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Die Bücherdiebin
by Markus Zusak | Literature & Fiction
Registered by wingRunningmousewing of Nürnberg, Bayern Germany on 1/3/2009
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Journal Entry 1 by wingRunningmousewing from Nürnberg, Bayern Germany on Saturday, January 03, 2009

10 out of 10

Rezension im DLF:

Die Eindringlichkeit dieses Buches - und damit sein Erfolg - sind leicht erklärt: Markus Zusak wuchs in Sydney als Sohn deutsch-österreichischer Eltern auf, Geschichten über den Krieg und den Holocaust hörte er täglich am Küchentisch. Diese Erzählungen waren der Grundstein für "Die Bücherdiebin" - und sogar der Anstoß dafür, dass er Schriftsteller wurde.

Zusak erzählt ein einfache, aber ergreifende Geschichte: Die neunjährige Liesel, deren Eltern Kommunisten sind, wird 1939 in Bayern bei Pflegeeltern untergebracht. Sie gerät in eine fremde, primitive Welt. Ihr Pflegevater nimmt sie zärtlich auf, die Pflegemutter ist roh und laut, beide aber sind großherzige, mutige Menschen, die später sogar monatelang einen Juden verstecken.

Liesel erlebt den Krieg als eine zugleich schreckliche und schöne Zeit. Sie ist geborgen in der Kleinfamilie und hat zwei wunderbare Freunde, den Juden Max und den Nachbarsjungen Rudi. Geschichten sind ihr Ein und Alles, sie liest und liebt und stiehlt darum Bücher. Aber sie muss auch Hunger erleben und Angst, Gewalt und Brutalität, Trauer und Tod.

"Die Bücherdiebin" ist in vieler Hinsicht einmalig. Das Buch erzählt von dem ganz normalen Alltagselend der Kriegszeit und von herzzerreißendem Leid, zugleich aber von Glück und Geborgenheit. Wozu vor allem die Menschen beitragen, von denen Zusak erzählt. So schlicht sie sind, so groß ist ihre Würde, Herzlichkeit und Menschlichkeit. Dass es solche Menschen gibt, lässt - trotz des bitteren Endes - Hoffnung zu.

Es ist schwierig, Zusaks Sprache adäquat zu beschreiben. Sie ist zart, innig und poetisch, dann wieder schneidend scharf und schmerzhaft. Zusaks Sätze berühren uns unmittelbar, streicheln, kratzen, bohren sich in unser Bewusstsein. So suggestiv und geschmeidig, so verwirrend neu in ihren Bildern und Gesten wirkt auch die deutsche Übersetzung, dass man beiden, Autor und Übersetzerin, nur begeistert danken kann!

Seine ganz eigene Struktur erhält der Text auch durch den Kunstgriff, dass der allwissende Erzähler der Tod selbst ist. Ein sehr menschlicher, staunender Tod. Er begegnet dem alltäglichen Schrecken mit einer Art Galgenhumor und der Wucht der Trauer mit einem Schuss Heiterkeit. Inmitten all der Zerstörung erzählt er diese Geschichte über die Bücherdiebin und ihre Freunde, um sich selbst zu beweisen, dass die Menschen trotz allem ihre Existenz verdienen.

Dass "Die Bücherdiebin" in Deutschland gleichzeitig bei einem Verlag für Jugend- und einem für Erwachsenenliteratur erscheint, hat sicherlich mit der Herkunft des Buches aus dem angelsächsischen Raum zu tun. Dort ist ein doppelter Auftritt häufiger und in diesem Fall sicher auch mit verantwortlich für den großen Erfolg. Denn das Buch ist sowohl ein großartiger Jugendroman als auch ein kunstvoller Roman für Erwachsene, der Vieles zugleich ist: eine tief berührende Geschichte, ein dramatisches Zeitpanorama, eine Hommage ans Lesen und Schreiben und auf jeden Fall ein sprachliches Meisterwerk voller Lebensfreude, Trauer, Wut und - Trost.



Ein wunderbares Buch, zu der DLF- Rezension ist eigentlich nicht mehr viel zu sagen. Gestört haben mich allerdings die kleinen Fehler, aber da bin ich wohl zu kniefieselig - aber es wird immer wieder betont, dass es sich um sehr arme Leute handelt - und dann haben sie ein Bad im Haus? Das hatten damals nur eichere Leute, und auch meist nur in den Städten. Die anderen hatten, wenn es etwas luxuriöser war, vielleicht einen Zuber in der Kücher, das Wasser wurde im Herd erhitzt, und dann kamen der Reihe nach Vater-Mutter-Kinder ins Wasser. 1 x in der Woche. Es gab damals öffentliche Wannenbäder.
Es gab auch keine Mülltonnen. Was übrig blieb, kam entweder auf den Kompost, soweit noch essbar zum Bauern, der Rest in den Ofen. Übrig blieb Asche etc., diese wurde von den "Kehrichtbauern" abgeholt.
Hubermanns scheinen einen offenen Kamin zu haben - auch nicht vorstellbar. Meistens hatte man einen kachelofen, der zwischen zwei Zimmern lag, sodass ein Raum schön warm wurde (hier war die Öffnung), ins andere führten nur Lüftungsschlitze, sodass dort die Temperatur etwas erhöht wurde. Das gibt es auch heute noch in alten Häusern (hab ich auch)
Ein Junge aus einer so armen Familie hätte auch niemals 1943 ein paar Socken auf der Straße liegen gelassen. Nichtmal so einer wie Rudi. Wobei ich mich frage, ob er im Sommer überhaupt Schuhe hatte. Bei schönem Wetter wurden diese meistens geschont.
Auch Max' Alter ist nicht so ganz eindeutig. Usw. usw.

Aber im Grunde ist das alles egal, es ist einfach ein wunderbares Jugendbuch, auch wenn die Leute (mit Ausnahme von Frau Herrmann) schwarz - weiß sind.
Mir war es aber zu traurig, ich weiß nicht, ob ich es an meinen Sohn weitergeben soll. Ich habe die letzten Seiten nur noch geheult.
Man braucht auch einiges an Hintergrundwissen, das mein Sohn hat, wo ich mir aber nicht so sicher bin, ob man das voraussetzen kann, z. B. ob alle Jugendlichen etwas mit Stalingrad verbinden können. Ich glaube, man muss sich sehr viel dazu denken, um das Buch zu verstehen.

Die Vorstellung eines solchen Todes empfinde ich als unglaublich tröstlich. Dass er die Seele sanft auf den Arm nimmt. Muss man da noch Angst haben? Das war für mich das eigentliche "Erlebnis" bei der Lektüre dieses Buches.
 


Journal Entry 2 by wingRunningmousewing at on Friday, March 13, 2009

This book has not been rated.

Released 9 yrs ago (3/13/2009 UTC) at

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An Sabine, die sich doch bitte bitte endlich mal anmelden könnte....♥ 


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