Kommen Sie, Cohn!

by Carola Stern | Biographies & Memoirs |
ISBN: Global Overview for this book
Registered by wingLilliannewing of Wilmersdorf, Berlin Germany on 7/21/2019
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Journal Entry 1 by wingLilliannewing from Wilmersdorf, Berlin Germany on Sunday, July 21, 2019
Dieses Buch … ist ein Bodenfund aus der BücherboXX Villa Libris. Vielen Dank & gute Reise!

Zum Buch :: Verlagsinformationen
Carola Sterns Vermächtnis – ein Buch über die Schriftstellerin Clara Viebig und den Verleger Friedrich Theodor Cohn


Carola Stern erzählt in ihrem letzten Buch die Geschichte einer jüdisch-christlichen Familie zur Zeit der Jahrhundertwende, als die von Fontane beschriebene Welt des preußischen Adels unterging und Berlin zu einer Metropole der wirtschaftlichen und kulturellen Moderne wurde. Ein neues Wort kam damals auf, das Geschichte machen sollte: Antisemitismus.

Zu Hause beim alten Fontane hat alles begonnen: Die angehende Autorin Clara Viebig erbittet sich Rat von dem großen Berliner Schriftsteller. Und der reicht ihre Manuskripte weiter an den Verlag seines Sohnes. Teilhaber dieses Verlages ist Friedrich Theodor Cohn, weit gereister Sohn einer gebildeten jüdisch-bürgerlichen Familie. In »Fritz« findet Clara einen verständnisvollen Zuhörer, der an ihrer literarischen Arbeit interessiert ist. Mit seiner Hilfe wird die Chronistin der kleinen Leute, die »deutsche Zola«, eine Bestsellerautorin.

1896 heiraten die beiden – eine jüdisch-christliche Ehe ist zu dieser Zeit keine Selbstverständlichkeit. Ihre Familien sind von der Verbindung nicht begeistert. Bei Claras Mutter muss Fontane vermitteln: Cohn gehöre doch zu den »feinen Juden«, nicht zu den Ostjuden, die der Berliner Historiker Heinrich Treitschke als »unser Unglück« bezeichnet hat.
Carola Stern erzählt von Fritz und Clara, von den politischen und amourösen Affären ihres Sohnes Ernst, der komponiert und dirigiert und später emigriert, von dem Freundeskreis, zu dem Rudolf Steiner gehört, und von »Min«, dem politisch couragierten Schriftsteller Armin T. Wegner, der 1933 einen berühmten Brief an Hitler schreibt.

Carola Stern hat bis zu ihrem Tod an ihrem letzten Buch gearbeitet. Letzte Ergänzungen und Überarbeitungen stammen von Ingke Brodersen, Carola Sterns langjähriger Lektorin und Freundin.

Hier ein Buch, das schon eine große Reise hinter sich hat.

Zur Autorin
Carola Stern starb im Januar 2006 kurz nach ihrem 80. Geburtstag. Sie war eine der bedeutendsten politischen Publizistinnen der Bundesrepublik, hat von 1960 bis 1970 das politische Lektorat beim Verlag Kiepenheuer & Witsch geleitet und danach als Redakteurin und Kommentatorin beim WDR gearbeitet. Sie hat eine Reihe sehr erfolgreicher Biographien geschrieben, u.a. über Dorothea Schlegel, Rahel Varnhagen, Fritzi Massary, ihre Autobiographien In den Netzen der Erinnerung und Doppelleben und über Johanna Schopenhauer. Darüber hinaus erschien: Auf den Wassern des Lebens, Gustaf Gründgens und Marianne Hoppe.

Journal Entry 2 by wingLilliannewing at Wilmersdorf, Berlin Germany on Sunday, August 11, 2019
Dieses Buch wurde in der Lesen-gegen-Rechts-Challenge von dugoengche gelesen.

Lady-Liberty hat einiges schon vorweg genommen, was ich als Erkenntnisse aus diesem Buch zusammenstellen wollte. Daher die Verlinkung zu ihrem JE. Ich ergänze daher nur noch meine Post-its:

Der 75ste Geburtstag Theodor Fontanes ist der Ausgangspunkt des Buches, denn er hat ein Gedicht am Tag danach geschrieben, in dem der letzte Satz, diesem Buch den Titel gab.

Auch Carola Stern musste den Herrn Cohn recherchieren. Wer war dieser Cohn? Er war verbunden mit dem Sohn Theodor Fontanes. Er hatte Anteile an dem Verlag, den Friedrich Fontane gründete. Friedrich Cohn war Zeit seines Lebens mit Büchermachen verbunden ... bis zum Beginn der Nazizeit.

Clara Viebig lernte Cohn über Theodor Fontane kennen ... bei den üblichen Treffen in der Potsdamer Straße. Alfred Kerr hat sich über diese "unmoderne Persönlichkeit" ausgelassen und sich verwundert über Fontanes Wohlwollen Clara Viebig gegenüber ausgelassen. [Seite 27]

Wir erleben den Beginn des 20. Jahrhunderts: Das KaDeWe wird gegenüber dem U-Bahnhof Wittenbergplatz erbaut, "mit unvorstellbaren 24.000 Quadratmetern Verkaufsfläche auf fünf Etagen! 1907 wird das "Adlon" am Pariser Platz feierlich eingeweiht."
Deutschland wandelt sich "vom Argar- zum modernen Industriestaat. ... Allein bei der "Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft" (AEG) sind 1912 fast 50.000 Menschen beschäftigt. ... Und auf allen Gebieten ... haben jüdische Mitbürger beträchtlichen Anteil am Fortschritt." ... und hier "weckt [der Erfolg] bei ihren christlichen Mitbürgern Neid, schürt Aggressionen. Cohn übersieht das nicht ... Aber von solchen Rückschlägen will sich Cohn nicht schrecken lassen." [Seite 59]

Clara Viebig hatte ich durch das Hörbuch "Unter dem Freiheitsbaum" kennengelernt. Sie hat 1922 mit diesem Roman, der von den Ereignissen nach der Französischen Revolution im Eifel-Hunsrückgebiet und den dort agierenden Banden handelt, auch dem Schinderhannes und seiner Bande ein Denkmal gesetzt.

Erst in diesem Band habe ich sie nicht nur als Schriftstellerin sondern auch als Ehefrau Arbeitgeberin ihres Haushaltspersonal und Mutter kennen gelernt. Die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 ist auch ein Thema - aber nicht für Clara Viebig. Sie blieb Zeit ihres Lebens "unpolitisch" hat sich aber mehrfach den politischen Herausforderungen "angepasst". Das hat mich enttäuscht, war sie doch eine Schriftstellerin, die sich um die Nöte der untersten Schichten gekümmert hat. Aber so ist es: Schließlich kam sie aus einem gut situiertem, bürgerlichem Haushalt, in dem es auch nicht üblich war, dass man sich mit einem "Juden" verheiratet.

Ich habe in diesem Band aber einen Schriftsteller kennengelernt, der mir bislang unbekannt war, der aber ein aufrechter Kämpfer für die Menschenrechte war: Armin T. Wegner, der Zeitzeuge des Genozids an den Armeniern war. [Seite 124f] Er wurde mit seinen Schriften auf dem Opernplatz 1933 geächtet: "Brenne, Armin T. Wegener!" [Seite 145]

Ich kann mich dem Urteil der Süddeutschen Zeitung anschließen: "Carola Sterns letztes Buch ist vielleicht ihr schönstes, gewiss aber ihr bestes."

Journal Entry 3 by wingLilliannewing at Patmos-Gemeinde (LUTHER2017) in Steglitz, Berlin Germany on Saturday, August 17, 2019

Released 10 hrs ago (8/25/2019 11:00 AM UTC) at Patmos-Gemeinde (LUTHER2017) in Steglitz, Berlin Germany

WILD RELEASE NOTES:

Dieses Buch bereichert den Büchertisch … zum Israelsonntag in der Ev. Patmos-Gemeinde. Gute Reise & viel Freude damit!

Es wurde freigelassen, um mit den Menschen die Begeisterung an Bookcrossing zu teilen. Schön, dass Sie es mitgenommen und hier einen Eintrag gemacht haben, denn es ist für Bookcrosser:innen immer sehr schön zu erfahren, wo ein Buch nun hin gekommen ist und wie es dem Finder gefällt. Und genau darum geht es bei Bookcrossing: Bücher auf Reisen zu schicken - gerade auch zu Stellen, an denen nicht damit gerechnet wird - und Leseerfahrungen zu teilen.

Schauen Sie doch auch mal ins deutsche Bookcrossing-Forum, in den Begrüßungsfaden für Neulinge oder auf die Hilfeseite. Im Forum werden übrigens auch die monatlichen Treffen angekündigt, bei denen uns neue Bookcrosser:innen immer herzlich wilkommen sind.

Ein Video der Nachrichtenagentur AFP erklärt eigentlich recht gut, worum es bei Bookcrossing geht.

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