Das Wörterbuch des Viktor Vau

by Gerd Ruebenstrunk | Literature & Fiction |
ISBN: 3492268749 Global Overview for this book
Registered by LadyLiana of on 11/16/2012
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Journal Entry 1 by LadyLiana from not specified, not specified not specified on Friday, November 16, 2012
Amazon.de: "Seit Jahrzehnten arbeitet Viktor Vau an seinem Wörterbuch – einer einzigartigen Sammlung von Begriffen, die die Welt so exakt beschreiben wie nie zuvor. Doch Viktor Vau ahnt nicht, dass sein Werk auch ein furchterregendes Geheimnis birgt. Als im Meer eine Raumkapsel unbekannter Herkunft entdeckt wird, stößt man darin auf eine Botschaft, die nur Viktor Vau entschlüsseln kann. Die Nachricht erschüttert die Welt – und ausgerechnet Viktor Vau steht im Mittelpunkt einer drohenden Katastrophe…"

Journal Entry 2 by LadyLiana at on Saturday, March 23, 2013
Meiner Ansicht nach handelt es sich hier eher um einen Roman mit ScienceFiction- und Krimi-Elementen als um Fantasy (wie vom Verlag deklariert).
Wer seichte Unterhaltung sucht, sollte die Finger von diesem Buch lassen. Wer aber ein Faible für Sprache hat und beim Lesen auch noch etwas lernen möchte, der sollte zugreifen. ;-)

Doch worum geht es eigentlich?

Es gibt mehrere Handlungsstränge, die aber miteinander in Verbindung stehen.
- Zu erst einmal wäre da natürlich Professor Viktor Vau. Er lebt in der Zukunft in einem Land, dass diktatorisch regiert wird. Überwachung und Bespitzelung sind an der Tagesordnung. Da er der herrschenden Klasse der Dynastie angehört, hat er es aber noch verhältnismäßig gut. Sein Forschungsgebiet ist die Neurolinguistik. Im Laufe von Jahrzehnten hat er eine "perfekte" Sprache entwickelt, die Uneindeutigkeiten und Doppeldeutigkeiten nicht ermöglicht. Sie ist absolut exakt. Professor Vau ist der Ansicht, dass uneindeutige Sprache Erkrankungen wie Schizophrenie begünstigt und erforscht daher, welchen Einfluss seine Sprache auf Schizophrene hat. Da diese Forschung von seinen Kollegen nicht anerkannt wird, ist er ein Außenseiter.
Als in dem Meeresabschnitt eines afrikanischen Staates (Dagombe) eine primitive Raumkapsel herunterkommt, die scheinbar nur einen Zettel mit merkwürdigen Schriftzeichen enthält, wird Viktor Vau von den ratlosen Kryptografen und Linguisten schließlich um Hilfe gebeten.

Achtung! Spoiler!
Schnell wird klar, dass es sich um "seine" Sprache handelt. Doch wie ist das möglich? Kommt die Kapsel vielleicht sogar aus der Zukunft? Viktor stößt in der Kapsel auf eine weitere, verborgene Botschaft und kann diese zumindest teilweise verstehen. Er weiß jetzt, dass sein Leben in Gefahr ist und flieht.
Bei der Flucht helfen ihm seine Assistentin und deren Freunde, die teilweise einer anarchistischen Bewegung angehören und daher "Staatsfeinde" sind.
Spoilerende

- Die Treffen der Chefs der Geheimdienste der beteiligten Staaten werden auch immer wieder geschildert - vor allem mit dem Fokus auf Winter (Chef des Geheimdienstes von Dagombe). Denn außer den Verwicklungen rund um die Raumkapsel haben die beteiligten Staaten auch noch mit einem Handelsembargo, sowie diversen Bombenanschlägen zu kämpfen. Die Art wie die drei Chefs versuchen sich gegenseitig ins Handwerk zu pfuschen nimmt fast schon humoristische Züge an.
- Viktor Vaus Epoche ist von unserer Zeit aus betrachtet ja bereits die Zukunft, doch es gibt Passagen des Buches, die in Professor Vaus Zukunft spielen. Dort lernen wir den mysteriösen Protektor kennen, der in einer Zeit lebt, in der Stimmen im Kopf einem sagen, wie man sich richtig verhält und was man tun sollte. Erst nach und nach wird klarer, was bzw. wen der Protektor beschützt (=protegere) und in welcher Verbindung er zu Viktor Vau steht.
- Schließlich hat das Buch auch noch eine kriminalistische Handlung. In Professor Vaus Heimatstadt treibt nämlich ein Serienkiller namens "Der Florist" sein Unwesen.

Gerade am Anfang des Buches fand ich die diversen Handlungsstränge verwirrend. Gegen Ende wird aber alles klarer und verständlicher. Wobei ich es dann richtig gut fand, dass es bis zum Schluss immernoch Wendungen gab. So hatte ich mich beispielsweise immer wieder gefragt, was denn an der "perfekten" Sprache so tödlich ist, bis es dann diesbezüglich eine große Überraschung gab.

Achtung! Spoilergefahr!
Und mir hat wirklich gut gefallen, dass nahezu niemand der war, für den er sich ausgegeben hat... Wobei ich mir bei zumindest zwei Charakteren bereits ihre wahre Identität vor der Auflösung denken konnte. Schade fand ich allerdings, dass man nicht mehr erfährt was denn nun aus Leslie und Sir Jonathan wurde.
Besonders faszinierten mich aber die Erläuterungen zu der Sprache der Piraha (welche tatsächlich existieren). Mir fällt es schwer, mir solch eine Sprache vorzustellen. Das Denken dieses Volksstammes muss sich radikal von unserem unterscheiden, um in diesen Bahnen sprechen zu können...
Spoilerende

Fazit: Das Buch macht es einem sicherlich nicht leicht, aber interessant und spannend ist es allemal. Wer sich für Sprache interessiert und sich auch an ein bisschen Philosophie nicht stört, sollte zugreifen.

P.S.: Das Buch ist übrigens so wie Viktor Vaus Notizbuch aufgemacht, was ich wirklich eine schöne Idee finde.

Journal Entry 3 by LadyLiana at on Tuesday, March 26, 2013
"Das Wörterbuch des Viktor Vau" startet nun seine Reise als Ring. Bitte behandelt es pfleglich und schickt es nach 4-6 Wochen weiter.

01. linguistkris, Solingen (Nordrhein-Westfalen) haken-0004.gif von 123gif.de
02. Samingo, Wuppertal (Nordrhein-Westfalen) haken-0004.gif von 123gif.de
03. bluezwuzl, Altdorf (Bayern) haken-0004.gif von 123gif.de
04. feloris, Graz (Steiermark) [Österreich] haken-0004.gif von 123gif.de

Danach geht es bitte zu mir zurück.

Thread zum Buch

Textauszug:
Die Welt ist eine Glaskugel.
Jede Sekunde machen Satellitenkameras, Radiowellenempfänger, Überwachungssensoren, Mikrofone und Messstationen das Unsichtbare sichtbar.
Tausend Augenpaare beobachten pausenlos Bildschirme und Datenschreiber. Gewaltige Rechner durchforsten rund um die Uhr die eingehenden Datenmengen nach Hinweisen auf anfliegende Raketen, terroristische Aktivitäten, ungesetzliche Absprachen, unbekannte Flugobjekte, bevorstehende Katastrophen, illegale Grenzüberschreitungen oder staatsfeindliche Umtriebe.
Nichts geschieht auf, über oder unter der Erde, das nicht von diesen Augen, Ohren und Fühlern registriert, kontrolliert, kategorisiert, analysiert und archiviert wird.
Fast nichts.
Bis zu dem Tag, an dem das Objekt erschien.

Journal Entry 4 by LadyLiana at on Wednesday, March 27, 2013

Released 6 yrs ago (3/27/2013 UTC) at

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Das Buch reist weiter. Viel Spaß damit! ^^

Journal Entry 5 by winglinguistkriswing at on Wednesday, April 03, 2013
Kaum "bestellt", liegt er schon im Briefkasten, der Viktor! Vielen Dank, bei soviel Vorrede bin ich mehr als gespannt. Und der Nichtlustig trifft auch absolut meinen Geschmack! :D

Journal Entry 6 by winglinguistkriswing at on Thursday, May 02, 2013
Ich gebe LadyLiana völlig recht: hier handelt es sich nicht um Fantasy. Dystopische Agentensatire auf einem Bett aus neurolinguistischer Science Fiction trifft es schon eher.
Da ich ja ein bisschen vorgewarnt war, fand ich es auch gar nicht weiter schwer, in die Geschichte hineinzukommen. Allerdings ist am Anfang die Vielzahl der Handlungsstränge und -orte ein bisschen schwierig zu sortieren, zudem man sich ja noch an die weltspezifischen Vokabeln wie "Union" und "Dynastie" sowie die exotischen Ortsnamen gewöhnen muss.
Stilistisch mochte ich das Glatte, Sachliche an Ruebenstrunks Prosa, das, wie ich finde, das dystopische Element der Geschichte schön unterstützt; ein Schwachpunkt sind allerdings die Dialoge, die dafür umso gestelzer und hölzerner daherkommen. Ich habe mich dann irgendwann dazu entschieden, sie mir eher als Nacherzählung denn als Sprechszenen vorzustellen, und danach ging es mir damit entschieden besser. ;)
Auch gebe ich ein bisschen Punktabzug dafür, dass das linguistische Fundament der Geschichte leider nicht besonders tragfähig ist (wer nicht gespoilert werden will, klickt hier lieber nicht ;)), aber es ist so hübsch ausgedacht, dass man darüber hinwegsehen kann. Die Literaturtipps aus dem Anhang habe ich jedenfalls mal auf meinen Wunschzettel gepackt. ;)
Vielleicht habe ich beim Lesen ja auch hier wieder ein bisschen davon profitiert, vorgewarnt gewesen zu sein, aber ich hatte die "verborgenen" Identitäten der Überraschungscharaktere auch recht früh heraus. Allerdings hat mich das nicht gestört; ich habe das eher als Bestätigung an den nachvollziehbaren Ablauf der Handlung genommen. ;) Durchweg gute Noten gibt es auch für die vielen spannenden Denkanstöße und die sehr gelungene äußere Aufmachung.

Durch Mundpropaganda habe ich da noch zwei weitere Interessenten für den Ring an Land gezogen und werde das Buch heute an Samingo übergeben; wenn dann die Deutschlandrunde durch ist, übernehme ich auch gerne den Transport an feloris.

Journal Entry 7 by winglinguistkriswing at on Thursday, May 02, 2013

Released 6 yrs ago (5/2/2013 UTC) at

CONTROLLED RELEASE NOTES:

An Samingo.

Journal Entry 8 by wingSamingowing at on Friday, May 03, 2013
Ringlein, Ringlein... und kaum umgedreht, schon ist es bei mir...
Danke für's Mitbringen linguistkris!

Journal Entry 9 by wingSamingowing at on Monday, May 27, 2013

Released 6 yrs ago (5/27/2013 UTC) at

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Liebes Buch auf Reisen. Ich hoffe, Du findest Deinen Weg in viele, viele Hände von Bücherfreunden und bereitest angenehme Stunden beim Lesen!
Lass von Dir hören von Zeit zu Zeit!

Der Ring setzt seine Reise fort zu bluezwuzl...

Fantasy-Krimi, der uns erahnen lässt, was aus unserer Welt werden könnte. Ehrlich gesagt erscheint es mir nicht zu abwegig...

Journal Entry 10 by wingbluezwuzlwing at on Wednesday, June 05, 2013
Viktor Vau ist trotz der diversen Wetterkalamitäten wohlbehaltenund absolut TROCKEN bei mir eingetroffen. Freu mich schon auf die Lektüre!

Journal Entry 11 by wingbluezwuzlwing at on Friday, July 05, 2013
Ein spannender Roman aus der Zukunft um das Verhältnis von Sprache und Denken und das altbekannte Problem eines Zeitreisenden - was passiert, wenn ich die Vergangenheit verändere?
Kann man einfach so als spannende Geschichte lesen, aber man kann sich auch auf die Problematik einlassen und ziemlich ins Grübeln geraten...
Auf alle Fälle eine lesenswertes Buch.
Geht jetzt dann demnäxt endlich auf die Weiterreise...
Und jetzt ist Viktor auch schon auf dem Weg nach Österreich!

Journal Entry 12 by feloris at on Wednesday, July 17, 2013
Ist am Freitag bei mir angekommen, und ich bin auch schon mittendrin. :)

Journal Entry 13 by feloris at on Monday, July 22, 2013
Gestern hab ich trotz einiger anstehender Arbeit beschlossen, stattdessen lieber das Buch fertigzulesen. ;)

Mh, was soll ich sagen. Ich schliesse mich dahingehend den vorhergehenden Meinungen an, dass es sich hier um eine nette Dystopie handelt, sicher nicht um Fantasy. Die Aufmachung ist wirklich sehr nett. Und die vielen Erzählstränge fand ich großteils auch eine gute Idee.

Ab hier gibt's jetzt einige Spoiler, nur so zur Warnung...

Dass es ausgerechnet eine Kunstsprache, die sich irgendwie durchgesetzt hat, sein soll, die die Zukunft (laut Meinung mancher) in den Ruin getrieben hat, fand ich eine super Idee, auch, dass auf den Aufbau der Sprache und die Forschung Viktors zumindest ein wenig eingegangen wird.
Dass nicht sooo schwer zu durchschauen war, wer denn nun wer ist, hat mich auch nicht weiter gestört, es war sogar irgendwie netter, das Buch mit diesem Wissen zu lesen.
Allerdings...einige der Handlungsstränge bzw. der unterschiedlichen Blickwinkel auf die Geschichte hätte man sich meiner Meinung nach gerne sparen können. Auf jeden Fall die des Journalisten - was genau der zur Story beigetragen hat, weiß ich immer noch nicht. Die Dialoge waren teilweise auch nicht auszuhalten...völlig unrealistisch und nur zur Informationsweitergabe, aber bitte. Leider sind dadurch die Charaktere eben ziemlich blass geblieben - die unterschiedlichen Blickwinkel mussten so neutral geschrieben sein, dass sich die Undercover-Charaktere nicht selbst verraten konnten, und die Dialoge dann auch noch ohne viel Persönlichkeit...tja.
So ganz generell ist mir die Geschichte etwas zu wenig in die Tiefe gegangen...über die Welt selbst erfährt man nur bruchstückhaft etwas (was ich bei Dystopien doch schade finde), Sozialkritik war zwar vorhanden, hat aber dadurch, dass sie großteils in Erzählerkommentaren versteckt war, einiges an Kraft verloren, und dass so Charaktere wie Leslie kurz auftauchen und dann wieder ohne Weiteres verschwinden...auch irgendwie schade. Ich kann mir auch keinen der Hauptcharaktere wirklich vorstellen, da sie kaum beschrieben werden.
Am Ende musste ich den letzten Teil vom Buch jedenfalls schnell fertiglesen, weil so wenig bei mir hängengeblieben ist von dem, was gerade passiert ist...die Handlung ist so sanft dahingeplätschert, dass ich bei Pausen dauernd vergessen habe, was gerade los war.

Spoiler aus!

So insgesamt...ein leicht zu lesendes Buch mit ein bisschen Dystopie, ein bisschen Agentenaction, ein bisschen Linguistik. Eine sehr gute Grundidee mit ein paar spannende Wendungen. Vielleicht was Gutes für einen Tag am Strand, wo man es in einem Rutsch durchlesen kann?

Ich werde mich umsehen, ob es noch weitere Interessenten gibt, sonst geht das Buch zurück nach Hause. :)

Journal Entry 14 by LadyLiana at on Thursday, September 12, 2013
Der Professor ist heute wieder bei mir eingetrudelt und darf nun dauerhaft bei mir wohnen. Vielen Dank fürs Schicken und dass ihr ihn so pfleglich behandelt habt.

Journal Entry 15 by LadyLiana at on Friday, October 11, 2013

Released 6 yrs ago (10/12/2013 UTC) at

CONTROLLED RELEASE NOTES:

Leihgabe für M.

Journal Entry 16 by LadyLiana at on Sunday, July 19, 2015
Das Buch ist jetzt wieder bei mir.

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