Wer nicht hören will, muss lesen

by Erich Kästner | Poetry |
ISBN: 3436014109 Global Overview for this book
Registered by wingLilliannewing of Wilmersdorf, Berlin Germany on 3/15/2013
Buy from one of these Booksellers:
Amazon.com | Amazon UK | Amazon CA | Amazon DE | Amazon FR | Amazon IT | Bol.com
This book is in the wild! This Book is Currently in the Wild!
1 journaler for this copy...
Journal Entry 1 by wingLilliannewing from Wilmersdorf, Berlin Germany on Friday, March 15, 2013
Ein Buch von Kästner für den 10. Mai zum Freilassen
.

Über dieses Buch
In diesem Buch stehen Texte aus den Jahren bis 1933 und nach 1945. Texte aus den Jahren 1934 bis 1944 stehen nicht darin; Erich Kästner durfte damals von Staats wegen nicht schreiben, womit offiziell anerkannt war, daß von Worten Wirkung ausgehen kann. Erich Kästners Texte richten sich gegen die Dummheit, die als Folgeerscheinung alles einschließt, was die Welt bis 1933, zwischen 1933 und 1945 und nach 1945 mit unterschiedlicher Intensität bedrückte: Krieg, intellektuelle und materielle Unfreiheit, Borniertheit und mit Moral sich schmückende Amoralität. Erich Kästner, seit fünfzig Jahren kritischer Zeitgenosse, liebenswürdig verkappter Kommentator und weiser Auskunftgeber, sagt es: "Die Dummheiten wechseln, und die Dummheit bleibt." Er hält trotzdem seine Aufgabe als Moralist und kritischer Pädagoge nicht für überflüssig.

Ach wie wahr. Uns fehlt heute auch manches Mal so ein liebenswürdig, kritischer Zeitgenosse. Und in seinem Vorwort von 1971 schreibt er, dass er sich korrigieren müsse: "Auch die Dummheiten sind die gleichen geblieben."

Viele Gedichte aus diesem Band sind bereits in den beiden anderen Gedichtbänden abgedruckt gewesen, weshalb ich hier nicht auf die Gedichte einzugehen brauche. In seiner kleinen Chronologie statt eines Vorwortes beschreibt er seine Zeit von März bis September 1945, der Aufbruchzeit in München, als sie versuchten, die Bücher, die 1933 verbrannt wurden, wieder aufzulegen. Und er schreibt über die "Schwierigkeiten, ein Held zu sein", die Zeit im Mai 1933, als "die deutschen Studenten in allen Universitätsstätten unsere Bücher tonnenweise ins Feuer warfen .." Und er zeigt uns ein Bild aus diesen Tagen - Geschichte, die wir kennen müssten. Kästner hat sich in diesem Text aber auch einem anderen Philosophen gewidmet: "An dieser Stelle möchte ich einem anderen Philosophen meine ehrliche Bewunderung und Verehrung zollen: Eduard Spranger, einem meiner Leipziger Lehrer, einem aufrechten Mann. Er trat demonstrativ von seiner Berliner Professur zurück und begründete diesen sogar vor einer Pressekonferenz.
Doch das Ehrgefühl und der Widerstand im Detail nützen nichts. Auch die Selbstmorde und die Emigration von Professoren konnten nichts helfen. Der inzestuöse, der perverse Coup war geglückt. Man hatte sich an sich selber verraten. Der neue Judas hatte etwas Unmögliches zuwege gebracht: Er hatte vor den Augen der Menge und der ausgesandten Häscher, sich selbst geküßt..
Ich habe mich, damals schon und seitdem manches Mal gefragt: 'Warum hast du, am 10. Mai 1933 auf dem Opernplatz in Berlin, nicht widersprochen? Hättest du, als der abgefeimte Kerl eure und auch deinen Namen in die Mikrophone brüllte, nicht zurückschreien sollen?' Daß ich dann heute hier nicht stünde, darum geht es jetzt nicht. Nicht einmal, daß es zwecklos gewesen wäre, steht zur Debatte. Helden und Märtyrer stellen solche Fragen nicht. Als wir Carl von Osietzky baten, bei Nacht und Nebel über die Grenze zu gehen - es war alles vorbereitet -, sagte er nach kurzem Nachdenken. "Es ist für sie unbequemer, wenn ich bleibe", und er blieb. Als man den Schauspieler Hans Otto, meinen Klassenkameraden, in der Prinz-Albrecht-Straße schon halb totgeschlagen hatte, sagte er, bevor ihn die Mörder aus dem Fenster in den Hof warfen, blutüberströmten Gesichts: "Das ist meine schönste Rolle." Er war nicht nur auf der Bühne am Gendarmenmarkt, der jugendliche Held. Gedenken wir dieser beider Männer in Ehrfurcht! Und fragen uns, ob wir es ihnen gleichgetan hätten! [...]
Warum mische ich mich unter die Bekenner? Weil, immer wenn von der Vergangenheit gesprochen wird, auch von der Zukunft die Rede ist. Weil keiner unter uns und überhaupt niemand die Mutfrage beantworten kann, bevor die Zumutung an ihn herantritt. Keiner weiß, ob er aus dem Stoffe gemacht ist, aus dem der entscheidende Augenblick Helden formt. Kein Volk und keine Elite darf die Hände in den Schoß legen und darauf hoffen, daß im Ernstfall, im ernstesten Falle, genügend Helden zur Stelle sein werden.
"

Das, als Ergänzung zu dem, was noch folgen wird. Es stammt aus dem letzten Beitrag aus diesem Band, der im Rahmen der Lese-Challenge zu den "verbrannten Dichtern" gelesen wurde und da es nicht das erste Kästner Buch war, verweise ich einfach hier auf die weiteren Informationen in meinen Eintrag bei den Drei Männern im Schnee.

Alle weiteren Bücher, die ich hierfür lese, sind auf meinem erweiterten Profil gelistet.

Da ich gerne Geschichten sammle, freue ich mich über einen Eintrag zu diesem Buch. Vielleicht bewegt sich etwas ... für die weiteren Leser/innen.

Gute Reise und viel Freude.

Journal Entry 2 by wingLilliannewing at Bebelplatz in Mitte, Berlin Germany on Friday, March 15, 2013

Released 7 yrs ago (5/10/2013 UTC) at Bebelplatz in Mitte, Berlin Germany

WILD RELEASE NOTES:

Dies ist ein Buch, das zum 80. Gedenken der Bücherverbrennung auf dem Bebelplatz die Aktion "Ein Ort zum Lesen" am 10. Mai 2013 unterstützt. Mit dabei werden auch sog. Lesepaten für diese Bücher sein, die mit interessierten Besucher/innen über den Autor und seine Werke sprechen können.


Das Buch reist nun - ja, zu wem?
Vielleicht erfahren wir etwas von der Finderin, dem Finder?

Willkommen bei BookCrossing / Welcome to BookCrossing!

Liebe Finderin, lieber Finder,/ Dear finder,

bitte mache einen Journaleintrag um mich wissen zu lassen, dass dieses Buch gefunden und dass es bei dir ein gutes neues Zuhause gefunden hat. Solltest Du neu bei BookCrossing sein, und Du Lust hast dich hier anzumelden, würde ich mich freuen, wenn Du bei Empfehlungs-Mitglied Lillianne einträgst (Du kannst natürlich auch ohne dich anzumelden, ganz anomym einen Eintrag über Deinen Fund machen). Ich hoffe Du findest gefallen an dem Buch. Du kannst einen weiteren Eintrag machen, wie es Dir gefallen hat sobald Du es gelesen hast.

Dann, wann immer Du Du bereit bist es weiter zu geben, mache bitte einen Freilass-Journaleintrag ob Du dieses Buch an eine Dir bekannte Person weitergegeben oder gesendet hast, oder mache ein Freilasseintrag wenn Du es für Jedermann in die „Wildnis“ freigelassen hast. Verfolge die Weitere reise. Du bekommst eine Emailnachricht, wenn dieses Buch wieder gefunden wird und jemand einen Eintrag macht. Alles ist absolut vertraulich (Du bist nur unter deinem Screenname zu sehen, Deine angegebene Emailadresse ist zu keinem Zeitpunkt für andere sichtbar), alles ist kostenlos und absolut Spamfrei!

Möchtest Du mehr erfahren oder Hilfe benötigen schaue einfach im Deutschen-Forum vorbei oder besuche die deutsche Support-Site www.bookcossers.de

Ich hoffe Du kannst Dich auch für BookCrossing begeistern
Gute Reise und lass bald was von dir hören.

Are you sure you want to delete this item? It cannot be undone.