Bonjour Deutschland!

by Martine Lestrat | Biographies & Memoirs |
ISBN: 9783745041514 Global Overview for this book
Registered by winglitrajunkiewing of Pretzfeld, Bayern Germany on 11/21/2013
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Journal Entry 1 by winglitrajunkiewing from Pretzfeld, Bayern Germany on Thursday, November 21, 2013
Runderneuerte BC-ID.
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Update 2017-11-27
Heute habe ich die Bücher aus der Packstation befreit. Vielen Dank für die schnelle Auslieferung und die handschriftlichen Widmungen (ich habe ein Exemplar für mich bestellt und ein paar zum Verschenken, jeweils mit Widmung).

Die Autorin ist als boudie-martine bei Bookcrossing aktiv. Sie hat sich mühevoll als Erwachsene die deutsche Sprache angeeignet (ich bin froh, daß mir das als Muttersprachler erspart geblieben ist), ich arbeite seit meiner Gymnasialzeit (mit einer jahrzehntelangen Pause) daran, Französisch zu lernen und habe daher tiefes Mitgefühl.

Aus den Fehlern, die ein Ausländer in meiner Sprache macht, kann ich lernen, wie es in der Sprachwelt des jeweiligen Auslands richtig zugeht, schon deshalb freue ich mich sehr auf die Lektüre. Zusätzlich zum rein sprachlichen Aspekt verraten solche Anekdoten auch viel über die verschiedenen Kulturen, was sie besonders wertvoll macht.

Weitere Details zu diesem Buch
* Entstehungsgeschichte
* Homepage
* Ring
* Video einer Lesung

Verschenkte Exemplare
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Ich war erstaunt, wie viele meiner Freunde und Kollegen durch ihren Bezug zu Frankreich ebenfalls als Empfänger in Frage kämen - ggf. "muß" ich noch weitere Exemplare nachbestellen. Diese Formulierung hatte ich kaum niedergeschrieben, da wurde mir schon klar, daß es dazu eines Eintrags bei [OT] Unglaubliche Zufälle in/mit Büchern bedarf.

Klappentext
     Seit über 30 Jahren lebt die gebürtige Französin Martine Lestrat in Deutschland. Schon einiges hat sie in dieser Zeit mit den Deutschen und der deutschen Sprache erlebt: Was versteckt sich zum Beispiel hinter der kurzen Feststellung "Es zieht!"? Wer zieht denn? Und was wird überhaupt gezogen? Hat die Aufforderung "Warten Sie ruhig hier" mit ihrem lebhaften Temperament zu tun? Sind die beiden Weltkriege immer noch präsent im deutsch-französischen Alltag, und wie wurde mit ihr als ausländischer Kollegin am Arbeitsplatz umgegangen? Wie kam sie mit der deutschen Umarmung klar und … ist sie überhaupt eine "echte" Französin?
     Lustige und nachdenklich machende Geschichten – humorvoll betrachtet und geschrieben.

Journal Entry 2 by winglitrajunkiewing at Pretzfeld, Bayern Germany on Wednesday, November 29, 2017
Schon lange habe ich mich an den Anekdoten der Autorin erfreut und die Ausschnitte aus Lesungen ebenso genossen wie den "Blick ins Buch" auf der Seite einer nicht unbekannten Online-Buchhandlung. Schnell wurde klar, daß das Buch viel mehr bietet als nur eine Reihe amüsanter Begebenheiten, wie sie beim Erlernen einer neuen Sprache und der Begegnung mit einer anderen Kultur zwangsläufig entstehen. Mir persönlich sind solche aus dem Leben gegriffenen Stilblüten, Mißverständnisse und mehr oder weniger peinliche Mißgeschicke immer lieber als konstruierte Komik - das Leben ist in guten und in bösen Tagen einfach weit erfinderischer als der menschliche Geist.

Exkurs
     [...]
     Weil ja das Leben Ernstes dichtet,
     So Ernstes wie kein Dichtersmann
     Zum Spaß sich was erfinden kann.
 
     Curt Goetz, Geleitwort zu den Gesammelten Werken

Nun, das Buch enthält zwar eine Fülle der o.g. lustigen Situationen, aber dabei bleibt es nicht; so verrät Lestrat im Abschnitt "Deutsche Sprache, schwere Sprache?" ihre Lernstrategien und einige Tricks und Kniffe zur Bewältigung oder Vermeidung von Sprachklippen. Wie vertraut mir das erscheint, ich habe nämlich ähnliche Schliche für meinen französischen Spracherwerb angewandt, aber letztlich kommt man nicht darum herum, es von Grund auf richtig zu lernen ("don't learn the tricks of the trade, learn the trade", wie der Lateiner sagt). Mir fällt es in französischsprachigen Büchern immer schwer, bei den manchmal endlosen Dialogen nicht die Übersicht zu verlieren, wer jetzt gerade redet und wer schweigt. In der dritten Person wäre es so einfach, denn meist redet eine Frau mit einem Mann und anhand der Possessivpronomen könnte man sich entlanghangeln (bei aller Unlogik und Abweichung der grammatikalischen Geschlechter in beiden Sprachen), wäre es so geregelt wie im Deutschen: Sein Auto, ihr Auto - seine Tasche, ihre Tasche - da weiß man, was man hat. Da sich aber das französische besitzanzeigende Fürwort nur nach dem "besessenen" Gegenstand richtet, kann man aus "sa voiture" bzw. "son sac" diese Hilfe nicht ableiten, zumal wenn sich aus Gründen der Aussprache vor einem weiblichen Teekesselchen (z.B. "sa anthologie") das Pronomen ins Gegenteil verkehrt, also zu "son anthologie" wird.

Die Erfahrung, daß man von polyglotten Muttersprachlern in seinen tastenden, unsicheren Lernbemühungen nicht immer unterstützt wird, weil diese auf Englisch oder (in meinem Fall) auf Deutsch plaudern können, mache ich auch oft. Man kommt sich so dumm vor, wenn man in einer Situation gefangen ist, die in der Muttersprache bzw. einer besser beherrschten Fremdsprache mühelos zu meistern wäre, man aber in der Sprache des Gastlandes nur stammelnd um Worte ringen kann, auf Gegenstände zeigen muß und dabei die Grammatik radebrechend durch den linguistischen Fleischwolf dreht. Wie man das Laufen nicht ohne Stürze und Wiederaufraffen lernen kann, so gibt es auch beim Spracherwerb eben keinen anderen Weg als durch sprechen, sprechen, sprechen.

Wenn schon Ausländer in Deutschland, dann wohl lieber linksrheinisch als jenseits der Oder - die Polin wird (entgegen aller Operettenklischees) offenbar doch eher angefeindet als die Französin. Letztere spricht auch mit Akzent, aber der ist halt "sooo süüüß"? Nun, ein französischer (oder schweizerischer) Zungenschlag verleiht der eher hart und unsanft klingenden deutschen Sprache eine angenehmere Melodie, eine gewisse Leichtigkeit - die ich wie viele meiner Landsleute als sympathisch empfinde.

In sehr, sehr vielen Punkten stimme ich mit der Autorin überein, insbesondere in der Einschätzung anderer Menschen als Individuum. Ist jemand groß, klein, dumm, belesen, arrogant, hilfsbereit, freundlich oder maulfaul, so hat er all diese Eigenschaften (bzw. eine Auswahl davon) als einzelne Person, nicht als Franzose, Deutscher, Christ, Hindu, Bauarbeiter oder Zahnarzt. Schubladendenken und Klischees müssen wohl sein, weil man nicht bei jeder flüchtigen Begegnung das Gegenüber in seiner Individualität umfassend erforschen kann, aber man sollte sich bewußt sein, daß man gerade mit der groben Elle der Vorurteile mißt und wissen, daß es "die beliebiger Sammelbegriff" nicht gibt; so wäre mir ein "ausländischer" Geiger, der sich nur in einer mir völlig unbekannten Sprache ausdrücken könnte, sicherlich ähnlicher als ein "einheimischer" Fußball-Hooligan, dessen betrunkenes Lallen ich nur zu gut verstünde.

Erfreut, erbaut und inspiriert reihe ich dieses Buch denn schmunzelnd unter meinen Lieblingslesestoff ein, nämlich die Bücher, die einen nicht merken lassen, daß man beim Lesen etwas lernt, und deren Lektüre sowohl schallendes Lachen als auch tiefsinniges Nachdenken hervorruft.

Wer sich für einen umgekehrten Lebensweg interessiert, dem empfehle ich "Was lange währt ...: Die weite Reise ins französische Glück" von Ute Bonin.

Mehr zum Thema "Alsace oder Elsass?" kann man aus "Marthe und Mathilde" von Pascale Hugues erfahren.

Journal Entry 3 by winglitrajunkiewing at Fürth, Bayern Germany on Friday, December 15, 2017

Released 3 yrs ago (12/17/2017 UTC) at Fürth, Bayern Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Meinen Eltern als vorweihnachtliche Lektüre geliehen.

Journal Entry 4 by winglitrajunkiewing at Fürth, Bayern Germany on Tuesday, January 16, 2018
Gestern von meinen Eltern zurückbekommen. Das Buch hat sehr gut gefallen.

Journal Entry 5 by winglitrajunkiewing at Nürnberg, Bayern Germany on Tuesday, January 16, 2018

Released 3 yrs ago (1/15/2018 UTC) at Nürnberg, Bayern Germany

CONTROLLED RELEASE NOTES:

An einen Ex-Kollegen verliehen, der auch fleißig Französisch lernt - anläßlich des traditionellen Neujahrstrinkens, diesmal im Krakauer Haus.

Journal Entry 6 by winglitrajunkiewing at Nürnberg, Bayern Germany on Friday, July 27, 2018
Wurde gestern zurückgegeben und hat gut gefallen.

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