Joseph Fouché: Bildnis eines politischen Menschen

by Stefan Zweig | Literature & Fiction | This book has not been rated.
ISBN: 3596219159 Global Overview for this book
Registered by wingLilliannewing of Wilmersdorf, Berlin Germany on 6/28/2012
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Journal Entry 1 by wingLilliannewing from Wilmersdorf, Berlin Germany on Thursday, June 28, 2012
Das PC-Buch, das im Rahmen der Lese-Challenge von lady-liberty gelesen wird.


Der Autor ist in dem Buch der verbrannten Bücher von Volker Weidermann sowie in der Liste der Bücherlesung gelistet.

Zur Rezeption bei Weidermann
Er wird im 23. Kapitel "Die Hölle brennt!" durch seine Freundschaft mit Joseph Roth in ihrem Briefwechsel vorgestellt: [Zitat] Die Geschichte der Freundschaft zwischen Joseph Roth (1894-1939) und Stefan Zweig (1881-1942) ist die Geschichte zweier Schriftsteller, von denen der eine sich auch nach 1933 mit aller Macht an Deutschland, den deutschen Markt, die deutschen Leser klammerte, nach Kompromissen suchte und auf ein schnelles Ende des Wahnsinns hoffte, und der andere, der von Anfang an jeden Kompromiss mit >>Deutschland<<, mit denen, die seit dem Januar 1933 vorgaben, Deutschland zu repräsentieren, radikal ablehnte.
Zweig und Roth, zwei Österreicher, zwei Juden, der eine, Zweig aus einer alten wohlhabenden, assimilierten Wiener Fabrikantenfamilie stammend, der andere, Roth, vom äußersten Rande der Monarchie, in Armut und größter Ferne zur Hauptstadt Wie aufgewachsen. Zweig zählte in den zwanziger Jahren zu den meist gelesenen deutschsprachigen Autoren der Welt.
[Zitatende, S. 232f]

In Breslau wurden Zweig Bücher bereits in einem "Vorfeuer" verbrannt, was Roth in seinem Brief am 28. April 1933 aus Paris nach Salzburg an Zweig zu dem Ausdruck brachte: "Ich sehe, dass wir den Wahnsinn in Deutschland nicht übertönen werden. Ihre Bücher wurden in Breslau verbrannt. .."

Zum Buch
Joseph Fouché, der "allermerkwürdigste politische Mensch", dieser Mann der acht Treueeide, hat auf Stafan Zweig als Negativum eine besondere Faszination ausgeübt. Dieses Buch wurde als erstes in der Reihe der sieben bandfüllenden historisch-biographischen Arbeiten, in überraschend kurzer Zeit verfasst.
Auf die Biographie Fouchés wurde im Werk von Friderike Zweig näher eingegangen, weil sie hier auch die besondere Technik des Schreibens und die Herangehensweise Stefan Zweigs darstellen konnte. Ich zitiere: Der Autor sah hier die wirksamste Möglichkeit, das Amoralische des bis an die teuflischste Grenze der Politik Vorgehenden zu charakterisieren. Ihn, der solche Methoden der Politik verurteilte, lockte es, Fouché, diesen advocatus diaboli, als das krasseste Beispiel des genial-charakterlosen Politikers seinen Typologien einzuverleiben..
Die Darstellung Fouchés, dieser "Hintergrundgestalt", beweist, wie klar Stefan Zweig das Gemisch von List und Eigennutz im öffentlichen Leben zu durchschauen vermochte, wie gut er die verblendete Eitelkeit und den unter allerlei Verkleidungen auftauchenden privaten Ehrgeiz kannte.


Rückentext
>>Jeder, der ihn sieht, hat den Eindruck: Dieser Mensch hat kein heißes, rotes, rollendes Blut. Und in der Tat: Auch seelisch gehört er zur Rasse der Kaltblüter. Er kennt keine groben, mitreißenden Leidenschaften, ist nicht zu Frauen getrieben und nicht zum Spiel, er trinkt keinen Wein, er freut sich nicht an der Verschwendung, er läßt seine Muskeln nicht spielen, er lebt nur in Zimmern zwischen Akten und Papieren. Nie gerät er in sichtbaren Zorn, nie bebt ein Nerv in seinem Gesicht. ... Diese unerschütterliche Kaltblütigkeit ist auch Fouchés eigentliche Kraft. ...<<

Mein Kommentar
Das werde ich mit Spannung lesen und beachten, was Stefan Zweig 1929 im politischen Kontext geschrieben hat. Alle Bücher, die ich lese, sind auf meinem erweiterten Profil gelistet.

Journal Entry 2 by wingLilliannewing at Wilmersdorf, Berlin Germany on Wednesday, July 04, 2012
Zu Ende gelesen: 29.6.2012

Wurde im Rahmen der Lese-Challenge von lady-liberty gelesen.

Am 10. Mai 1933 ließ Propagandaminister Joseph Goebbels im Rahmen der öffentlichen
Verbrennung „undeutschen Schrifttums“ auch Zweigs Schriften vernichten.

Mein Kommentar
Ich bin erstaunt über die Details, die uns Zweig zu diesem Mann liefert. Und ich bin erschüttert darüber, dass so ein Mensch 25 Jahre der Weltgeschichte bestimmen kann unter so vielen unterschiedlichen Herrschern - ohne dass ihm "das Handwerk gelegt" wird. Das ist eine historische Leistung, die mir beim ersten Lesen offensichtlich nicht bewusst wurde, denn ich kann mich zumindest nicht an eine ähnliche Regung in mir erinnern.

Dieser Mann hat es geschafft, immer bei der Majorität oder auch bei den Siegern zu sein. Als politischer Mensch ist er so etwas von berechnend, gefühllos und machtbesessen: Er kann nicht abseits stehen und wenn er die Macht besaß, hatte er sie auch nicht mehr aus der Hand gegeben. Wie er seine Fäden gesponnen hat, ist schon spannend nachzulesen. Auch ist es Zweig gelungen, Momente der Weltgeschichte zu beschreiben, die es so nicht in den historischen Annalen gibt: Er schildert beispielsweise eine Situation aus der napolionischen Ära, als Bonaparte kriegsbedingt in Italien weilt und Depeschen nach Paris gelangen, die die Niederlage des Heers übermitteln. Fouché ist Polizeiminister und bereitet in Paris schon den Umsturz vor. Bonaparte weiß, dass sein Minister nicht loyal ist, kann aber nicht von ihm ab. Einerseits weiß er um die Qualitäten dieses Mannes, andererseits traut er ihm nicht. Es drängt sich auch hier das Bild des Kaninchen und der Schlange auf ...

Mit diesem Buch erscheint die Französische Revolution in einem völlig anderen Licht. Ich habe mir vorgenommen, mein Buchregal nach den entprechenden Biographien von Robespierre und anderen nochmals durchzuforsten. Ich bin mir sicher, dass ich mit diesem neuen Lese-Eindruck eine andere Wahrnehmung erhalte.

Zur Rezeption aus dem Friderike Zweig-Buch
Aus der Biographie Stefan Zweig. Wie ich ihn erlebte erfahren wir etwas über die Technik des Schreibens, das bei diesem Werk exemplarisch ausgearbetet ist:

Seite 154 ff: Das wird nachgeliefert :-)


Wurde im Rahmen der Lese-Challenge von lady-liberty gelesen. Alle diese Bücher, die ich lese, sind auf meinem erweiterten Profil gelistet.

Journal Entry 3 by wingLilliannewing at Wilmersdorf, Berlin Germany on Wednesday, October 23, 2013

Es ist ein Buch eines "verbrannten Künstlers" und wird für die BebelplatzboXX reserviert. Sie kann weiterhin Nachschub gebrauchen!

Im Foyer der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität Berlin am Bebelplatz 1 wurde am 8. Mai 2013 anlässlich des 80. Jahrestages der Bücherverbrennungen in Deutschland (10. Mai 1933) am Eingang rechts in einem kleinen Extra-Raum, von dem man auf den Bebelplatz schauen kann, ein Regal mit Bookcrossing-Büchern von "verbrannten Dichtern" aufgestellt. Das Regal kann nun noch länger im Haus stehen bleiben. Vielen Dank an die Entscheider!

Journal Entry 4 by wingLilliannewing at HU - Juristische Fakultät (Bücherregal) in Mitte, Berlin Germany on Wednesday, October 23, 2013

Released 7 yrs ago (10/24/2013 UTC) at HU - Juristische Fakultät (Bücherregal) in Mitte, Berlin Germany

WILD RELEASE NOTES:


Liebe Finderin, lieber Finder,

Du hast ein freies Buch gefunden. Ich hoffe, es gefällt Dir. Aber Du hast nicht nur ein Buch, sondern auch eine ganze Gemeinschaft von Leserinnen und Lesern gefunden, die Bücher lieben.

Schau Dir die Seite mal an! Das ist anonym, kostenlos und macht Spaß! Die deutschsprachigen Bookcrosser tauschen sich übrigens in einem öffentlichen Forum aus, in dem jeder Interessierte auch unregistriert mitlesen kann.

Wenn Dir die Idee von Bookcrossing gefällt, kannst Du Dich kostenlos registrieren und mit anderen Bücherfreunden in Kontakt treten. Und wenn Du Lust hast, dich hier anzumelden, würde ich mich freuen, wenn Du bei Empfehlungs-Mitglied Lillianne einträgst (Du kannst natürlich auch ohne dich anzumelden, ganz anomym einen Eintrag über Deinen Fund machen). Ich hoffe Du findest Gefallen an dem Buch.

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Gute Reise und lass bald was von dir hören.

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