Schoßgebete: Roman

by Charlotte Roche | Literature & Fiction |
ISBN: 349205420X Global Overview for this book
Registered by Bundine of Linz, Oberösterreich Austria on 7/4/2016
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Journal Entry 1 by Bundine from Linz, Oberösterreich Austria on Monday, July 04, 2016
Leitspruch: Ich möchte auf keinen Fall zu den Leuten zu gehören, die nichts machen, nur weil es die anderen auch nicht tun.
"Schoßgebete" erzählt von Ehe und Familie wie kein Roman zuvor.

Journal Entry 2 by wingGhaneschawing at Gmunden, Oberösterreich Austria on Thursday, July 07, 2016
Habe ich heute in Bad Goisern Bundine aus den Händen genommen

Ist ein Wunschlistenbuch eines Bookcrossers

Journal Entry 3 by winglitrajunkiewing at Bamberg, Bayern Germany on Monday, July 18, 2016
In der Mittagspause aus der Packstation geholt. Vielen Dank für den RABCK.

Journal Entry 4 by winglitrajunkiewing at Pretzfeld, Bayern Germany on Friday, July 22, 2016
Ein hochinteressantes Buch, das ich flugs ausgelesen hatte, weil ich es so packend fand. Trotzdem will mir die Rezension nicht so recht "aus der Tastatur fließen". Vielleicht bietet dieses schiefe Bild den Einstieg, denn die Autorin schreibt relativ häufig davon, daß ihr "etwas auf den Sack geht". Das hat mich gestört - nicht ob der Vulgärsprache kreide ich das an, sondern aufgrund der anatomischen Unmöglichkeit.

Wie so ein Buch lesen? Natürlich kann man sich quer durchblättern und voyeuristisch auf die "einschlägigen Stellen" lauern - das ginge auch im Buchladen und man könnte sich danach entrüstet über diese "Schmutz- und Schundliteratur" verbreiten. Daraus ließe sich aber mehr über einen solchen Leser sagen als über die Autorin - die natürlich auch weiß, daß derartige Diskussionen prima kostenloses Marketing sind.

Ich habe mich zu einer anderen Lesart entschlossen: Eine erwachsene Frau mit vielen Problemen erzählt anderen Erwachsenen bereitwillig, offen und unverblümt davon, wie sich aus so einer Verstrickung ein Ausweg finden läßt - wie dabei eine Liebesbeziehung führen, wie ein (Stief-)Kind erziehen, wie mit Verwandten und Bekannten umgehen. In einem Interview (5 Fragen an Charlotte Roche zu "Schoßgebete") sagt die Autorin, das Buch enthalte die Essenz aus zehn Jahren Therapie (wöchentlich drei Stunden), wer es gelesen habe, brauche keine Therapie mehr.

Wenn man also das Buch als die eine Hälfte eines vertraulichen Dialogs nimmt, den man mit einer einem sehr nahestehenden Person führt, dann gibt es darin auch viele unangenehme Passagen, die einen zur Stellungnahme auffordern - stumm und in Gedanken, aber als die andere, eigene Hälfte dieses Dialogs. Ich finde es wichtig und ehrlich, daß die Autorin dabei weder vor der (eigenen) Sexualität, noch vor einigen unpopulären Äußerungen (gegen diverse "Ober-Feministinnen", aber auch über die Mutter-Kind-Beziehung, die durchaus nicht immer nur Freude schenkt) Halt macht. Zur Persönlichkeit eines jeden Menschen gehört eben auch die Sexualität; wird sie verschwiegen bzw. unterdrückt oder ausgeklammert, muß es zu Verbiegungen kommen, wie sie jüngst in den Mißbrauchsfällen in der katholischen Kirche sich manifestierten. Als überzeugte Atheistin polemisiert die Autorin wiederholt gegen die (institutionalisierte) Religion; auch hier ist sie aber ehrlich und gibt zu, daß sie (spätestens nach der Lektüre von Jonathan Safran Foers "Tiere essen") die Ökologie als ihre persönliche Ersatzreligion ausübt - durchaus missionarisch und schwärmerisch.

Besonders beeindruckend fand ich, daß sie sich sehr wohl bewußt ist, wie belastend manche ihrer Verhaltensweisen auf ihre Beziehungen bzw. ihre Mitmenschen wirken. Trotz dieser intellektuellen Durchdringung schafft sie es nicht (oder nicht immer), sich so zu verhalten, wie sie es selbst möchte (und wie es ihr die in der Therapie gelernten "Kochrezepte" ermöglichten). In einem anderen Buch (dessen Name mir nicht einfällt) sagt ein (schlechter, verbrecherischer) Mensch: "Ich wußte immer, welchen Weg ich hätte gehen sollen - aber ich bin ihn nicht gegangen." Wer sich selbst aufmerksam und ohne rosa Brille beobachtet, wird oft feststellen, daß manches eigene Verhalten objektiv betrachtet nicht gut ist, man für das "richtige" Verhalten aber entweder zu bequem oder schlicht "zu sündig" ist.

Wer also ein paar schonungslose Zeilen nicht scheut (mein Yogalehrer sagt dazu "das Bewußtsein als Instrument der Wahrnehmung ertragen lernen" - dazu paßt Ustrasana, das Kamel), der kann das Buch mit großem Gewinn lesen, wird sich kaum dabei langweilen und lernt nebenbei noch etwas über die lustvolle Gestaltung einer Paarbeziehung, wesentlich weniger theoretisch als in so manch anderem Beziehungsratgeber. Im Hinblick auf das Gesamtwerk der Autorin habe ich jetzt bewußt nicht die Metapher "weniger trocken" verwendet ;-) .

Schlüsselzitat
Meine Therapeutin sagt über Beziehung, man muß jeden Tag freiwillig zusammen sein.
(S. 213)

Journal Entry 5 by winglitrajunkiewing at Bamberg, Bayern Germany on Tuesday, July 26, 2016

Released 3 yrs ago (7/26/2016 UTC) at Bamberg, Bayern Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

In der Mittagspause habe ich es als Wunschbuch von Oberfranken zurück nach Oberösterreich geschickt.

Ich freue mich auf "Wüstenblume" von Waris Dirie als Tauschbuch.

Weitere BC-Aktivitäten in dieser Mittagspause

Journal Entry 6 by Scapestrata at -- irgendwo in Oberösterreich, Oberösterreich Austria on Thursday, July 28, 2016
Kam heute als Wunschbuch bei mir an. Vielen Dank für's Schicken! Die Wüstenblume macht sich in den nächsten Wochen auf den Weg.

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