Ich, Tessa und das Erbsengeheimnis

by Lena Hach | Children's Books |
ISBN: 3958540554 Global Overview for this book
Registered by erinacea of Friedrichshain, Berlin Germany on 4/27/2016
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Journal Entry 1 by erinacea from Friedrichshain, Berlin Germany on Wednesday, April 27, 2016
Auf der Leipziger Buchmesse 2016 gekauft und letzte Woche im Rahmen meiner "Ein-Buch-pro-Woche"-Challenge gelesen. Ich hatte eine Menge Bücher auf der Buchmesse in der Hand - dieses hier ist mir besonders aufgrund seiner schönen Farbe aufgefallen. :) Und dann machte das "Erbsengeheimnis" natürlich neugierig.

Trotz ihrer Macken und Schwächen fand ich sowohl Paul als auch Tessa sehr sympathisch. Dass Paul einen umständlichen Plan ausheckt, um Tessa anzusprechen, anstatt eine naheliegendere Methode ("Hallo, ich bin Paul und wohne nebenan" oder "Kannst du mir bei Mathe helfen?") zu wählen, fand ich etwas albern, gleichzeitig aber auch verständlich: immerhin ist der Junge a) schüchtern und b) total verknallt.

Ich hatte relativ schnell den Verdacht, dass Tessa vielleicht Asperger haben könnte, da sie sehr gut in Mathe war, gleichzeitig aber kein Interesse am sozialen Umgang mit ihren Mitschülern zu haben schien. Ich hatte die Theorie, dass sie der Brüggestraße vielleicht ausweichen könnte, gerade weil eines der Häuser eine bestimmte Farbe hatte (keine Ahnung, Paul meinte nur, die Häuser seien bunt). Dem widersprach dann allerdings, dass sie keine Scheu vor körperlichen Berührungen zu haben schien. Das mehrmalige Kontrollieren ihrer Schulsachen ließ mich dann an OCD denken, obwohl ich immer noch keine Ahnung hatte, was das ganze mit Erbsen zu tun haben könnte.

Ich fand es ungemein sympathisch, wie offen Paul auf Tessas Störung reagiert. Den Handzähler fand ich ein Hammergeschenk! :D Dass er damit Tessas Störung unterstützt, ist mir zunächst nicht aufgefallen, aber natürlich ein Problem. (Ich fand die Symbolik trotzdem toll!) Allerdings gilt das gleiche umgekehrt auch für Tessa, die Paul bei den Matheaufgaben abschreiben lässt, was das Problem nur kurzfristig verbessert und langfristig seine Versetzung noch mehr gefährdet als ohnehin schon.

Spoiler zum Ende (Sichtbarmachen durch Markieren)
Deshalb fand ich es auch durchaus folgerichtig, dass Tessa am Ende doch noch dafür sorgt, dass Paul ab und an selber rechnet.

Ich weiß nicht, wie realistisch es ist, dass Tessa es am Ende relativ schnell (hatte ich den Eindruck) schafft, mit ihren Angewohnheiten zu brechen. Andererseits sieht Paul nur einen kleinen Ausschnitt (gut möglich, dass sie z.B. weiterhin zu Hause die Teppichfransen kämmt) und wenn Ablenkung hilft, kann Pauls Gegenwart ja nur von Vorteil sein. ;)


Pauls Begeisterung für den Detektivberuf wirkte ein klein wenig aufgesetzt und war wenig mehr als eine halbwegs plausible Erklärung für sein Stalkerverhalten. Ich hätte es glaubwürdiger gefunden, wenn er zwischendurch mal Sherlock Holmes gelesen oder sich einen Krimi angesehen hätte. Ich fand es auch ein wenig schade, dass seine Mitgliedschaft in der Foto-AG außer in Dialogen überhaupt keine Rolle spielte. Das hätte sich u.U. sogar verbinden lassen als Sichern von Beweisen per Kamera, Einkleben von Fotos ins Notizbuch etc.

Auch die seltenen Anspielungen auf Filme passen nicht so recht in die heutige Zeit. Dass Paul mit 6 unbedingt das Yoda-Plüschtier haben wollte, ist noch plausibel: die Filme sind dauerhaft populär. Aber dass Tessas Vater ihn unbedingt an Jim Carrey aus "Die Maske" erinnert, wirkt etwas merkwürdig. Immerhin ist der Film von 1994. Ich hatte eher den Eindruck, dass da die Erfahrungen der Autorin (Jahrgang '84) durchscheinen.

Aber das sind Kleinigkeiten. Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen und behandelt das Thema Zwangsstörungen auf eine gut verständliche und unverkrampfte Art.

Interessant fand ich den Ansatz, Paul die Geschichte in der "Du"-Perspektive erzählen zu lassen, auch wenn es genau genommen überhaupt keinen Grund gibt, Tessa alles noch einmal haarklein zu erzählen (etwa in Form eines überlangen Briefes), da sie den größten Teil ja mitbekommen hat. Der Einwand ist mir aber erst im Nachhinein eingefallen, ist also keineswegs dramatisch.

Mein Neffe war schwer empört, als ich kürzlich ein anderes auf der Buchmesse gekauftes Kinder-/Jugendbuch weggegeben habe ohne ihn vorher zu fragen, also werde ich ihm dieses hier bei nächster Gelegenheit (morgen) mitbringen.

Journal Entry 2 by erinacea at Johannisthal, Berlin Germany on Friday, April 29, 2016

Released 4 yrs ago (4/28/2016 UTC) at Johannisthal, Berlin Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Als ich gestern meinen Bruder besuchte, habe ich dieses und ein weiteres Buch für meinen Neffen mitgebracht. Da er zufällig gerade Sherlock Holmes liest (oder bis vor kurzem las), passt das ganz gut. Ich hoffe, es gefällt ihm.

EDIT: Bei meinem nächsten Besuch schwärmte mein Neffe mir von diesem Buch vor. Er war vor allem begeistert von der Du-Perspektive, die er (wenig überraschend) noch nie zuvor gesehen hatte.

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