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Tal der Issa
by Czesław Miłosz | Literature & Fiction
Registered by Torgin of Mülheim an der Ruhr, Nordrhein-Westfalen Germany on 6/24/2009
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Journal Entry 1 by Torgin from Mülheim an der Ruhr, Nordrhein-Westfalen Germany on Wednesday, June 24, 2009

4 out of 10

In den Jahren um bzw. nach dem Ersten Weltkrieg wächst der kleine Thomas bei seinen Großeltern auf. Das Herrenhaus liegt im Tal der Issa im polnisch-litauischen Grenzgebiet, inmitten von dichten Wäldern. Hier scheint die Zeit noch stehengeblieben, das Leben geht vergleichsweise ruhig vonstatten, Glaube und Aberglaube haben noch ihren Platz im täglichen Lauf. Über die Jahre wandeln sich Thomas' Interessen natürlich, besondere Begeisterung bringt er der Jagd entgegen, die ihm aber auch die größten Enttäuschungen bereitet. Und immer ist die Rede davon, daß die Mutter kommen wird, um ihn nach Polen und in die Stadt zu holen, was durch die geschlossene Grenze nicht wahrscheinlicher wird.

Wirklich passieren im Sinne einer erzählbaren Handlung tut in diesem Roman schlicht nichts. Es gibt zwar einen recht festen Kreis von Personen, die im Herrenhaus, im Dorf, in der Nähe leben, aber ihren Begegnungen liegt keine Richtung auf ein – für mich erkennbares – erzählerisches Ziel zugrunde. Als Leser betrachtet man schlicht das Alltagsleben in und um Ginie. Das ist ungefähr genauso spannend wie meinen eigenen Nachbarn zuzusehen, nämlich gar nicht. Daran ändert auch die Tatsache nichts, daß es sich um eine von heutigem Standpunkt wohl als nahezu untergegangen zu betrachtende, ländliche Welt handelt.

Nun könnte es durchaus sein, daß eine solche irgendwie zielgerichtete Handlung auch gar nicht Miłosz' Absicht war, sondern der Prozeß des Erwachsen(er)-Werdens von Thomas. Dagegen wäre gar nichts zu sagen, nur lagen dafür Thomas' Gedanken, Gefühle und Motivationen zu sehr im Dunkeln. In einzelnen Szenen reflektiert der Junge seine eigenen Handlungen und läßt der Erzähler den Leser daran teilhaben, aber für eine konsequente Verfolgung des Entwicklungsprozesses war dies einfach zu wenig. Es machte sich an einzelnen Schlaglichtern fest, die – das allerdings war bemerkenswert – meist mit dem Tod zu tun hatten.

Daß weder eine äußere noch eine innere Handlung für diesen Roman bestimmend sein können, wird auch deutlich, wenn man das Verhältnis von menschlicher Aktion zu Landschaftsbeschreibung betrachtet, denn letztere macht mindestens ein Drittel aus. Sie ist ausgeprochen stimmungsvoll gelungen, aber mir war es dann doch ein bißchen zu viel. Ich muß nicht jeden Baum am Flußufer und jeden Vogel in seinen Zweigen mit Vornamen kennen. So bleibt für mich als abschließendes Gefühl im wesentlich eine, teilweise schön erzählte, Langeweile.

 


Journal Entry 2 by SJJ-315643 on Thursday, August 06, 2009

This book has not been rated.

Vielen Dank! Das Buch ist letzten Monat bei mir eingezogen. 


Journal Entry 3 by SJJ-315643 at Essen, Nordrhein-Westfalen Germany on Sunday, January 15, 2012

1 out of 10

Nett, aber ereignislos-langweilig. Der Roman beginnt wie ein angestaubter Reiseführer mit einem Blick auf Flora, Fauna und Landeskunde, und da Aldawens Rezi mir keine Hoffnung auf mehr "Action" macht, bleibt es beim Beginn. 


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