Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten

Registered by wingholle77wing of Meschede, Nordrhein-Westfalen Germany on 11/12/2019
Buy from one of these Booksellers:
Amazon.com | Amazon UK | Amazon CA | Amazon DE | Amazon FR | Amazon IT | Bol.com
This book is in a Controlled Release! This book is in a Controlled Release!
12 journalers for this copy...
Journal Entry 1 by wingholle77wing from Meschede, Nordrhein-Westfalen Germany on Tuesday, November 12, 2019
Alice Hasters, Jahrgang 1989, Tochter eines deutschen Vaters und einer afroamerikanischen Mutter, Journalistin, schreibt in ihrem Buch über sogenannten Alltagsrassismus, also die Sorte von Rassismus die die meisten durchaus wohlwollenden Mitmenschen überhaupt nicht als rassistisch empfinden.
Bei manchen Beispielen habe ich innerlich mit dem Kopf geschüttelt über so viel Unsensibilität oder würdet ihr auf die Idee kommen, einer fremden Frau in die Haare zu greifen, um zu sehen, wie sie sich anfühlen?
Bei anderen Beispielen habe ich mich selbst betroffen gefühlt, weil ich sowas zumindest schon mal gedacht hatte, ohne es als rassistisch zu empfinden.
Bei der Lektüre erfahren wir auch noch einige interessante historische Fakten aus Europa, USA und Afrika.
Ich fand das Buch sehr interessant und wichtig, weil man als Mensch, der sich als nicht-rassistisch bezeichnet, nochmal sein eigenes Verhalten und seine Denkweise überprüfen kann und wahrscheinlich doch auf etwas stoßen wird, was man dann in Zukunft vermeiden möchte.
Ich habe bei der Lektüre auch an der ein oder anderen Stelle gedacht, ob da nicht zuviel persönliche Empfindlichkeit eine Rolle spielt, aber bei genauerem Nachdenken musste ich mir eingestehen, dass ich mir dazu als Nicht-Betroffene überhaupt keine Meinung bilden kann.
Ich möchte das Buch als Ring reisen lassen, weil ich es in der heutigen Zeit für wichtig halte.

Teilnehmer:
01. Oedi
02. Samingo
03. Beithe
04. pyrrhula
05. Mary-T
06. Onjmal
07, boagat
08. Wurde auf Wunsch entfernt
09. Leserin09
10. hummelmotte
11. Catbook
12. levander
13. mamiwata

Journal Entry 2 by wingholle77wing at Meschede, Nordrhein-Westfalen Germany on Tuesday, November 12, 2019

Released 1 yr ago (11/15/2019 UTC) at Meschede, Nordrhein-Westfalen Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Das Buch geht als Ring auf die Reise, die erste Station ist Oedi im hohen Norden.

Journal Entry 3 by wingOediwing at Mohrkirch, Schleswig-Holstein Germany on Tuesday, November 19, 2019
Gut angekommen, muß aber noch etwas warten, denn der neue Lagerkrantz ist gleichzeitig auch als Ring eingetroffen, wird erfahrungsgemäß SEHR schnell gelesen seun und hat deshalb Vorfahrt 😃

Journal Entry 4 by wingOediwing at Mohrkirch, Schleswig-Holstein Germany on Friday, November 29, 2019
Hat mich sehr ins nachdenken gebracht.
Für mich ists schwierig, mir drüber klarzuwerden, inwieweit ich konform gehe. Spätestens da, wo ich offenbar nicht mehr berechtigt bin, eine andere Empfindung zu haben, weil ich keine Betroffene bin, wirds für mich inakzeptabel (egal obs um Hautfarben oder andere Themen geht). Ich fragte mich mehrfach, ob das aussagt, daß ich drauf bestehe, weiterhin rassistisch zu sein, konnte keine Antwort finden und trage diese Fragestellung noch mit mir herum.
Leider habe ich mich auch jenseits dieser schwierigen Frage mehrfach ertappt gefühlt. Und ich verstehe die Sache mit den "Mikroagressionen " jetzt deutlich besser. Schwierig dabei: daß sie ja fast unvermedlich sind.

Journal Entry 5 by wingSamingowing at Tornesch, Schleswig-Holstein Germany on Monday, December 09, 2019
Heute lag das Buch in den gesammelten Werken, die die Nachbarn freundlicherweise aus dem Postkasten gerettet haben, während wir auf dem Striezelmarkt waren...
Vielen Dank fürs Schicken! Ich bitte um etwas Geduld, da liegen noch ein paar...

Journal Entry 6 by wingSamingowing at Tornesch, Schleswig-Holstein Germany on Monday, January 13, 2020
Ich habe das Buch nicht in einem Rutsch lesen können, zu oft musste ich es weglegen und nachdenken... Darüber, was ich tue, was ich ändern kann.
Definitiv ist es wichtig darüber zu sprechen und nachzudenken. Die Wurzeln reichen tief und weit zurück in der Zeit.
Es ist so, dass ich einige Dinge auch nicht als rassistisch empfinde, aber ich bin ja nicht betroffen. Aber mir würde es im Traum nicht einfallen, jemanden in die Haare zu greifen oder ähnliches.

Das Buch reist nun gleich weiter. Danke für den Ring

Released 1 yr ago (1/14/2020 UTC) at -- Per Post geschickt/ Persönlich weitergegeben --, Schleswig-Holstein Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Ringbuch auf Reisen

Journal Entry 8 by Beithe at -- irgendwo in Schleswig-Holstein, Schleswig-Holstein Germany on Friday, January 17, 2020
Das Buch ist heute gut hier angekommen. Ich bin gespannt.

Journal Entry 9 by Beithe at -- irgendwo in Schleswig-Holstein, Schleswig-Holstein Germany on Wednesday, January 29, 2020
So meinen ersten Text habe ich gerade gelöscht.
Wie finde ich das Buch? Erstmal- ich habe es nicht zuende gelesen. Nach der Hälfte hab ich nur noch quergelesen. Die Autorin schreibt sehr gut und sie weiss sicher auch wovon sie schreibt.
Das Buch regt zum Nachdenken an, nur habe ich das Gefühl, dass wenn man nicht der gleichen Meinung ist, ist man sofort rassistisch. Ich bin nicht immer ihrer Meinung und ich bin keine Rassistin.
Ich Denke oft in Schubladen. Ich nehme die Unterschiede der Menschen wahr und ich finde es interessant und spannend wenn Menschen unterschiedlich sind. Dadurch fühle ich mich nicht besser und auch nicht überlegen.
Als Mutter eines (hellhäutigen und dunkelblonden) Dreadheads weiss ich das der Aufforderungscharakter von Haaren auf manche Menschen unwiederstehlich ist. Das ist dann nicht immer rassistisch sondern übergriffig. Besser? Schlechter? Anders zu Bewerten?
Die Autorin hat allen Grund wütend zu sein und auch ihren Frust in einem gut geschriebenen Buch Luft zu machen. Sie wird Menschen zum Nachdenken und vielleicht auch Umdenken anregen (mich auch). Hoffe ich.






Journal Entry 10 by Beithe at -- irgendwo in Schleswig-Holstein, Schleswig-Holstein Germany on Saturday, February 01, 2020

Released 1 yr ago (2/1/2020 UTC) at -- irgendwo in Schleswig-Holstein, Schleswig-Holstein Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Hallo
Du hast ein freies Buch gefunden.Wenn du magst lies es und/oder lass es wieder frei.Ich würde mich freuen,wenn du hier einen Eintrag machst.Das geht auch anonym.

Journal Entry 11 by wingpyrrhulawing at Krakow am See, Mecklenburg-Vorpommern Germany on Saturday, February 08, 2020
Gestern in meinem Briefkasten gefunden. Danke fürs Zusenden!

Habe die BC-ID im Buch korrigiert, da hatte sich eine falsche End-Zahl eineschlichen.

Journal Entry 12 by wingpyrrhulawing at Krakow am See, Mecklenburg-Vorpommern Germany on Saturday, February 29, 2020
Brauchte etwas Zeit zum Lesen und zwischendurch Nachdenken ...
Wie vielschichtig Rassismus sein kann und von der betroffenen Gruppe empfunden werden kann, war mir nicht bewusst. Interessant war der historische Kontext (mit Quellenangaben im Anhang) einiger Verhaltensweisen. Auch ich hatte manchmal das Gefühl, die Autorin reagiere manchmal zu empfindlich, aber als hellhäutiger Mensch kann man das wohl kaum nachempfinden.
Ich denke, dieses Buch sollte von vielen Personen gelesen werden, um eigene Verhaltensweisen zu reflektieren.
Danke fürs Mitlesen lassen!

Journal Entry 13 by wingpyrrhulawing at Krakow am See, Mecklenburg-Vorpommern Germany on Saturday, February 29, 2020

Released 12 mos ago (3/2/2020 UTC) at Krakow am See, Mecklenburg-Vorpommern Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Das Buch reist jetzt weiter zu MaryT.

Journal Entry 14 by Mary-T at Bretzfeld, Baden-Württemberg Germany on Friday, March 06, 2020
Das Buch ist hier gut angekommen.
Ich bin schon sehr gespannt! Danke, dass ich mitlesen darf!

2. Mai 2020
Ich musste das Buch jetzt erst mal eine Weile sacken lassen.
Mich nervt ja übertriebene political correctness sehr. Ich finde es nervig wenn in Texten gegendert wird weil für mich die fraglichen Begriffe eben weibliche Personen nicht ausschließen.
Ich mag auch nicht, dass ältere Kinderbücher umgeschrieben werden. Begriffe wie "Weib" oder "Negerkönig" sind für mich ein stückweit sprachlicher Wandel der Zeit. Anstatt diese Begriffe zu ignorieren und zu verbannen, möchte ich sie lieber beispielsweise meinem Kind erklären. Wenn man nicht darüber spricht, dann passiert es eben auch leicht, dass solche Begriffe benutzt werden ohne dass man sich der Wirkung wirklich bewusst ist. (So ist es beispielsweise meinem Sohn schon ergangen, mit einem Begriff, der für ihn sehr beleidigend war aber das seinem Kindergartenfreund eben gar nicht bewusst war)
Mein Sohn hat schwarze krause Locken und auch einen dunklen Hautton und wir sprechen sehr offen über die Problematik. Und ja, auch er hat schon seine Erfahrungen mit Rassismus machen müssen. Wir kennen auch Menschen, die einfach ungefragt sein Haar anfassen und manchmal macht es meinem Sohn nichts aus, manchmal gibt er Bescheid, dass er das nicht möchte. Ob ich dieses Verhalten, das auf jeden Fall übergriffig und unangebracht ist, als rassistisch empfinde weiß ich nicht sicher. Für mich ist das Verhalten ähnlich dem meinem Hund öfters mal gegenüber. Er ist sehr ängstlich und möchte mit jedem Hund den er draussen sieht spielen und begrüßen, allerdings mag er die Menschen nicht und reagiert sehr ablehnend und regelmäßig versuchen fremde Menschen ihn trotzdem zu sich zu locken, ihn anzufassen. Sie scheinen zu denken, dass dieser arme Hund all die Jahre nur darauf gewartet hat, dass genau dieser Mensch nun seine Angst innerhalb von zwei Minuten heilt und sich dann gerne von ihm anfassen lassen möchte, sie müssen eben nur aufdringlich genug sein... Ob mein Hund das als Rassismus auffasst?
Auch denke ich, dass die Autorin in vielen Situationen übertreibt, bzw. ein unangebrachtes Verhalten mit Rassismus in Verbindung bringt, dem eine völlig entgegengesetzte Intention zugrunde liegt. Ja, schwarze Menschen, asiatische Menschen oder so sind anders als die meisten Menschen hier in Deutschland und fallen auf. Es gibt auch wirklich Menschen die Interesse haben. Interesse an eben diesen "anderen" Menschen. Daher fragen viele woher diese Menschen kommen. Weil sie neugierig darauf sind und mehr darüber wissen möchten. Ich weiß dass ich selbst früher schon dann und wann mal etwas überrascht auf eine kecke Antwort, eines Menschen, der vielleicht dem Aussehen nach aus dem Ausland kam, aber dann doch in Deutschland beheimatet war. Sicherlich hatte ich keine rassistischen Hintergründe. Ich kann aber natürlich verstehen, dass so ein Interesse auch einfach nerven kann. Ich weiß aber auch von Farbigen in meinem Bekanntenkreis, dass es auch welche unter ihnen gibt, die kein Problem mit dieser Art Interesse haben, bzw. es sogar toll finden, dass sich jemand dafür interessiert.
Das gilt auch für Interesse an der Frage, ob Dunkelhäutige Sonnenbrand bekommen können, ... ich kenne sogar jemand, der mit größter Freude Kindern erklärt, dass seine Haut so dunkel ist weil er als Kind so viel Schokolade gegessen hat.
Ich muss zugeben, manches Mal habe ich mich gefragt, was denn die Autorin denn nun gerne hätte wie man reagieren soll. Denn ich hatte manches Mal den Eindruck, dass so oder so, man es ihr sowieso nicht recht machen kann. (Beispielsweise auch in dem Kapitel über die erste schwarze Freundin)
Der Eindruck drängt sich mir auf, dass die Autorin alle gleich machen möchte... aber das ist doch gerade das Schöne, dass wir eben nicht alle gleich sind sondern, dass wir unterschiedlich sind. Nicht zuletzt nur bei der Hautfarbe. Und mein Anspruch ist vielmehr eben alle Menschen in ihrer Verschiedenheit/ihrem Anderssein zu respektieren. Wir möchten, doch nicht dahin kommen, dass wir alle gleich sind, oder? Es fällt eben jemand auf der schwarz ist. So ist das nun mal. Genauso fällt ein Mann hier bei uns mit langen Haaren auf. Oder die beiden Männer, die Händchenhaltend durch die Stadt laufen, oder oder oder
Ich habe auch lange mit einem Freund gesprochen, der als Schwarzer seit 25 Jahren nun in Deutschland lebt. Ich wollte gerne wissen ob meine Meinung vielleicht so ist, weil ich selbst nicht betroffen bin (auch wenn ich eine gemischte Familie habe). Mein Freund hat Rassismus erlebt, aber eigentlich nur während einer Phase in seinem Leben. Viele Dinge, über die sich schwarze Freunde/Kollegen von ihm aufregen, empfindet er anders und nimmt viel mit Humor. Seiner Erfahrung nach reagieren viele Schwarze über/so wie die Autorin und daher meidet er bestimmte Personengruppen. Das fand ich auch wieder sehr interessant.
Mir kam es in dem Buch auch (nachdem ich alles gelesen habe) so vor, als wäre vieles auch der Situation geschuldet, dass sie sich selbst noch nicht so recht gefunden hat, bzw. ihren Platz. Das wird auch deutlich als sie mehr von ihrer Familie und ihren Schwestern erzählt.
Sehr interessant fand ich die geschichtlichen Hintergründe zu lesen. Das war mir nicht alles so bewusst, bzw. wusste ich nicht. Das finde ich sehr wichtig.
Überhaupt auch das ganze Thema. Ich hoffe das kommt jetzt nicht falsch rüber.
Ich finde, dass Rassismus immer noch oft ein Problem ist und man hier sicherlich weiterhin Aufklärungsarbeit braucht und darüber auch sprechen muss.
(Auch wenn an manchen Stellen im Buch, imho nicht gerade Rassismus das Problem ist)

Vielen Dank dass ich mitlesen durfte! Das Buch reist morgen weiter.

Journal Entry 15 by wingOnjmalwing at Stuttgart, Baden-Württemberg Germany on Friday, May 15, 2020
gerade mit der Post angekommen... ich bin gespannt, was mich erwartet

Edit 18.05.2020: ich möchte mit einem Zitat meiner Vorleserin starten "Ich muss zugeben, manches Mal habe ich mich gefragt, was denn die Autorin denn nun gerne hätte wie man reagieren soll. Denn ich hatte manches Mal den Eindruck, dass so oder so, man es ihr sowieso nicht recht machen kann." Dieser Eindruck hat sich das eine oder andere Mal auch bei mir eingeschlichen, denn diejenigen, die das Thema interessiert lesen dieses Buch, diejenigen von denen das Buch handelt (z.B. Leute die ungefragt in die Haare fassen etc.) werden dieses Buch eh ignorieren (weil man ja auf keinen Fall ein Rassist ist) - klar, sie hält den Spiegel vor und macht darauf aufmerksam, dass Äußerungen die uns bis dato nicht als rassistisch erschienenen ebenso zu behandeln sind, einige geschichtliche Hintergründe die für diese Verhalten die Wurzeln gebildet haben, waren selbst mir nicht bewusst/bekannt ... aber nur wenn man darüber spricht, kann man die Mitmenschen zum Umdenken bewegen.

Die nächste Adresse ist angefragt, und das Buch kann dann auf die Weiterreise gehen, sobald diese da ist.

Journal Entry 16 by wingOnjmalwing at Stuttgart, A Bookring -- Controlled Releases on Sunday, May 24, 2020

Released 9 mos ago (5/24/2020 UTC) at Stuttgart, A Bookring -- Controlled Releases

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Macht sich nun auf zur nächsten Lesestation.
Herzlichen Glückwunsch! Du hast ein "reisendes Buch" bekommen!
Gute Reise!

Journal Entry 17 by boagat at Briedel, Rheinland-Pfalz Germany on Wednesday, June 03, 2020
Das Buch ist gut hier angekommen. Vielen Dank. Die aktuelle Situation macht dieses Buch ja gerade besonders wichtig.

Journal Entry 18 by boagat at Briedel, Rheinland-Pfalz Germany on Sunday, June 07, 2020
Ich hab das Buch übers verregnete Wochenende gelesen und fand es sehr interessant. Mag sein, dass Alice Hasters auf viele Kleinigkeiten sehr sensibel reagiert, aber da sie mit diesen Kleinigkeiten täglich konfrontiert und an anderen Stellen tatsächlich diskriminiert wird, kann ich das gut verstehen. Mich hat ja als Kind und Jugendliche schon die oft gestellte Frage genervt, woher ich meine roten Haare habe, (Meine Antwort meistens: vom Briefträger ;-) aber das war nur eine blöde Frage und ich hatte wegen meiner Haarfarbe nie irgendwelche Nachteile. Hexenverfolgung gibt es schließlich tatsächlich nicht mehr, Rassismus leider immer noch.
Gut fand ich im Buch den Wechsel zwischen persönlicher Erfahrung (und auch Meinung) und dem gut recherchierten Hintergrund zu vielen Vorurteilen. Manche Zusammenhänge waren mir bewusst, einiges jedoch noch nicht.

Journal Entry 19 by boagat at Briedel, Rheinland-Pfalz Germany on Friday, June 26, 2020

Released 8 mos ago (6/25/2020 UTC) at Briedel, Rheinland-Pfalz Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Per Post auf dem Weg zur nächsten Station.

Journal Entry 20 by wingLeserin09wing at Kamen, Nordrhein-Westfalen Germany on Sunday, June 28, 2020
Gestern erhalten, vielen Dank fürs Schicken!
------‐---
Ganz ehrlich: Nach 30 Seiten habe ich aufgehört zu lesen. Wie hier an anderer Stelle schon erwähnt wird, beschleicht einen das Gefühl, dass die Autorin selbst noch nicht so recht weiß, was sie eigentlich will. Vielleicht erkenne ich aber auch das Problem nicht, da ich noch nie direkten Kontakt zu schwarzen Menschen hatte.

Zudem fand ich es schrecklich, ein Buch zu lesen, welches mit Sternchen überhäuft ist, damit man auch ja nicht auf den Gedanken kommen kann, es seien jetzt nur männliche Personen gemeint.

Die nächste Adresse ist angefragt. Schade, ich hatte mir mehr davon erhofft. Aber vermutlich liegt es wohl wirklich daran, dass ich hier auf dem Land selbst überhaupt keinen Kontakt habe.

Released 7 mos ago (7/16/2020 UTC) at -- Per Post geschickt / Persönlich weitergegeben --, Nordrhein-Westfalen Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Lieber Finder, liebe Finderin!
Ich bin ein Buch auf Reisen und bin gerade dabei, neue Freunde zu finden. Über einen Eintrag über wo und wie Du mich gefunden hast, ob Du mich lesen willst und dann weiterreisen lässt, oder ob Du mich behältst, würde ich mich sehr freuen.
Viel Spaß beim Lesen!
Ja, und das Ganze ist anonym, kostenlos, und macht ganz viel Spaß. :-)


Weitere Informationen über bookcrossing findest du auch im deutschen Forum von bookcrossing.com:

Deutsches Forum Bookcrossing

Journal Entry 22 by hummelmotte at Bielefeld, Nordrhein-Westfalen Germany on Tuesday, July 21, 2020
Das Buch handelt nicht nur von Rassismus, sondern von Diskriminierung alller Art. Einiges, was Alice Hasters beschreibt, kann ich sehr gut nachvollziehen, denn das passiert auch weißen Kindern und Frauen. Oder jeder anderen Randgruppe.

Das beste ist der Nachhilfeunterricht in Geschichte. Auch ich hatte eine Schnarchnase als Geschichtslehrer und habe dort fast nichts gelernt, geschweige denn behalten, ganz zu schweigen davon dass jegliches Interesse daran erstickt wurde, bevor es keimen konnte. Wann welche Länder die Sklaverei abgeschafft haben oder wie die deutsche Kolonialgeschichte aussieht, darüber habe ich nie etwas gelernt.

Das Lieblingswort der Autorin ist "Narrativ". Ein Wort mit dem ich nicht umgehen kann (die Autorin aber auch nicht) und das sie so inflationär benutzt, dass es genau so lästig ist, wie die ganzen Gendersterne.
Außerdem musste ich so etliche Wörter nachschlagen und nicht nur Wörter, die man nur als PoC benutzt (ganz zu schweigen von den Abkürzungen). Offensichtlich ist das Buch für Leute geschrieben, die gebildeter sind als ich.

Und bei der Gelegenheit kann man auch gleich noch nachschlagen, was Cis-Heteronormativität eigentlich bedeutet, und wie die diversen Abweichungen davon alle heißen.


Ein kleiner Chronologischer Überblick der im Buch erwähnten Daten, mit gesichertem Anspruch auf Unvollständigkeit:
1794: Portugal verbietet als erstes westliches Land die Sklaverei
1888: Brasilien verbietet die Sklaverei
1884/85: Vertreter aus europäischen Staaten, den USA und dem osmanischen Reich kamen auf der Berliner Konferenz zusammen um Afrika unter sich aufzuteilen
um 1904: Der Völkermord in Deutsch-Südwestafrika kostet 40.000-60.000 Herero sowie 10.000 Nama das Leben. Deutschland ist für den ersten Genozid des 20. Jahrhunderts verantwortlich.
1919: Deutschland muss seine Kolonien abgeben
1964: Der Civil Rights Act tritt in Kraft und Segregation wird für illegal erklärt
1960/70er Jahre: Black-Panther-Bewegung
1994: Ende der Apartheid in Südafrika (seit 1948)
2019: Als erster US-amerikanischer Bundesstaat verbietet Kalifornien offiziell die Diskriminierung von Afro-Haaren

Eigentlich hätte ich mir soetwas ja im Anhang gewünscht.


12.08.: Nun ist das Buch auf dem Weg zu Catbook.

Journal Entry 23 by wingCatbookwing at Datteln, Nordrhein-Westfalen Germany on Wednesday, August 19, 2020
Das Buch ist wohlbehalten bei mir eingetroffen ...

Journal Entry 24 by wingCatbookwing at Datteln, Nordrhein-Westfalen Germany on Friday, February 12, 2021
... und seitdem liegt es gemütlich auf meinem Nachttisch, wird ab und zu mal abgestaubt und langweilt sich.

Da bei mir aktuell weder Zeit zum Lesen allgemein vorhanden ist, noch für „schwere Kost“ im Besonderen habe ich nun die nächste Teilnehmerin angeschrieben und das Buch reist erstmal von mir ungelesen zu levander!
Vielleicht kann ich ja zu gegebener Zeit als letzte Teilnehmerin in der Liste wieder einsteigen und irgendwann sind ja auch hoffentlich wieder persönliche Übergabe-Treffen möglich ;-)

Journal Entry 25 by winglevanderwing at Bochum, Nordrhein-Westfalen Germany on Tuesday, February 16, 2021
eingetrudelt

Jedoch habe ich gerade erst mit einem anderen Ringbuch begonnen, so dass dieses hier erst danach an der Reihe ist.

Journal Entry 26 by winglevanderwing at Bochum, Nordrhein-Westfalen Germany on Saturday, February 20, 2021
Wie so oft fällt es mir schwer das Gelesene und ihre Wirkung auf mich in adäquate Worte zu fassen.

Ich fange mal mit den GenderSternchen an. Die habe ich bislang noch nie in einem längeren Text gesehen und ich finde es gut, dass sie mich beim Lesen stolpern lassen, denn sie zeigen die Mängel unserer Sprache auf und machten mir einmal mehr bewusst, wie sehr Sprache unseren Blick auf die Welt beeinflusst, unser Denken und damit auch unser Handeln. Somit empfinde ich diese Sternchen als wirksames Stilmittel.

Die Autorin hat mich hier uns da entsetzt sein lassen (Spardose z.B.), mich oft erwischt, mich nachdenklich gemacht und auch ich habe mich dann und wann gefragt "ob da nicht zuviel persönliche Empfindlichkeit eine Rolle spielt" (Zitat aus Holles JE). Oder kurz danach: warum ich mich das frage. Hat mich die Autorin einfach nur ertappt? Das hat sie definitiv.

Auch die Ausflüge in die Geschichte des Umgangs von Menschen miteinander fand ich gut eingewoben. Etwas, das -wie ich finde- in meinem Geschichtsunterricht zu kurz gekommen ist. Oder, wie es ein Bekannter vor ein paar Monaten im Gespräch anmerkte: wir bekommen im Geschichtsunterricht nur negative Fakten vermittelt und sehr allgemeine Sichtweisen anstatt sich zum Beispiel intensiv mit den Kriegstaktiken der Weltkriege und der Männer, die sich diese ausgedacht und durchgeführt haben, auseinander zusetzen, könnte der Fokus auch auf Menschen gelegt werden, die z.B. im Widerstand waren, diesen Gesicht und Namen geben. Und daran lernen wie sie sich verhalten haben.

Und auch wie Geschichtsunterricht bei uns gehalten wird, wie wir immer noch von den Erziehungsmethoden aus grauer Vorzeit beeinträchtigt wurden und werden oder diese an die nächste Generation weitergeben, zeigt welche Werte auch immer noch mitten und tief drin in unserer Gesellschaft anzutreffen sind. Auch in mir, wenn ich genug selbstkritisch in mich hineinblicke. Und bestimmt nicht nur in mir.

Es ist nur die Frage wie gut wir es schaffen hier etwas zu ändern oder überhaupt bereit sind zu erkennen, dass die Geschichte dieses Landes Teil unseres Seins ist.

Vor kurzem habe ich einen kurzen Bericht über Straßennamen in Berlin gesehen. Den konnte ich nicht wiederfinden, aber einen anderen, verwandten Inhalts:
https://www.youtube.com/watch?v=xohBL_CqnmY

Erschreckend? Ja.
Noch erschreckener:
Ein Paar mit dem meine Eltern befreundet sind, haben ab etwa ab Mitte der 80er Jahre in Rwanda gelebt, weil er dort Arbeit gefunden hatte. Rwanada ist ein relativ kleines Land, von der Fläche in etwa so groß wie das Saarland. Dass sich das Paar für soziale Projekte aktiv engagierte, sprach sich rum und so stand eines Tages ein Mann von ihrer Tür mit seinem gerade zur Welt gekommenen 12. Kind und sagte, dass er es nicht ernähren könnte, das Paar aber schon. So kamen die beiden zu einem Adoptivkind. Als die Unruhen in Rwanda zunahmen, kamen sie zurück nach Deutschland. Die Frau war eines Tages in einer Großstadt zu Fuß mit ihrer damals ca 3 jährigen Adoptivtochter unterwegs. Sie wurden mit Steinen beworfen.

Etwas, das nicht vergessen kann und auch nicht vergessen möchte.
Und allein deshalb ist es wichtig, dass wir über Rassismus nachdenken. Denn: Rassistisches zu tun / zu sagen passiert oft genug unbewusst.
Und es fängt im Kleinen an.

In letzter Zeit nehme ich auch wahr, dass die unterschwellige Homophobie in meinem Dunstkreis zunimmt. Immer öfter, wenn ich mit zwei Männern aus meinem Umfeld spreche und die Rede auf meinem Kumpel, der es sich nicht ausgesucht hat, Männer sexuell anziehend zu finden, kommt, fallen Sätze wie "Hauptsache er legt sich nicht zu mir ins Bett", "du nimmst ihn doch wieder mit und lässt ihn nicht bei mir daheim zurück?" oder "wenn er dabei ist, bücke ich mich mal lieber nicht".

Ich will nicht in einer Gesellschaft leben, in der diese wenn auch noch so lustig gemeinten Sätze sich etablieren zu Ernst. Egal, ob diese Sprüche auf Religion, Hautfarbe, Geschlecht, sexuelle Orientierung oder was auch immer abzielt. Vielleicht sollten wir uns öfter daran erinnern, dass in Artikel 3 unseres Grundgesetz entsprechendes verankert ist.

Nun habe ich doch eine ganze Menge in Worte gefasst....kurz und bündig: ich finde, dieses Buch verdient viele Leser*innen (autschn ...ein Gender*) ;-)

Journal Entry 27 by winglevanderwing at Bochum, Nordrhein-Westfalen Germany on Tuesday, February 23, 2021

Released 2 days ago (2/24/2021 10:00 AM UTC) at Bochum, Nordrhein-Westfalen Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

auf zur nächsten Station

Are you sure you want to delete this item? It cannot be undone.