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Maps
by Nuruddin Farah | Literature & Fiction
Registered by Urla of Galway, Co. Galway Ireland on 5/15/2008
Average 7 star rating by BookCrossing Members 

status (set by Torgin): travelling


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Journal Entry 1 by Urla from Galway, Co. Galway Ireland on Thursday, May 15, 2008

8 out of 10

Askar kommt in Ogaden als Waise auf die Welt. Sein Vater ist dem Krieg zum Opfer gefallen, den Äthiopien und Somalia um dieses karge Land führen, seine Mutter stirbt sofort nach seiner Geburt, doch ein anderer Mensch tritt in das neue Leben: "Ja, du lagst wartend da wie in einem Hinterhalt, bis eine Frau, die von deiner Existenz nichts ahnte, in das dunkle Zimmer trat, in dem du seit der Sekunde deiner Geburt gelegen hattest." Die Frau heißt Misra, sie stammt aus Äthiopien und findet das schmutzige Kind mit dem starren Blick. Eine tiefe, liebevolle Beziehung entsteht zwischen den beiden, eine Welt, für die nur das Kind und Misra den Schlüssel besitzen. Doch da ist auch der reiche, böse Onkel Qorrax, den Askar nicht ausstehen kann und der ebenso wie Aw-Adan, der Priester des Dorfes, Anspruch auf Misras Zuneigung erhebt. Der Krieg um Ogaden trennt Askar von Misra und verschlägt den Jungen in die somalische Hauptstadt Mogadischu. Jahre später trifft er Misra dort wieder, aber unter neuen, düsteren Vorzeichen: Sie soll somalische Freiheitskämpfer an Äthiopien verraten haben ...

Meine persönliche Rezension gibt es in meinem Blog.

Das Buch ist Teil meiner "1 Lebensjahr = 1 Land = 5 Bücher"-Challenge (1. Buch für Somalia). 


Journal Entry 2 by Urla from Galway, Co. Galway Ireland on Saturday, June 07, 2008

This book has not been rated.

Das Buch geht mit Runningmouses Habari Gani, Afrika - Buchbox auf die Reise. 


Journal Entry 3 by wingRunningmousewing from Nürnberg, Bayern Germany on Saturday, January 03, 2009

This book has not been rated.

Das Buch kam mit der "Habari Gani, Afrika" - Minibox zu mir. Somalia hab ich noch garnicht angefangen. Von diesem Autor sind sogar 2 Bücher mit der Box angekommen. Wandert auf meinen Challenge-TBR-Stapel. 


Journal Entry 4 by Torgin at Oberhausen, Nordrhein-Westfalen Germany on Wednesday, December 29, 2010

7 out of 10

Einfach ist dieser Roman nicht, was aber nicht daran liegt, daß er besonders „afrikanisch“ ist, sondern an der verschachtelten Konstruktion und Erzählweise sowie dem überbordenden Symbolismus. Auffällig ist vor allem der Wechsel zwischen den Erzählpersonen. Neben Askar als Ich-Erzähler und einem Erzähler in der dritten Personen, tritt auch noch ein dialoghaftes Gegenüber, das Askar mit „Du“ adressiert. Letzterer wirkt manchmal wie eine externe Person, manchmal eher wie eine innere Stimme Askars. Ich lese gerade diese „Du“-Form nicht besonders gerne, aber der regelmäßige Turnus erfüllt hier durchaus einen Zweck im Perspektivenwechsel, der anders nicht gleichermaßen zu erreichen wäre. Während der Ich-Erzähler nämlich recht selbstgerecht und verzogen daherkommt, ohne sich das selbst bewußt zu machen, legt der Du-Erzähler genau diese Schwächen sehr schonungslos offen. An Askar läßt er sozusagen kein gutes Haar. Der Er-Erzähler dient eher der kompakteren Vermittlung von größeren Zusammenhängen. Allein an der Erzählperspektive läßt sich somit nach kurzer Zeit schon erkennen, was man in dem jeweiligen Abschnitt als Tendenz zu erwarten hat. Das ist in der Form etwas gewöhnungsbedürftig, aber durchaus gut gelöst.

Schwieriger ist schon das, ja, Übermaß an Symbolik. Gut, Maps ist der erste Teil der „Trilogie“ Blood in the Sun, daher sollte es nicht verwundern, daß Blut dabei einen breiten Raum einnimmt. Aber ich habe den Eindruck, daß es in Farahs Werken (bei Geheimnisse ist es mir nämlich auch schon aufgefallen) fast so etwas wie eine Obsession gibt, was speziell Menstruationsblut angeht. Möglicherweise ist das auch einfach ein religiös-kulturell bedingtes Phänomen, aber irritierend finde ich es trotzdem. Auch die Vielzahl von mehr oder weniger sichtbaren fehlenden Körperteilen (Aw-Adan hat nur ein Bein, Qorrax fehlen Finger, Salaado mußte sich die Eierstöcke entfernen lassen, eine Brustamputation gibt's auch noch) war mir reichlich dick aufgetragen. Möglich, daß das alles im Kontext einen Zweck erfüllt, der mir im Detail entgangen ist, aber weniger wäre für meinen Geschmack hier trotzdem mehr gewesen. In diesen Zusammenhang gehören auch Askars Träume, die nicht immer sofort als solche erkenntlich sind, und in denen Symbolismus und Metaphorik noch einmal eine Steigerung erfahren.

Passend ist allerdings der Titel, der hier durchaus auf mehrere Aspekte verweist. Askar bekommt zur Beschneidung von Onkel Qorrax einen Globus geschenkt, Landkarten werden sein Hobby, denn natürlich müssen die Kampfbewegungen um den Ogaden nachvollzogen werden. Die Kluft zwischen Wahrnehmung und Realität sowie die unterschiedlichen Realitäten je nach Standpunkt werden dabei deutlich: Alle Karten zeigen den Ogaden gemäß der offiziellen Grenzen als Teil Äthiopiens, für die Somali gehört das Gebiet zu ihnen. Die Fragen um Identität und Ethnizität, die dadurch aufgeworfen werden und die sich vor allem in Misra als Äthiopierin unter überwiegender Somali-Dorfbevölkerung bündeln, sind dabei durchaus interessant thematisiert, dafür sorgt schon und vor allem Onkel Hilaal mit seinen Denkanstößen an Askar, der die Welt doch recht schwarz-weiß sieht und den Hilaal auf die Grautöne zu stoßen sucht. Maps verweist aber auch auf die innere Kartierung, die Askar für sich selbst vornehmen muß, um seinen Platz als Person, als Mann in der Gesellschaft und geographisch zu finden. Seinen äußeren Ausdruck findet dies in Askars Schwanken zwischen zwei Anmeldeformularen: für die Universität oder die Western Somali Liberation Front.
 


Journal Entry 5 by Torgin at Irgendwo in -- Irgendwo --, Nordrhein-Westfalen Germany on Sunday, July 15, 2018

This book has not been rated.

Released 1 yr ago (1/1/2017 UTC) at Irgendwo in -- Irgendwo --, Nordrhein-Westfalen Germany

WILD RELEASE NOTES:

Wahrscheinlich befindet sich dieses Buch noch beim vorherigen Journalschreiber, ich hatte mir die BCID nur für meinen Eintrag geben lassen. Ich möchte es aber nicht mehr mit irreführendem Status auf meinem Shelf, daher dieser Eintrag. 


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