Die Wupper/Arthur Aronymus und seine Väter

Registered by Colombina of Wuppertal, Nordrhein-Westfalen Germany on 2/2/2013
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Journal Entry 1 by Colombina from Wuppertal, Nordrhein-Westfalen Germany on Saturday, February 02, 2013

(Das Bild in diesem Reisetagebucheintrag zeigt das Else-Lasker-Schüler-Denkmal in Wuppertal.)
Dieser kleine Band umfasst die beiden Schauspiele "Die Wupper" und "Arthur Aronymus und seine Väter" sowie die Erzählung "Arthur Aronymus - Die Geschichte meines Vaters", auf der das zweite Theaterstück basiert.

Zu "Die Wupper" - nun lebe ich schon elf Jahre in Wuppertal-Elberfeld und lese erst jetzt dieses Werk des berühmten Stadtkindes, da will ich wenigstens ein paar Hintergrundinformationen geben:
"Die Wupper", ein Schauspiel in fünf Akten, spielt im Arbeiterviertel einer Fabrikstadt im Tale der Wupper (die heutige Stadt Wuppertal entstand erst später, 1929, durch Zusammenlegung mehrerer Städte, darunter Elberfeld, der Geburtsstadt von Else Lasker-Schüler), auf einem Jahrmarkt und in der Villa einer reichen Fabrikantenfamilie. Der Fluss selbst hat im Stück eine eher symbolische Bedeutung, wie auch seine dunkelrote Färbung im 4. Akt, obwohl die "echte" Wupper tatsächlich früher durch die Färbereien Elberfelds auch schon mal eine rote Färbung annahm. (Durch die Industrialisierung war auch der Fischbestand in der Wupper lange Zeit verschwunden, während sich heute wieder von Wuppertals Brücken mitten in der Großstadt Fische und fischjagende Graureiher beobachten lassen und sich der Fluss inzwischen aufgrund der wieder reichen Tierwelt den scherzhaften Ehrentitel "Amazonas des Bergischen Landes" erobert hat.)
Es erstaunt mich sehr, dass dieses Schauspiel bereits vor über hundert Jahren veröffentlicht (1909) sein soll, denn es wirkt auf mich sehr modern und ein wenig abstrakt, so dass es mir auch schwerfällt, den Inhalt wiederzugeben: Im Mittelpunkt stehen das junge Lieschen und zwei Familien, eine Fabrikantenfamilie und eine Arbeiterfamilie. Es geht um Liebe und Sexualität, den Missbrauch einer Zwölfjährigen, Krankheit und Tod. Wie nicht von dieser Welt erscheinen drei Herumtreiber, der Pendelfrederich, die (bzw. der ;-)) Lange Anna und der gläserne Amadeus, die das Geschehen begleiten.
Probleme bereitete mir die Sprache (stark umgangssprachlich/dialektal) und ich bin mir nicht sicher, ob ich alles verstanden habe. Dennoch hat das Stück mir gut gefallen und ich hoffe, dass ich es einmal auf einer Bühne erleben darf ...

"Arthur Aronymus und seine Väter" - dieses "von der Erinnerung an die eigene Familie" (S. 1, "Über das Buch") geprägte Theaterstück von Lasker-Schüler spielt ca. 1840 in Westfalen, wo der kleine Arthur Aronymus Schüler mit zweiundzwanzig Geschwistern aufwächst. Die Familie ist jüdischen Glaubens und sieht sich durch die Krankheit der Tochter Dora mit dem Aberglauben und der Unmenschlichkeit ihrer Nachbarn konfrontiert, die das Kind am liebsten als Hexe verbrennen würden. Doch längst nicht alle Herzen der Christen sind verschlossen und die Familie Schüler gewinnt gerade im katholischen Kaplan einen wichtigen Verbündeten ...
Trotz dieser ernsten Bedrohung ist es, insbesondere dank der drolligen Einfälle und Aussprüche der Kinder, ein heiteres Stück, das von Toleranz und Versöhnung handelt: "Und mit einem bisschen Liebe gehts schon, daß Jude und Christ ihr Brot gemeinsam in Eintracht brechen" (fünfzehntes Bild, S. 188)
Es ist nicht verwunderlich, dass die für 1933 geplante Uraufführung in Deutschland von den Nationalsozialisten verhindert wurde - dieses Stück ist so von Liebe und Versöhnung geprägt, dass es der primitiven Hass-Ideologie der Nationalsozialisten in der Tat hätte gefährlich werden können ... Uraufgeführt wurde das Stück schließlich 1936 in Zürich, aber auch dort durfte es nicht lange gespielt werden.

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Gelesen im Rahmen der von lady-liberty organisierten Bookcrossing-Lesechallenge "Verbrannte Bücher und ihre Autoren"
(Lesechallenge zur Bücherverbrennung)

Journal Entry 2 by Colombina at Controlled Release, A Bookcrossing member -- Controlled Releases on Saturday, February 23, 2013

Released 8 yrs ago (2/23/2013 UTC) at Controlled Release, A Bookcrossing member -- Controlled Releases

CONTROLLED RELEASE NOTES:


Heute Mittag mit der Post abgereist nach Berlin zu Lillianne :-)
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Auf dem Bild ist die Tafel zu sehen, mit der die Stadt Wuppertal an die barbarischen Bücherverbrennungen und "Bibliothekssäuberungen" erinnert, die vor 80 Jahren in Wuppertal (damals noch Elberfeld und Barmen) und an vielen anderen Orten Deutschlands stattfanden:
"Am 1. April 1933 inszenierten die Nationalsozialisten auf dem Rathausvorplatz in Barmen und am Döppersberg in Elberfeld öffentliche Bücherverbrennungen, die von Lehrern und Schülern der Wuppertaler Oberschulen organisiert und durchgeführt wurden. Die Stadtbibliothek Wuppertal war ab Frühjahr 1933 mehrmals Schauplatz nationalsozialistischer "Säuberungsaktionen". Damit sollte sogenannte "undeutsche" Literatur aus den Büchereibeständen "ausgemerzt" werden. Anfang 1936 wurden bei einer solchen Aktion mit Hilfe von "Schwarzen Listen" mehr als 26 000 Bücher ausgesondert.
Der ideologische Hass und die Verbote richteten sich grundsätzlich gegen Autoren jüdischer Herkunft sowie gegen alle Schriftsteller, deren Werke die Ideen der Moderne verkörperten und die pazifistisch oder politisch links orientiert waren.
Zu den verfolgten Intellektuellen gehörten u. a. Bertolt Brecht, Alfred Döblin, Sigmund Freud, Erich Kästner, Irmgard Keun, Heinrich und Thomas Mann, Erich Maria Remarque, Anna Seghers, Kurt Tucholsky und die Wuppertaler Autoren Else Lasker-Schüler und Armin T. Wegener.
Die Bücherverbrennungen und Bibliothekssäuberungen der Nationalsozialisten zielten auf die Zerstörung einer an Humanität und Aufklärung orientierten deutschen und europäischen Kultur. In ihrer Folge wurden zahlreiche Schriftsteller, Künstler, Journalisten und Publizisten geächtet, zur Emigration gezwungen, ermordet oder in den Selbstmord getrieben." Die Stadt Wuppertal, im April 2004

Journal Entry 3 by wingLilliannewing at Wilmersdorf, Berlin Germany on Thursday, February 28, 2013

Vielen Dank, das Buch kam am 27.2.2013 an und wartete auf mich an der Tür. Es ist eines der Bücher, die zur Aktion "80 Jahre Gedenken an die Bücherverbrennung" geschickt wurde.

Journal Entry 4 by wingLilliannewing at Bebelplatz in Mitte, Berlin Germany on Thursday, February 28, 2013

Released 7 yrs ago (5/10/2013 UTC) at Bebelplatz in Mitte, Berlin Germany

WILD RELEASE NOTES:

Dies ist ein Buch, das zum 80. Gedenken der Bücherverbrennung auf dem Bebelplatz die Aktion "Ein Ort zum Lesen" am 10. Mai 2013 unterstützt. Mit dabei werden auch sog. Lesepaten für diese Bücher sein, die mit interessierten Besucher/innen über den Autor und seine Werke sprechen können.


Das Buch reist nun - ja, zu wem?
Vielleicht erfahren wir etwas von der Finderin, dem Finder?

Willkommen bei BookCrossing / Welcome to BookCrossing!

Liebe Finderin, lieber Finder,/ Dear finder,

bitte mache einen Journaleintrag um mich wissen zu lassen, dass dieses Buch gefunden und dass es bei dir ein gutes neues Zuhause gefunden hat. Solltest Du neu bei BookCrossing sein, und Du Lust hast dich hier anzumelden, würde ich mich freuen, wenn Du bei Empfehlungs-Mitglied Lillianne einträgst (Du kannst natürlich auch ohne dich anzumelden, ganz anomym einen Eintrag über Deinen Fund machen). Ich hoffe Du findest gefallen an dem Buch. Du kannst einen weiteren Eintrag machen, wie es Dir gefallen hat sobald Du es gelesen hast.

Dann, wann immer Du Du bereit bist es weiter zu geben, mache bitte einen Freilass-Journaleintrag ob Du dieses Buch an eine Dir bekannte Person weitergegeben oder gesendet hast, oder mache ein Freilasseintrag wenn Du es für Jedermann in die „Wildnis“ freigelassen hast. Verfolge die Weitere reise. Du bekommst eine Emailnachricht, wenn dieses Buch wieder gefunden wird und jemand einen Eintrag macht. Alles ist absolut vertraulich (Du bist nur unter deinem Screenname zu sehen, Deine angegebene Emailadresse ist zu keinem Zeitpunkt für andere sichtbar), alles ist kostenlos und absolut Spamfrei!

Möchtest Du mehr erfahren oder Hilfe benötigen schaue einfach im Deutschen-Forum vorbei oder besuche die deutsche Support-Site www.bookcossers.de

Ich hoffe Du kannst Dich auch für BookCrossing begeistern
Gute Reise und lass bald was von dir hören.

Journal Entry 5 by Feuerzeug11 at Lichtenberg, Berlin Germany on Saturday, May 11, 2013
Gefunden! Else Lasker-Schüler interessiert mich wegen ihres Wirkens in Berlin.
In der Katharinenstraße 5 in Halensee erinnert eine Gedenktafel an die Künstlerin, die hier von 1909 bis 1911 lebte und mit ihrem Mann Herwarth Walden die Zeitschrift "Der Sturm" herausgab.

Journal Entry 6 by Feuerzeug11 at Fennpfuhl, Berlin Germany on Friday, December 27, 2013
"Die Wupper" hat mir gefallen; für "Arthur Aronymus" konnte ich mich weniger begeistern.
Als überaus interessant und amüsant erwies sich meine Recherche zur Autorin. Else Lasker-Schüler scheint ein ziemlicher Freigeist gewesen zu sein. Sie war ihren Männern nicht treu, schwindelte gern bei der Altersangabe (hihi) und wurde sogar mehrfach wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses verhaftet.
Für meine "Berliner Spurensuche" schickt mich Else Lasker-Schüler auf eine kleine Rundreise: gleich vier verschiedene Wohnorte in verschiedenen Stadtteilen Berlins sind dokumentiert. Na, dann los!

Journal Entry 7 by Feuerzeug11 at Katharinenstraße in Halensee, Berlin Germany on Friday, December 27, 2013

Released 7 yrs ago (12/27/2013 UTC) at Katharinenstraße in Halensee, Berlin Germany

WILD RELEASE NOTES:

Freigelassen im Rahmen der Berliner Spurensuche

Gute Reise, liebes Buch! Lass bald von dir hören.

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