corner corner Zwischen Gott und der See. Über das Leben und Werk des Gerhard Mercator

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Zwischen Gott und der See. Über das Leben und Werk des Gerhard Mercator
by John Vermeulen, Hanni Ehlers | Literature & Fiction
Registered by wingFloribuwing of Hamburg - Eppendorf, Hamburg Germany on 8/22/2010
Average 9 star rating by BookCrossing Members 

status (set by Nordkind): to be read


3 journalers for this copy...

Journal Entry 1 by wingFloribuwing from Hamburg - Eppendorf, Hamburg Germany on Sunday, August 22, 2010

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Neulich auf dem Flohmarkt für BC gekauft. 


Journal Entry 2 by wingFloribuwing at Blaue Blume, Gerichtstraße 49 in Hamburg - Altona, Hamburg Germany on Tuesday, September 28, 2010

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Released 7 yrs ago (9/30/2010 UTC) at Blaue Blume, Gerichtstraße 49 in Hamburg - Altona, Hamburg Germany

WILD RELEASE NOTES:

Kommt mit zum Meet Up 


Journal Entry 3 by wingNordkindwing at Hamburg - Barmbek, Hamburg Germany on Friday, October 01, 2010

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Ich habe in Duisburg Geographie studiert, da ist das quasi Pflichtlektüre. 


Journal Entry 4 by Torgin at Oberhausen, Nordrhein-Westfalen Germany on Saturday, August 13, 2011

9 out of 10

Kartographie fasziniert mich schon lange, das Hobby Geocaching hat dies eher noch befördert und in unmittelbarer Nähe von Duisburg aufzuwachsen und zu wohnen, führt zwangsläufig dazu, daß man den Namen Gerhard Mercator häufiger hört und liest. All dies waren für mich hinreichende Gründe, warum ich Vermeulens Roman irgendwann mal lesen wollte. Und als biographisch durchsetzer Roman ist Mercators Lebensgeschichte, wie sie hier präsentiert wird, ausgesprochen lesenswert.

Es gelingt Vermeulen für mein Empfinden sehr gut, eine ganze Reihe von Aspekten zusammenführen. Da ist zum einen Mercators Triebfeder, die Seefahrt sicherer zu machen, indem endlich geeignete Karten für die Kapitäne produziert werden. Zu einer Zeit, in der jede Nation ihre Kenntnisse fremder wie (erst recht) eigener Küsten aus militärisch-strategischen oder auch schlicht kommerziellen Interessen zu schützen versuchte, kein leichtes Unterfangen. Das klingt hier in den Anstrengungen an, die Mercator unternimmt, um ein „Spitzelnetz“ aufzubauen. Zum zweiten entwirft Vermeulen das Bild eines Mannes, wie Mercator tatsächlich gewesen sein könnte: mit einer schwierigen Frau, häuslichen und finanziellen Problemen, eingeengt von den dogmatischen und religiösen Beschränkungen seiner Zeit und daran fast verzweifelnd. Das bringt mich zu einem weiteren entscheidenden Punkt.

Wie andere große Gelehrte seiner Zeit leidet auch Mercator unter der Engstirnigkeit der Kirche und der weltlichen Obrigkeit. Es ist eine Umbruchzeit in ganz Europa, angetrieben von mehreren Faktoren: der sich ausbreitende Buchdruck mit beweglichen Lettern, der endlich eine größere und schnellere Verbreitung von Schriften erlaubt, die Bildungsbewegung des Humanismus, die Reformation. Umbruchzeiten verunsichern, und diese Atmosphäre hat Vermeulen meines Erachtens wirklich gut eingefangen, indem er Mercator z. B. mit Freunden disputieren oder zur Frankfurter Buchmesse fahren oder seinen Agenten in Antwerpen den Bildersturm erleben läßt.

Ein paar Worte noch zu den Karten (@Nordkind: Ich hoffe, die Fachfrau findet keine grundsätzlichen Beanstandungen ;) ). Die nach Mercator benannte Projektion war für die Seefahrt tatsächlich ein ungeheurer Fortschritt, da sie die Abbildung in Winkeltreue erlaubt. Das bedeutet, daß für die Strecke zwischen zwei Häfen ein Kurswinkel berechnet werden konnte, der während der Fahrt praktisch kaum korrigiert zu werden brauchte. Das ist nicht notwendigerweise die kürzeste Strecke, aber die am leichtesten zu navigierende. Die Winkeltreue führt aber, wie auch die Betrachter von Mercators Karte im Roman feststellen, zu erheblichen Flächenverzerrungen. Tatsächlich muß man entweder eine Winkel- oder eine Flächenverzerrung in Kauf nehmen, wenn man eine Kugeloberfläche auf eine zweidimensionale Ansicht projiziert. Die Flächenverzerrungen der Mercatorprojektion wirken umso stärker, je weiter die Gebiete vom Äquator entfernt sind. Daher wirkt z. B. auch Europa deutlich größer, als es im realen Flächenvergleich mit anderen Gebieten tatsächlich ist. Man hat der Projektion daher vorgeworfen, sie befördere ein eurozentristisches Weltbild. Dieser Vorwurf läuft aber an Mercators Intention vorbei, denn für die Seefahrt ist diese Projektion nun mal die geeignete. Wer sich aber dafür interessiert, wie eine flächengetreue Projektion aussieht (und damit sein bisheriges „Weltbild“ vielleicht ein bißchen korrigieren möchte), der schaue sich mal die Weltkarte in Peters-Projektion an. Ist im ersten Moment ein bißchen ungewohnt, aber durchaus interessant.
 


Journal Entry 5 by wingNordkindwing at Hamburg - Barmbek, Hamburg Germany on Tuesday, August 16, 2011

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Das Buch ist noch bei mir. Aldawen brauchte eine BCID, um einen Eintrag für ihr geliehenes Exemplar zu machen. :-) 


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