corner corner Vom Risiko, ein Skrake zu sein

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Vom Risiko, ein Skrake zu sein
by Kjell Westö | Literature & Fiction
Registered by Torgin of Mülheim an der Ruhr, Nordrhein-Westfalen Germany on 9/25/2008
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Journal Entry 1 by Torgin from Mülheim an der Ruhr, Nordrhein-Westfalen Germany on Thursday, September 25, 2008

8 out of 10

Klappentext: 1952 ist ein denkwürdiges Jahr in der finnischen Geschichte: In Helsinki findet die Olympiade statt, Coca-Cola wird auf den Markt gebracht, und die finnische Schönheitskönigin Armi Kuusela wird Miss Universum. Der junge Werner Skrake, gerade von einem Studienaufenthalt in den USA zurückgekehrt, erhält den ehrenvollen Auftrag, am Tag der Markteinführung einen der Coca-Cola-Wagen zu fahren, bringt sich und seine Nachfahren jedoch für immer in Verruf, als er von der Straße abkommt und seine gesamte kostbare Last zu Bruch geht, was in allen großen Zeitungen bildlich festgehalten wird. Werners Sohn Wiktor Juri Ansgar - benannt nach dem Kosmonauten Gagarin und Ich-Erzähler dieses Romans - muss sich noch Jahrzehnte später spitze Bemerkungen über den Vorfall anhören. Er selbst fasst das Leben seines Vaters gerne mit dem Begriff »metjty« zusammen, was im Finnlandschwedischen bedeutet, »in allem, was man sich vornimmt, zu scheitern, eine Fähigkeit, die nicht mehr und nicht weniger als ein Schicksal ist«. Kjell Westö hat ein berührendes Buch über Väter und Söhne geschrieben, einen wunderbaren Generationen übergreifenden Familienroman, in dem sich die bewegte Geschichte Finnlands spiegelt und in dem im Burlesken stets ein wehmütiger Unterton mitschwingt.

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Besonders gut hat mir gefallen, wie Westö Landschaften, Wetter, Stimmungen und Ereignisse in Deckung bringt. Zwar kenne ich den Norden nur im Sommer und Winter, aber ich konnte mir auch die beschriebene Luft und das Licht im Frühling und Herbst gut vorstellen. Schwieriger fand ich es manches Mal, den Andeutungen und Halbsätzen zu folgen, die auf die finnische Geschichte im 20. Jahrhundert Bezug nehmen, da ich zugegebenermaßen nur sehr oberflächliche Kenntnisse darüber habe. Aber in der Familie verflechten sich offensichtlich verschiedene Seiten in den diversen Kriegszeiten – und nicht immer die angenehmsten Erinnerungen, die daher auch schweigend begraben werden. Wiktor versucht dem nachzuspüren, angeregt durch die Erzählungen Leos, und weil er hofft, mit der Lösung des Rätsels um Großvater Bruno auch dem Wesen seines Vaters näher zu kommen. Wie so oft in Familien ist es schon reichlich spät, als er damit beginnt, weil die Familie bereits arg geschrumpft ist und viele Fragen ohne Antworten bleiben werden.

Vor allem im schweigsamen Werner habe ich vieles von dem wiedergefunden, was mir eine finnische Freundin über ihre Landsleute und ihre – nach mehreren Jahren Aufenthalt in Deutschland – Wahrnehmung von deren „Macken“ berichtet hat, die Geschichte scheint also nicht ganz untypische Charaktere zu zeigen. Und erfreulicherweise spielt das Angeln, wenngleich gerade für Werner zentral, keine so dominierende Rolle, daß ein Nicht-Angler wie ich davon abgeschreckt würde, sondern fügt sich einfach perfekt in den Gesamtkontext ein.
 


Journal Entry 2 by Torgin from Mülheim an der Ruhr, Nordrhein-Westfalen Germany on Tuesday, January 27, 2009

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Reist mit der BookBox Spotlight: Nordische Länder I weiter. 


Journal Entry 3 by SJJ-315643 on Friday, February 13, 2009

This book has not been rated.

Wandert aus der Box in mein Regal. 


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