Außer sich: Roman

by Sasha Marianna Salzmann | Literature & Fiction |
ISBN: 3518427628 Global Overview for this book
Registered by heixly of Moers, Nordrhein-Westfalen Germany on 9/18/2017
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7 journalers for this copy...
Journal Entry 1 by heixly from Moers, Nordrhein-Westfalen Germany on Monday, September 18, 2017

Für das Abo zur Shortlist des Deutschen Buchpreises 2017 angeschafft und registriert.
http://www.bookcrossing.com/forum/14/545259

Die Reise des Buches:

1. heixly
2. trik
3. chawoso
4. Xirxe
5. MaggyGray
6. Lilo37fee
7. Lilliane
und dann zurück zu 1.

Sie sind zu zweit, von Anfang an, die Zwillinge Alissa und Anton. In der kleinen Zweizimmerwohnung im Moskau der postsowjetischen Jahre verkrallen sie sich in die Locken des anderen, wenn die Eltern aufeinander losgehen. Später, in der westdeutschen Provinz, streunen sie durch die Flure des Asylheims, stehlen Zigaretten aus den Zimmern fremder Familien und riechen an deren Parfumflaschen. Und noch später, als Alissa schon ihr Mathematikstudium in Berlin geschmissen hat, weil es sie vom Boxtraining abhält, verschwindet Anton spurlos. Irgendwann kommt eine Postkarte aus Istanbul – ohne Text, ohne Absender. In der flirrenden, zerrissenen Stadt am Bosporus und in der eigenen Familiengeschichte macht sich Alissa auf die Suche – nach dem verschollenen Bruder, aber vor allem nach einem Gefühl von Zugehörigkeit jenseits von Vaterland, Muttersprache oder Geschlecht.

Wer sagt dir, wer du bist? Davon und von der unstillbaren Sehnsucht nach dem Leben selbst und seiner herausfordernden Grenzenlosigkeit erzählt Sasha Marianna Salzmann in ihrem Debütroman Außer sich. Intensiv, kompromisslos und im besten Sinn politisch.

Journal Entry 2 by heixly at Moers, Nordrhein-Westfalen Germany on Sunday, November 05, 2017
Ich habe das sehr gerne gelesen, fand es aber gleichzeitig auch extrem komplex durch wechselnde Orte, Zeitebenen und Identitäten ... das war nicht immer ohne Anstrengung zu bewältigen. Mich kann man ja gut durch Sprache begeistern und das gelingt Frau Salzmann wirklich hervorragend, da sind Rhythmus und Klang und Spiel und so viel Lust und Energie und kreatives Denken: "Ich ist im Russischen nur ein Buchstabe: Я. Ein einziger Buchstabe in einem dreiundreißigstelligen Alphabet. Der letzte. Man sagt: Я ist der letzte Buchstabe im Alphabet, also stell dich hinten an, vergiss dich, nimm dich nicht so wichtig, lös dich auf. (...) Mein Name fängt mit dem ersten Buchstaben des Alphabets an und ist ein Schrei, ein Stocken, ein Fallen, ein Versprechen auf ein B und ein C, die es nicht geben kann in der Kausalitätslosigkeit der Geschichte." Ich habe seinerzeit Russisch als erste Fremdsprache gelernt und hatte richtig Freude an den hergestellten Bezügen. Sehr begeistert haben mich auch die 1001 Familiengeschichten einer traurigen, russisch-jüdischen Familiengeschichte voller Hoffnung und Schwermut, Illusionen und Tragik, Wodka und Kultur. Das ist herrlich fabuliert und eigentlich schon fast ausreichend für einen guten Roman. Aber Salzmann reicht das noch nicht. Mit der Suche Alis nach ihrem in Istanbul verschwundenen Bruder holt sie den Roman ins Heute, nach Europa mit all seinen aktuellen Tendenzen, Widersprüchen, Transitionen und macht ein echtes Vexierspiel daraus. Identitäten lösen sich auf und irgendwie auch ein bisschen die ganze Geschichte: manches erschien mir unwichtig, manches überfrachtet, dafür hätte ich gerne anderes gewusst ... Irgendwie sprengt dieser Roman so viele Tabus wie Gewissheiten, ist drastisch und sensibel zugleich, gleicht in seiner collageähnlichen Form eher einem Bühnenstück »Ich reihe meine Vielleichts aneinander, Kügelchen für Kügelchen, ungeschliffene Murmeln, die keine vorzeigbare Kette ergeben.«
Das ist mutig und groß und faszinierend ... das ist provozierend, den Leser an die Grenze treibend und anstrengend ... wer sagt denn, dass gute Literatur leicht zu lesen sein muss?! :)

Journal Entry 3 by wingtrikwing at Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen Germany on Saturday, November 11, 2017
Das Buch ist wohlbehalten angekommen & wird bald gelesen! Herzlichen Dank fürs Schicken!

Journal Entry 4 by wingtrikwing at Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen Germany on Saturday, November 25, 2017

Released 3 yrs ago (11/25/2017 UTC) at Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Das Buch hat sich heute auf die Reise zur nächsten Leserin gemacht. Ich wünsche gute Unterhaltung!

PS: Ich schreibe später noch ein paar Sätze zum Buch, versprochen.

Journal Entry 5 by wingchawosowing at Heusenstamm, Hessen Germany on Friday, December 01, 2017
Das passt ja prima, denn die "Kieferninseln" sind auch bereit zu reisen.

Vielen Dank fürs Schicken. Ich bin gespannt.

Mir ging es ähnlich wie heixly. Ein sehr komplexes Buch, in das ich mich immer wieder hinein finden musste, da ich leider im Moment nur sehr wenig Zeit zum Lesen habe und nicht "am Ball" bleiben konnte.
Da ich aber nicht wie heixly, Russisch als 1. Fremdsprache hatte, haben mich die russischen Einsprengsel immer dann gestört, wenn sie sich nicht aus dem Kontext ergaben und nicht übersetzt wurden. Das hat aber dem Gesamteindruck, den das Buch bei mir hinterlassen hat, nur wenig geschadet.

Journal Entry 6 by wingchawosowing at Heusenstamm, Hessen Germany on Saturday, February 24, 2018

Released 3 yrs ago (2/24/2018 UTC) at Heusenstamm, Hessen Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Endlich geht es weiter ...
Ich war krank und hatte es dann einfach vergessen :-(

Viel Freude beim Lesen und wieder Freilassen.
Lass wieder von Dir hören, liebes Buch!

Journal Entry 7 by Xirxe at Hannover, Niedersachsen Germany on Saturday, March 10, 2018
Ah, endlich mal wieder ein Buch der Aborunde :-)
Vielen lieben Dank für die schönen Frühlingsgrüße, chawoso. Lange dauert es hoffentlich nicht mehr, bis es draußen auch so aussieht.

6. Mai 2018
Das hat dieses Mal gedauert - entschuldigt bitte! Aber irgendwie kam immer etwas dazwischen ...
Die Zwillinge Alissa und Anton kommen als kleine Kinder gemeinsam mit ihren Eltern aus Russland nach Westdeutschland, wo sie aufwachsen. Irgendwann verschwindet Anton und geraume Zeit später kommt eine Karte aus Istanbul. Alissa macht sich sofort auf die Reise, um ihren Bruder zu suchen. Doch es scheint immer mehr zu einer Reise zu sich selbst und der Vergangenheit ihrer Familie zu werden.
Die Geschichte beginnt in Istanbul, wo Alissa bereits auf der Suche nach Anton ist. Doch statt einer fortlaufenden Erzählung werden mit jedem Kapitel die Vergangenheiten diverser Familienmitglieder geschildert - Vater, Mutter, Oma, Opa, Urgroßoma, Urgroßopa usw. Aber auch hier gibt es keine chronologische Erzählweise: Der Fokus wechselt vom Alter zur Jugend zum Erwachsenensein zur Kindheit undundund. Bleibt man nicht konzentriert bei der Sache, ist man schnell völlig verloren in den verschiedenen Abschnitten. Erschwerend kommt die weit verzweigte Verwandtschaft der Hauptfigur hinzu, die immer wieder an den unterschiedlichsten Stellen auftaucht. Ich muss gestehen, dass ich zusehends den Überblick verlor, wer wer ist. Da die Suche nach Anton eigentlich nur der Aufhänger ist, um die Geschichte der Familie und diverser anderer Personen zu erzählen (zumindest habe ich es so empfunden), fiel es mir schwer, zwischen den Personen der einzelnen Kapitel eine Verbundenheit herzustellen. So waren es für mich eher einzelne Erzählungen, lose verknüpft durch Alissa, die gerade ihren Bruder sucht.
Doch was wirklich grandios ist, ist die Sprache der Autorin. Sie beschreibt die Verhältnisse in der Sowjetunion und in den Familien, die aussiedelten so, dass man diese Situationen buchstäblich vor Augen hat: "Valja war getrieben von der Angst, nicht genug Zeit zu haben, all das Wissen in ihre Kinder hineinzustopfen, das sie brauchten, um es raus zu schaffen, dafür musste man sich schnell bewegen, schnell, schnell raus hier, lest, lernt, sonst seid ihr verloren." oder "Man kann sagen, die Menschen starben wie die Fliegen, aber sie starben nicht wie Fliegen, Menschen sterben langsam, Blut spuckend, die Kinder mit großen, flehenden Augen, in die Etina nicht schaute."
Wenn es ihr jetzt noch gelingt, diese Sprache mit einer ebenso tollen Geschichte zu verbinden, wird es wohl ein Meisterwerk werden ;-)

20. Mai 2018
Heute den zweiten Versuch gestartet, ob es bei MaggyGray passt.

Journal Entry 8 by Xirxe at Buchring, By Mail/Post/Courier -- Controlled Releases on Tuesday, May 22, 2018

Released 2 yrs ago (5/22/2018 UTC) at Buchring, By Mail/Post/Courier -- Controlled Releases

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Das Buch ist nun auf der Reise zur nächsten Ringstation. Viel Freude beim Lesen!

Journal Entry 9 by MaggyGray at Freising, Bayern Germany on Monday, May 28, 2018
Angekommen! Allerdings ohne Schutzumschlag - ich hoffe, das soll so sein...? Ich bin jedenfalls auf dieses Buch gespannt! Vielen Dank fürs Schicken!

Journal Entry 10 by MaggyGray at Freising, Bayern Germany on Saturday, September 29, 2018

Released 2 yrs ago (9/29/2018 UTC) at Freising, Bayern Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Reist nun mit einiger Verspätung weiter!

Journal Entry 11 by wingLilo37feewing at -- Irgendwo in Bayern, Bayern Germany on Thursday, October 04, 2018
Darauf freue ich mich auch schon, herzlichsten Dank!

Journal Entry 12 by wingLilo37feewing at -- Irgendwo in Bayern, Bayern Germany on Thursday, October 11, 2018
Wahrscheinlich ist mir eine etwas stringentere Erzählweise, sozusagen traditioneller, vertrauter. Ich hatte durchaus Schwierigkeiten mit der zerfaserten, sprunghaften Anlage der Geschichte. Es ist schwer, der Hauptfigur zu folgen oder auch so etwas wie Spannung zu empfinden.
Die junge Alissa reist nach Istanbul, sucht dort ihren Zwillingsbruder Anton, zerfasert und verliert sich mehr und mehr- oder findet sie sich? Gleichzeitig wird in Rückblenden eine Familiengeschichte erzählt, die bis zu den Urgroßeltern geht.
Aus meiner Sicht ist es eine Migrantengeschichte, eine Migrantenidentitätsgeschichte, die nichts mit Integration zu tun hat, da die Migration die „Heimat“ ist. Es gibt keine wirkliche Zugehörigkeit, gab es nie, wird auch gar nicht erwartet. Lediglich der Bruder, das andere Ich, die andere Hälfte, taugt zum Sehnsuchtspunkt, doch Alissa findet ihn nicht und wird selbst mehr und mehr zu Anton.
Identität – für sesshafte Menschen vielleicht eng verknüpft mit einem Ort, wird hier aufgelöst. Nichts ist sicher. Die Geschichte der Familie ist bereits unstet und Verwandtschaften wie Wahlverwandtschaften/Freundschaften sind noch am ehesten Heimatpunkt, allerdings oft verletzend und schmerzhaft.
Istanbul als Ort ist gut gewählt - eine Stadt, die symbolisch Trennung und Teilung, Moderne und Tradition, Ost und West symbolisiert. Gegen Ende setzt die Autorin dann noch der früh verstorbenen Aglaja Veteranyi ein Denkmal. Im Grunde deutet sie hier einen letzten Ausweg an, nämlich den Selbstmord als Identitätsbeendigung, so wie es die wirkliche Aglaja Veteranyi getan hat.
Was bleibt als Zentrum unserer Identität, wenn es nicht die Herkunft, nicht der Ort, nicht die Familie sein kann? Wenn selbst das ich oder das Geschlecht nicht eindeutig sind?

Journal Entry 13 by wingLilliannewing at Wilmersdorf, Berlin Germany on Wednesday, October 17, 2018
Oh Überraschung. Ich war der Meinung, dass 2017 bei mir durch ist.
Werde mal schauen, wie ich das eintakte.

Journal Entry 14 by wingLilliannewing at Wilmersdorf, Berlin Germany on Thursday, March 14, 2019
Komisch ... das System lässt mich alle Daten nochmal eingeben: Land - Bundesland - Stadt? Ich habe das Buch doch auf meinem Shelf und bin auch angemeldet :-(

Ich wollte eine Zwischenmeldung geben, denn das Buch liegt jetzt zum Lesen bereit. Es hat etwas gedauert, aber da ich die letzte Leserin bin, war es nicht auf der Prioritätenliste. Was ich auch sehr schade finde, ist die Tatsache, dass das Buch ohne Schutzumschlag bei mir ankam, denn den nutze ich immer, um vor dem Lesen mich in die Geschichte einzufinden. Das ging nicht ... und so war der Anfang des Lesens dann doch ziemlich holprig ... ich konnte das Gelesene nicht einordnen.

Bald mehr ...

Journal Entry 15 by heixly at Moers, Nordrhein-Westfalen Germany on Thursday, March 21, 2019
Nachtrag für Lillianne

Journal Entry 16 by heixly at Moers, Nordrhein-Westfalen Germany on Thursday, March 21, 2019

Journal Entry 17 by heixly at Moers, Nordrhein-Westfalen Germany on Thursday, March 21, 2019

Journal Entry 18 by wingLilliannewing at Wilmersdorf, Berlin Germany on Thursday, March 21, 2019
... ich habe es fast geschafft und finde das Buch ziemlich spannend. Die russischen Zeichen kann ich auch nicht entziffern, ob mir dadurch aber Wesentliches entgeht, glaube ich nicht, denn die Übersetzung findet sich immer im Text eingebunden. Bald mehr ....

Edita ergänzt am 27. April 2019 und meldet endlich Vollzug. Es ist ein sehr komplexer Roman und gibt auch etwas von der russischen Seele preis. Wenn ich es richtig verstanden habe, war mit der Migration nie Integration gemeint. Die Suche nach Anton wird zur Suche nach sich selbst. Alissa wird Anton. Anton ist Alissa. Testeroton reicht nicht aus ... Für die Großeltern ist Alissa "vom Bosporus wiedergekommen als eine Version von mir, die sie nicht kannten und auch nicht hinterfragten, oder falls sie es jemals getan hatten, dann hatten sie es mich nie wissen lassen. Sie nahmen mich als etwas Bekanntes, das eine neue Fassade trägt, ich wusste nicht, ob sie dachten, ich sei einer der neuen Moden gefolgt und dahinter verberge sich noch immer die alte Version von mir." [Seite 209]

Ich habe insgesamt etwas Schwierigkeiten gehabt, was allerdings eher daran lag, dass ich zu viele Bücher dazwischen gelesen habe. Manches war mir auch fremd. Eine kontinuierlichere Erzählweise hätte mir auch besser gefallen. So sind es dann nur 7 Sterne, mit denen das Buch in den Heimathafen zurück reisen kann.

Dieses Buch habe ich in der Lesechallenge 2019 von efell in der folgenden Kategorie: Ü: Überfälliges Buch gelesen.

Vielen Dank für das Buchpreis-Abo. Ohne wäre meine Leseliste doch einiges ärmer.

Dieses Buch ... tritt die Heimreise an. Gute Reise & viel Freude damit!

Briefkastenleerung 30.4. - 21:30 Uhr


Es wurde freigelassen, um mit den Menschen die Begeisterung an Bookcrossing zu teilen. Schön, dass Sie es mitgenommen und hier einen Eintrag gemacht haben, denn es ist für Bookcrosser:innen immer sehr schön zu erfahren, wo ein Buch nun hin gekommen ist und wie es dem Finder gefällt. Und genau darum geht es bei Bookcrossing: Bücher auf Reisen zu schicken - gerade auch zu Stellen, an denen nicht damit gerechnet wird - und Leseerfahrungen zu teilen.

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Ein Video der Nachrichtenagentur AFP erklärt eigentlich recht gut, worum es bei Bookcrossing geht.

Journal Entry 20 by heixly at Moers, Nordrhein-Westfalen Germany on Tuesday, May 07, 2019
Die Zwillinge sind wieder gut zu Hause angekommen, ich freue mich darauf, das Buch nach noch nicht ganz zwei Jahren erneut zu lesen. Vielen Dank für die warme weiche Buchverpackung und die kleinere Hülle. Beides wird hier einen guten Verwendungszweck finden. Liebe Grüße an alle Ringteilnehmer & fröhliches Weiterlesen ;)

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