Stille Berge

by Sunao Tokunaga | Literature & Fiction |
ISBN: Global Overview for this book
Registered by wingAndrea-Berlinwing of Berlin (irgendwo/somewhere), Berlin Germany on 4/20/2012
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Journal Entry 1 by wingAndrea-Berlinwing from Berlin (irgendwo/somewhere), Berlin Germany on Friday, April 20, 2012
Liste der "verbrannten" Autoren

Das gebundene Buch hat Altersspuren, es ist aus dem Jahr 1954. Ich bin trotzdem sehr gespannt darauf, es zu lesen.

Tokunaga Sunao (jap. 徳永 直; * 20. Januar 1899, in Hanazono (heute: Kumamoto), Präfektur Kumamoto; † 15. Februar 1958 in Tokio) war ein japanischer Schriftsteller.

Er setzte sich auch in der Literaturgesellschaft Neues Japan ein für die Förderung von Arbeiter-Schriftstellern und bildete Autoren aus wie Ozawa Kiyoshi. Insbesondere sein Shizukanaru Yamayama (静かなる山々, dt. „Stille Berge“), das auf Basis des Toshiba-Streiks den Kampf der Arbeiter und Bauern aus Suwa schildert, wurde in andere Sprachen übersetzt und fand große Anerkennung in der Sowjetunion als Beispiel japanischer Literatur der Fünfzigerjahre. Wiki

7.1.2013 Nun habe ich das Buch endlich gelesen, mich hatten immer die fast 500 Seiten abgeschreckt. Das war nun aber doch „gar nicht schlimm“. Zum einen ist die Schrift relativ groß und die Ränder sind breiter als üblich. Zum anderen handelt es sich um einen ganz tollen Roman, den ich am liebsten am Stück gelesen hätte. Es ist eine Zeitreise in das Japan des Jahres 1945. Nach der Kapitulation müssen die Kriegsfolgen im Großen und im Einzelnen bewältigt werden. Außerdem zeigt der Roman die Zwiespalte: Ein – durch die Alliierten vorgegebenen – Wandel in eine Demokratie auf der einen Seite und die traditionelle Kaiser-Verehrung auf der anderen Seite. Ganz witzig fand ich auch manche Informationen, die man am Rande mitbekommt: So wurde zum Beispiel der Beruf des Masseurs im Japan dieser Zeit häufig von Blinden ausgeübt.

Und hier der Beginn der Romans, sozusagen zur Einstimmung:

Am 14. August 1945 erklärte der japanische Kaiser Hirohito in einer Rundfunkansprache, dass Japan die Kapitulationsbedingungen annehme, die von den Alliierten in Potsdam ausgearbeitet wurden.

August 1945... Wie auf ein Kommando hören im Bezirk Nagano die Schornsteine der zahlreichen Werke und Fabriken rund um den Suwasee zu rauchen auf. Der Krieg ist aus - Japan hat kapituliert.

Die Fabriken, die in Kasernen umgewandelten Schulen und Verwaltungsgebäude, an deren Fenstern noch die Verdunkelungsrollos hängen, die Bahnhöfe, die Luftschutzeinrichtungen auf den Straßen, die Flakstellungen an den Berghängen - all das hebt sich trübe und hässlich wie Schutt, den die Flut an Land gespült hat, gegen die hell schimmernde Wasserfläche ab.

Verstreut liegende Siedlungen schmiegen sich dicht an das Ufer, überragt von steilen Bergen. Die Suwaebene oder Suwaniederung, wie diese Gegend genannt wird, erstreckt sich zwischen den Ausläufern der Akaischikette und dem vulkanischen Fudschigebirge.
Im Südosten erhebt sich der auch im Sommer schneebedeckte Gipfel des Jagatake, im Nordosten reckt sich der Kirigatake wie ein Wahrzeichen gen Himmel.

Der Suwasee hat nahezu zwanzig Kilometer Umfang und liegt siebenhundertfünfzig Meter über dem Meeresspiegel. Er ist der höchstgelegene Bergsee Japans. In sommerlichen Mondnächten sieht er aus wie gleißendes Silber, und im Winter funkelt seine glatte Eisfläche wie ein riesiger Spiegel. Als die amerikanischen „fliegenden Festungen" noch donnernd und tosend in Richtung des Fudschijama über ihn hinwegbrausten, war es der größte Kummer der Anwohner, dass sie ihren See nicht tarnen konnten.

Eine der wenigen Provinzen Japans, die nicht an das Meer grenzen, ist Nagano. Als der Krieg eine für Japan ungünstige Wendung nahm und die amerikanischen Flugzeuge anfingen, Tokio zu bombardieren, gingen im Volk, das man stets in Unkenntnis zu halten suchte, Gerüchte um, der Kaiser wolle in den Bezirk Jamanaschi übersiedeln, und die japanische Armee werde sich in die Berge zurückziehen, um einen Partisanenkrieg zu führen. Zur gleichen Zeit leitete man in den großen Rüstungsbetrieben „Maßnahmen zur Dezentralisierung und Evakuierung" ein: Aus Tokio und Kanagawa wurden sie in die Gegend am Suwasee verlegt, wo sich die Seidenspinnereien und -Webereien der Firmen „Silk Okaja" und „Silk Suwa" befanden, die für den Export, vor allem nach den USA, produziert hatten; seit Kriegsbeginn aber bekamen sie keine Aufträge mehr und wurden deshalb geschlossen. Die Maschinen, mit denen man fast hundert Jahre gearbeitet hatte und die dann modernisiert worden waren, jetzt standen sie still.

Released 8 yrs ago (1/28/2013 UTC) at Espresso House (Ehemals: Balzac Coffee) in Steglitz, Berlin Germany

WILD RELEASE NOTES:

Lese-Challenge "Verbrannte Bücher" und ihre Autoren von laydy-liberty
http://www.bookcrossing.com/forum/14/475040/
http://www.bookcrossing.com/journal/11130432

In rund einem Jahr wurden von Bookcrossern über 500 Bücher gelesen. Lillianne hatte das 500. Buch gemeldet und bekommt dafür als "Gewinn" dieses seltene Buch.

Das Buch wird bei einem Mini-Kaffee-Treffen bei Balzac übergeben. Gute Reise, Buch!

Journal Entry 3 by wingLilliannewing at Steglitz, Berlin Germany on Monday, January 28, 2013

Danke, das ist mein Gewinnbuch aus der Lese-Challenge. Da dieses Buch ein besonderes Buch ist, wird es mein Bücherregal zum Eingewöhnen nutzen, bevor es in einer ruhigen Stunde gelesen werden kann. Damit lasse ich mir Zeit - auch über den 10. Mai 2013 hinaus ... bin ja gerade mitten im Kriegsgeschehen bei meiner Literatur, so dass das Ende des Krieges einen Lese-Abschluss bilden könnte.

Ich werde auf alle Fälle berichten. Vielen Dank, Dagobert, für diese Überraschung und das tolle Gespräch.



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