den Gefühlszustand des Erzählers wiederzugeben. Namensnennungen gibt es nur für Personen, die ihm nicht (mehr) nahe stehen, während beispielsweise seine Frau M. heisst und der Sohn nur 'der Junge' genannt wird. Hinzu kommt eine recht überschaubare Handlung, sodass alles zusammen genommen kein richtiger Erzählfluss entsteht.
Doch der Autor besitzt die Kunst, Situationen überaus anschaulich zu beschreiben. Beispielsweise über seine Mutter, die als Flüchtling auf die Schwäbische Alb kam, Schwäbisch lernte um anerkannt zu werden und nun dement im Altenheim lebt.
"Jetzt, am Ende, verlor sie die so gründlich erarbeitete Zweitsprache wieder. Sie sprach nur noch die Sprache ihrer ersten Jahre.
Ihr Gedächtnis war fast abgetragen, Schicht für Schicht, bis hinunter zum Plusquamperfekt.
Darunter gab es keine Lage mehr, in der noch etwas gespeichert war.
Ihre Sprache war fast abgetragen. Unter dem Kindheitsdialekt lagen keine Sätze mehr, da lag nur noch Lallen, Keckern, Wimmern."
S. 148
Auch seine Darstellungen der Vergangenheit sind vielleicht gerade wegen ihrer Knappheit prägnant und treffsicher und ich (aus dieser Zeit und Gegend stammend) habe Vieles wiedererkannt - leider. So bleibt am Ende ein zwiespältiges Leseerlebnis: keine herausragende Geschichte, aber eindringliche Bilder eines Lebens, das die Vergangenheit fast zerstört hätte.

Journal Entry 4 by Xirxe at per Post, Bookring -- Controlled Releases on Saturday, January 16, 2021

Released 1 mo ago (1/16/2021 UTC) at per Post, Bookring -- Controlled Releases

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Endlich landete das Buch heute im Briefkasten um zur nächsten Station zu reisen. Viel Vergnügen (?) beim Lesen.

Journal Entry 5 by wingkasywing at Nußloch, Baden-Württemberg Germany on Wednesday, January 20, 2021
Und wieder werde ich das nächste Lesevergnügen auf/ mit Serpentinen verbringen :)
Ganz herzlichen Dank für die liebevoll verpackte Büchersendung und das kleine Mitsendel....
Bov Bjerg „Serpentinen „ haben mich wohlbehalten erreicht.

Journal Entry 6 by wingkasywing at Nußloch, Baden-Württemberg Germany on Friday, February 05, 2021
Bov Bjerg erzählt in seinem Roman „Serpentinen“ die Geschichte eines Mannes dessen Vater, Großvater und Urgroßvater sich das Leben genommen haben und der nun selbst am Sinn seines Daseins zweifelt.
Eigentlich beruflich erfolgreich und auch im privaten Leben nicht allein, kämpft er permanent gegen Depressionen und den vermeintlichen Fluch der Familie an.
Durch eine Reise mit dem „Jungen“ in seine alte Heimat hofft er, den tödlichen Familienfluch zu bannen, um sich und das Kind zu retten.

Das Buch geht unter die Haut und macht deutlich wie die eigene Kindheit durch familiäre Situationen geprägt wird, ein Leben lang.
Die kurzen Sätze und die sprunghafte Übergänge zwischen den Zeiten stehen (wahrscheinlich) für das rastlose, unsichere „Ich“ des Erzählers.

Das Buch reist zur nächsten Leserin:)

Journal Entry 7 by wing3malglueckwing at Lankwitz, Berlin Germany on Tuesday, February 16, 2021
Am Wochenende erreichten mich die Serpentinen. Mit dem beiliegenden Frauen-Power-Tee werde ich sie bezwingen ;-)
Vielen Dank für die Zusendung!

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