Tree(3)perCent

by Bernhard Seidel | Nonfiction | This book has not been rated.
ISBN: Global Overview for this book
Registered by wingfannynataliewing of Wien Bezirk 08 - Josefstadt, Wien Austria on 11/13/2019
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Journal Entry 1 by wingfannynataliewing from Wien Bezirk 08 - Josefstadt, Wien Austria on Wednesday, November 13, 2019
Die Kunst, echte Ökologie ins Spiel zu bringen.
Das Buch behandelt eine integrative Lösung, die, sozial angepasst, alle aktuell denkbaren Zerstörungen am Ökosystem (was auch den Klimadiskurs inkludiert) ausgleichen kann.

Bookring:
Laborfee

Journal Entry 2 by wingfannynataliewing at Wien Bezirk 08 - Josefstadt, Wien Austria on Thursday, November 21, 2019

Released 7 mos ago (11/20/2019 UTC) at Wien Bezirk 08 - Josefstadt, Wien Austria

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Liebe/r Finder/in,
herzlichen Glückwunsch, du hast ein reisendes Buch gefunden! Ich hoffe, es gefällt dir.
Ich freue mich, wenn du einen Journal-Eintrag machst, damit ich weiß, wo das Buch gerade ist und was du damit vor hast. Wenn dir die Idee von Bookcrossing gefällt, kannst du dich bei Bookcrossing registrieren, das ist kostenlos und anonym. Du kannst dadurch den weiteren Weg dieses Buches verfolgen. Infos auch auf http://www.bookcrossers.at/
bzw. http://www.bookcrossers.de/

In Österreich gibt es ein eigenes Bookcrossing-Forum: http://bcat.az.in/forum/
dort gibt es Hilfe bei Fragen und Infos zu Bookcrossing und auch der Spaß kommt nicht zu kurz. Viele erholsame Stunden und Spaß beim Lesen!

Hello! Bookcrossing is an online community of book lovers dedicated to sharing books with each other and the world at large. We are curious to see how far and wide this book will travel and how its readers like it. Kindly make a journal entry to let us know it's found a new reader.
Feel free to read and keep this book, pass it on to a friend, leave it back or somewhere else for the next reader. If you journal this book as a member, then you will be able to follow the book as it travels around. Happy reading!

Journal Entry 3 by wingLaborfeewing at Braunschweig, Niedersachsen Germany on Saturday, November 30, 2019
Angekommen, vielen herzlichen Dank, liebe fannynatalie! Mal sehen, wie ich mit dem österreichischen Duktus klarkomme...

Zitate:

S.153 Jedes Geld zerstört. Aber die Menge, in der es fließt ist direkt proportional zum Schaden, den es anrichtet. Unser Geld zerstört die Umwelt. Jemand mit großem Einkommen ist ein großer Umweltzerstörer, jemand mit weniger Einkommen ein entsprechend kleinerer.

S.70 Dieses Mal geht es nicht um das Kapital, nicht um den Materialismus und nicht um die Macht alleine, sondern auch um ihre eigene physische Lebensqualität und Überlebensmöglichkeit als Sippe, in mehreren Generationen gedacht. Es geht auch um das Leben der anderen, was sie jedoch bereits wieder weniger interessieren wird. [...] Und nein, es ist nicht wesentlich, ob du dann dein Vieles an Geld entweder für ein Fahrrad oder für ein Auto ausgibst; das sind nämlich unerlaubte Ausflüchte und Alibivorgaben, um die längst nicht mehr, weiße Umweltweste rein zu erhalten. Es geht nämlich ganz klar und ausschließlich darum, wie hoch dein jeweiliger Umsatz, ausgedrückt in Geld oder Besitzungen pro Monat, pro Jahr, pro Leben ist. Das drückt deinen dir persönlich entsprechenden Ökologieschaden aus. Alle anderen bisher gemachten Vorstellungen dazu sind falsch und unwesentlich. Die Höhe deines Kontos gleicht Größe deines Gesäßes, das du auf die Lebensvorgänge dieser Welt drückst. Ob du dabei vorgibst, der alternative Hanfschuh tragende Umweltapostel zu sein, oder der Yuppie mit dem Business-Anzug und den blankgeputzten Designerlackschuhen, das ist egal.

S.196 Arbeitende Menschen haben erstmals im Kollektiv die Chance, dass alles, was sie konsumieren eine umweltrelevante Kompensation nach "Tree(3)percent" erfahren kann. Damit bleiben ihre Lebensgrundlagen aufrecht und nicht nur diejenige von denen, die es sich künftig leisten können.

S.206 Das bereits mehrfach erwähnte Beispiel der Umweltverbände, die [vom Konsumenten bereits bezahlten!] Müll sammeln, sich sich das zahlen lassen und die Stoffe dann verkaufen, ist für jedermann verständlich. Sie ziehen durch gesetzlich gesicherte Machenschaften das eigentliche ökologische Optimum in zwei gesellschaftlich fragwürdige, ja eigentlich unannehmbare Richtungen. Erstens, weil sie sich gegen das Einsparen der Produktion von Abfall stellen und zweitens, weil sie eine Industrie dahinter aufbauen, deren Schäden über Geldfluss und benötigte Infrastruktur ein Vielfaches des ursprünglichen Schadens durch den Abfall ausmachen.

S.97 Eine neue Aufklärung könnte viele grundlegende Betrachtungen unserer Auffassung von Werten revolutionieren, was unser gesellschaftliches Leben dann freier, unabhängiger und erfüllter gestalten könnte. Die männlich dominierte kapitalistische Gesellschaft ist ein Auslaufmodell einer stupiden Macht- und Machbarkeitsideologie, deren Ende sich durch die Annäherung an die Rote Linie der Umweltökologie unwillkürlich abzeichnet.


S.137 Kann es sein, dass wir deshalb "frische" Menschen hierher zu uns lassen, weil die einheimische Beschäftigungsszene so derartig verwöhnt ist, dass ihr von unten her auf der sozialen Leiter eine neue Sprosse eingezogen wird, auf die sich die Wirtschaft letztlich hinab begeben kann, um dort Personenmaterial zu akquirieren, das auch für deutlich weniger Geld zu haben ist, bei deutlich geringeren Ansprüchen an Lebensstandard und Konsumverhalten?

S.139 Es kann aber sein dass jemand aus der "offensichtlich abgehängten Unterschicht" erkannt hat, dass die großen Ökonomen ein doppelbödiges Spiel und eigentlich schon immer die totalen Klima- und Umweltleugner gewesen sind, weil sie nämlich nur den permanent wachsenden Wirtschaften zuarbeiten, die uns und unsere Welt zerstören werden.

Journal Entry 4 by wingLaborfeewing at Braunschweig, Niedersachsen Germany on Sunday, July 05, 2020
Das Buch ist schon sehr aufrüttelnd und hat mich ziemlich bewegt und zum Nachdenken angeregt. Ich habe es nun ausgelesen und mir jede Mange Zitate herausgesucht, anhand derer ich hoffentlich noch einen Journaleintrag zusammenschreibe. Ist ziemlich viel was mir dazu im Moment durch den Kopf geht...
Ersteinmal geht das Buch an den Nachbarn R.G., der spontan Interesse bekundet hat. Schaun mer mal.

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06.07.2020

Es war nicht einfach, den Einstieg zu bekommen, denn die geschwurbelte Sprache ist in der Tat nicht einfach zu lesen. Herr Seidel erzählt sehr weitschweifig und geht die eigentliche Thematik aus sehr vielen verschiedenen Gesichtspunkten an, die manchmal doch recht speziell sind. Ich habe das Glück, im letzten Jahr die oft erwähnte Donaustaustufe vor Wien bei unserer Donau-Radtour "bewundern" zu dürfen, und konnte mit seinem persönlichen Schwerpunkt durchaus etwas anfangen. Wäre dem nicht so, weiß ich nicht, ob ich nicht irgendwann abgebrochen hätte.

Die Thesen, die er anhand dieses ökologischen Desasters und dem Versagen von Politik und Wissenschaft bezüglich Ökonomie versus Ökologie entwickelt, sind dann allerdings im wahrsten Sinne des Wortes umwerfend. Nach einem stockenden Anfang hab ich mich richtig in dieses Buch reingefressen, und man möge mir bitte verzeihen, dass ich auch einige Textpassagen dezent mit Textmarkern angestrichen habe, um sie mir später noch einmal zu Gemüte zu führen.

Bis zum Lesen dieses Buches war ich eigentlich ein Verfechter der alternativen Energien (wobei mir Elektroautos allerdings völlig abgehen...), nach dem Lesen habe ich meine Meinung dazu durchaus revidiert.
Dem Hauptargument, dass jede Form von Investition in neue Güter - so eben auch die "neuen Energieformen" - die Natur in jedem Falle mehr schädigt als nutzt, wenn nicht im gleichen Zuge Reparaturleistungen an der Natur erbracht werden, hat mich völlig überzeugt. Die Forderung, zum stetigen Ökosystem-Wiederaufbau verpflichtend alle Konsumleistungen mit einem Soli zu belegen, ist bestürzend einfach, und mir ist schleierhaft, warum da nicht früher jemand drauf gekommen ist.
Dass die Wirtschaftslobby da erst einmal nicht mitziehen mag, da die Gewinnspannen dann entschieden sinken ist klar, ich hoffe aber sehr, dass unsere Gesellschaft doch noch in der Lage ist, in dieser Richtung umzudenken. Einfacher und solidarischer wäre Umwelt- und Klimarettung wohl kaum möglich.

Dass die Wissenschaftler/Ökologen zum Wohle der Gemeinschaft endlich aus ihrem Elfenbeinturm herauskommen mögen, und (nötigenfalls auch mit kabarettistischen Mitteln) ihr wichtigen Erkenntnisse unter das Volk bringen und Verantwortung für die breite Publikation ihrer Daten übernehmen statt nur "unter sich" Papier auszutauschen oder gegen Geld an die Wirtschaft zu geben, wäre mir auch ein Herzenswunsch. Ich lebe und arbeite mit einem ebensolchen Biologen zusammen und frage mich häufiger, warum so "geheim" und unter sich geforscht wird, statt die breite Masse einzubinden. Wir haben an der Uni einige wenige "Rampensauen" in der Psycholgie und der Zoologie, aber der Großteil der ökologischen Forschung wird zwar in Fachzeitungen publiziert und im günstigsten Falle an die Wirtschaft verkauft, aber nie wirklich publik gemacht.

Was ich mir gewünscht hätte, wären konkrete Vorschläge, wie man auch heute schon entsprechende Projekte unterstützen könnte. Ich weiß von Ausgleichsprojekten für Flugreisen oder Suchmaschinen (z.B. Ecosia, atmosfair oder myclimate), aber über die konkrete Umsetzung und den ökologischen Nutzen der angegliederten Organisationen (z.B. Plan vivo, Moorfuture) ist zu wenig bekannt. Und diese Organisationen betreiben imho zur Zeit auch eher einen modernen CO²-Ablasshandel statt effiktiver, ökologisch-wertvoller Arbeit.

Den Diskurs zur Migration finde ich grenzwertig. Aus ökologischer Sicht kann ich die Argumente durchaus verstehen, aus sozialer/humanitärer Sicht geht mir da aber erst mal der Hut hoch. Natürlich streben all diese Migranten auch ein konsumlastiges Wohlleben an, zerstören damit weitere Ökosysteme - aber auch in ihrer Heimat würden sie dies früher oder später tun. Sich einfach darauf berufen, die Armen arm halten zu wollen, ist in meiner Sicht nicht zulässig. Dies ist einer der wenigen Punkte, in denen ich mit Herrn Seidel definitiv nicht konform gehe.
Seinem Gedanken, dass die Wirtschaft/verwöhnte Gesellschaft nicht bereit ist, auf diese "unterste Stufe" der Lohnarbeiter zu verzichten, stimmt ich vollkommen zu. Wo das hinführt sehen wir zur Zeit ja gerade in diversen Dramen der Niedriglohnbetriebe, die auch in Zeiten der Pandemie nicht auf ihre Billigstkräfte verzichten mochten und sie - zur Not illegal oder unter Erpressung des Staates - ins Land holen, um keine Defizite zu fahren.

Journal Entry 5 by wingLaborfeewing at Braunschweig, Niedersachsen Germany on Monday, July 06, 2020
Jetzt habe ich soviel zu diesem Buch geschrieben, dass ich für "Soziales" lieber noch ein Journal schreibe:

Fazit:
Gerade in dieser wirbeligen Pandemie-Zeit eine Wahnsinnslektüre, die imho ein wesentlich breiteres Publikum verdient hätte - sei es, um zum Umdenken anzuregen oder auch nur massiv zu provozieren. Eine Überarbeitung mit stringenterer Gedankenführung könnte nützlich sein, da es in dieser Form "schweres literarisches Brot" darstellt. Ich habe jedenfalls angefangen, den Link zum Buch in den öffentlichen Netzwerken vielfach an passenden (und wahrscheinlich auch einigen unpassenden... ;O) Stellen einfließen zu lassen.

Herzlichen Dank für diesen aufschluss- und erkenntnisreichen Bookring, liebe fannynatalie! Mich würde ja noch interessieren, wie du an das Buch geraten bist, ob du es gelesen hast und wie du es findest...

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