Gott der Barbaren

by Stephan Thome | History |
ISBN: 9783518428252 Global Overview for this book
Registered by Xirxe of Hannover, Niedersachsen Germany on 11/7/2018
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Journal Entry 1 by Xirxe from Hannover, Niedersachsen Germany on Wednesday, November 07, 2018
In der heutigen Zeit scheint China allgegenwärtig zu sein, ein Land, das alle kennen. Doch was weiß man von seiner Geschichte? Mir zumindest waren die Geschehnisse der Taiping-Revolution, von denen dieses Buch berichtet, unbekannt.
In den Jahren 1851 bis 1864 versuchten die Taiping-Rebellen die Qing-Dynastie zu stürzen, die von den Mandschu, die allgemein als grausam und korrupt galten, begründet worden war. Die Ideologie dieser neuen Bewegung gründete sich neben anderen zu großen Teilen auf christlichen Idealen, die der Gründer Hong Xiuquan vermutlich durch einen Missionar vermittelt bekam.
Stephan Thomes Roman setzt mit dem Jahr 1858 ein, wobei die einzelnen Kapitel zumindest zu Beginn nicht chronologisch aufeinander aufbauen. Ein junger Deutscher, Philipp Johann Neukamp, der sich in den Staaten des Deutschen Bundes 1848 an den bürgerlich-revolutionären Erhebungen beteiligte, flieht über die Niederlande nach China, um dort im Auftrag einer Mission den christlichen Glauben zu verbreiten. In Hongkong, wo er die ersten Jahre lebt, hört er vom Aufstand der Taiping-Rebellen, mit dem er aufgrund seiner Einstellungen sympathisiert. Als einer seiner Kollegen, ein konvertierter Chinese, die Mission verlässt um sich den Rebellen anzuschließen, folgt er ihm einige Zeit später nach.
Dies ist nur einer der drei Protagonisten, aus deren Sicht die damaligen Geschehnisse berichtet werden. Die herrschende Qing-Dynastie wird vertreten durch Zeng Guofan, den Oberbefehlshaber der Hunan Armee, die gegen die Rebellen kämpft. Lord Elgin, Sonderbotschafter der Britischen Krone, steht für die westliche Welt, die China mit allen Mitteln für den britischen Markt öffnen möchte, was auch unter dem Deckmantel 'Zivilisierung der Barbaren' gerechtfertigt wird. Daneben gibt es immer wieder Berichte einzelner Personen, die die jeweiligen Geschehnisse aus ihrer Sicht erzählen, sodass sich ein umfassendes Porträt dieser Zeit herausbildet.
Wer nun tatsächlich 'Die Barbaren' sind, die auch im Buchtitel stehen, bleibt nach dem Lesen dieses dicken Wälzers (über 700 Seiten) unklar. Die Qing-Dynastie, die rücksichtslos ihre Gegner massakriert? Die Rebellen, die grausam die Ungehorsamen und Ungläubigen niedermetzeln? Die Briten, die sich unbarmherzig ihr scheinbares Recht auf einen freien Handel erkämpfen? Oder die Missionare, die selbstherrlich ihren Glauben verbreiten und denen es egal ist, welche Folgen das nach sich zieht?
Untypisch sind die Führer der beiden großen Armeen und sich darin ähnlicher als sie ahnen, Zeng Guofan und Lord Elgin. Beide traten ihre Aufgaben mehr aus Pflichtgefühl als aus Überzeugung an und hadern den Großteil der Zeit mit dem, was ihnen aufgetragen wurde: Krieg zu führen. Man kann sie durchaus als Brüder im Geiste bezeichnen und hätten sie sich jemals getroffen und verständigen können, wären sie vermutlich sogar Freunde geworden. Auch der Dritte im Bunde, Philipp Johann Neukamp, der sich zumindest zu Beginn voller Idealismus und Begeisterung der Sache der Rebellen verschrieben hat, beginnt zu zweifeln. Wenn Etwas am Ende dieses Buches deutlich wird, dann: Nichts rechtfertigt einen Krieg, keine noch so gute Sache.
Man sollte sich schon etwas Zeit nehmen für diesen Wälzer, auch wenn die Sprache meist gut verständlich ist (nur gegen Ende hin, wenn die Protagonisten zu ihrem Lebensende hin zu philosphieren beginnen, wird es etwas schwieriger). Manche bemängeln, das Werk sei zu klischeebehaftet - doch man sollte nie vergessen, dass Klischees sich aus der Realität herausbilden. Stephan Thome beschreibt das Leben einer vergangene Epoche eines Landes, die einzelnen Figuren hingegen sind aber alles andere als klischeehaft. Und weshalb nur junge Leute dieses Buch lesen sollten, erschließt sich mir überhaupt nicht. Es ist eine Geschichte über eine Zeit in einem Land, von der mit Sicherheit nur die Allerwenigsten jemals etwas gehört haben - zur Allgemeinbildung gehört dies sicherlich nicht. Ausserdem: Ein Buch, mit dem man seinen Horizont erweitern kann und in dem einem eindrucksvoll dargestellt wird, wie überflüssig Kriege sind (auch wenn man es schon weiß), lohnt sich immer!

Dieses Buch ist mein 'Originalbeitrag' zum Deutschen-Buchpreis-Abo. Es macht sich nun wie folgt auf die Reise:

1. mimi4711
2. heixly
3. Charly83
4. Lillianne
5. chawoso
6. Lilo37fee
7. Mary-T

und zurück zu mir.

Journal Entry 2 by Xirxe at Buchring, By Mail/Post/Courier -- Controlled Releases on Wednesday, January 30, 2019

Released 2 yrs ago (1/30/2019 UTC) at Buchring, By Mail/Post/Courier -- Controlled Releases

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Endlich habe ich es geschafft, dieses Buch auf die Reise zu schicken. Viel Vergnügen beim Lesen!

Journal Entry 3 by wingmimi4711wing at Köln, Nordrhein-Westfalen Germany on Saturday, February 02, 2019
Heute ist es bei mir angekommen!
Vielen Dank fürs Schicken. 710 Seiten, das könnte etwas dauern...

Journal Entry 4 by wingmimi4711wing at Köln, Nordrhein-Westfalen Germany on Tuesday, April 23, 2019
Ich bin gerade auf der Hälfte - und genieße die Geschichte (sie könnte allerdings etwas kürzer sein... ;-))---
edit 19.7.2019:
Das tut mir wirklich leid: Jetzt lag es fast zwei Monate gelesen(!!!) in meinem Wohnzimmer. Und ich musste so viel arbeiten, dass ich einfach nicht zum Weiterschicken gekommen bin, aber jetzt ist es unterwegs.
---
Wie fand ich es? Naja. Ich fühle mich historisch informiert über eine Zeit, von der ich noch nichts wusste. Aber es ziiiieeeeht sich. Wenn man sich damit angefreundet hat, dass man nie wieder etwas anderes lesen wird, hat man fast Spaß. Ich kam allerdings gegen Ende immer öfter mit dem Personal durcheinander. Ich würde es auf die Hälfte kürzen, dann käme es auf 9 Sterne. So war es doch eher eine Quälerei. Und ich bin nur des Buchpreisabos wegen durch gekommen. Sprachlich gefiel es mir jedoch schon.

Journal Entry 5 by wingmimi4711wing at Köln, Nordrhein-Westfalen Germany on Friday, July 19, 2019

Released 1 yr ago (7/19/2019 UTC) at Köln, Nordrhein-Westfalen Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

im Briefkasten

Journal Entry 6 by heixly at Moers, Nordrhein-Westfalen Germany on Thursday, July 25, 2019
Ah, da ist endlich das nächste Abobuch! So richtig viel rumgekommen ist es ja noch nicht ... aber auch ich betrachte es mit Respekt ob seiner Dicke und des Themas. Die anderen Bücher vom Autor Stephan Thome "Grenzgang", "Fliehkräfte" und "Gegenspiel" mochte ich sehr. Historisches ist eher nicht so Meins. Nun bin ich gespannt.

20.02.2020: Oh Gott, das Buch ist ja schon lange hier! Ich hatte zwischendurch eine wichtige Prüfung, so dass ich mich dem Wälzer nicht widmen konnte. Ich habe drei Mal Anlauf genommen und auch große Teile gelesen, aber ich kam nicht wirklich rein in die Geschichte. Manche Personen und vor allem deren "Nachdenken" und "Philosophieren" mochte ich durchaus. Auch die Fragen des Sinn und Unsinns vom Missionieren, vom Kriegführende, vom Lernen, vom Taktieren u.a. werden schön hin und her bewegt zwischen westlichem und östlichem Gedankenkosmos.
Aber darüber hinaus haben mir zu viele Beschreibungen der Kriegstaktiken und -verläufe und zu viele Personen und Handlungssprünge den Lesegenuss immer wieder zerstört. Wenig Punkte von mir für Herrn Thoma diesmal, obwohl ich bis jetzt alle seiner Bücher mochte. So kann's gehen ...

Journal Entry 7 by heixly at Moers, Nordrhein-Westfalen Germany on Friday, February 14, 2020

Released 1 yr ago (2/14/2020 UTC) at Moers, Nordrhein-Westfalen Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Auf dem Weg zur nächsten Ringteilnehmerin.

Journal Entry 8 by Charly83 at Schwerin, Mecklenburg-Vorpommern Germany on Wednesday, February 19, 2020
Das Buch ist heute bei mir angekommen. Danke an heixly fürs Zusenden.

Journal Entry 9 by Charly83 at Schwerin, Mecklenburg-Vorpommern Germany on Tuesday, March 10, 2020
Ich war eine Woche krank geschrieben und bin so froh darüber, denn in dieser Zeit habe ich mich dem Buch gewidmet. Ich glaube, ansonsten hätte ich das nicht durchgehalten. Es ist sehr vielschichtig, mit vielen Informationen und Gedanken versetzt und hat eine Menge Protagonisten. Durch das beständige Lesen behielt ich den Überblick über die einzelnen Erzählstränge. Durch die Fülle werde ich trotzdem wohl viele Stellen überlesen haben, die eines weiteren Gedankens würdig gewesen wären. Ich habe das Gefühl, dass hierin viele wichtige Denkanstöße stecken, einige jedoch aufgrund des Umfangs untergehen. Ich denke, dass das Buch mit einem geringeren Umfang auch einen guten Roman ergeben hätte. Schön herausgearbeitet wurden die Ansichten aller Kriegsparteien und ihre Motivation, zudem auch die britische Art der Kolonialisierung und ihr Ansinnen. Auch wenn in dem Roman der "Gott der Barbaren" eindeutig zuzuordnen ist, lässt der Titel nach der Lektüre aber auch andere Schlüsse zu.

Das Buch reist in den nächsten Tagen weiter.

Journal Entry 10 by wingLilliannewing at Wilmersdorf, Berlin Germany on Friday, April 17, 2020
Der Flügelbote war gerade hier und hat den "verlorenen Sohn" abgegeben. Ich werde gleich damit anfangen zu lesen und melde mich danach wieder. Vielen lieben Dank, Charly, für das nochmalige Zusenden.

Edita ergänzt um 16:00 Uhr
Der Einstieg in das Buch hat mir schon gut gefallen. Die Begegnung mit Robert Blum beflügelte mich weiter zu lesen, denn gerade bin ich auch parallel an einem Berlinbuch, das aus dieser Zeit berichtet. Weiterhin ist mir die 1848er Revolution ein begehrtes Thema, sind doch auch hier etliche Frauen, die sich einen Namen gemacht haben. Bald mehr ...

[18.04.2020] Es liest sich für mich gut. Was mich allerdings stört: Wenn schon Karten im Buch abgebildet sind, so möchte ich dann aber auch die Städte finden, die im Roman erwähnt werden. Ich bin so froh, dass ich das alte China schon durch die Richter-Di Romane kennengelernt habe, so dass mir die Kultur nicht fremd ist und somit der Zugang zu dem Buch auch besser geöffnet ist, als es sonst der Fall gewesen wäre.

[22.04.2020] Ich habe fertig ... Ich glaube, dass es gut war, dieses Buch nacheinander zu lesen. Ich fand es sehr beeindruckend und da ich noch kein Buch von diesem Autor gelesen habe, bekommt es 9 Sterne - auch weil ich finde, dass es für mich nachvollziehbar und gut aufgebaut ist und es sich auch gut ließt.

Ich fragte mich auch, wer nun denn die Barbaren sind. Es wird in den Gesprächen von den Mandschus gesprochen, manchesmal war ich der Meinung, dass die Engländer damit gemeint waren. Im Laufe der Handlung kommt man aber auch darauf, dass die Franzosen gemeint sein könnten, die als Katholiken "zuerst alle bekehren oder ansonsten die Seele herausreissen" wollten. So nimmt Lord Elgin seine Gedanken in Erinnerung an Karl der Große: "Das klang grausam und ließ sich ohne eine gewisse Härte nicht umsetzen, aber vielleicht wäre es am Ende humaner als die englische Nachsicht". [Seite 485]

Im weiteren Verlauf ist das für mich nicht mehr so sehr von Belang, denn zwischen die Kriege der verschiedenen Heere und Rebellen, verknüpft der Autor ein paar Akteure, von denen man hofft, dass sie eine gemeinsame Zukunft würden haben.

Faszinierend für mich waren dann auch die Reflexionen, die mit 'Große Lehre' bezeichnet werden. Wir erfahren hier viel von der östlichen Gedankenwelt, die sich ja zunehmend auch in den vielen Achtsamkeitsübungen in unserer Gesellschaft etabliert hat.

Es ist aber so, dass zur damaligen Zeit die Missionare [wie vielfach auch heute noch] sich in ein Land begeben, deren Sitten und Bräuche nicht verstanden werden. Der Missionar, der aus Deutschland der 1848er Revolution entfloh, hat sich in die Mentalität und Sprache eingelebt und hat auch irgendwann festgestellt, dass 'die Engländer auf der falschen Seite stehen'. Seine Geschichte hier zu verfolgen ist für mich eines der Highlights in diesem Monumentalroman. Er bekam den Namen 'Fei Lipu', weil das am nächsten der Aussprache von Phillip lag.

Andere Religionen wurden als etwas Fremdes und in Zeiten innerer Schwäche als staatsbedrohend wahrgenommen. Heute steht China auf Platz 23 der Liste der Christenverfolgungen: Religionen werden staatlich kontrolliert und "sinisiert", das heißt, dass sie sich an die chinesische Kultur anpassen müssen.

Lord Elgin hatte einen Sekretär Maddox, der nicht nur Chinesisch sprach sondern auch die Menschen nonverbal verstand. Irgendwann sagt Lord Elgin, dass er sich wundert, wie die Chinesen Dinge benennen. Das Beispiel waren die gebundenen Füße der Frauen, die 'goldener Lotus' genannt wurden. Elgin schließt daraus auch, dass die Chinesen Grauenhaftes mit postiven 'verblümten' Begriffen bezeichnen, was er auch symptomanisch für deren Verhalten setzt.

Auf der anderen Seite erleben wir die Chinesen, die das Go-Spiel für Kriegstaktiken nutzen und daraus lernen und sich das Wissen der Engländer holen, um Dampfmaschinen und Eisenbahnen zu bauen.

Eine weitere Episode wird in der Opposition der Einwohner in der himmlischen Stadt erzählt. Ein Drucker druckt Wandzeitungen und bringt ein Zitat, was in heutiger Sicht auch auf Mister Trump passt: "In der Vergangenheit habt Ihr Gutes getan, aber was geschieht jetzt? Trotz Eurer vielen Fehler weist Ihr jede Kritik zurück." [Seite 594]

Mit dem Personenregister ab Seite 713 erschließt sich die gesamte historische Geschichte besser, weshalb es angeraten ist, des Öfteren nachzuschauen, wer nun gerade im Gespräch ist.

Ich habe das Buch gerne gelesen und fand es im Vergleich zu dem, was das Jahr darauf in der Buchpreisliste veröffentlicht wurde richtig gut.

Dieses Buch ... reist zu Lilo37fee, da Chawoso übersprungen werden möchte. Viel Freude damit!

Vielleicht kann Chawoso am Ende nochmals angefragt werden.


In einem guten Buche stehen mehr Wahrheiten, als sein Verfasser hineinzuschreiben meinte. Marie von Ebner-Eschenbach [Q]

Das Buch wurde freigelassen, um mit den Menschen die Begeisterung an Bookcrossing zu teilen. Schön, dass Sie es mitgenommen und hier einen Eintrag gemacht haben, denn es ist für Bookcrosser:innen immer sehr schön zu erfahren, wo ein Buch nun hin gekommen ist und wie es dem Finder gefällt. Und genau darum geht es bei Bookcrossing: Bücher auf Reisen zu schicken - gerade auch zu Stellen, an denen nicht damit gerechnet wird - und Leseerfahrungen zu teilen.

Schauen Sie doch auch mal ins deutsche Bookcrossing-Forum, in den Begrüßungsfaden für Neulinge oder auf die Hilfeseite. Im Forum werden übrigens auch die monatlichen Treffen angekündigt, bei denen uns neue Bookcrosser:innen immer herzlich wilkommen sind.

Ein Video der Nachrichtenagentur AFP erklärt eigentlich recht gut, worum es bei Bookcrossing geht.

Journal Entry 12 by wingLilo37feewing at -- Irgendwo in Bayern, Bayern Germany on Monday, April 27, 2020
Das Buch kam heute an, vielen lieben Dank! Ein ganz schön dicker Wälzer, aber da ich Stephan Thome gerne lese, freue ich mich darauf.
Danke auch für die goldene Milch. Momentan bin ich ja kerngesund, aber wenn sich das ändern sollte, werde ich sie sofort genießen, meine Freundinnen schwören auch darauf.

Journal Entry 13 by wingLilo37feewing at -- Irgendwo in Bayern, Bayern Germany on Friday, May 08, 2020
Das Buch „Gott der Barbaren“ erzählt eine historisch höchst interessante Geschichte. Einerseits geht es um die Opiumkriege zwischen Engländen und Chinesen in China des 19. Jahrhundert, andererseits um den gleichzeitig stattfindenden Taiping-Aufstand, den die Bewegung des Mystikers Hong Xiuquan ausrief. Als verbindende Figur dient vor allem der christliche Missionar Philipp Johann Neukamp, der nach der deutschen 1848er Revolution nach China ging.
Die Hintergründe dieser Kriege, die Auseinandersetzungen v.a. mit Gott und Glauben fand ich großartig und sehr plastisch. Ich wusste vorher nichts darüber und nun weiß ich sehr viel.
Was mir nicht so gefallen hat, war der Roman an sich, also die Story. Mir ist es schwer gefallen, bei der Stange zu bleiben, die Figuren waren zu viele und im Einzelnen zu wenig präsent, so dass ich immer wieder den Faden verlor, welche Person gerade wo ist.
Der Autor kann ja eigentlich super erzählen, das merkt man auch im Buch immer wieder. Da das hier aber nicht ganz gelingt, vermute ich fast, dass er bei diesem Buch zu viel wollte: Er ist ein extrem guter Kenner Chinas und seiner Geschichte, er wollte vermutlich allem gerecht werden und alles darstellen. Das ist fast zu viel.
Aber das Buch ist trotzdem toll. Zum ersten Mal habe ich wirklich gedacht, dass ich einmal nach China reisen möchte. Ich habe schon viel über China gelesen, aber dieses Buch hat mir noch mal einen ganz anderen Aspekt gezeigt und gerade die Fremdheit hat mir gefallen.
Irgendwo stand, dass der Schluss zu versöhnlich ist. Er ist auf jeden Fall erstaunlich persönlich für den Umstand, dass die Figuren bisher nicht wirklich ganz zentral waren. Aber positiv oder versöhnlich ist er allenfalls für die drei Personen, die am Ende noch dabei sind. Huang Shuhuas letztes Kapitel zum Beispiel hat mich tief verstört. Und auch das gelingt dem Autor nebenbei, dass er die Rolle der Frau aufzeigt, in China an sich, im Krieg insbesondere. Das Füßebinden ist mir jedenfalls seit der Lektüre eine noch größere Horrorvorstellung als bisher schon.

Journal Entry 14 by wingMary-Twing at Bretzfeld, Baden-Württemberg Germany on Wednesday, May 13, 2020
Der Gott der Barbaren ist in guter Gesellschaft hier angekommen. :o)
Vielen Dank fürs Zuschicken liebe Lilo37fee und fürs Teilen liebe Xirxe.
In Anbetracht der momentanen Situation und der "Schwere" des Buchs wird es wohl ein bisschen dauern. Bei Bedarf, bitte gerne per PM schubsen. ;)
Ich freue mich aber wirklich schon aufs lesen, nicht zuletzt nach dem letzten JE.
Ich bin gespannt.

23. September 2020
Das Buch macht sich auf Anfrage am Wochenende ungelesen auf den Heimweg.

Journal Entry 15 by Xirxe at Hannover, Niedersachsen Germany on Monday, October 19, 2020
Nach fast 2 Jahren hat mein Beitrag zum Deutschen Buchpreis-Abo 2018 wieder nach Hause gefunden - schön!
Herzlichen Dank an alle Teilnehmenden für die pflegliche Behandlung!

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