corner corner So verdient man sich die Sporen. Reiten lernen, wie es selten im Buche steht


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Journal Entry 1 by litrajunkie from Pretzfeld, Bayern Germany on Monday, February 05, 2018

8 out of 10

Letzten Donnerstag fand ich dieses Buch im Tauschregal Altes E-Werk (VHS) in Bamberg, Bayern, Germany. Das Exemplar stammt aus der 7. Auflage, 61. - 75. Tausend (1971), ist mit 36 Zeichnungen und 53 Fotos auf 24 Tafeln (s/w) illustriert, und stand zu der Zeit, als die Postleitzahlen sich noch mit vier Stellen begnügten, in einem Bücherschrank in Gundelfingen.

Mitgenommen und registriert habe ich es, weil ich es in den 1990er Jahren selbst mit großem Vergnügen und einigem Gewinn gelesen habe, auch wenn sich meine Reiterfahrung auf ein paar Stunden "Trail Riding" auf einer Dude Ranch in Bandera, TX beschränkt. Es gehört in die kurze Reihe der Ratgeber, die zwar viel Wissen vermitteln, dazu aber nie den Zeigefinger erheben - und es einen auch gar nicht merken lassen, wie viel man durch die Lektüre dazugelernt hat, denn man fühlte sich die ganze Zeit amüsant unterhalten. Es ist somit für die vier Hufe, was "Mit dem Auto auf Du" für die vier Räder und "Das stillvergnügte Streichquartett" für die vier Saiten ist.

Neben - wie gesagt ganz ungrauer - Theorie gibt es auch drei Zwischenspiele, die sich rein mit der Praxis beschäftigen:
* Ein Bericht von einem Ferienritt durch Andalusien
* Tenno - Porträt eines guten Pferdes
* Bericht von einer Reitpferdeauktion in Verden an der Aller

Um nun einen Eindruck von der zu erwartenden Sprache zu vermitteln, zitiere ich hier das Vorwort zur 1. Auflage:

Zur Aufmerksamkeit eine halbe Parade
Ein Vorwort, das dem Autor am Herzen liegt und die nicht gemeinten Leser davor bewahren soll, sich über dieses Buch für ihr Geld zu ärgern.
    Dieses Buch geht von der ungebräuchlichen Vorstellung aus, daß die schon auf dem Markt befindlichen Reitlehren - wenigstens soweit ich sie kenne - einen Fehler haben (der diesem Werk nicht anhaftet): ihre Verfasser sind Meister im Sattel. In ihren silbrigen Haaren spielt der Gipfelwind der Vollendung, und die Zeit hat aus ihren Hosenböden längst schon jegliche Erinnerung an wunde Stellen - falls sie sie je hatten - getilgt. Sie sind dem Kentaur-Ideal nahe; ein durchhängender Zügel, eine eingeknickte Hüfte, ein hochgezogener Absatz sind für sie so schwer begreiflich wie für unsereins das Abspringen von der Straßenbahn mit dem falschen Fuß oder im Auto das Verwechseln von Gas und Bremse.
    Mit einem Wort: sie sind zu gut. Nichts als Theorie ihre Ausflüge in die Niederungen des Gefühls, denen der Anfänger sich in Herz, Hirn und Hose ausgesetzt sieht!
    Um dem abzuhelfen, hatte der Verlag die glückliche Idee, einen im Umgang mit brennenden Problemen erfahrenen Journalisten in die Reitlehre zu schicken, mit dem Ziel, es in dieser Kunst - möglichst ohne Gehirnerschütterung - bis zur mittleren Reife zu bringen und dann dem interessierten Leser in einer Sammlung von frischen Reportagen das mühevoll erworbene Rüstzeug weiterzugeben.
    Auch geht dies Buch davon aus, daß die Leser nicht übermäßig oft ein Rittergut oder einem Papa mit einem solchen besitzen werden; daß sie sich vielmehr das Geld, wleches das höchste Glück dieser Erde nun einmal kostet, zu Fuß verdienen müssen, bevor sie es auf dem Rücken der Pferde ausgeben können; daß sie also nicht mehr als zwei, drei Stunden die Woche im Sattel verbringen können - auf Pferden, die meist nicht nur jenseits von böse, sondern auch jenseits von gut sind.
    Kurzum: das Gefühl ist auf nüchtern gestimmt. Die weiße Binde bleibt vorerst im Schrank.
    An drei Sorten von Menschen richtet sich das Buch:
> an solche, die Anfänger sind und sich wundern, warum sie es so lange bleiben - ihnen wird gesagt, was sie falsch machen;
> an solche, die Anfänger erst werden wollten und das Reiten bislang nur aus dem Fernsehen kennen - ihnen wird gesagt, wie man es gleich von Anfang an richtig macht;
> an solche, die gar nicht daran denken, je auf etwas so Gefährliches wie ein Pferd zu steigen; die - am Fernseher oder auf dem Turnierplatz - bloß wissen wollen, "wie der Winkler oder der Neckermann das eigentlich machen - man sieht doch gar nichts!"
    Das Buch richtet sich mit Sicherheit nicht an Reiter, die im Pferd so etwas wie einen Mercedes 400 sehen.
    Vom süßen Leben ist nicht die Rede. 


Journal Entry 2 by litrajunkie at Coburg, Bayern Germany on Friday, February 09, 2018

This book has not been rated.

Released 9 mos ago (2/9/2018 UTC) at Coburg, Bayern Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Beim heutigen Meetup einer Bookcrosserin mitgebracht, die sich für Pferdebücher interessiert.

2017-09-08 voriges Meetup in CO.
yyyy-mm-dd nächstes Meetup in CO.

Deutsche Bücher für den Wühltisch
__ Der Blaumilchkanal - Ephraim Kishon
__ Prálinek - Axel Hacke
__ Verführung zum Lesen - Uwe Naumann (Hrsg.)

Vom Wühltisch genommen
* Grieche sucht Griechin - Friedrich Dürrenmatt
* Soll und Haben - Gustav Freytag
* Winterspelt - Alfred Andersch

Aus dem OBCZ-Regal befreit
* Andromeda - Michael Crichton
* Der Zitronenfalter - Manfred Kiwek, Daniell Porsche
* Die Neuberin - Jörg. U. Lensing (Hörbuch)

Libérations contrôlées
JE L'amour aveugle - Patrick CAUVIN
__ Les quatre saisons de Violetta - Chrystine BROUILLET (pas enregistré)
__ Récits très courts - Franz Rudolf WELLER (éd.) 


Journal Entry 3 by queball at Hungry Highlander (OBCZ) in Coburg, Bayern Germany on Thursday, July 19, 2018

This book has not been rated.

Released 3 mos ago (7/20/2018 UTC) at Hungry Highlander (OBCZ) in Coburg, Bayern Germany

WILD RELEASE NOTES:

Das Buch habe ich doppel.Ein Klassiker für jeder, der reiten möchte.

 


Journal Entry 4 by k-pone at Lautertal, Bayern Germany on Sunday, October 14, 2018

This book has not been rated.

Das könnte was für meine liebe Nachbarin sein... 


Journal Entry 5 by k-pone at Lautertal, Bayern Germany on Friday, October 19, 2018

This book has not been rated.

Released 1 mo ago (10/15/2018 UTC) at Lautertal, Bayern Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

wanderte direkt zu meiner lieben Nachbarin... 


Journal Entry 6 by wingAnonymousFinderwing at Lautertal, Bayern Germany on Saturday, October 20, 2018

10 out of 10

Die liebe Nachbarin hatte das Buch noch unterm Arm und ich sah nur einen Teil und erkannte es sofort ...
Natürlich habe ich es schon mehrmals gelesen, denn das ist es wert.
... und für alle, die es noch nicht kennen: ich bin die zweite, die das Buch schon kennt, trotz der wenigen, durch deren Hände es gegangen ist. Das zeigt, dass es sozusagen eine Pflicht- und Vergnügungslektüre ist. Ob Anfänger oder Profi oder als Externer, einfach nur um des Lesevergnügens ...
Es ist genauso geschrieben, wie man sich fühlt, wenn man reiten lernen möchte, wie es einem ergeht, körperlich und seelisch, wie man den Reitlehrer oder das Pferd versteht bzw nicht versteht, ...
einfach ein großartiges Buch
Horst Stern war Journalist, als er gebeten wurde, eine Reitlehre zu schreiben. Sein Einwand, er hätte bisher noch nie etwas mit Pferden zu tun gehabt, ließen seine Redakteure nicht gelten, sondern meinten, dann wäre es höchste Zeit, damit anzufangen. Es wurde eine große Liebe daraus

Ähnlich ging es übrigens Heinz Welz, auch Journalist, dem angetragen wurde, etwas übers Pferdeflüstern zu schreiben. Auch er hatte noch nie etwas mit Pferden zu tun und ist heute eine große Kapazität. Er schrieb zwei sehr verständliche und doch instruktive Bücher. Das dritte, übers Einreiten junger Pferde, war geplant, bisher aber nicht in die Tat gesetzt, da er nun mit Lehrgängen etc zuviel zu tun hat. Sehr schade...

Zurück zu Horst Stern: ein MUSS ....

weitere Kritiken von namhaften Reiterzeitschriften:
- mit sprühendem Witz und sachlich fundiert
- unkonventionelle Reitlehre voll humoristischer Sentenzen ...
- erste populäre Reitanweisung
- das ist eines der seltenen Bücher, die man nicht kaufen kann, sondern die man kaufen muss

Ich gebe es meiner Tochter mit, eine ihrer Kolleginnen ist auch Reiterin 


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