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Der Teufel von Lemberg
by Pawel Jaszczuk | Mystery & Thrillers
Registered by clawdiewauzi of Essen, Nordrhein-Westfalen Germany on 8/29/2009
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Journal Entry 1 by clawdiewauzi from Essen, Nordrhein-Westfalen Germany on Saturday, August 29, 2009

9 out of 10

1936 rund um Lemberg geschehen bizarre Morde: Junge Frauen werden ermordet aufgefunden und an ihre Füße wurden Hufeisen genagelt. Reporter Jakub Stern wittert eine weitere Chance, seinen mittlerweile etablierten Namen durch die Berichterstattung zu diesen Mordfällen weiter zu festigen und Ruhm einzuheimsen. Dafür lässt Stern einmal mehr seine junge Frau allein und enttäuscht die Hoffnungen seiner Tochter Kasia auf gemeinsame Unternehmungen. Stattdessen reist Stern, zunächst allein, dann zu seinem Leidwesen mit einem Praktikanten an seiner Seite umher, fest entschlossen, dem Täter auf die Spur zu kommen.

Das Geheimnis des Erfolges liegt bei „Der Teufel von Lemberg“ allerdings nicht in der Struktur eines klassischen Krimis, vielmehr wären Leser solcher Titel von Jaszczuks Werk wohl eher enttäuscht. Das Ganze ist vielmehr eine Charakterstudie, die spiralförmig verläuft und den Leser mehr und mehr in Sterns Leben hinein zieht. Immer enger werden die Kreise gezogen, bis der Roman schließlich auf eine geradezu surreale und kafkaeske Art und Weise endet.

Zu Anfang stellt sich die Geschichte noch so dar, wie der Klappentext es verspricht: Reporter jagt Mörder und wird diesen – so ist anzunehmen – im Verlauf des Ganzen als eine Art Hobbydetektiv stellen. Doch nach einem sehr direkten Einstieg, in dem der Leser sogleich mit einem der Opfer und seiner Besonderheiten konfrontiert wird, geschieht hinsichtlich der kriminologischen Recherche oder Jagd im Grunde … nichts. Gute hundert Seiten vergehen, bis die Morde wieder konkretes Thema werden. Bis dahin begleitet man Jakub Stern durch den Alltag, lernt diesen, Sterns Wünsche und Probleme kennen, besucht an seiner Seite einen alten Freund, streitet intensiv mit der jungen, zweiten Gattin und enttäuscht wiederholt die aufgeweckte junge Tochter.

Das alles erscheint sehr breit ausgewalzt im Verhältnis zur Gesamtlänge des Romans, doch nach den ersten hundert Seiten wird die Stimmung zusehends düsterer und die vorhin erwähnten Kreise werden merklich enger. Langsam dämmert dem Leser, dass die Morde als solche hier keinen Mittelpunkt bilden und auch gar nicht bilden sollen. Die Sichtweise auf und die Erwartungen an den Roman verändern sich nach und nach, bis man schließlich auf der letzten Seite angelangt ist und erst einmal sacken lässt, was einem da alles präsentiert wurde und wie.

 


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