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Zwei Brüder
by Milton Hatoum | Other
Registered by Torgin of Mülheim an der Ruhr, Nordrhein-Westfalen Germany on 8/30/2008
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Journal Entry 1 by Torgin from Mülheim an der Ruhr, Nordrhein-Westfalen Germany on Saturday, August 30, 2008

9 out of 10

amazon.de: Sie sind Zwillinge, und sie sind entzweit, noch bevor sie erwachsen sind. Was sie auseinanderbringt, ist Eifersucht um ein Mädchen – eigentlich eine Bagatelle unter Brüdern. Aber sie spüren, wie unterschiedlich die Liebe der Mutter auf ihnen liegt, und das schneidet tiefer, als sie selbst ahnen können. Ein Haus im alten Viertel von Manaus. Darin leben, eingesponnen in ihre Liebe, Halim und Zana, libanesische Einwanderer der zweiten Generation. Als die Zwillinge Yaqub und Omar geboren werden, ist Halim, ein »Genießer im Ozean der Nichtigkeiten des Lebens in der Provinz«, der die Liebe und ihre Ekstasen kultiviert, ohnmächtig gegenüber der besitzergreifenden Liebe seiner Frau zu den Söhnen. Er läßt zu, daß der dreizehnjährige Yaqub für fünf Jahre in ein Dorf im Libanon geschickt wird. Was die Rivalität der Brüder dämpfen soll, stachelt sie erst recht an. Danach wird nichts in diesem Haus ohne das Gift des Mißtrauens und der Rachsucht sein. Wie blind zerstören die erwachsenen Brüder im Versuch, das je Eigene gegeneinander zu behaupten, alle Intimität, jede Hoffnung der Mutter auf Versöhnung. Der Sohn des indianischen Dienstmädchens der Familie erzählt diese Geschichte, viele Jahre nach den Ereignissen. In seinem Erinnern mischen sich Halims wehmütige Stimme und das bohrende Fragen nach seiner eigenen Identität: Welcher der beiden Brüder ist sein Vater? Hatoums Roman ist von insistierender Genauigkeit gerade in den elementaren Dingen des Gefühls, geschrieben mit der Nuanciertheit und Ambivalenz eines großen Prosaisten.

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Das klingt ziemlich bombastisch, liest sich aber bei weitem nicht so und trifft es inhaltlich sehr gut. Die Rivalität zwischen den Brüder ist mit Händen greifbar, und wenn ich diese auch noch nachvollziehen konnte – sogar in den Auswirkungen und im konkreten Verhalten –, so blieb mir die Mutter Zana ein völliges Rätsel. Ich kann verstehen, daß eine Mutter negative Seiten ihres Kindes nicht sehen will und es gegen (tatsächliche oder vermeintliche) Anfeindungen von außen in Schutz nimmt, das erwarte ich eigentlich sogar. Aber die Bedingungslosigkeit, mit der Zana sich auf Omar konzentriert und Yaqub, das eigentliche Opfer, zum Täter definiert, das hatte etwas erschreckendes. Yaqub war für mich auch nicht gerade ein Sympathieträger, aber die Behandlung durch Mutter und Bruder hat er nicht verdient, zumal auch nicht klar ist, inwieweit diese erst Auslöser seines Verhaltens ist. Der Vater Halim ist zwar nicht unsympathisch, aber ein Schwächling Frau und Kindern gegenüber, der die familiäre Katastrophe nicht stoppen kann. Tolles Buch!
 


Journal Entry 2 by SJJ-315643 on Monday, August 17, 2009

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Seit vorgestern bei mir - vielen Dank! 


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