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Hochzeitsflug
by Ilkka Remes | Mystery & Thrillers
Registered by clawdiewauzi of Essen, Nordrhein-Westfalen Germany on 4/8/2009
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Journal Entry 1 by clawdiewauzi from Essen, Nordrhein-Westfalen Germany on Wednesday, April 08, 2009

8 out of 10

Der Gehirnforscher Dr. Christian Brück freut sich auf seine Hochzeit mit der Künstlerin Tina Carabella, die in Deutschland stattfinden soll. Tina fliegt als erste nach Frankfurt – und verschwindet. Doch nicht nur Tina ist verschwunden, sondern sämtliche Passagiere des Fluges, der plötzlich vom Radar verschwand und vermutlich abstürzte, werden vermisst. Christian Brück fühlt sich zunächst gelähmt, doch die mangelnde Informationsbereitschaft der Fluggesellschaft und der Polizei geben ihm zu denken, und schließlich macht Christian sich, begleitet von Rebecca, deren Mann in der verschollenen Maschine saß, selbst auf den Weg nach Montenegro, um mehr über den Verbleib der Maschine und der Passagiere zu erfahren.
Am Zielort angekommen, bietet einer der Anwohner Christian und Rebecca gestohlenes Material an: Handgepäck der Passagiere – und Christian entdeckt Tinas Tasche. Nicht nur das, sondern auch eine Videocassette ist dabei, die möglicherweise mehr über den Hergang des Absturzes verraten kann.
Doch die Cassette ist es, die auch dafür sorgt, dass Christian und Rebecca in Lebensgefahr schweben, noch bevor sie überhaupt sehen können, was sich darauf befindet. Irgendwer hat ein großes Interesse daran, die Cassette verschwinden zu lassen – und mit ihr jeden, der von ihr weiß.

Remes erzählt in sehr hohem Tempo, so dass der Leser schnell mitgerissen wird und mit dem Protagonisten durch die mehr als vierhundert Seiten fegt, ohne so genau zu wissen, was eigentlich geschieht. Da geht es dem Leser nämlich nicht anders als Christian Brück: Wer ist hinter der Cassette her und warum? Remes hält sich diesbezüglich sehr bedeckt, weshalb es umso erstaunlicher ist, dass die Geschichte einen bis zum er- und auflösenden Schluss bei der Stange hält.

Neben der hohen Spannung, die der Roman bereit hält, ist es einmal mehr das Internationale, mit dem der Autor zu begeistern weiß. Ob Finnland, Deutschland, Frankreich, USA oder Montenegro, alles wirkt authentisch, selbst im Detail. Diese Beschreibungen, die auch im Detail Identifikationspotenzial in sich bergen, sind ein wahrer Genuss, und für Remes im Grunde sogar schon etwas Typisches.

Ein wenig irritierend ist die Tatsache, dass im Roman selbst der Jugoslawienkonflikt zeitlich kaum zurück liegt und immer wieder die gute alte Deutsche Mark erwähnt wird. Dies sind eben Tücken, die bei einem erst acht Jahre nach dem Erscheinen im Original ins Deutsche übersetzten Buch auftreten können – aber man gewöhnt sich rasch daran. Auch an den Stellenwert von Telefonzellen gegenüber Handys hat man sich schnell erinnert.

Zugegeben, bei aller Spannung gibt es durchaus auch einige Mängel im Roman. Ein paar Dinge bleiben ungeklärt oder nicht zu hundert Prozent nachvollziehbar, und die Motivation sowie Handlung in mancher Szene ist ein wenig fragwürdig. Auch vor „Deus ex machina“ hat Remes in diesem Werk nicht zurückgeschreckt, so dass wie aus dem Nichts plötzlich Verbündete auftauchen. Aber sei es drum. Bei dem angeschlagenen Tempo bemerkt man diese Schnitzer kaum und selbst, wenn doch, so hat man sie einige Seiten weiter schon wieder vergessen.
 


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