corner corner Ein Stein unter Wasser

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Ein Stein unter Wasser
by Jose E. Agualusa | Literature & Fiction
Registered by deNani of Regensburg, Bayern Germany on 4/9/2008
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Journal Entry 1 by deNani from Regensburg, Bayern Germany on Wednesday, April 09, 2008

7 out of 10

"Fradique sagte, Städte wie Frauen ließen sich an ihrem Geruch erkennen. Die Hafenstädte Französisch-Westafrikas rochen für ihn nach in Butter gebratenen Zwiebeln,...; Rio den Janeiro nach reifen Guaven, Lissabon nach Sardinen, Basilikum und Abgeordneten. ... Ich sagte ihm, ich hielte es wie die Buschmänner, ich zöge den schlichten Geruch des Regens allen anderen vor. Drei Monate später erhielt ich in Luanda ein versiegeltes Kristallflakon mit Wasser. Auf dem Etikett stand in Fradiques Handschrift: 'Erster Pariser Herbstregen, 20.Oktober 1868.'"

Der poetische Roman erzählt in Briefen des Abenteurers Fradique Mendes von dessen Liebe zu der Sklaventochter Ana Olímpia. Nach dem Tod ihres angesehenen Mannes wäre diese eigentlich eine der einflussreichsten und vermögendsten Frauen in der portugiesischen Kolonie Angola - wenn dieser nur daran gedacht hätte, ihr einen Freibrief auszustellen!
Und so setzt Fradique Mendes alles daran, seine Geliebte zu befreien.
Diese Briefe, geschrieben in Frankreich, Angola, Brasilien versetzen einen in eine farbenfrohe und geruchsintensive Kolonialzeit, mit der Lust am Entdecken und humorvollen Anekdoten, aber sie setzen sich auch mit den kritischen Fragen der Kolonialisierung und der Sklaverei auseinander.

So schön die Briefe vor allem wegen ihrer Sprache zu lesen waren, hatte ich zunächst doch Probleme, dem eigentlichen Geschehen zu folgen; denn es war ja nur fragmentarisch in den Briefen dargelegt, und es das Ganze erschien mir zeitweise einigermaßen verworren. Am Ende fügte sich jedoch alles wieder zusammmen. 


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