Hool: Roman

by Philipp Winkler | Literature & Fiction |
ISBN: 3351036450 Global Overview for this book
Registered by wingLilo37feewing of -- Irgendwo in Bayern, Bayern Germany on 10/5/2016
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Journal Entry 1 by wingLilo37feewing from -- Irgendwo in Bayern, Bayern Germany on Wednesday, October 05, 2016
Ein Roman über Hooligans auf der Shortlist zum deutschen Buchpreis? Da fragt man sich unwillkürlich, mit welchen Gedanken, welcher Motivation die deutschen BildungsbürgerInnen das wohl lesen. Denn die im Buch beschriebenen Protagonisten gehören wohl in seltenen Fällen zur Leserschaft.
Aber diese Fragen haben mich nicht lang beschäftigt. Anfangs hatte ich etwas Mühe mit dem Buch, aber ab dem ersten Drittel fand ich es richtig klasse. Die Personen sind bis in die Nebenfiguren sehr plastisch dargestellt. Man entwickelt Sympathien und fiebert beim Lesen mit. Die Geschichte ist spannend, wenn auch die Moral etwas wackelig ist: Auf die Dauer kommt man doch im Bürgerlichen an – und wenn nicht, wirkt es etwas defizitär. Die Hooligan-Szene fungiert als Familienersatz, in der Treue und Zusammenhalt zählt, auch wenn man bei manchem nicht mehr mitgehen mag (z.B. den Nazis, die der Onkel anschleppt).
Es gibt ganz erstaunlich kraftvolle Szenen, Wahnsinns-Beschreibungen, sehr dichte, erschütternde Momente. Ich muss zugeben, dass ich das Buch sehr gern gelesen hab und es mich gepackt hat.

Mein Beitrag zum Buchpreis-Abo 2016 mit folgender Reiseroute:
Chawoso
Auweia
Seepferdchen 17
Heixly
Xirxe
Lilliane
Karneol
MaggyGray
Lilo37fee



Journal Entry 2 by wingchawosowing at Heusenstamm, Hessen Germany on Saturday, October 22, 2016
Heute kam das 1. Buch unserer 2017er Runde bei mir an. Da bin ich wirklich gespannt, was auf mich zu kommt ...

"Man fragt sich unwillkürlich, mit welchen Gedanken, welcher Motivation die deutschen BildungsbürgerInnen das wohl lesen." schreibt lilo37fee. Ja, genau das habe ich mich gefragt und bekenne mich zu dieser Spezies. Ich habe mich wirklich immer wieder gefragt, ob ich so tief in diese Szene einsteigen möchte.

Ich habe mich sehr schwer getan, insbesondere mit der, wenn auch sicher autentischen, aber doch sehr heftigen Sprache. Ich habe es nicht geschafft, meinen "Außenblick" zu verlieren und deshalb blieben mir die Protagonisten und ihr Umfeld wie in der Realität fremd. Vieles hat eher meine Vorurteile, die ich mit diesen Menschen in Verbindung bringe, bestätigt.

Ein sicher interessanter Ansatz und eine lobenswerte Umsetzung, aber ich bin leider nicht die richtige Zielperson.

Journal Entry 3 by wingchawosowing at Heusenstamm, Hessen Germany on Sunday, November 27, 2016
Gestern beim Handarbeits-Meetup zu auweia gewandert.

Journal Entry 4 by auweia at Langen, Hessen Germany on Sunday, November 27, 2016
Chawoso hat mir gestern dieses Buch überreicht und ihren Eindruck dazu vermittelt. Nach einem kurzen Blick in das Buch habe ich beschlossen es gleich weiter zu reichen, da mir momentan nicht der Sinn nach solcher Lektüre steht. Interessant fand ich beim Kurzschmöckern, dass sich der Protagonist von der rechten Szene distanziert - bislang habe ich beides immer in einen Topf geworfen. Hilft mir aber nicht wirklich weiter, um Verständnis für diese Bevölkerungsgruppe zu gewinnen.

Journal Entry 5 by auweia at Langen, Hessen Germany on Sunday, November 27, 2016

Released 4 yrs ago (11/27/2016 UTC) at Langen, Hessen Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

wird gleich an Seepferdchen weitergereicht

Journal Entry 6 by Seepferdchen17 at Leipzig, Sachsen Germany on Sunday, December 11, 2016
Zusammen mit "Skizze eines Sommers" hier angekommen. Na gegensätzlicher könnten die Themen der Bücher ja fast nicht sein. Ich bin etwas unschlüssig, welches ich zuerst lese, aber nach dem "Kleinen König Dezember" könnte ich mich ja vielleicht auch erst einmal an dieses etwas schwierigere Thema wagen.

Macht sich nun auf den Weg zur nächsten Teilnehmerin.

Entgegen den Meinungen einiger Vorleser fand ich das Buch erstaunlicherweise sehr gut. Das Thema an sich war eigentlich überhaupt nicht meins und so dachte ich, naja, fängst du mal an zu lesen, wirst wohl nicht weit kommen. Mich trotz des eigentlich abschreckenden und für mich uninteressanten Themas dann doch zu fesseln, das hat schon was!

Nun Sprache und Ausdrucksweise der Protagonisten ist natürlich nicht meine, allerdings ist es auch klar, dass man sich in dieser "Welt" anders mitteilt als in meiner. Zuerst mal hat das sicherlich was mit dem Alter zu tun - Jugendsprache ändert sich ja zum Teil schon innerhalb weniger Jahre und ich musste meinem Pubi z.B. auch schon Ausdrücke aus meiner Jugendzeit erklären, die er nicht mehr verstanden hat. Und dann bewegen sich Hooligans nun mal auch auf einer anderen gesellschaftlichen Ebene als wir.
Trotzdem hat mir das Buch sehr gut gefallen und einige Dinge erklärt, die ich so vorher nicht wusste. Zum Beispiel habe ich immer Hooligans und Rechte in einen Topf geworfen, ohne zu wissen, dass es zumindest einige Hools gibt, die das wohl ablehnen.
Interessant für mich war auch, dass die sich richtig verabreden. Da kam mir wieder in den Sinn, dass ich früher mal dachte, dann soll die Polizei sich doch am besten fernhalten und die sich gegenseitig verkloppen lassen. Solange sie keine Unbeteiligten gefährden ist das doch deren Entscheidung. Hm, naja, ich schwanke nun was diese Meinung angeht. Ja, ich weiß, dass die Polizei das gar nicht dürfte, aber mal davon abgesehen. Nur der Ausstieg aus dieser Szene ist für jemanden, der für sich dann einen anderen Weg gehen will sehr schwer und wohl ohne Hilfe von außen nicht zu schaffen. Darauf sollte man sich meiner Meinung nach mehr konzentrieren.

Ein Buch, das ich sicher ohne das Buchpreisabo nicht gelesen hätte, bei dem mir aber ganz sicher etwas entgangen wäre.

Journal Entry 8 by heixly at Moers, Nordrhein-Westfalen Germany on Friday, January 06, 2017
Da steht schon der nächste Buchpreis-Kandidat auf der Matte. Momentan bin ich noch an der Drehtür, aber die hat sich bald ausgedreht ;).

22.01.2017: Gelesen und ich muss sagen: das Buch hat mich gepackt!

Ich bin beeindruckt von dieser authentisch erscheinenden Analyse eines ungewöhnlichen Milieus ... Hooligans ... Gewalt, die aufgeilt ... Alkohol, der Trost ist ... Ziellosigkeit ... ein Strudel, der immer tiefer in den Sumpf zieht ... Natürlich ist das alles echt traurig, hoffnungslos und oft richtig abschreckend, aber so wie Phillip Winkler das schreibt, analysierend ohne abzuwerten, kommt man als Leser dem Ich-Erzähler doch erstaunlich nahe. Heikos Verhalten ist ja aus seinem Hintergrund und seiner Geschichte erwachsen und außer Gewalt und Alk sind da ja z.B. auch dieser kindliche Glaube an seinen Verein und diese unbedingte Treue zu seinen Freunden.

Die Sprache schwankt mit zwischen roh und brutal in der gesetzlosen Welt von Drogen, Gewalt, Blutdurst, Hass, Wut und Kriminalität, die mich erschaudern lässt, bis zu einer gewissen absonderlichen Poesie im Alltag drumherum, der aber nur ansatzweise "normaler" ist, vielmehr Dreck und Verrohung als gegeben hinnimmt. Dass der Protagonist dem nicht entfliehen kann, weil sein Erfahrungshorizont ihn selbst begrenzt ist logisch, dass die Gesellschaft diesem Problem nicht mal ansatzweise beikommt, ist tragisch. So viel Perspektivlosigkeit ist echt schwer auszuhalten.

Schreibtechnisch hat Herr Winkler das alles gut geordnet mit einer Mischung aus Jetzt und Rückblenden, mit Spannung erzeugenden Andeutungen, auseinander treibenden und sich wieder findenden Handlungssträngen, mit bizarren Nebenfiguren und wilden Tieren, mit kleinen feinen Geschichten im großen Plot - von mir gibt's eine Leseempfehlung für dieses Buch.

Journal Entry 9 by Xirxe at Buchring, By Mail/Post/Courier -- Controlled Releases on Friday, February 24, 2017
Lag gestern bereits im Briefkasten. Vielen Dank für den Ring und ich freue mich schon auf's Lesen!

25. März 2017
Für den 27jährigen Heiko Kolbe gibt es nur wenig im Leben was ihm wichtig ist, nachdem seine Freundin ihn verlassen hat: Es sind seine Freunde, mit denen er seine Liebe zum Fußball und zur Gewalt teilen kann. Immer wieder treffen sie sich zu Matches mit Gleichgesinnten aus anderen Städten, wo es ausschließlich darum geht, sich gegenseitig zusammenzuschlagen. Den Kick, den sich Andere beim Bungeejumping oder Bergsteigen holen, erhalten diese jungen Männer durch Schlägereien bis auf's Blut, wobei die Gegnerschaft im Fußball der bereits vorhandenen Aggressivität noch einen zusätzlichen Schub verleiht.
Nach "Niemand ist bei den Kälbern" ist dies bereits das zweite Buch in kurzer Zeit, das mir einen Einblick in eine Welt liefert, die bei "Hool" zwar im wahrsten Sinne des Wortes um die Ecke liegt; doch wovon hier erzählt wird, wirkt so weit entfernt, als wäre von einem anderen Planeten die Rede. Wunstorf, Luthe, Hannover - all diese Orte, in denen Heiko sich aufhält, sind mir gut bekannt. Aber in seinem Leben gehören Alkohol und Drogen ebenso wie Gewalt und Kriminalität zum Alltag. Da werden Anabolika gehandelt, Drogen vertickt und konsumiert, Tierkämpfe mit Wettgeschäften veranstaltet; es wird gesoffen, gekifft und wenn es einem gerade danach ist, einer zusammengeschlagen. Klar weiß ich, dass nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen (oder sowas in der Art) ist und es in unserer Gesellschaft Bereiche gibt, in denen die Uhren anders gehen. Doch was Philipp Winkler hier überzeugend durch seinen Protagonisten erzählen lässt, ist für mich eine völlig fremde Welt, obwohl sie in meiner unmittelbaren Nachbarschaft existiert.
Heiko ist kein wirklicher Sympathieträger – wie könnte es bei einem Hooligan auch anders sein? Doch auch wenn seine Sprache vulgär, brutal und derb ist, ist er ebenso wenig der Widerling und die Dumpfbacke schlechthin, wie man vermuten könnte. Er war auf dem Gymnasium (wenn auch ohne Abschluss), machte Zivildienst und lehnt Nazis ab. So wie er seine Ruhe will, lässt er die Anderen in Ruhe und wäre nicht diese ständig schwelende Wut in ihm, der er bei den Matches freien Lauf lässt, könnte er der nette junge Nachbar gegenüber sein. In Rückblicken, die in die laufende Erzählung immer wieder eingeschoben werden, wird erkennbar, woher diese Wut letzten Endes kommt.
Es ist ein brutales und grausames Buch ohne Schwarz-Weiß-Malerei, das ungemein realistisch wirkt und gerade im Hinblick auf die aktuellen Diskussionen um das Auseinanderdriften der Gesellschaft ein wichtiger Beitrag sein kann. Ich habe auf jeden Fall einen Einblick in eine Welt erhalten, der mir sonst nicht möglich gewesen wäre. Dafür Danke!

Journal Entry 10 by Xirxe at Buchring, By Mail/Post/Courier -- Controlled Releases on Tuesday, March 28, 2017

Released 3 yrs ago (3/27/2017 UTC) at Buchring, By Mail/Post/Courier -- Controlled Releases

CONTROLLED RELEASE NOTES:

'Hool' hat sich auf Reise zur nächsten Station gemacht. Viel Freude beim Lesen!

Journal Entry 11 by wingLilliannewing at Wilmersdorf, Berlin Germany on Friday, March 31, 2017

Cool, Hool gerade in Empfang genommen. Vielen Dank auch für den Tee :-)

Edita ergänzt am 12. April 2017
Gelesen und ziemlich ratlos zurückgeblieben. Auf der einen Seite brutale Gewalt auf der anderen Seite eine äußerst gelebte Zusammengehörigkeit in der "zweiten" Familie. Vom Fußball verstehe ich absolut nichts, in den Medien liest man schon mal über Hooligans ... dass die sich aber _nur_ zum Niederkämpfen verabreden, war mir so nicht bewußt.

Der Roman ist nicht linear aufgebaut, da der Erzähler immer wieder Rückschau hält. Und viele Episoden sind nicht zu Ende entwickelt sprich erzählt, weshalb auch immer wieder Ratlosigkeit entsteht.

Mit diesen Erkenntnissen, frage ich mich, was die "Fanbetreuer" bei Fußballclubs für eine Arbeit leisten sollen und können? Das kommt zwar nicht im Roman vor - der spielt in einer ziemlich autonomen und finanzstarken Gesellschaftsgruppierung - ist aber doch zur Vermeidung dieser brutalen Ausschreitungen ein öffentlich finanziertes Projekt.

Das Buch wurde in der Lese-Challenge unter der Kategorie Städtreisen: Sportplatz, Ball, Gemeinschaft ... gelesen.

Die 7 Sterne erhält das Buch für die neuen Erkenntnisse, die ich durch das Lesen erhalten habe - eine Welt, die mir bisher völlig unbekannt war. Es war erstaunlich gut zu lesen. Einen Stern jedoch habe ich abgezogen, weil mir wichtige Details in der Auflösung fehlen.

Nachtrag 13.4.2017: Nach dem Bombenanschlag vom 11.4.2017 auf den Dortmunder Mannschaftsbus wird spekuliert, dass der Anschlag auch durch gewaltbereite Hooligans ausgeführt hätte sein können, die auch ein Menschenleben in Kauf nehmen. Nach dem Lesen dieses Buches finde ich, dass es nicht ausgeschlossen ist.

Nachtrag 30. April 2017: Wie wir nun wissen, hat dieser Hintergrund eine andere Dimension erhalten, die ich mir garnicht weiter vorstellen möchte - so perfide, das Ganze.

Journal Entry 12 by wingLilliannewing at Wilmersdorf, Berlin Germany on Sunday, April 30, 2017

Released 3 yrs ago (5/3/2017 UTC) at Wilmersdorf, Berlin Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:


Dieses Buch geht nun im RE:formationsjubiläum weiter auf Reisen ... darf nun zur nächsten Abostation. ... sorry, es sollte schon lange weg sein ... ist dann doch liegengeblieben. Nun also - viel Vergnügen.

Luthers Reim
»Es ist auf Erden keine bessere List,
Als wer seiner Zunge Meister ist.
Viel wissen und wenig sagen,
Nicht antworten auf alle Fragen,
Rede wenig und machs wahr,
Was du borgst, bezahle bar.
Lass jeden sein, wer er ist,
So bleibst du auch wohl, wer du bist.«
Martin Luther [WA 7062]

Wir wünschen allen eine schöne Zeit im RE:formationsjubiläumsjahr und viel Freude mit diesem Buch.


Journal Entry 13 by karneol at Nürnberg, Bayern Germany on Friday, May 05, 2017
Und das nächste Abo-Buch ist angekommen :-) Die Aborunde bewegt sich ja weitgehend im Gleichtakt... An Vor-vorgänger (Rauschzeit) nage ich noch, aber das hier sieht wieder sehr vielversprechend aus.
Bin gespannt.

Und danke für den nächsten Tee zum Probieren, einige der Probebeutel haben es inzwischen zum festen Bestandteil des Teeregals geschafft ;-)

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19.5.2017
Bei einigen Internetrecherchen, zu der Frage, die mich am meisten Umtrieb, konnte ich sehr schnell feststellen, dass es nicht nur mir so ging... ;-)
Bei dem Buch drängte sich für mich die Frage nach Fakt und Fiktion extrem in den Vordergrund. Nicht die Frage, ob die Figuren 1:1 echte Vorbilder haben, oder ob eine davon gar der Autor selbst ist, aber die Frage, ob der Autor das, wovon er da schreibt, wirklich kennt, die Hools, die Matches, am meisten eigentlich Arnim und sein Zoo....

Die Aktionen, Aktivitäten aber auch Denkweise und gegenseitiger Umgang der Hools hatten für mich eine hohe Übereinstimmung mit dem Film "Hooligans", was entweder für die verhältnismässige Authentizität beider Darstellungen spricht, oder dafür, dass da vielleicht auch einfach Bilder und Vorstellungen weiter tradiert werden.

Ansonsten fand ich das Buch spannend und gut zu lesen. Die Zwiespältigkeit von Heiko fand ich gut widerspiegelt in dem Bruch zwischen sensibler, poetischer Sprache und grobem Umgangston. Ich hätte ihm immer mal wieder gerne gesagt, er solle doch einfach erwachsen werden... Von wegen er hat nichts anderes, das ihm wichtig ist. Immerhin hat er 3-4 richtig gute Freunde, die nur keine Lust mehr haben, sich zu prügeln, die aber ansonsten echte Kumpels sind und bleiben wollen. Ist doch ein super Ausgangspunkt.
Mit diesen Hool-Geschichten frag ich mich teilweise auch, ob sich das denn nicht sogar legal kanalisieren und organisieren liesse. Zumindest was in dem Buch dargestellt wird, klingt nach ziemlich klaren Regeln, die sie untereinander einhalten, jedenfalls bei den organisierten Matches. Wenn man diverse 1:1-Kämpfe reglementiert organisieren kann, warum nicht auch 10:10-Kämpfe? Wenn die sich unbedingt schlagen wollen, sollen sie doch... Aber wahrscheinlich gehört wie so oft der Kick des Verbotenen noch mit dazu.

Journal Entry 14 by karneol at by post, A Bookring -- Controlled Releases on Wednesday, June 28, 2017

Released 3 yrs ago (6/28/2017 UTC) at by post, A Bookring -- Controlled Releases

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Und weiter geht's auch mit diesem Buch 😁

Journal Entry 15 by MaggyGray at Freising, Bayern Germany on Wednesday, August 23, 2017
Huch, habe ich hier meinen JE vergessen? Bin fast durch mit dem Buch, dann kann es nach Hause reisen.

So. Durch!

Ich musste mich überwinden, dieses Buch fertig zu lesen.

Und das lag nicht nur am wirklich abstoßenden Gossenslang, der die Geschichte durchzieht, sondern vor allem an der Geschichte selbst. Es ist mir bewusst, dass dieser Roman keine (Auto-)Biografie ist, trotzdem hat es mich auf jeder Seite vor Abscheu und Grausen geschüttelt.
Der Ich-Erzähler Heiko lebt in einer Welt, in der die einzige Daseinsberechtigung ist, sich durchs Leben zu kriminalisieren, und sich Gewalttätigkeiten hinzugeben, und ich rede nicht davon, dass hier mal einem die Hand ausrutscht. In dieser Welt aus Gewalt und Perspektivlosigkeit zählen Geschöpfe allgemein überhaupt nichts - Heikos "Vermieter" und seine Klientel sind u. a. widerwärtige Tierquäler - es gibt nur Männer, die sich ihre Daseinsberechtigung aus organisierten Treffen zusammenbasteln, bei denen Anhänger anderer Fußballvereien die Fressen poliert werden und umgekehrt. Frauen existieren ausschließlich als Nutten, Froschmösen, Schlampentrupp, Tussen, Matratzen, Fotzen etc., es wird - natürlich auch völlig grundlos - gepöbelt, getreten, randaliert. Dass da manche Hools gegen Nazis sind, wirkt wie ein Schenkelklopfer.

Ich habe wirklich keine Ahnung, wie ich das Buch bewerten könnte. Ich habe mich beim Lesen an sich nicht gequält, es ist flüssig geschrieben und wird an keiner Stelle langweilig oder öde. Aber Sympathie oder vielleicht sogar Verständnis für den Ich-Erzähler und/oder seine Kumpels? Absolutes NEIN. Es ist immer die gleiche Leier: blöde Kindheit (komischerweise hat es die Schwester aber geschafft, was aus sich zu machen), man scheitert (Schulabschluss), man rebelliert, man muss Aggressionen abbauen. Schuld sind immer die anderen, und man hatte ja gar keine Wahl, als ein Totalversager zu werden. Das muss man dann natürlich ausgleichen, indem man sich im "Gym" die Muckis aufpumpt (oder aufpumpen lässt) und auf schmodderigen Waldlichtungen auf andere eindrischt. Und zwar auf solche, die nicht für die Jungs in roten Höschen sind, die Ball spielen, sondern eher auf die mit den blauen stehen. Oder grünen.

Was für eine Verschwendung von Lebenszeit...

Journal Entry 16 by MaggyGray at Freising, Bayern Germany on Sunday, September 10, 2017

Released 3 yrs ago (9/9/2017 UTC) at Freising, Bayern Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Geht jetzt wieder zurück nach Hause. Danke fürs Mitlesen lassen!

Journal Entry 17 by wingLilo37feewing at -- Irgendwo in Bayern, Bayern Germany on Wednesday, September 13, 2017
Mein Buch ist wohlbehalten zurück gekehrt. Habt lieben Dank für die pflegliche Behandlung und die interessanten Journaleinträge.

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