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Journal Entry 1 by Saguna from Nürnberg, Bayern Germany on Sunday, February 22, 2009
Nobelpreis für Literatur 1920 (Norwegen) Dieses schöne Exemplar stammt aus der beschränkten Auflage für den Kreis der Nobelpreisfreunde (weiß mit goldener Krone) und gehört zu meiner Sammlung dieser Bücher. Deshalb Status PC. Enthalten ist jeweils "Kleine Geschichte der Zuerkennung des Nobelpreises" an den jeweiligen Autor, die Verleihungsrede und eine kurze Biografie sowie natürlich ein wichtiges Werk. Buch der 1000 Bücher Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag) Segen der Erde OT Markens Grøde OA 1917 DE 1918Form Roman Epoche 20. Jahrhundert Segen der Erde gehört zu den klassischen Texten zivilisationskritischer und utopisch-rückwärts gewandter Belletristik. In gewisser Hinsicht schafft Knut Hamsun mit diesem Roman ein Gegenmodell zu der in Hunger thematisierten Zerrissenheit des von den anonymen Mächten der städtischen Lebensform beherrschten und auf sich selbst zurückgeworfenen Individuums. Dennoch wird die einseitige Deutung im Sinne eines unreflektierten Anachronismus sowie einer ideologisch motivierten Remythisierung vorindustrieller Verhältnisse dem Werk nicht ganz gerecht. Es handelt sich um ein literarisches Arrangement, dessen – allerdings nahe liegende – programmatische Entgleisung durch das Korrektiv ironisch-gegenläufiger Zwischentöne verhindert wird. Inhalt: Isak, ein wortkarger Mann von außerordentlicher physischer Kraft, dessen Vorgeschichte nicht mitgeteilt wird, siedelt und rodet als Pionier im norwegischen Ödland. Unterstützt durch seine Gehilfin und spätere Frau Inger vergrößert er von Jahr zu Jahr seinen Landbesitz und Viehbestand. Inger, die vor ihrer Ehe schwer unter der Entstellung durch eine Hasenscharte gelitten hatte, tötet ihr mit ebendiesem Makel behaftetes drittes Kind nach der Geburt, um ihm ein ähnliches Schicksal zu ersparen. Von ihrer Verwandten Oline denunziert, wird sie zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Zivilisationstechniken wie Lesen und Schreiben sowie städtische Sitten, die sie sich während ihres Gefängnisaufenthalts aneignet, werden zum Keim einer Unzufriedenheit mit Isak und dem einfachen Leben im Ödland. Erst als Isak eines Tages ihr gegenüber handgreiflich wird, erkennt sie seine Autorität wieder an. Doch auch danach kommt es immer wieder zu Anwandlungen von »Leichtfertigkeit« und »Eitelkeit«, die sich mit Zuständen religiöser Schwermut abwechseln. Eine Schlüsselrolle spielt die Figur des undurchsichtigen ehemaligen Lehnsmanns Geissler, der Isaks Anwesen den Namen »Sellanraa« verleiht und die Familie in allen Angelegenheiten unterstützt. In seinem pathetischen Schlussmonolog betont er den ewigen Wert der bäuerlichen Tätigkeit und bezeichnet sich selbst als jemanden, der »das Rechte weiß, es aber nicht tut«. Anknüpfend an eine aktuelle norwegische Debatte rückt im zweiten Teil des Romans die Thematik des Kindermords in den Vordergrund. Barbro, eine junge Frau aus dem Ödland, tötet ihr neugeborenes Kind, durch das sie die von ihr geplante Zukunft in der Stadt gefährdet sieht. Dennoch wird sie auf Betreiben der feministisch engagierten Frau des Lehnsmanns Heyerdahl gerichtlich freigesprochen. Die negativen Auswirkungen der Zivilisation spiegeln sich auch im Werdegang von Isaks ältestem Sohn Eleseus, der ebenfalls durch den Kontakt mit der Stadt für das Leben im Ödland untauglich gemacht wird. Er wandert schließlich nach Amerika aus und kehrt nie wieder in seine Heimat zurück. Der zweite Sohn hingegen führt das Werk des Vaters fort. Den Abschluss des Romans bildet ein idealistisch verklärendes Tableau: Die goldene Abendsonne bescheint den säenden Isak, Inger beschirmt als »Vestalin« das Feuer des heimischen Herds. Wirkung: Segen der Erde – nicht selten als Hamsuns bestes, aber häufig auch als sein untypischstes Werk bezeichnet – wurde 1920 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Gerade in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg wurde der an Jean Jacques R Rousseau erinnernde Appell »zurück zur Natur« als scheinbar einzig verbleibende Alternative angesichts eines kompromittierten Fortschrittsglaubens enthusiastisch begrüßt. Andererseits wird bis in die Gegenwart hinein gerade aus diesem Roman zitiert, wenn es um den Nachweis geht, dass es sich bei Hamsuns Sympathien mit dem Nationalsozialismus nicht nur um die temporäre Verirrung eines senilen Mannes, sondern um eine substanziellere Affinität gehandelt habe. Weitgehend unbestritten hingegen erscheint die Notwendigkeit einer Abgrenzung gegenüber der Blut-und-Boden-Literatur des Dritten Reichs.
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