Der letzte Advent

by Edzard Schaper | Literature & Fiction | This book has not been rated.
ISBN: Global Overview for this book
Registered by wingLilliannewing of Wilmersdorf, Berlin Germany on 8/31/2016
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Journal Entry 1 by wingLilliannewing from Wilmersdorf, Berlin Germany on Wednesday, August 31, 2016

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Zum Buch
Sabbas, dem letzten Diakon der russisch-orthodoxen Kirche von Port Juminda in Estland, gelingt es, in das Innerer Rußlands einzudringen. Dort führt er das gefahrvolle Leben eines wandernden Seelsorgers und gewinnt einen kommunistischen Agenten, den verlorenen Sohn des toten Priesterns von Port Juminda, dem Gauben zurück. Doch auch diese beiden erreicht das Schicksal aller aufrechten Christen in Rußland. Sie sterben im Gefängnis der GPU - am letzten Advent.

Der Roman ist typisch für Edzard Schaper, der sich schon 1936 mit dem Buch "Die sterbende Kirche" mit einem ähnlichen Thema beschäftigt hat. Schon dort geht es um die einstürzende Kirche von Port Juminda und deren Priester Seraphim. Selbst lange Jahre in Estland lebend, war ihm die Problematik vertraut. Der dezidiert christliche Autor musste selbst vor den Sowjets fliehen, die ihn zum Tode verurteilt hatten. Der Roman entstand in seiner neuen Heimat, der Schweiz, in der er seit 1947 lebte, und war das erste größere Werk von ihm, nachdem er während der Kriegszeit gar nichts geschrieben hatte. Zwei Jahre nach der Veröffentlichung des Buches trat der Protestant Schaper der katholischen Kirche bei. Die Intention des Romans, nämlich das Martyrium der von den Bolschewisten verfolgten Christen sichtbar zu machen, drückt sich in folgenden Worten des Autors aus seinem Aufsatz Das Martyrium der Lüge aus:

„Seit im Jahre 1917 die bolschewistische Revolution ausbrach, hat die christliche Welt des Abendlandes der Wirkung des Märtyrerbeispiels weitgehend entraten. Millionen sind stumm und unsichtbar gestorben. Der Bolschewismus hat es, von Jahr zu Jahr vollkommener, verstanden, die Lautlosigkeit und Unsichtbarkeit der Opfer, die er fraß, zu hüten, damit nicht ihr Beispiel Macht gewinne.“ Edzard Schaper: Das Martyrium der Lüge

Zum Autor
Ernst Edzard Helmuth Schaper (* 30. September 1908 in Ostrowo/Posen; † 29. Januar 1984 in Bern) war ein deutscher Schriftsteller und Übersetzer. Er wurde als elftes Kind eines Militärbeamten in der Provinz Posen geboren. Nach der Flucht des Vaters aus polnischer Gefangenschaft zog die Familie 1922 nach Hannover, wo der junge Schaper das Humboldt-Gymnasium und das Konservatorium für Musik (Klavier) besuchte. Er brach beide Ausbildungen (das Gymnasium vor dem Reifeprüfung 1925) ab und wurde Regieassistent an der Oper in Stuttgart. Von 1927 bis 1929 lebte er in Dänemark auf der Insel Christiansø und schrieb seine ersten literarischen Werke. Sein inzwischen aufgenommenes unruhiges Leben setzte er 1930 bis 1931 als Gärtnereigehilfe und danach als Matrose auf einem Fischdampfer fort. 1932 lernte er auf der Durchreise in Berlin die Deutsch-Baltin Alice Pergelbaum kennen, zog mit ihr nach Estland und heiratete sie. Das Paar bekam zwei Töchter und lebte in Reval, wo Schaper als freier Schriftsteller und Journalist für die US-amerikanische Nachrichtenagentur United Press tätig geworden war.

1936 wurde Edzard Schaper aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen und damit der Vertrieb seiner Bücher in Deutschland unterbunden. Nach der sowjetischen Okkupation Lettlands 1940 entging er der Verhaftung durch Flucht nach Finnland. Er hatte für die finnische Spionage gearbeitet, weshalb er von den Sowjets zum Tode verurteilt war.

Dort arbeitete er als deutscher Auslandskorrespondent und schrieb Artikel für die Berliner Börsenzeitung und die deutschsprachige Frontzeitung „Karelien-Kurier“. Später war er Kriegsberichterstatter über den ab Juni 1941 geführten sogenannten Fortsetzungskrieg zwischen Finnland und der Sowjetunion. 1943 meldete er sich „einfach freiwillig zur Truppe, um im Informationsamt der finnischen Regierung (Militärischer Geheimdienst) zu landen.“

Im September 1944 nahm Schaper die finnische Staatsbürgerschaft an; später am 22. Dezember 1944 wurde er vom deutschen Volksgerichtshof zum Tode verurteilt, weil man ihn für einen sowjetischen Spion gehalten hatte. Kurz darauf, nachdem Finnland und die Sowjetunion eine Waffenruhe vereinbart hatten, floh er nach Schweden. Hier verdingte er sich als Waldarbeiter, Übersetzer und Sekretär eines Gefangenenhilfswerkes. 1947 übersiedelte er von Schweden in die Schweiz, wo er das Bürgerrecht erhielt und sich in Münster im Oberwallis niederließ. 1951 konvertierte er zur römisch-katholischen Kirche. In der Nachkriegszeit war Schaper ein viel gelesener Autor, der auch Vorträge hielt und für Hörfunk und Fernsehen tätig war. [wiki]


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Journal Entry 2 by wingLilliannewing at Wilmersdorf, Berlin Germany on Wednesday, November 21, 2018
Ich habe dieses Buch im Rahmen der Lesechallenge von efell gelesen. Es ist ein Roman über den Glauben. Er wird bei Jahreslauf in die Kategorie 9. Advent gesetzt.

Mein Kommentar
Ich habe lange mit Sabbas mitgelitten, ist der Roman doch so intensiv, dass man fast glaubt, das Feuer riechen zu können. Es ist ein Buch aus den 1950er Jahren, das heißt vergilbte Seiten, klein geschrieben und daher schwer zu lesen. Dennoch habe ich mich bis zur letzten Seite durchgearbeitet und habe es nicht bereut. Ich habe mit der kleinen Gruppe der Gläubigen in der Sowjetrepublik gehofft, dass der Kelch an ihnen vorübergeht. Doch der Bolschewismus hat alles getilgt, was mit der Kirche zusammenhängt, so kommt es, dass die kleine Gruppe doch noch aufgespürt wird.
Schaper hat sehr gut den inneren Kampf eines Jeden beschrieben, wie sie an ihrem Glauben im Stillen und Geheimen festhalten und trotz der Folter, die sie erleiden müssen, nicht aufgegeben haben. Einer wird übrigbleiben und genau zu Weihnachten das Todesgebet sprechen: "Er schlug das Buch auf, das sich wie von selbst bei der Botschaft des Matthias öffnete, [...] begann er leise und mit brüchiger Stimme, den Trauernden zum Trost und den Abgeschiedenen als Botschaft auf ihrem Weg zur Herrlichkeit, zu lesen: "Dies ist das Buch von der Geburt Jesu Christi" ..." [Zitat von der letzten Seite.]

Es wird noch diesen Monat mit mir zum christlichen Café nach Schöneberg reisen.

Dieses Buch geht nun auf Reisen ... to whom it may concern. Viel Freude damit!

In Memoriam Patschouli (11.11.1922-25.5.2018)


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