Wüstenblume

by Waris Dirie | Biographies & Memoirs |
ISBN: 3548365914 Global Overview for this book
Registered by Scapestrata of -- irgendwo in Oberösterreich, Oberösterreich Austria on 1/7/2016
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Journal Entry 1 by Scapestrata from -- irgendwo in Oberösterreich, Oberösterreich Austria on Thursday, January 07, 2016
Klappentext:
Vom Nomadenleben in der somalischen Wüste auf die teuersten Designer-Laufstege der Welt - ein Traum. Und ein Alptraum, denn Waris Dirie wurde im Alter von fünf Jahren Opfer eines grausamen Rituals: Sie wurde beschnitten. In "Wüstenblume" bricht sie ihr jahrelanges Schweigen und erzählt ihre Geschichte. Heute kämpft sie als UNO-Sonderbotschafterin gegen die Gentialverstümmelung, die täglich 6.000 Mädchen erleiden müssen.
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Ich habe das Buch bereits vor längerer Zeit gelesen und fand es sehr berührend & erschreckend.

Released 2 yrs ago (8/27/2016 UTC) at -- Per Post geschickt/ Persönlich weitergegeben --, Oberösterreich Austria

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Reist nun als Wunsch-/Tauschbuch weiter zu litrajunkie. Sorry, dass du so lange darauf warten musstest. Ich wünsche dir viele tolle Lesestunden mit dem Buch!

Journal Entry 3 by litrajunkie at Pretzfeld, Bayern Germany on Thursday, September 01, 2016
Lag gestern im Briefkasten - als Tauschbuch für "Schoßgebete". Vielen Dank - die Wartezeit war bei meinem riesigen MTBR überhaupt kein Problem.

Habe seinerzeit den Film gesehen und bin jetzt sehr gespannt auf das Buch.

Journal Entry 4 by litrajunkie at Pretzfeld, Bayern Germany on Monday, October 24, 2016
Vor Jahren habe ich bereits den gleichnamigen Film gesehen, wollte aber auch das Buch lesen, weil Bücher und Filme eine grundsätzlich andere Erzählweise haben und bei der äußerst ungewöhnlichen Biografie dieser Frau der Detailreichtum und die ruhigere Gangart des Textes aus meiner Sicht vorzuziehen sind.

Selten wird ein Mensch extremere Gegensätze in seinem Leben erfahren wie das somalische Top-Model Waris Dirie. Geboren und aufgewachsen in einer Nomadenfamilie, hat sie das primitive, naturnahe (Über-)Leben in einer Großfamilie erfahren, die mit ihrem ganzen Besitz - nämlich etwas Hausrat und den wertvollen Tieren - von einer Weide zur anderen, von einem Wasservorkommen zum nächsten zieht, dabei immer den Gefahren durch Verletzungen, wilde Tiere, Krankheiten, Durst und Hungersnot sowie der nicht vorhandenen medizinischen Versorgung ausgesetzt. Andererseits belohnt dieses karge Leben durch den festen Zusammenhalt in der Familie, weitgehende Freiheit von künstlichen Zwängen und Nähe zu einer großartigen, ursprünglichen Natur (die man sich aber bitte nicht romantisch, sondern hart und unerbittlich vorzustellen hat).

Durch mehrere große Zufälle (verwandschaftliche Beziehungen zum somalischen Diplomatenkorps, ein weltbekannter Modefotograf ist Kunde bei dem Fast-Food-Restaurant, in dem die junge Frau ohne Papiere einer schlecht bezahlten Tätigkeit nachgeht) und viel Energie, Durchsetzungsvermögen sowie persönliche Stärke und Widerstandskraft (physisch wie psychisch) gelingt es ihr, in die völlig künstliche Welt der Haute Couture, des Films und der Hochglanzfotografie vorzudringen. Sie überwindet ihren Analphabetismus, lernt die Sprache des Gastlandes Großbritannien, findet heraus, wie man im Großstadtdschungel überlebt und bleibt dabei immer sie selbst, das einfache, afrikanische Mädchen vom Land, das weiß, wo das wahre Glück liegt und nicht den Schimären von Ruhm, Reichtum und Besitz hinterherjagt.

Immer wieder zeigt diese Lebensgeschichte, wie entscheidend es ist, ob wir Menschen begegnen, die uns wohlwollend fördern (das muß durchaus nicht aus rein altruistischen Motiven sein), oder zwielichtigen Gestalten zum Opfer fallen, die ihre Macht, ihre Stärke oder ihr Herrschaftswissen skrupellos dazu nutzen, Schwächeren zu schaden - sei es durch Betrug, durch Gewaltanwendung (bis hin zur Vergewaltigung) oder durch fortgesetzten psychischen Druck. Mehrmals habe ich mich bei der Lektüre als Mensch, als Europäer und als Mann gewaltig fremdschämen müssen, denn dem naiven Mädchen wird mehrmals sehr übel mitgespielt.

Auch die oben erwähnte "Freiheit von künstlichen Zwängen" gilt nur mit einem großen "Körnchen Salz". Somalia gehört zu den afrikanischen Staaten, in denen die barbarische Tradition der "weiblichen Beschneidung" (richtiger: der femininen Genitalverstümmelung) immer noch nicht überwunden ist, sondern Tag für Tag vielen Mädchen das Leben zerstört. Einerseits dadurch, daß sie an dem unter völlig unhygienischen Bedingungen von Kurpfuscherinnen (!) vorgenommenen Eingriff direkt sterben, andererseits dadurch, daß sie lebenslang unter Schmerzen (nicht nur monatlich bei der Menstruation, sondern mehrmals täglich beim Urinieren) zu leiden haben, und nicht zuletzt, weil die Verstümmelung ihnen jedes Lustempfinden am primären Geschlechtsteil unwiderbringlich genommen hat.

Ich finde es großartig, daß Waris Dirie diese unsägliche Praxis öffentlich anprangert und sich dafür einsetzt, daß die Weltöffentlichkeit alles dafür tut, diesen verbrecherischen Unsinn möglichst schnell und umfassend abzustellen. Als Mensch und Mann kann ich nicht verstehen, wie man mit Scheinargumenten wie "Tradition", "Ehre" oder gar "Religion" eine derart entwürdigende, in jedem Sinne unmenschliche, überflüssige und gefährliche Handlungsweise verteidigen mag.

Das Buch enthält im Anhang die Adressen einiger Organisationen, die sich diesem Wahnwitz entgegenstellen:
* Campaign to Eliminate FGM
* Intact - Internationale Aktion gegen die Beschneidung von Mädchen und Frauen
* Terre des femmes eV - Menschenrechte für die Frau

Ein sehr wichtiges, aufrüttelndes Buch.

Journal Entry 5 by litrajunkie at Pretzfeld, Bayern Germany on Monday, October 24, 2016
Reserviert für meine Mitleserin.

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