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Verbrannte Blüten
by Ngũgĩ wa Thiong'o | Literature & Fiction
Registered by Torgin of Mülheim an der Ruhr, Nordrhein-Westfalen Germany on 9/9/2009
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status (set by Nenya75): to be read


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Journal Entry 1 by Torgin from Mülheim an der Ruhr, Nordrhein-Westfalen Germany on Wednesday, September 09, 2009

9 out of 10

Ilmorog ist ein vergessenes Dorf irgendwo in Kenia. Die Leute schlagen sich als Kleinbauern durch, ab und an kommen die Hirten und man macht ein paar Gechäfte miteinander. In der Dorfschule hält es kein Lehrer länger als ein paar Monate aus. Das ändert sich, als Godfrey Munira die Stelle antritt. Vor ihm hatte schon ein weiterer Fremder, Abdulla, den Weg ins Dorf gefunden und dort den Laden wiedereröffnet. Überraschenderweise kehrt auch Wanja, die Enkelin der Dorfältesten, wieder zurück. In Ilmorog wundert man sich über diese Auswärtigen, vor allem, als Munira eines Tages auch noch einen weiteren Lehrer, Karega, von seinem Besuch in der Stadt mitbringt. Aber die Sorgen der Bauern gelten dem Wetter. Eine langanhaltende Dürre bringt eine Hungersnot. Die Lehrer schlagen einen Gang nach Nairobi zum Abgeordneten vor, der vor Jahren schon als Gegenleistung für seine Wahl eine Wasserleitung versprochen hatte. Die ersten Erfahrungen in der Stadt sind recht unerfreulich für die Delegation, und ohne die Hilfe eines engagierten Rechtsanwaltes wäre sie auch gescheitert. Der Abgeordnete, unfähig die Delegation als das zu erkennen, was sie ist, nämlich den schlichten Ausdruck von Verzweiflung, wittert dahinter eine Kampagne seiner politischen Gegner, um ihn bloßzustellen. Ilmorog rutscht, nachdem auch noch zufällig ein Flugzeug in der Nähe notlanden muß und zur „Touristenattraktion“ wird, ganz nach oben auf der Liste der förderungswürdigen Gebiete. Und bereichern tun sich daran genau die Leute, die schon zuvor für alle Katastrophen und Demütigungen im Leben von Munira, Karega, Wanja und Abdulla verantwortlich waren.

Ngũgĩ wa Thiong'o zeichnet hier ein ziemlich häßliches Bild des nachkolonialen Kenias, das aber gleichwohl eine Menge Wahrheit enthält. Es ist nicht verwunderlich, daß er sich mit diesen unbequemen Wahrheiten in gewissen Kreisen nicht beliebt gemacht hat. Zum Ende hin nahmen mir dann zwar kommunistische Visionen und christliche Erweckung ein bißchen zu sehr Überhand, aber im großen und ganzen bekommt man hier ein kritisches und leider auch ziemlich häßliches Bild von Kenia, wobei die Strukturen und Mechanismen keineswegs auf das Land beschränkt sind – anderswo funktioniert es genauso und auch bei uns ist vieles einfach nur subtiler ... 


Journal Entry 2 by wingholle77wing at Selm, Nordrhein-Westfalen Germany on Tuesday, November 15, 2011

This book has not been rated.

Das Buch ist heute mit ganz vielen anderen RABCKs bei mir angekommen, herzlichen Dank! 


Journal Entry 3 by wingholle77wing at Selm, Nordrhein-Westfalen Germany on Sunday, January 15, 2012

This book has not been rated.

Ich stimme Aldawen in der Beurteilung des Buches zu.
Allerdings war es auch keine leichte Aufgabe für die afrikanischen Staaten nach der Kolonialzeit ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen, zumal willkürliche Grenzziehungen der ehemaligen Herren stellenweise ein buntes Völkergemisch in einigen Staaten entstehen ließen.
Und leider gibt es überall Menschen, die die Macht nutzen, um sich zu bereichern.
Ich fand das Buch ein wenig "durchwachsen": Manchmal konnte ich eine Stunde lang sehr interessiert lesen, dann gab es wider Passagen, die sich zäh dahin zogen, aber alles in allem denke ich, dass es eine lohnenswerte Lektüre ist, wenn man etwas über das nachkoloniale Afrika lernen will. 


Journal Entry 4 by wingNenya75wing at Rüthen, Nordrhein-Westfalen Germany on Wednesday, April 18, 2012

This book has not been rated.

Und steigt schon an der ersten Stelle wieder aus.. 


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