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Käse
by Willem Elsschot | Cooking, Food & Wine
Registered by clawdiewauzi of Essen, Nordrhein-Westfalen Germany on 9/13/2009
Average 10 star rating by BookCrossing Members 

status (set by clawdiewauzi): travelling


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Journal Entry 1 by clawdiewauzi from Essen, Nordrhein-Westfalen Germany on Sunday, September 13, 2009

10 out of 10

EDIT:

Inhalt:

Laarmans ist ein Büroangestellter auf einer Antwerpener Schiffswerft, verheiratet und mit zwei Kindern gesegnet. Eines Tages macht er die Bekanntschaft eines ihm wohl sehr zugetanen Herren, der ihn zu gemeinsamen … Männerabenden, würde man heute sagen, einlädt. Laarmans folgt der Einladung gern immer wieder, doch eigentlich fühlt er sich im Kreis der Männer unwohl. Alle sind offenbar von Rang und Namen, wohlhabend und einfach aus besserem Kreise als Laarmans selbst. Das bemerkt er schon, als der Gastgeber ihn am ersten Abend vorstellt und keineswegs Laarmans echten Beruf angibt, sondern ein wenig fabuliert, so dass der Eindruck entsteht, Laarmans sei auf der Werft jemand, der richtig was zu sagen habe.
Anstatt dieser ihn fremden Welt jedoch den Rücken zu kehren, gesellt Laarmans sich immer wieder zu den Herren und immer größer wird seine Scham über das, was er macht, hat und ist.
Umso gelegener kommt ihm das wohlwollende Angebot des Gastgebers, sich bei einem gewissen Herrn zu bewerben, der einen Kaufmann sucht und bei dem der Gastgeber der Herrenabende ein gutes Wort für Laarmans eingelegt habe. Laarmans nimmt das Angebot an und ist plötzlich Kaufmann – und verantwortlich für ganz Belgien und Luxemburg.

Seiner Frau zuliebe kündigt Laarmans seinen bisherigen Job nicht, sondern lässt sich krank schreiben, richtet sich ein Büro ein und ist bereit für den sozialen Aufstieg. Einziger Haken: Seine neue Aufgabe, die sein Ansehen auch bei den Herrenabenden von Grund auf positiv verändert, besteht eigentlich darin, als Vertreter Edamer zu verkaufen, und zwar zehntausend Stück.
Doch er selbst und sein Umfeld sind sich sicher: Käse geht immer!

Kritik:

Dieses Buch hat mich mehrfach überrascht. Zuerst negativ, da mir der zeitliche Rahmen, in dem das Buch entstand, vor der Lektüre nicht klar war und ich daher mit etwas Seichterem gerechnet hatte. Alle Eindrücke danach waren aber durchweg positiv.

Die Handlung ist einerseits völlig absurd, grotesk und entsprechend sarkastisch. Dass das Ganze aus heutiger Sicht eher abstrakt und antiquiert wirkt, war für mich zumindest sehr hilfreich. So habe ich dauernd den Kopf geschüttelt und mich amüsiert, mir aber oft auch vor die Stirn geschlagen und mich gefragt, wieso dieser Laarmans das alles macht und warum er so wenig bei sich selbst, also seiner ureigenen Persönlichkeit bleibt. Mensch, dachte ich, der Mann hat eine nette Arbeit, nette Kollegen, eine nette Frau und ebenso nette Kinder. Alle unterstützen ihn, er ist seinem Umfeld wichtig – und dann macht er sich zum Affen wegen dieser Leute beim Herrenabend?

Erst wenn man die Lektüre beendet hat (zumindest, wenn man das Buch recht flott liest, zwischendurch abgelenkt wird oder nicht konkret darauf achtet), merkt man dieses mulmige Pieksen im Magen … und man stellt fest, wie wahnsinnig aktuell das Thema ist, das Elsschot sich mit “Käse” zur Brust genommen hat. Anstatt zu sehen, was wirklich ist und was man wirklich hat, strebt man immer weiter nach oben: Noch höher, noch besser, noch exklusiver! Heute lässt man sich wohl eher von den Medien beeinflussen, doch ich denke, im Leben eines jeden gab oder gibt es auch die Blender, wie man sie in “Käse” findet: Leute, die etwas darstellen, die sich über Symbole definieren. Wie geht man selbst mit solchen Leuten um, was bedeuten sie im eigenen Leben beziehungsweise: Gesteht man ihnen eine besondere Bedeutung zu? Inwieweit hört man eigentlich auf andere anstatt auf sich selbst?

Davon abgesehen behandelt “Käse” auf diesen wenigen Seiten allerdings noch mehr, beispielsweise die Angst vor der Arbeitslosigkeit – auch ein nach wie vor sehr aktuelles Thema.

Mich hat dieses Buch im nachhinein sehr zum Nachdenken angeregt und auch, wenn ich es gleich im Urlaub releast habe (Bookcrossing), ist es eines der wirklich wenigen Bücher, die ich mir bestimmt noch einmal kaufen und auch noch mehrfach lesen kann. Eigentlich lese ich Bücher nur einmal und lasse sie mittlerweile auch nur noch im Regal, wenn ich mit ihnen bestimmte Dinge verbinde, lese sie aber nicht noch mal. Dieses Buch hier ist es allerdings wert, oft gelesen zu werden, damit man sich immer wieder daran erinnert und sich damit auseinandersetzt, wer man ist, was man hat und was man braucht. 


Journal Entry 2 by clawdiewauzi at Airport in Lanzarote, Arrecife, -- Wild Released somewhere in Spain -- Spain on Saturday, October 24, 2009

This book has not been rated.

Released 8 yrs ago (9/15/2009 UTC) at Airport in Lanzarote, Arrecife, -- Wild Released somewhere in Spain -- Spain

WILD RELEASE NOTES:

WILD RELEASE NOTES:

Im Flieger gelassen, bekam jedoch leider bislang keinen Eintrag. 


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